32 Menschen – 32 Forderungen! #freeDW32

Dieser Text wurde uns von Individuen im Wald zugeschickt und spricht, wie alle Texte auf diesem Blog, nicht für die gesamte Besetzung.

Am Montag den 15.Oktober 2018 beteiligten wir uns im Hambacher Wald an der Solidaritätskampagne gegen Polizeibrutalität in Donauwörth (Bayern).

Die Kampagne „Racist violence sparks refugees’ anguish“ (Dt.: „Rassistische Gewalt entfacht Leid für Geflüchtete“) läuft unter dem Hashtag #freeDW32 und startete am 1. Oktober 2018 am Münchner Rindermarkt. Wir wollen hiermit in den kommenden 32 Tagen auf die Vorfälle rund um den 14. März 2018 in der damaligen Erstaufnahmeeinrichtung in Donauwörth aufmerksam machen.

Damals wurden die Bewohner Opfer massiver Polizeigewalt nach einer versuchten Abschiebung, woraufhin 32 Geflüchtete inhaftiert wurden. Drei von ihnen wurden kurz darauf freigelassen. Wochenlang versuchten Freund*innen, solidarische Aktivist*innen und Landtagsabgeordnete Informationen über den Verbleib der restlichen Inhaftierten zu bekommen. Mittlerweile ist klar: 29 von den „Donauwörth 32“ saßen bereits für vermeintlich begangenen Landfriedensbruch, Widerstand, Beleidigung und Körperverletzung mehrere Wochen in Haft. Einige von ihnen wurden ohne ordentliches Gerichtsverfahren schon nach Italien abgeschoben. Alle anderen sind nun weiterhin im Ungewissen über ihre Zukunft in Deutschland. Weiter lesen!

Dokumentation und Repression

vom Ermittlungsausschuss

Als Ermittlungsausschuss wollen wir rechtswidriges Verhalten und Gewaltanwendungen seitens der Polizei oder RWE Mitarbeitenden dokumentieren. Mit den Daten versuchen wir die Aufmerksamkeit rund um die Räumungen im Hambacher Forst zu nutzen, um das Thema Polizeigewalt und Repression mehr in die Öffentlichkeit zu rücken.
Wenn du uns etwas berichten möchtest, was du erlebt hast, kannst du uns (am besten verschlüsselt) eine E-mail schreiben: legalsupporthambi@nullriseup.net

Weiter lesen!

Pressemitteilung 03.10.2018

Das -vorerst- Ende der Räumung +++ im Hambi werden zur Feier des Tages Zäune errichtet +++ Razzia des Wiesencamps

Heute ist Mittwoch, der 03.10.2018, Tag der deutschen Einheit, Anlass genug für RWE mal wieder einen Zaun zu errichten. Und zwar im und um den Hambacher Forst.

Die Räumung der mehr als 60 Baumhäuser begann am 13. September und nahm gestern, am Dienstag, dem 02.10., nach 19 Tagen vorerst ihr Ende.

Innerhalb der letzten Woche wurden – entgegen des Versprochenen Moments der Ruhe nach dem Todesfall Steffens – die verbliebenen Baumhausdörfer geräumt. Die Maßnahmen waren geprägt von massiv fahrlässigem, sowie gewaltsamen Vorgehen der Polizei. Weiter lesen!

Rückblick zu Repression im und um den Hambacher Forst – Ende August bis Ende September 2018

vom Ermittlungsausschuss Hambacher Forst
+++Triggerwarnung: Der Text beschreibt Polizeigewalt+++

Inhalt: Großräumiges Gefahrengebiet | Pressefreiheit massiv eingeschränkt | Gefährdungen und Gewalt | Behandlung in der Gefangenensammelstelle (GeSa) | Gefangene im Knast

In den letzten Wochen konnten wir – teils durch Berichte von Beteiligten und Augenzeug*innen, teils durch die Live-Streams – zahlreiche unrechtmäßige Handlungen seitens der RWE und der Polizei miterleben, die teilweise das Leben von Aktivist*innen gefährdeten. Dies sind keine außergewöhnlichen Vorfälle. Im Gegenteil: Insbesondere im Hambacher Forst verhält sich die Polizei und die RWE Security seit Jahren genau so. Der einzige Unterschied ist, dass während der Räumungen in den letzten Wochen deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit gegeben war und die Übergriffe und Misshandlungen in kürzeren Zeitabständen erfolgten.
Unser Text hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir können nur von den Vorfällen berichten, von denen wir selbst mitbekommen haben. Weiter lesen!

