Räumungsdrohung für die Wiese ab 12.06. Weitere Infos hier

Einige Erinnerungen und Gedanken: Wald, Macht & Ausschlüsse

Zwei Jahre später finde ich eine eigene Stimme, verstehe die Wichtigkeit, davon zu sprechen was passiert ist. Ich versuche Muster aufzuzeigen: Diese Machtpositionen sind in vielen Formen in der Bewegung wiederzufinden. Mit einer geschärften Wahrnehmung dafür können sie gesehen, offengelegt, kritisiert und überwunden werden.

Ich war unerfahren. 2Xjährig aus einer behütetten Familie. Als Autist*in war mir von klein auf ungesprochen verständlich gewesen, dass ich nicht zu dieser Welt passt— nein, diese Welt einfach falsch ist. Unterschiedlich Subkulturen habe ich durchwachsen, ihre Häute angenommen und wieder abgestriffen, Immer auf der Suche nach Verständniss und Verstehen, so vieles was ich jetzt benennen kann, was ich bestimmen kann, war früher nur ein unklares Sehnen gewessen. Ein Wissen aus der Tiefe meines Seins, das etwas Anderes möglich sein muss, vielleicht sogar irgendwo Realität ist, nicht nur in meiner Fantasie.

2015 kam ich das erste mal in den Wald. Noch nie hat mich ein Ort gleichzeitig so fasziniert und abgeschreckt. Ich weiß noch genau, wie mich ein Mensch in einer Septembernacht an der Autobahnabfahrt rausließ. Im Dunkeln lief ich der Karte hinterher, die ich auf ein zerknittertes Stück Papier gemalt hatte.
Die Nacht schien dunkler zu sein als sonst, ich schwamm ruhig durch sie hindurch, bis ein Klingeln mich aus dem Moment holte. Ein vermummter Mensch auf Fahrrad hielt an, bot an mich zur Wiese mitzunehmen. Ich setze mich auf den Gepäckträger, war mir unsicher, ob es ok sei, sich an der Person festzuhalten, und schwankte dann lieber etwas mehr hin und her.

Sie setzte mich auf der Wiese ab und

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Generalvollmacht für den Konzern!

„Für Hambach werden wir eine komplett neue Braunkohlenplanung machen,
damit könnte der Wald dauerhaft erhalten werden“ …

… so „kürzlich“ der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Rolf Martin Schmitz, gemäß Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, Seite 32, letzte Spalte, letzter Absatz: „Bagger kommen dem Wald näher“.

Was bedeutet das im Einzelnen?

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Aufruf einiger Waldbesetzis anlässlich der gestrigen Ankündigung RWEs im Hambi Bäume fällen zu wollen

Gefunden auf Indymedia:

RWE verkündete gestern via Pressemitteilung im gewohnt selbstsicheren Stil, Bäume, welche „durch die Trockenheit des vergangenen Sommers sowie durch Schädlingsbefall abgestorben oder unheilbar geschädigt“ seien, „zeitnah“ fällen zu wollen. Betroffen wären 9 verschiedene, nicht näher definierte, Stellen im besetzten Teil des Waldes, im Merzenicher Erbwald nähe Morschenich, in Waldstücken nahe der Hambachbahn sowie im Tagebaugelände.

Auch wenn wir nichts gegen ab und zu auf die Schienen fallende Bäume haben, werden wir uns im Folgenden auf die ökologisch wertvolleren zusammenhängenden Waldstücke im besetzten Teil des Waldes sowie im Merzenicher Erbwald beziehen.

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Tierfreie Ernährung? Klar! Aber warum?

Wie schon öfters, enthält auch dieser Beitrag eine Meinung, die nicht unbedingt von allen geteilt wird. Wie immer zeigt das, wie gerade Vielfalt Diskussionen befeuern kann.

