GEGEN REULS GEWALT – INNENMINISTER BLEIBT ANTWORTEN ZU POLIZEIGEWALT SCHULDIG
Wuppertal 19.11.2018 – Bei einer Veranstaltung zum Thema Sicherheit und Verbrechen, die im Rahmen des „LangLese“-Literaturfestival „Gegen Gewalt“ stattfand konnte NRW-Innenminister Herbert Reul Fragen zur jüngsten Polizeigewalt gegen Klimaaktivismus im Hambacher Forst und beim massenhaften zivilen Ungehorsam Ende Gelände nicht entkommen.
Die Menschen brachten den Minister bei der Fragestunde in sichtliche Erklärungsnot. Währenddessen standen Aktivisten mit zugeklebten Mündern im Publikum vor dem Minister und hielten Fotos mit Szenen der kürzlichen Gewalt hoch. Herbert Reul war das sichtlich unangenehm. Er untersagte Videoaufzeichnungen.
Am Sonntag, den 18.November um 17 Uhr haben einige von uns im Livestream auf Twitter eure Fragen zum Hambacher Forst, dem Leben in der Besetzung, zur Klimakrise, dem vielfältigen Widerstand dagegen u.v.m. beantwortet.
„Wir wollen eure Fragen zum Wald, dem Leben in der Besetzung und dem lokalen wie intergalaktischen Widerstand gegen RWE, Kapitalismus und vieles mehr aus unterschiedlichen Perspektiven beantworten. Was wir zum Klima zu sagen haben? Wie unser Alltag aussieht? Was Solidarität bedeutet und ganz praktisch: wie kommen die Spenden in den Wald?… All das und vieles Mehr soll Thema bei #HambiBleibt-TV werden.
Im Wald haben wir viele unterschiedliche Perspektiven auf diesen Kampf und die Verhältnisse, in denen wir leben. Sie sind so unterschiedlich wie wir als Menschen sind. Doch es gibt sie – die Überschneidungspunkte. Wo die sind und was wir dazu zu sagen haben… lasst es uns rausfinden!Mal live und uncut, mal höchst professionell produziert (hihi wird bestimmt nie passieren!) werden wir versuchen, mehr von dem was uns wichtig ist bei euch ankommen zu lassen, als Fernsehkameras es oft zulassen. Das heißt auch: ihr könnt eure Ideen einbringen, Fragen stellen und Themen vorschlagen. Schreibt uns eure Nachrichten unten in die Kommentare!
Wir sind gespannt und freuen uns auf vielfältige Debatten, spannende Einblicke in die Welt des Widerstands, vielsprachige Episoden mit wechselnder Beteiligung und sagen: Hambi Bleibt!
euer #HambiBleibt-TV-Dunstkreis“
In diesem Herbst ist sehr vielen Menschen klar geworden, was im Hambacher Forst höchstens ein müdes Nicken hervor ruft: Die Polizei und ihre Waffengeschwister die direkt für RWE arbeiten können machen was sie wollen. Das sind keine Ausrutscher von Sadisten, es hat offenbar System. Sollen wir und andere davon abgehalten werden, mehr zu tun als „nur“ zu protestieren? Sollen gewaltbereite Ökoterroristen gezüchtet werden? Genau wissen wir es nicht.
Es sind so manche Leute ein wenig naiv in den Wald gekommen mit dem Vorsatz, von ihrem demokratischen Demonstrationsrecht für den Erhalt des Waldes Gebrauch zu machen, die jetzt aber auf Grund der Repression jeden Glauben an den Rechtsstaat verloren haben.
Die Hardcore Band Wolf Down, die sich lange einer Beliebtheit in autonomen Kreisen erfreute, hat sich vor über einem Jahr aufgelöst, als von Betroffenen veröffentlicht wurde, dass die Bandmitglieder systematisch Vergewaltigungen & Sexismus in ihren eigenen Reihen geduldet haben.
Im folgenden eine Pressemitteilung von
Climate & Justice Games:
Am Donnerstagmorgen sahen sich Mitarbeiter*innen des Landvolks Niedersachsen (dem Bauernverband Niedersachsen) genötigt, den Fußweg vor ihrer Geschäftsstelle in Hannover großflächig zu säubern. Aktivist*innen hatten im Rahmen der Climate & Justice Games in den frühen Morgenstunden „Tatortmarkierungen“ mit den weißen Umrissen eines Huhnes, eines Schlachterbeils und Kunstblut hinterlassen.
Steckbriefartig wurde mit Sprühschablonen zudem „Vorwurf: Massenhafte Tötung von Tieren, Verschärfung der Klimakrise, Ausbeutung von Bäuer*innen und Arbeiter*innen“ sowie „Beteiligte: Fleischindustrie, Agrarkonzerne, Landesregierung, Bauernverband“ und „Planung: EuroTier“ auf den Boden gemalt.
Auf den letzten beiden Waldspaziergängen (10. Nov. in Keyenberg, 11. Nov. im Hambi) an diesem Wochenende wurde von einem Menschen der unten stehende Text vorgelesen. Er wurde von einer Gruppe von Menschen aus dem Wald geschrieben und spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der kompletten Besetzung wider.
Der Tagebau Hambach schreitet unermüdlich voran und zerstört Lebensraum zugunsten der Produktion von Strom, welcher in der Industrie zu großen Teilen wiederum die Zerstörung von Lebensraum hier und andernorts antreibt. Diese Zerstörung findet sowohl direkt durch die Baggerschaufeln statt, die hier und jetzt Menschen und Tieren ihren Lebensraum nehmen, als auch indirekt als größte CO2 Schleuder Europas und den dadurch entstehenden Klimawandel.
Heute, am 13. November 2018, wurde gegen die im Kreis Düren Festgenommenen der Hambi9 vor dem dortigen Gericht verhandelt. Nach ca. 5 Stunden wurde das Urteil verkündet: Freispruch für alle Angeklagten.
13.11.2018 Nachtrag zur gestrigen Besetzung des Baggers auf der untersten Sohle des Tagebaus Garzweiler II Von einigen Beteiligten.
Erstmal: Ja, der Bagger stand still als wir ihn besetzt haben, eine halbe Stunde vorher lief er aber noch und wir rechneten damit, dass es nur ein kurzzeitiger Stillstand zum Schichtwechsel war. Solange RWE ihre Wartungspläne nicht veröffentlicht, ist sowas leider unvermeidbar, also her mit den Wartungsplänen!
Der Betrieb wurde trotzdem gestört, weil die Arbeiten ausgefallen sind und nachgeholt werden müssen, außerdem wurden die Baggerteile, an die wir uns gelockt haben, abgeflext, was zusätzliche Wartungsarbeiten bedeutet 😉
Noch einige Worte zur Räumung:
Wir sind sehr überrascht über die Brutalität mit der uns ein Großteil der RWE-Mitarbeiti begegnet sind, bevor die Polizei angekommen ist. Während