Ticker ab 2. Oktober

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Schaut auch auf die Twitter Accounts: @HambiBleibt @EAHambi. Updates auch durch die Hashtags #HambacherForst #HambiBleibt.
Ihr müsst dafür auch keinen eigenen Twitteraccount haben!

Im Hambacher Forst wird wieder fleißig gebaut und versucht dem Wald sein Ökosystem wiederzugeben.
Dies sind die Twitteraccounts der wundervollen neuen Besetzungen: Schlupfwinkel und Krähennest!
Wenn ihr im Forst eine neue Besetzung bildet, schreibt uns gern auf Twitter an, dann nehmen wir euch in Listen und Karten auf:)

22. Oktober

22:57 Das Landgericht Köln hat heute Nachmittag die Räumungsklage von RWE abgewiesen! Lasst uns feiern 🙂 @manheimlebt
18:20 Habt ihr euch heute auch schon gefragt, wo weitere verschlossene Fledermaus-Höhlen sind?
Check this Out:
50.8801890,6.5538780 50°52’48.7″N 6°33’14.0″E
50.8807720,6.5546300 50°52’50.8″N 6°33’16.7″E
50.8807830,6.5534180 50°52’50.8″N 6°33’12.3″E
50.8817230,6.5560390 50°52’54.2″N 6°33’21.7″E
@Oaktown1312

21. Oktober

21:33 Nachdem RWE Räumungsklage eingereicht hat, die Bullen immer häufiger ihre Zeit mit Rumstehen in der Friedensstraße vertreiben und Menschen festgenommen werden, halten wir eine Räumung der Häuser demnächst für wahrscheinlich.
Update: #manheimlebt
21:03 Nach der Personalienprüfung der beiden Personen und der Durchsuchung im Auto ziehen sich die Polizisten zurück.
20:59 Die Bullen haben versucht eine Essensübergabe an das besetzte Haus zu verhindern. Es wurden die Personalien der beiden Personen aufgenommen und das Auto durchsucht.
20:41 Cops sind am gelben Haus in Mahheim, rundum den Küchenwagen. @manheimlebt
@manheimlebt
16:11 Wer nochmal den Kohletagebau besuchen will bitte nicht auf rosa Farbe für die Bagger verzichten. Das macht sie fertig 😉
https://twitter.com/bst_hh/status/1054012367489716224/photo/1
15:00 Ende der Baggerbesetzung. 3 Personen entlassen, 2 in Haft. RWE nennt die Aktion „extrem gefährlich“. Wir sagen: viel weniger als die fortgesetzte Förderung fossiler Brennstoffe. Polizei erklärte dagegen, es sei nicht gefährlich gewesen.
13:53 Klettercops im Einsatz. Jedoch haben 4 Aktivist*innen die obere Plattform des Kohlebaggers erklommen. Seit 8 Stunden steht der Bagger nun still!
12:20 Situation unverändert.
10:50 Pressemitteilung No jobs on a dead planet
09:42 Interview WDR
08:55 Sonne ist aufgegangen über dem Hambacher Tagebau. Auf dem Bagger wird gesungen. Nach Durchsagen der Polizei verlässt ein begleitender Journalist den Bagger und wird abgeführt. Drei Journalisten entfernen sich nach Gespräch mit den Cops von der Abbruchkante.
08:35 Aktivist*innen halten noch immer Stellung und besetzen Bagger in Nähe des Krähennestes. Um Support und Presse wird gebeten!
06:19 Baggerbesetzung, der Bagger steht still!

