PM: Protest in Münster-Kinderhaus: Baumpflanzungen im Zimmermannschen Wäldchen

Folgende Pressemitteilung wurde uns zugeschickt:

Überall beobachten wir das gleiche: Lippenbekenntnisse für Klimaschutz und Artenvielfalt auf der einen Seite gehen Hand in Hand mit umweltzerstörendem Handeln. So auch in Münster Kinderhaus, wo Stroetmann plant, ein Wäldchen abzuholzen, um dort einen Edeka zu errichten. Auf einer Teilkahlschlagsfläche haben Anwohner*innen aus der Umgebung nun ein Zeichen gesetzt und zahlreiche neue Bäume gepflanzt.

Die in der PM beschriebene Pflanzaktion. Man sieht auf einer Waldlichtung frisch gepflanzte Bäumchen, zwei Schubkarren, Werkzeug, am rechten Bildrand sind zwei Menschen mit Baum pflanzen beschäftigt.
Die Pflanzaktion

„Wir haben dutzende Eichen und Buchen auf die Rodungsfläche im Zimmermannschen Wäldchen gepflanzt, um ein Zeichen für den Erhalt des Zimmermannschen Wäldchens zu setzen.“ so Johannes Bruders. Der gelernte Forstwirt und Baumpfleger wohnt direkt neben dem gefährdeten Wäldchen und hat kurzerhand mit weiteren Anwohner*innen die Initiative ergriffen um der Waldzerstörung nicht tatenlos zuzusehen.

Zwei Tauben sitzen auf einem Ast, dahinter Herbstlaub
Impression aus dem Zimmermannschen Wald

Innenstädtische Wälder, große Bäume und insgesamt unversiegelte Grünflächen haben neben dem fraglos hohen Erholungswert für Menschen, die in der Nähe wohnen, einen positiven Einfluss auf das Stadtklima und die Artenvielfalt. Waldkauz, Baumläufer und Schwanzmeise haben in den Bäumen in Kinderhaus ihr Zuhause. Trotzdem hat Stroetmann vor gut einem Jahr bereits Fakten geschaffen und große Flächen innerhalb des Zimmermannschen Wäldchens abholzen lassen.

Rodungsmaschinen im Wald, unter anderem ein Holzschredder

stark ausgelichteter Wald, im Vordergrund ein Baumstumpf, dahinter Traktorspuren
Die Teilrodung

Eine Anwohnerin konfrontierte die Baumfäller damals mit ihren Befürchtungen und erhielt als Antwort, es handle sich um „Verkehrssicherungsmaßnahmen“. Das war offenkundig gelogen: Zum Einen wurden ausschließlich Bäume, die nicht an der Straße standen, gefällt, also eben jene Bäume bei denen nur marginal Verkehrssicherungspflichten bestehen. Zum Anderen erhöht das komplette Fällen großer gesunder Bäume für die verbleibenden Bäume (wegen Windanfälligkeit) die Gefahren, statt sie zu verringern. Und zum dritten spricht es Bände, dass exakt da, wo laut Zeitungsartikel Gebäude entstehen sollen nahezu alle großen Bäume gefällt wurden. Gesunde Eichen und Linden, einige davon rund 100 Jahre alt.

Es ging ganz klar bei der Teilrodung darum, Fakten zu schaffen. Das wurde damals zwar noch geleugnet, ist aber angesichts der nun auch offen benannten Baupläne doch ganz klar: Bei der Fläche handelt es sich um Wald. Um dort bauen zu dürfen, müsste dieser Wald entwidmet werden. Dem muss die Politik zustimmen und je wertloser der Wald ist, desto einfacher ist es, dafür grünes Licht zu bekommen.

Waldimpression. Link vorn ein großer Baum, dahinter eine Kinder-Zweighütte, dünnere Bäumchen im Hintergrund
Mehr Impressionen aus dem Zimmermannschen Wäldchen

Fällungen sind oft mit keinerlei Ausgleichsmaßnahmen verbunden und wenn, dann bräuchten die vorgenommenen Ersatzpflanzungen Jahrzehnte, um ansatzweise ein solches Biotop wie das zerstörte zu ersetzen. „Diese Zeit haben wir nicht. Weder der Klimawandel noch das Artensterben lassen es zu, heute zu zerstören und sich damit freizukaufen, an anderer Stelle entstünde eventuell in Jahrzehnten etwas anderes. Im Gegenteil: Wir müssten was noch besteht schützen und zusätzlich aufforsten.“ so eine weitere Anwohnerin. Laut WN-Zeitungsbericht handelt es sich beim Zimmermannschen Wäldchen sogar selbst bereits um eine Ausgleichsfläche, was die Pläne noch unverschämter erscheinen lässt und ganz grundsätzliche Fragen zu Sinn und Unsinn solcher Ausgleichspolitik aufwirft.

