Räumungsdrohung für die Wiese ab 12.06. Weitere Infos hier

Ein paar Gedanken von Luna zu Schuhen, aufstehen und Respekt

Da ich ja heute nicht anwesend bin und mir entsprechend auch die Chance auf ein letztes Wort fehlt, formuliere ich hier ein paar (nicht ganz nüchterne) Gedanken zu dem Tripod-Prozess und der Ordnungshaft wegen „fehlenden Respektes“.

Während der Skandalverhandlung vom 13.06. war ich die einzige auf der Anklage/Verteidigungs-Bank, die von Beginn aus Schuhe trug. Ich frage mich jetzt, warum eigentlich? Warum trage ich bei strahlendem Sonnenschein Schuhe? Naja, vermutlich zwei Gründe. Erstens finde ich heißen Asphalt im Sommer tatsächlich nicht sonderlich angenehm. Und zweitens vermutlich Eitelkeit. Ich meine, wenn ich mich für den Prozess schon komplett schwarz anziehe gehören irgendwie auch schwarze Schuhe dazu. Vielleicht ist Eitelkeit eine Schwäche von mir. Aber fehlender Respekt ist es sicher nicht.

Was für eine absurde Umkehrung des Wortes „Respekt“ ist es denn, wenn ich anderen meine Vorstellung aufzwinge, wie sie sich anzuziehen habe? Und in welcher Welt ist es respektlos wenn ich mich so anziehe wie ich es halt Wetter-angemessen tue? Nochmal zur Erinnerung: Wir haben weder dem Gericht, noch unseren eigenen Leuten (mir zum Beispiel) aufgezwungen Schuhe auszuziehen. Wir wären zufriedem damit gewesen wenn jede*r anzieht worin sie*er sich wohlfühlt. Und wenn es eine alberne Robe ist. Das bedeutet Respekt. Die Andersartigkeit und den individuellen Ausdruck von Menschen zu respektieren. Nicht allen anderen meine Kleiderordnung aufzuzwängen. Menschen einzusperren, weil sie keine Schuhe tragen und das „respektslos“ wäre, ist eine krasse Umdeutung dieses Wortes.

Und dann war da die andere angebliche Form der Respektlosigkeit, das fehlende Aufstehen, dass mich für ein paar Tage in den Knast gebracht hat. Moment mal, es soll Respekt sein wenn ein Mensch sich erhebt wenn ein anderer den Raum betritt, das andersrum aber nicht passiert? Das klingt für mich nicht nach Respekt, Respekt ist für mich etwas gegenseitiges. Ja, ich versuche erstmal jeden Menschen zu respektieren, dem ich begegne. Als Mensch. Nicht als Autorität. Auch Richter Vogt war für mich erstmal ein Mensch, der vielleicht einer Tätigkeit nachgeht die ich ablehne, aber der trotzdem erstmal den Respekt verdient, den jeder Mensch in meinen Augen verdient. Aber wie gesagt, Respekt gegenüber Menschen äußert sich für mich darin, dass ich sie so höflich behandel wie sie mich behandeln, nicht durch asymmetrische Ehrerbietung.

Herr Vogt, wissen sie was wirklich respektlos ist und womit sie sich jeden Respekt meinerseits verspielt haben? Es ist respektlos Menschen dafür gewalttätig anzugehen, was für Kleidung sie tragen. Es ist respektlos, Menschen für ihre politische Überzeugung oder ihren Kleidungsstil einzusperren. Und es ist besonders respektlos, dafür eine Frau in einen Männerknast zu stecken, um sie sexueller Gewalt auszusetzen und damit zu bestrafen. Eine Strafe, die ihr toller „Rechtsstaat“ vorsieht, ist das übrigens auch nicht.

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Warum wir nicht zum Hauptverhandlungstermin am 27.06. erscheinen werden – ein Statement von Luna und B-Mike

In den zwei Verhandlungstagen der ersten Instanz sowie den bisherigen beiden der Berufung haben wir viele Absurditäten in dem Prozess zu einer Blockade der Hambachbahn 2017 erlebt und auf Twitter unter #TripodProzess live darüber berichtet. Unter den Aspekten der Unterhaltung und der Berichterstattung ist es eigentlich sehr schade, dass wir als Angeklagte am nächsten Verhandlungstag nicht erscheinen werden. Aber es gibt gerade schlicht und einfach wichtigeres, ihr könnt euch vielleicht denken was? Natürlich das Fusion Festival.