18. Oktober

17:54 Die Polizei ist aus Manheim abgezogen.
17:24 Secus postieren sich hinter unserem Garten! Haben Hinweise darauf, dass es heute um uns gehen soll!
16:30 Polizei steigt aus und beginnt sofort zu provozieren mit Hunden und Pfefferspray, um friedlich stehende Aktivistis wegzudrängen weil diese solidarisch am Kessel stehen! 4 Aktivistis festgehalten.
ca 16:00 Menschen aus dem besetzten Haus an der #Friedenstrasse in #Manheimlebt werden von Security Leuten daran gehindert, in einem Container nach brauchbaren Möbeln zu suchen. Sie halten die Aktivist*innen fest und rufen die „Amtshilfe“ ihrer Waffengeschwister der Polizei.
13:53 Wieder eine tote Fledermaus in einem der Bäume gefunden, die von RWE verschlossen wurden. Der amtliche Widerwillen, sie wieder zu öffnen, ist ein Versuch die Population eine geschützte Art zu zerstören, was es dem Unternehmen leichter macht, das gegenwärtige Gerichtsverfahren gegen BUND zu gewinnen, wenn ihre „Rettungsversuche“ in #HambacherForst verbleibende gefährdete Arten töten.
12:11 Fledermaus Rettung. Nach 2 Wochen haben RWE und die Stadt Kerpen die Baumhöhlen immer noch nicht wieder geöffnet. Aktivisten machen sich auf den Weg, um das Plastik zu entfernen, das immer noch den Zugang zu Hunderten von Bäumen blockiert.
Heute Abriss der Immerather Mühle. RWE hatte den Zeitpunkt bis zum Schluss geheim gehalten. Nun haben sie, nach einer Information, eine Besetzung durch die bevor stehende Ende Gelände Aktion befürchtet.

17. Oktober

Ca. 100 RWE Mitarbeiter*innen und Mitglieder des Arbeiter­verräter­vereins IGBCE pöbeln vor dem Haus von Antje Grothus, die sich schon seit Jahren für die sozial­verträglichkeit des unvermeidlichen Strukturwandels im rheinischen Braunkohlerevier einsetzt.Der Betriebsratsvorsitzende und Versammlungsleiter Walter Butterweck will 100 Demonstranten „spontan“ zum Einkaufen führen, um auf dem Rückweg von der Polizei versehentlich am Haus von Antje Grothus vorbei geschickt zu werden. Das ist sicher einmalig in der Geschichte des Versammlungsgesetzes.
Statement von Antje Grothus
#SolimitAntje

14. Oktober

16:30 Alle Menschen wurden abgeholt und zum Camp gefahren
14:07 Die Menschen wurden von den Bullen aus dem Tagebau raus und nach Niederzier gebracht. Es wurden Fotos gemacht und Fingerabdrücke genommen
12:45 Aktivisti werden von den Bullen weggetragen
12:25 Die Bullen nehmen Menschen mit zu ihren Autos für ein Foto
10:58 Ein Bus von RWE/den Bullen trifft ein
10:45 Cops schon seit ner halben Stunde da, aber bisher keine Ansage.
09:30 Mitarbeiter der RWE_AG klaut eine Banner der Aktivistis
09:08 20 Menschen im secu kessel, andere verlassen unbehelligt die Grube.
08:43 Bagger steht jetzt still
08:25 Ca. 30 Menschen auf Menschen im Tagebau auf dem Weg zum Bagger

8.Oktober

9:00 Nächste nette Nachricht: Keine Wiesen-Räumung heute. Kurt Claßen (Besitzer der Wiese vor dem Hambacher Forst) wird sich morgen zu Wort melden.
8:00 Polizei scheint Ernst zu machen: Beim Aufstehen keine Wannen zu sehen. Krass wie schnell mensch sich an ständige Repression „gewöhnen“ kann… Wieso war dieser Einsatz nochmal nötig?