Waldbild. Vorn halbhohes Gebüsch, im Hintergrund eine Reihe lose stehender hoher Bäume
Mehr Impressionen

Dass nach Aussagen Stroetmanns auf dem Areal, von dem er selbst zynischerweise als „Waldbrache“ spricht, auch ein Kletterwald entstehen könnte hält Bruders für einen Marketingtrick. „Ein Klettergarten hat mit einem Wald nichts zu tun und wenn dort gebaut wird verliert das Areal seinen Waldcharakter. Bei einem Hochseilgarten von einem Kletter- „Wald“ zu sprechen ist reine PR.“ betont er. „Wenn Stroetmann an den Bebauungsplänen festhält, werden wir auch weiterhin Aktionen dagegen machen“.

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Week of Solidarity Actions – February 19-26 — Soliaktionswoche

On Tuesday, January 31st, the permits to destroy the Weelaunee Forest were approved. Organizers in Atlanta are calling on all people, wherever you are, to take action in solidarity with the movement to #StopCopCity.

 

Am 18. Januar hat die Polizei in Atlanta bei ihrer jüngsten militarisierten Razzia im Wald eine Person erschossen. Dies ist nur die jüngste in einer Reihe von gewalttätigen Vergeltungsmaßnahmen der Polizei gegen die Bewegung. Offiziell soll Cop City notwendig sein, um Atlanta ›sicher‹ zu machen, was damit gemeint ist, zeigt dieser brutale Ermordung. Am 31. Januar, wurde die Rodung des Weelaunee Forest genehmigt.

 

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Film „Vergiss Meyn Nicht“ (Lonely Oaks) auf der Berlinale (RiP Steffen Meyn)

Sonne/Steffen Meyns (RIP) Freund:innen haben aus seinem Filmmaterial den Dokumentarfilm „Vergiss Meyn Nicht“ produziert. Dieser feiert am 18.2.23 Weltpremiere auf der Berlinale. (Englischsprachiger Titel „Lonely Oaks“)

Mehr Infos:

Screenshot der erlinale-Webseite, die den Film "Vergiss Meyn Nicht" ankündigt. Oben ist ein Foto zu sehen (siehe nächstes Bild). Text darunter: "2018 starb Steffen Meyn bim Sturz aus einem Baumhaus während der Proteste im Hambacher Forst. Der Film kombiniert sein per 360°-Helmkamera gedrehtes Material mit Interviews mit Umweltschützer*innen und fragt, wie weit Aktivismus gehen darf - und muss."

https://www.berlinale.de/de/2023/programm/202305614.html

Nachricht von Steffens Eltern:
„Hallo, ihr lieben Mitmenschen!
Der Film „Vergiss Meyn Nicht“ mit Steffens kostbarem Filmmaterial wird auf der Berlinale gezeigt. Welch großartige Wertschätzung für Steffen, Fabiana, Jens, Kilian und alle Hambiretter. Wir sind tief berührt, dankbar und sehr stolz. (…)
Herzliche Grüße
Elisabeth und Horst“

 

Über den Film:

Der Filmstudent Steffen Meyn dokumentiert den Kampf der Aktivist*innen gegen die Zerstörung der Natur zwei Jahre lang mit einer 360°-Helmkamera. Dann stürzt er während einer polizeilichen Räumung vom Baum und stirbt. Steffens Freund:innen und Kommiliton:innen Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff präsentieren nun den auf diesem Filmmaterial basierenden Dokumentarfilm „Vergiss Meyn Nicht“.

Ein Polizist greift eine auf dem Boden liegende 360-Grad-Kamera, im Hintergrund sind Baumwipfel mit einem Baumhausdorf abgebildet.

Mehrere Menschen halten sich auf einer Asphaltstraße auf, diese wird durch Werkzeuge und Brandstellen sabotiert. Drum herum ist der Hambacher Wald zu sehen.

Steffen Meyn (Sonne) steht mitten im Wald und reinigt die Kameralinse mit einem Tuch, dabei schaut er konzentriert in die Kamera.

 

Termine: https://www.berlinale.de/de/2023/programm/202305614.html

Der Film wird zunächst einige Tage auf der Berlinale zu sehen sein, bevor er in einigen Monaten in Kinos gezeigt wird.

 

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Tag X im Heibo!!!!!!

Es ist soweit!

Der Heibo wird geräumt!!

Wenn ihr könnt, unterstützt die Menschen vor Ort, oder werdet aktiv, wo ihr seid.

Jede Rodungssaison sind es mehr Besetzungen, die geräumt werden.

Denn nach jeder Räumung tauchen wir woanders wieder auf. Mit neuen Erfahrungen, neuer Wut.

Sie werden uns nicht los.

Denn eine Bewegung lässt sich nicht räumen.

Nichtsdesdotrotz ist es unendlich schmerzhaft mitanzuschauen, wie das eigene Projekt den Räumungsmaschienen weicht.

Also lasst die Menschen aus dem Heibo spüren dass sie nicht alleine sind.

Last sie eure Unterstützung spüren.

Und an euch, die ihr gerade geräumt werdet oder wurdet. Die Presse, Gesasupport und co. machen. Die sich dem Ort zugehörig fühlen. Wir denken an euch.

Wir sehen uns wieder. An neuen Orten, an alt vertrauten. Wo auch immer es euch hintreibt. ihr seid bei uns willkommen.

Solidarische und bewegte Grüsse

 

 

Links zu mehr infos zu der aktuellen Räumung:

https://wald-statt-asphalt.net/heibo-bleibt/

 

 

 

 

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