 
Die älteren unter uns wissen es vielleicht noch: die Grünen hatten mal den Vorschlag, einmal in der Woche in öffentlichen Kantinen einen Veggietag einzurichten. Alles ganz lieb und ohne Verpflichtung. Das haben sie aber gewusst! Sie haben sich bis heute nicht von diesem Schock erholt. In dem nun folgenden Shitstorm wurde besonders der Begriff Verbotspartei sehr häufig verwendet und die Grünen sind noch unverbindlicher geworden, bis auf einige erfreuliche Ausnahmen.
Dabei gehört es doch inzwischen zum Allgemeinwissen, dass der Fleischkonsum und die Tierfutterproduktion mit die größten Umweltbelastungen verursachen.

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Gedanken einer Waldbesetzerin zur aktuellen Situation

Disclaimer: Wie schon bei meinem letzten Text handelt es sich hier um eine hoch emotional gefärbte persönliche Perspektive.

2019: Ein schneller Kohleausstieg ist beinahe gesellschaftlicher Konsens. Als Zeitpunkt wird von 2035-2038 geredet. Eine riesige Zivilgesellschaftliche Bewegung sowie NGOs und einige Parteien bezeichnet das (absolut zurecht!) als viel zu spät. Unter dem Label „Fridays for Future“ streiken zehntausende Schüler*innen gegen unverantwortliche Klimapolitik, unter dem selben Label gehen 300.000 auf die Straße. Andere Bewegungen wie „Extinction Rebellion“ schießen aus dem Boden und bringen frische Ideen in den Protest. Beim letzten „Ende Gelände“ waren etwa 5.000 Menschen dazu bereit, für die Forderung nach einem schnellen Kohleausstieg das Gesetz zu brechen (fünfmal so viele wie beim ersten mal 2015). Das ganze ist eines der am meisten diskutierten politischen Themen.

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Nach der Kohlekommission die Sintflut!?- Podiumsdiskussion am Donnerstag, 21.3.2019, 19 Uhr in Köln

„Ihr habt morgen Abend noch nichts vor und Lust auf eine wilde Diskussion über die Ergebnisse der Kohlekommission und die Zukunft unserer Bewegung für Klimagerechtigkeit?

In Köln sitzen dafür auf dem Podium „Nach der Kohlekommission die Sintflut!?“ der David von Alle Dörfer Bleiben, zwei Aktivist*innen von Fridays for Future Köln und Kathrin von Ende Gelände.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Donnerstag, 21. März, Uhrzeit: 19- 21 h Ort: Ebertplatz 23 in Köln

FB Seite: https://www.facebook.com/events/366361573950025/

Wer nicht kommen kann: Es wird einen Livestream geben unter https://youtu.be/ilaYyd6nP-Q

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Zuckerbrot und Peitsche

Gestern wurde von NRW Ministerpräsident Armin Laschet ein Moratorium für den Hambacher Wald bis Herbst 2020 verkündet. Er habe dies mit RWE besprochen, teilte er mit, und dies sei unabhängig vom Gerichtsurteil kommenden März ( BUND klagt, ob der Hambi ein Natura 2000 Gebiet ist). Per se ist dies eine gute Nachricht.

Gleichzeitig kam die Aufforderung an die Aktivisti im Wald, diesen jetzt endlich mal zu verlassen, in Ruhe zu lassen, damit sich die Bäume erholen können, und den Konflikt zu befrieden. Und aufeinander zugehen, weil RWE sich ja eigentständig dazu entschieden hat vorerst nicht zu roden.

Erholen wovon nochmal? Achja den größten Polizeieinsatz NRWs, der von Armin Laschet und Herbert Reul durchgeboxt wurde. Den Konflikt zu befrieden, während RWE jeden Tag in den grubennahen Dörfern weiter Fakten schafft. Wie geht das?

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Gedanken einer Einzelperson zur Umsiedlung des Ortes Mühlrose im Tagebau Nochten/ Lausitz

Ein paar Worte zu der Debatte um Mühlrose/Miłoraz, die von Unkenntnis der Situation vor Ort geprägt ist. Von einem, der vor Jahren mit LAUtonomia dort war.