Bei einigen Menschen wird das jetzt vielleicht Unverständnis erzeugen. Deshalb jetzt eine kurze Erklärung, warum wir lieber an einem Festival als an einem Prozess gegen uns teilnehmen: Wir sind in dem Prozess gegangen, mit dem Vorsatz, mehr Spaß als die Gegenseite zu haben (denn unserer festen Überzeugung nach ist das der für uns einzige Weg an der Repression nicht kaputt zu gehen und weiter widerständig und politisch aktiv zu bleiben) und bisher ist uns das, trotz massiver Gewalt von Seiten von Justiz und Polizei, Rechtsbeugung, Ordnungshaft und einem möchtegern-faschistischen Richter gut gelungen. Doch noch viel wichtiger ist es, uns von der Justiz nicht den restlichen Spaß im Leben verderben zu lassen. Deshalb entscheiden wir uns, wenn wir die Wahl zwischen der Teilnahme an einem Gerichtsprozess gegen uns oder einem tollen Festival haben, natürlich für das Festival. Genauso wie wir uns immer für schon geplante Zeit mit Familie und Freund*innen und gegen vom Staat verordnete Termine entscheiden werden. Denn wenn wir uns vom Staat die wichtigen Dinge des Lebens, zum Beispiel feiern oder Zeit mit geliebten Menschen, abhalten lassen, dann haben wir schon verloren. Außerdem ist unsere Abwesenheit zugunsten eines Festivals ein weiterer Weg diesem Justizsystem unsere Verachtung auszudrücken.

Unsere Verteidiger sind zum Glück keine sonderlich Festival und Party-affinen Menschen und haben unser vollstes Vertrauen, uns bestmöglichst zu vertreten. Ach ja, das Netz bricht auf so großen Festivals regelmäßig zusammen, kann gut sein, dass wir erst danach erfahren, wie das ganze eigentlich ausging.

Unseren Verteidigern sowie allen die das Verfahren solidarisch begleiten wünschen wir viel Spaß dabei.

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Baggerblockade- schon wieder?

Der folgende Text wurde am 24.06. auf de.indymedia.org gefunden https://de.indymedia.org/node/34099

english version below

Seit heute morgen blockieren wir, eine autonome anarchistische Kleingruppe, einen Abraumbagger am Tagebau Hambach ca. 100 m vor den Bäumen.
Jede Sekunde baggert RWE die Erde, auf der wir alle Leben, unwiederruflich weg, tötet fruchtbaren Boden und hinterlässt ein großes Loch der Leere.
Die Kohlekomission wünscht den Erhalt des Waldes, der Braunkohleausstieg ist beschlossen und angeblich sei der Wald gerettet.
Doch wer soll hier verarscht werden? Immer weiter schaufeln sich die Maschienen voran!

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Eine Einschätzung zum Wiesencamp, das irgendwer eventuell irgendwann räumen will

Dies ist die Einschätzung einer Einzelperson und spiegelt nicht unbedingt die Meinung anderer wieder.

„Ich bin mir nicht sicher, ob euch vielen Unterstützer*Innen und Sympathisant*Innen klar ist, welche Rolle die „Meadow“ für den Hambacher Wald und für die Besetzung spielt. Daher schreibe ich euch hier meine persönliche Einschätzung, einfach weil es mir grade am Herzen liegt:

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Knasttagebuch Jazzy: Teil A und B

Dieser Bericht wurde zuerst bei ABC Rhineland veröffentlicht.

Teil A: Gesa und Ankunft in der JVA

Samstag, 15. September 2018

gesendet am 25.September
Ich werde zu einem Gefangenensammeltransporter getragen und bekomme eine der Zellen zugewiesen. Einige Minuten später werde ich noch einmal heraus gebeten und muss mich einmal komplett entkleiden. Ich darf mich wieder anziehen und zurück auf Zelle im Gefangenensammeltransporter.

Wir fahren los. Ich habe ein winzig kleines Fenster zu meiner Linken und sehe leider nur die Grube.

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Luna & B-Mike in Ordnungshaft

Folgender Text wurde bei ABC Rhineland veröffentlicht:

Nachdem das Gericht mit dem prozessualen Verhalten im #TripodProzess am heutigen Donnerstag, 13. Juni 2019, vor dem LG Aachen nicht einverstanden war, sitzen die beiden Angeklagten nun in Ordnungshaft.

Luna wurde in den Männerknast JVA Aachen, B-Mike in die Frauenabteilung der JVA Köln-Ossendorf gebracht. Es werden also wieder trans* Menschen in die jeweils binär-konträren Knäste gesteckt, nur um sie durch misgendern noch mehr zu unterdrücken als es Knäste eh schon tun. Zumindest von Luna wissen wir, dass sie auch in kompletter Isolationshaft sitzt (Einzelzelle und Hofgang alleine). Was sie mit B-Mike anstellen ist derzeit noch unklar, da bisher sogar den Laienverteidiger*innen der Kontakt verweigert wird.