7. Oktober

nachts: W eiterhin gibt es Übernachtungsplätze im Wald. Ob Plattformen oder Hängematten, noch stehen die Bäume. Also kommt vorbei!
17:00 Aktivisti, die unter dem Schaufelrad eines Baggers an der Abrisskante übernachtet hatten, verlassen unbehelligt das RWE-Gelände. Nach mehr als 27 Stunden!
16:30 Menschen klettern auf Bäume und befreien die von RWE zugeklebten Fledermaushöhlen.
16:00 Bagger im Tagebauvorfeld immer noch blockiert!
16:00 Reul kündigt an, dass Polizei am Montag (morgen) komplett aus dem „Gefahrengebiet“ abzieht. Was für ein komplett unnötiger Einsatz!
16:00 Tatortbegehung einer größeren Gruppe nördlich hinterm SecuPunkt am Hambacher Forst. Hier sind Reste unserer Baumhäuser!
15:00 Orchester „Lebenslaute“ spielt ein zweites Mal heute. Dieses Mal in der zerstörten Baumhaussiedlung Oaktown.
15:00 Währenddessen in Köln: RabAZ Demo läuft!
14:00 Großteil der Waldspaziergänger*innen frei im Wald rumlaufend und neue Besetzungen und Blockaden unterstützend.
12:30 Waldspaziergang läuft los! Ohne Problem in den Wald rein!
11:50 Leider mussten wir wegen der Polizei umkehren. Das Baumhaus aus #Pödelwitz kommt heute trotzdem in den #HambacherForst! So leicht lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir sehen uns auf dem Waldspaziergang.
11:50 Die Lebenslaute Hambachbahn Blockade ist geräumt. Menschen werden kontrolliert und Platzverweise werden erteilt. Polizei scheint immer noch aktiv zu sein.
11:00 Orchester „Lebenslaute“ legt die Hambachbahn lahm und singt lautstark während muntere Waldspaziergänger*innen mit der S-Bahn eintröpfeln.
morgens: Viele Menschen haben ein neues (temporäres) Zuhause im Hambacher Forst gefunden und werden von Nieselregen nun aufgeweckt.
10:42 Wir stehen auf Solidarität! Kletteraktion am Neumarkt in Köln zum @RheinEnergie-Marathon. Rheinenergie gehört zu 20 Prozent RWE, bezieht über ein Drittel ihres Stroms aus dreckiger Braunkohle und betreibt das Kohlekraftwerk Merkenich in Köln.

6. Oktober

Noch mehr zu den Aktionen von Ende Gelände & von Aktion Unterholz hier!

Unvollständige Zusammenfassung der Situation im & am Wald:
Totholzbarrikaden wieder auf (allen) Wegen und Schneisen!
Unglaublich viele Menschen im Wald
Neue Besetzungen tatkräftig am Weiterbauen und gemütlich Einrichten
Ende Gelände Hängemattenaktion entspannt erfolgreich verlaufen
Viele Menschen haben im Wald geschlafen
Mahnwache (neben Bühne/Kundgebung) hat den Tag überlebt und wurde nicht überrannt
Auch im HambiCamp in Manheim unglaublich viele Camper, Zelte, Menschen…
Menschenstrom reißt einfach nicht ab. Manche laufen 8km, um zur Kundgebung zu kommen – what the fuck?!
es gibt nice Getränke im Backstagebereich;)
Leichte Überforderung angesichts der Menschenmassen bei manchen Aktivisti
Krasse, krasse Solidarität! Danke euch! Wow! Was für ein starkes Zeichen!

14:03 Meldung auf twitter: 50.000! Menschen auf der Demo am und im Wald!
14:00 Demo #hambibleibt ab Richardplatz Köln.
12:02 Die Polizei hat die Ausfahrt nach Merzenich abgesperrt um „Rückstau auf der Autobahn“ zu vermeiden und verursacht ihn dadurch. Jetzt wird freigemacht Bild
10:04 Durchsage am Kölner Hbf, Reisende mit Ziel Buir mögen bitte auch die RE-Züge nutzen. Von Horrem sei ein Bus-Shuttle-Service nach Buir eingerichtet.
10:00 477 von der A4 kommend komplett gesperrt. Polizei lässt am Kreisverkehr niemanden Richtung buir bzw. Manheim fahren. #hambibleibt #hambacherforst
09:35 Polizei versucht Menschen an der Einfahrt nach Buir zu hindern. Sie sollen ihr Auto abstellen und dann laufen, so etwa 10km…

5. Oktober

13:33 neues Tripod im Osten wird geräumt, Aktivisti in Handschellen. Menschen von Ostseite an Betreten des Waldes gehindert, Westseite ohne Polizei. Aktiv. richtung securoad abgeführt. Presse da hin!
11:30 Trotz Rodungsstopp erklärt RWE den Osten des Waldes zum Werksgelände und arbeitet an Absperrungen.
11:10 Neben einem neu errichteten Schutzwall vorgeht der RWE-Werksschutz aggressiv gegen eine Demonstration .
11:00 Das Oberverwaltungsgericht Münster hat Rodungen im Hambacher Forst vorerst untersagt! Pressemitteilung OVG

4.Oktober

19:00 Die Polizei hat ihr Aufgebot am Abend verstärkt. Auf der Secustraße ca. 30 Wannen, ein heller Flutlichtscheinwerfer bei DeathPop. Verstärkte Personen- und Taschenkontrollen zwischen Mahnwache und Wald, ein Räumpanzer wurde gesichtet und es gibt unbestätigte Berichte über Festnahmen. Auch bei Morschenich soll verstärkt Polizei unterwegs sein.

