Zusammen gegen die alte Welt! Komm in die Hambacher Forst Besetzung!

Es ist ernst, die Räumung der Hambacher Forst Besetzung rückt täglich näher.

Seit nun drei Tagen herrscht dauerhaftes Polizeiaufgebot im Wald. Die Polizei hat mittlerweile alle Zufahrtswege geräumt und hat in den Umliegenden Orten bereits schwere Maschinen bereitgestellt (Wasserwerfer, Räumpanzer, etc,…)
Doch es ist noch lange nicht vorbei! Es ist noch kein Baumgefallen und mit eurer Hilfe wird das auch so bleiben. Tag X ist noch nicht gekommen, doch die Gesamt Situation wird auf Dauer an den Kräften der Aktivist_innen zehren, deswegen ist euer Support wichtiger den je.

Jeder Mensch der zu uns kommt Empowert uns weiter zu kämpfen.
Hambacher Forst Verteidigen! Jetzt!

Verbreitet den Aufruf schreibt Freund_innen eine SMS und kommt in den Hambacher Forst.

Weitere Aktions Möglichkeiten:

Aktion Unterholz:
https://aktion-unterholz.org/

Azadi jibo daran / Freiheit für die Bäume

***Ein Brief aus der Rojava an den Hambacher Forst***

Meine lieben wilden Hambis,
noch einmal mit euch am Lagerfeuer sitzen und neue Strophen für 7 Tage lang dichten und lauthals singen. Noch einmal in den Baumkronen aufwachen, den Gurt anlegen und in die Tiefe sausen. Noch einmal sehen wie hunderte Menschen in den Wald strömen und sehen, verstehen wollen.
Noch einmal Barris bauen. Noch einmal allein durch den Wald streifen, noch einmal zu meinem heimlichen Platz zum Bogenschießen gehen, noch eine Aktion, noch einmal mit euch kämpfen.
Stattdessen bin ich weit weg. Statt mit meinem kleinen Minimerlin, meinem Hambi-Stoffhund, im Arm aufzuwachen, ist es das kalte Metall der Kalaschnikow. Statt mit dem Konzert der Vögel, des Mittelspechts und der Meisen, des Eichelhähers und der Waldtauben aufzuwachen, ist es das Dröhnen der türkischen Bomben. Eigentlich Bomben, die aus dem Westen kommen. Unsere Bomben.
Ich hab den einzigen Ort, an dem ich je glücklich war, verlassen. Ein Ort, an dem ich ich sein konnte, ohne dafür verurteilt zu werden, an dem ich Menschen hatten, die ebenso unter der Farce des kapitalistischen Freiheitsbegriffs gelitten haben und etwas anderes wollten aber nicht wussten, wie es zu erreichen ist. Und euch habe ich deshalb, für das egoistische Ziel, endlich wirksam gegen die Ohnmacht ankämpfen zu können, im Stich gelassen. Ausgerechnet in dem Jahr, indem sich alles entscheidet. Weiter lesen!

Gedanken einer Einzelperson zum aktuellen Vorgehen der Polizei im Hambacher Forst

Folgender Kommentar erreichte uns:

„Im Vorfeld der Barrikadenräumung vom 22. Januar 2018 gab es, auf Betreiben der Polizei Aachen, Gespräche mit Bürgis, bei denen auch Aktivistis dabei waren. Hinweise, dass es keinerlei Wegeräumungspflicht für Waldbesitzer*innen gebe, wurden ignoriert. Szenarien von großangelegten Strafrodungen im Falle auch nur geringster „Ausschreitungen“ beim kommenden Polizeieinsatz wurden an die Wand gemalt. Obwohl es dann von Seiten der Aktivist*innen absolut friedlich verlief, wurden 9 Menschen für Wochen, teils Monate weggesperrt. Ein strafverschärfendes, während der Räumung angeblich in einer Manteltasche vorhandenes Messer (wer trägt schon ein langes, feststehendes Brotmesser in der Manteltasche mit sich, schon gar während einer Räumung, und wenn die Hände die ganze Zeit im Lock On sind?) konnte nicht ansatzweise nachgewiesen werden. Der einzige Polizeizeuge, der den Messerfund protokolliert hatte, hatte es nie selbst gesehen. Er konnte sich nicht mal daran erinnern, ob die Stimme, die per Funk diesen Messerfund durchgegeben hatte, männlich oder weiblich klang. Die Tatsache, dass Staatsanwalt Schützeberg am ersten Prozesstag (als dieser Zeuge nicht geladen gewesen war, es ist mittlerweile klar, warum) noch behauptet hatte, jeder der anwesenden Polizeizeugen hätte „das Messer auch gefunden“, vertieft die Zweifel an dieser Art der Prozessführung.