Wer Miłoraz (so heißt Mühlrose auf sorbisch) kennt, weiß, dass die deutliche Mehrheit dort weg will. Aus guten Gründen.
Der Tagebau Nochten begann auf der einen Seite des Dorfes, bewegte sich ein Stück weg und kommt jetzt auf der anderen Seite wieder.

Nicht mehr lang, und das Dorf ist nicht nur von drei Seiten von Tagebau umgeben, die vorletzte Zufahrt wird in ca. 2 Jahren im Tagebauvorfeld liegen, sie liegt im bereits genehmigten Teil. Einige Menschen in Mühlrose leben in der ständigen Angst, eine Böschung könnte abrutschen und Häuser mitreißen. Diejenigen, die deshalb wegwollen, sollen gefälligst die Umsiedlung von der LEAG bezahlt bekommen. Eine bergrechtliche Genehmigung für das Feld unter Miłoraz ist noch nicht in Sicht. Bis dahin sind Zwangsumsiedlungen nicht möglich.

In Miłoraz müssen wir dringend trennen zwischen der freiwilligen, durch die LEAG organisierten und finanzierten Umsiedlung einerseits und Zwangsumsiedlung und Abbaggerung andererseits. Ersteres ist für viele dort wichtig, letzteres ist auch dort scheiße.

Der ideale Zeitpunkt, den Tagebau Nochten stillzulegen ist kurz nachdem die Umsiedlungsvertäge für die, die umsiedeln wollen, unterschrieben sind.
Es kann also nicht gegen die Umsiedlung an sich gehen, sondern nur gegen den Druck, den die LEAG wahrscheinlich auf diejenigen ausüben wird, die bleiben wollen.

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Rechtsfreier Raum???

„Besetzung des Hambacher Forst: Rechtsfreier Raum??? Mitnichten!!! – Tagebau Hambach: Rechtsfreier Raum!!!- Innenministerium: Rechtsfreier Raum!!! – Staatskanzlei: Rechtsfreier Raum!!!

30.01.2019

Sehr geehrter Herr Innenminister Reul,

Auszug aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom heutigen Tage, Wirtschaft, Seite 11, Zitat Ihrer „Rede an die Nation“:

Die Waldbesetzer müssten jetzt Farbe bekennen: „Geht es ihnen wirklich um die Natur oder schlicht um Krawall?“ Und weiter: „Die Polizei werde dafür sorgen, dass im Hambacher Forst keine rechtsfreien Räume entstehen“.

Schon mit der Fragestellung: Natur oder Krawall, sollen die hehren Ziele der Aktivisten nach „Volksverführer-Manier“ in Misskredit gebracht und „propagandamäßig“ Stimmung gegen die gemacht werden, die für den Erhalt und die Wiederherstellung des Hambacher Forstes und der verfassungsmäßigen Ordnung in NRW eintreten

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Wenn ihr schon ein Datum für den Kohleausstieg wollt: – Jetzt!

Meinungen und Gedanken einer Gruppe im Wald lebender Menschen zu dem bevorstehenden Ende der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung

auch bekannt als Kohlekommission. Diese Bezeichnung wird viel in der Öffentlichkeit genutzt um eine fälschliche Darstellung zu erzielen. Der Kohleausstieg ist nur ein Punkt unter vielen, welcher auch nur unter Berücksichtigung der „wirtschaftlichen Begleitmassnahmen“ diskutiert wird.
Unter anderem beschäftigt sich die Komission mit dem Einhalten der Klimaschutzziele und den CO2-Emissionen. Für uns ist es ein Rätsel, in wiefern Emissionen reduziert werden sollen, wenn doch über Wachstum diskutiert wird.
Zusätzlich gibt es dann noch den Punkt „Finanzielles“. Uns stellt sich die Frage: „Hätten wir nicht genug Geld, könnten wir dann den Klimawandel nicht aufhalten und müssten unser Leben auf der Erde aufgeben?“

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