3. Oktober
Pressemitteilung 03.10.2018

2. Oktober

20:20 Die letzte Person bei BlackSocks wurde wahrscheinlich vom Baum geholt
17:02 Nur noch eine Handvoll cops bei BlackSocks
16:15 Bei BlackSocks sind alle Plattformen zerstört, noch mind. 1 Mensch in Baumkrone. Ghost-Town ist komplett geräumt. Fenrir & QualityLand Bodenstrukturen geräumt. Dort laufen auch noch Räumungen von Menschen auf Bäumen.
12:27 Polizei schüttet bei Fenrir wieder Wasser aus
12:05 Ein Schaufellader rückt an und die Umgebung wird mit Absperrband umklebt
11:57 Die Räumung bei Fenrir hat gerade begonnen.
11:45 Cops stürmen über die Barrikaden in Fenrir 2.0. und umstellen Aktivistis im inneren des Kreises.

Gehe zu den Tagen davor: 25. Sept. – 1. Okt.

Erlebnisbericht und Gedanken zur Räumung des Tripod bei der Kraftwerksblockade Niederaussem vom 15.09.2018

[Gefunden auf Indymedia: https://de.indymedia.org/node/24690]

Das tödliche Ereignis im Hambacher Forst am 19.09.2018 hat mich zu meiner bereits bestehenden Traurigkeit und dem reiz überfluteten Nervenkostüm der letzten Tage noch zusätzlich schockiert und beinahe eingefroren. Um dem Einfrieren zu begegnen, versuchte ich mit folgendem Ausschnitt aus meinem Gedächtnisprotokoll meine Erlebnisse zu verarbeiten, das Glück welches ich hatte zu begreifen und diese Erfahrungen zu Teilen. Ich selbst bin nur wenige Tage zuvor in eine lebensbedrohliche Situation gebracht worden. Und zwar durch Polizeibeamte und RWE-Mitarbeitende Hand-in-Hand. Weiter lesen!

Presseerklärung 27.09.18

LORIEN WEITERHIN WIDERSTÄNDIG, REUL WEITERHIN WIDERLICH

Ein weiterer Tag in dieser zähen, wochenlang andauernden Räumung durch Polizei und Staatsapparat für die Profite von RWE und der Kohlelobby ist vorbei.

Nach der Zerstörung von Oaktown, Gallien, Cozytown, Beechtown und Kleingartenverein ist Lorien die letzte Großbesetzung, um die noch gekämpft wird. Seit Tagen versucht die Polizei dort, die Menschen aus ihren Baumhäusern zu räumen.

Aber durch die große Unterstützung von Sitzblockaden, Stehblockaden und der Präsenz von vielen Menschen vor Ort haben wir erreicht, dass fast alle Baumhäuser noch stehen. TakaTuka ist das einzige Baumhaus, von wo die Kletterpolizei heute mit Hubsteigern Menschen “gerettet” hat Weiter lesen!

Ticker 25.9 – 1.10.

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Schaut auch auf die Twitter Accounts: @HambiBleibt @EAHambi #HambacherForst #HambiBleibt
Ihr müsst dafür auch keinen eigenen Twitteraccount haben!

heutige Streams: @anettselle @imageschaden

1. Oktober

20:47 Um Ghost-Town stehen mittlerweile 4 Flutlichter und 2 Räumpanzer.
20:00 Ein parlamentarischer Beobachter ist auf dem Weg nach Ghost-Town.
18:52 Presse nach Ghost-Town bitte! Polizei lässt kein Wasser rein, Flaschen werden vor Augen der Besetzer*innen ausgeleert und in den Wald geworfen. Einsatzleiter: Wer trinken will muss erst raus hinter die Absperrung.
17:00 Der Einsatz ist beendet und die Wiese füllt sich wieder mit Menschen.
16:11 RWE richtet auf der Wiese massive Zerstörung an. Weiter lesen!