Am 19. März kam es zu einer erneuten Barrikadenräumung . Menschen, die den Blog lesen, konnten diesem weit im Vorfeld entnehmen, dass zu dem Datum eine Antispezieszismuswoche im Wald stattfand, was auf zahlreiche Gäste schließen ließ. Dass die Räumung trotzdem an diesem Datum stattfand, lässt vermuten, dass das Datum bewusst gewählt wurde, um möglichst viel Widerstand zu erhalten und pressewirksam möglichst viele „Straftäter“ mitzunehmen. „Geht mal und bringt möglichst viele mit, mit so hohen Beschuldigungen wie möglich. Wir schauen dann, dass wir sie so lange wie möglich drinnen behalten“ scheint die Vorgabe von oben gewesen zu sein. Es gab vier Verhaftungen. So sitzt nun eine Person, die zufällig anwesend war, nun schon im vierten Monat im Knast, unter fadenscheinigen Vorwürfen.

Am 21. März, im dritten Anlauf, gelang es den vereinten Kräften von Polizei und RWE endlich, den Tripod am Jesuspoint zu räumen. Die Aktion wurde nur vereinzelt von Aktivistis beobachtet. Am Montag knallhartes Durchgreifen bei viel Anwesenheit, am Mittwoch dann nur noch vereinzeltes Auftauchen von Aktivistis – dies sah der Polizeipräsident als Erfolg seiner Abschreckungsstrategie an. Wer den Blog liest, weiß, dass zwischen den beiden Räumungstagen der Abreisetag der Teilnehmer*innen der Antispeziezismuswoche lag. Es waren also einfach deutlich weniger Menschen im Wald, die keinen Bock hatten, die Räumungsaktion zu bespaßen. Mit einem Erfolg der Polizeistrategie hatte dies nichts zu tun.

Am Donnerstag nun gab es einen weiteren Großeinsatz. Barrikadenräumung und „Mülleinsammeln“ . Eine halbe Hundertschaft inklusive Polizeipräsident betrat die Wiese ohne Durchsuchungsbefehl. In Gallien wurden zahlreiche Wohn- und Versammlungsgebäude zerstört. Anwesende Aktivitis ließen sich nicht provozieren. So kam es nur zu einer vorläufigen Festnahme zur Personalienfeststellung (wie berichtet). Politik, RWE und Polizei scheinen austesten zu wollen, was im Hambi so geht. Schaut ihnen auf die Finger und kommt rum!“

*„Connecting the movements – Warum die Klimakrise mehr als ein Öko-Thema ist“*

Welche Perspektiven teilen Klimaaktivist*innen und Antifaschist*innen?
Was haben Rassismus und Geschlechterverhältnisse mit Ressourcennutzung zu tun? In diesem Sommer möchten wir uns mit verschiedenen Veranstaltungen auf die Suche nach Antworten machen und dabei herausstellen, dass die Klimakrise mehr als ein Öko-Thema ist. Das betrifft den Umgang mit der AfD, Kämpfe russischer und kolumbianischer Kohlegegner*innen und unsere imperiale Lebensweise. Neben dieser Problemanalyse wollen wir auch nach vorne schauen und fragen was wir von dem gesellschaftlichen Experiment in Rojava lernen können. Weiter lesen!

Eine kurze Geschichte des Bürgewaldes

Karte des Bürgewaldes von 1902


Bevor RWE mit der Zestörung des Waldes begann, hieß dieser noch Bürgewald. Die Umbennung in Hambacher Forst diente auch dazu, die lange Geschichte des Waldes zu verschleiern und seine Bedeutung als einen der ältesten Wälder Deutschlands zu verstecken. Hier folgt ein grober Abriss der Geschichte des Bürgewaldes:

Vor 12.000 Jahren ging in Mitteleuropa die letzte Eiszeit zurück. Langsam ergrünte Mittel- und Westeuropa und wurde in den folgenden Jahrhunderten von einem dichten Buchenwald bewachsen. Nur an wenigen Stellen entwickelten sich andere Ökosysteme: z.B. in Mooren, an den Küsten, in alpinen Bereichen etc. Und nur an wenigen Stellen gab es andere Waldformen als den Buchenwald. Einer dieser Orte war der Bürgewald, wo sich ein Eichen/Hainbuchenwald entwickelte. Viele Tausende Jahre folgten und der Wald wuchs und gedieh. Menschen gab es in der Region die längste Zeit nur wenige: Eigentlich ist es hier ja auch zu kalt und matschig…
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Der unseren Planeten zerstörenden Profit von RWE und der „Kohleausstieg“-Betrug gehen weiter


Letzte Woche fand die jährliche RWE-Aktionärsversammlung statt, mit zahlreichen Protestaktionen innerhalb der Veranstaltung, außerhalb des Kongresszentrums und im Zentrum von Essen. Zahlreiche Aktivistengruppen kamen aus ganz Deutschland, Europa und weit entfernten Orten wie Kolumbien und Sibirien zusammen, wo RWEs Blutkohle mit Tausenden von Todesopfern gefördert wird (mehr als 5.000 Tote allein in Kolumbien durch Paramilitärs, die von den RWE-Vertragspartnern Prodeco und Anadarco offen bezahlt werden)
Mehrere Menschen einer Straßenaktionsgruppe wurden vor dem Kongresszentrum verhaftet und später wieder freigelassen. Zahlreiche Aktivisten verteilten und zeigten innerhalb der Versammlung große rote Karten für RWE. Es gab auch eine RWE-kritische Diskussion vor dem Essener Rathaus. Weiter lesen!