Die Ordnungshaft ist auf 4 Tage angesetzt, spätestens Montag (17. Juni 2019) Nachmittag steht die Entlassung an. Beide freuen sich über freundliche Gesichter, die sie vor dem Knast empfangen.

Schreibt Briefe und zeigt eure Solidarität! Die LaienverteiDIGIs versuchen, morgen (Freitag) zu besuchen und Grüße auszurichten. Schickt eure Grüße gerne bis heute Nacht/morgen früh an uns, dann leiten wir sie weiter, so dass die DIGIs sie morgen mitnehmen können. Oder schickt sie einfach direkt an die Adressen im Kasten. Am Montag werden die DIGIs noch einmal eure Post in den Knast bringen, schickt uns gerne auch dafür Post an: abc-rhineland@nullriseup.net

misgendern = Geschlechts-Falschzuweisungen (in oben zitierter Situation durch die bewusst konsequente Verwendung des falschen Personalpronomens)

Wir möchten diesem Text hinzufügen, dass sich der dafür verantwortliche transphobe Richter Vogt unter der Faxnummer 0241942581206 sicher über eure Meinung dazu freut. Die Faxnummern der JVAs sind dann diese: JVA Aachen 02419173273, JVA Köln 02215973446

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Aus der Gegend, gefunden auf Indymedia

Polizei-Hundeschule angezündet

Fight the police, fight the speciesist system!

Am 5. Juni haben wir, als Mitglieder der Aninmal Liberation Front, eine Trainingsschule für Polizeihunde in Brand gesteckt.

Wir sehen die Legitimation dieser Tat darin, dass die Polizei, eine in sich klassistische, sexistische und rassistische Institution, kein Recht hat, jegliche Tiere zu Waffen der Unterdrückung zu machen und einzusetzen.

Lasst uns nicht vergessen, dass die Polizei dem Kapitalismus dient und somit ein Feind im Kampf um die Befreiung von Mensch&Tier ist.

Mit dieser Aktion wollen wir deutlich machen; dass wir wachsen und uns verbreiten; nicht nur in der Zahl, sondern in Strategien; dass wir die Wurzel(n) der Probleme angreifen, anstatt uns auf Symptome zu konzentrieren; und dass wir die Komplizenschaft von Polizei und Tierausbeutungsindustrie nicht akzeptieren.

Jedes Mal, das die Polizei eine*n von uns verhaftet (sei es für’s Scheibeneinschmeißen oder McDonald’s-Randalieren), arbeitet sie mit der Tierausbeutungsindustrie zusammen und greift uns alle an. Es wird Zeit, dass das aufhört.

Wir wollen diese Aktion als „Wut Feierlichkeit“ zum 11. Juni, dem „International day of solidarity with long term anarchist prisoners“ zelebrieren und Grüße senden, vorallem an Matthias, seit über 6 Monaten in Gefangenschaft in der Schweiz sitzt und auf ein Verfahren wegen dem Einschmeißen von Scheiben einer Metzgerei wartet.

Für eine Welt ohne Unterdrückung, ohne Kapitalismus und ohne Polizei; lasst uns eine Revolution entfachen!

Wir wollen nicht vergessen, unsere McDonald’s-randalierenden Freund*innen zu erwähnen, möge das zerbrochene Glas uns Freiheit bringen!

Feuer den Knästen, Feuer der Polizei, Feuer McDonald’s, Feuer dem speziesistischen System!

Animal Liberation Front.

https://de.indymedia.org/node/33567

 

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Tagebau Hambach und Wiese: Aktueller Stand der Sache!

„Am Montag, den 27.05.2019, hatte der Wiesenbesitzer Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des OLG NRW eingelegt, mit dem der Antrag auf Zulassung der Berufung gegen den 3. Rahmenbetriebsplan Hambach abgelehnt worden war. Bereits am Dienstag, den 04.06.2019, hat das „Allgemeine Register“ des BVerfG die Verfassungsbeschwerde dem ersten Senat des BVerfG zur Entscheidung vorgelegt. Ein kurzer Hinweis dazu findet sich auf meiner Homepage www.classen1.de unter „Für NRW, gegen NRWE!“.

Was das zu bedeuten hat, ist mir völlig unklar, möglicherweise soll „kurzer Prozess“ gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, dem VG Aachen zusammen mit einem neu beigezogenen Anwalt so viel Widerstand wie möglich entgegen zu setzen, damit nicht auch noch kurzfristig die Räumung der Wiese verfügt wird; die diesbezügliche Ordnungsverfügung „Des Systems“, vertreten durch das Bauamt des Kreises Düren, hat keine aufschiebende Wirkung und ist grundsätzlich sofort vollziehbar.“

  • Zugeschickt von Kurt Claßen
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