Mensch von Baum gestürzt und gestorben – Aktivistis fordern sofortigen Einsatzstopp im Hambacher Forst

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Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.

Wir sind zutiefst erschüttert. Alle unsere Gedanken und Wünsche sind bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und Menschen, die sich betroffen fühlen.

Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden.

Was jetzt nötig ist, ist ein Moment der Ruhe.

Auch wenn euch das momentan schwer fällt, genauso wie es uns schwerfällt so sachliche Hinweise zu geben: Wir empfehlen euch zum Schutz aller Aktivist*innen keine Aussagen, auch keine Zeugenaussagen bei der Polizei zu machen. Der Unfall muss und wird aufgearbeitet werden, aber die Polizei ist nicht der richtige Ort dafür. Ihr Interesse ist es, Aktivistis Schuld zuzuschieben.

Gefährlicher Ort? Von Wegen!

Seit einiger Zeit gilt der Hambacher Forst und ein beträchtlicher Teil drumherum als ‚Gefährlicher Ort‘ in welchem es der Polizei ermöglicht wird, Personalien festzustellen, Durchsuchung von Mensch und Fahrzeugen vorzunehmen und Dinge zu beschlagnahmen.

Gegen diesen ‚Gefährlichen Ort‘ als solchen ist juristisch erstmal wenig zu machen ABER gegen jede einzelne Polizeimaßnahme kann sehr wohl vorgegangen werden.

Warum sollte es gefährlich sein, wenn ich in Buir an der Tankstelle eine Packung Kaugummi kaufe?

Warum sollte ich nicht auf der Landstraße L257 zur Arbeit fahren können ohne jedesmal meinen Kofferraum öffnen zu müssen?

Warum sollte ich meine Personalien angeben wenn ich zu einer angemeldeten Mahnwache möchte?

Und warum werde ich jedem Abend bei meiner Hunde-Gassirunde nach meinem Ausweis gefragt und soll mich auch noch nach dem letzten Leckerli in meiner Tasche durchsuchen; im schlimmsten Fall abtasten lassen?

Wir sagen: Schluss mit dem ‚Gefährlichen Ort‘! Wir wissen, dass dieser völlig überzogen ist und hunderte Menschen in ihrer Freiheit einschränkt – übrigens ein realistischer Ausblick auf das, was uns allen blüht, wenn Innenminister Reul das neue Polizeigesetz durchbringt. Was wir noch nicht wissen ist, was das Gericht dazu sagt … folgen Richter*innen dieser nur auf Einschüchterung und Abschreckung ausgelegten zugrundeliegenden Gefahrenprognose der Polizei? Und wenn nicht: wie können die realen Auswirkungen maximal beschränkt werden?

Für alle Menschen die sich gegen polizeiliche Maßnahmen innerhalb des ‚Gefährlichen Ortes‘ zwischen Morschenich, Wald, Manheim und Ortsgrenzen Buir vor Gericht wehren wollen, haben wir hier eine kleine Anleitung:

  • meldet euch bitte beim EA (legalsupporthambi@nullriseup.net) oder bei RA Mertens (kanzlei@nullra-mertens.com)
  • erhaltet von uns Tipps und Kniffe für euer Schreiben ans Verwaltungsgericht
  • nehmt eure Empörung gern mit in eure Klage auf
  • überlegt euch vorher gut ob das ein Schritt für euch ist… Klagen müssen begründet werden; für Menschen die gern nichts über sich sagen wollen, vielleicht nicht das passende Mittel
  • schreibt uns auch wenn ihr Lust drauf habt zu eurer Klage mehr zu sagen und das eventuell auch öffentlich gegenüber Medienvertreter*innen.

Klagen kosten Geld (wenn ihr welches habt; mehr Tipps unter: http://vonunskriegtihrnix.blogsport.eu/) und sind auch Aufwand – wenn ihr euch zwar nicht vorstellen könnt selbst zu klagen, dann habt ihr vielleicht noch eine Münze übrig und könnt so Klage-Pat*innen werden. Meldet euch auch dann bitte beim EA.

Still not loving ‚gefährliche Orte‘

Euer Hambi EA plus Supporter*innen