Besetzung

Selbstverständnis


Jede*r Mensch hier spricht nur für sich selbst. Wir sind kein Verein oder eine Organisation, sondern ein Zusammschluß von freien Menschen.
Für uns ist klar, dass Umweltzerstörung und Herrschaft zusammenhängt. Nur in einem System, in dem einige die Macht haben, die negativen Folgen ihres Handelns auf andere abzuwälzen und den Profit für sich zu behalten, ist es für den Menschen sinnvoll, die Erde auszubeuten – weil sie*er so nicht unter den Konsequenzen leiden muss. Hätten die Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden oder die Menschen im globalen Süden, deren Heimat durch den Klimawandel überflutet oder unebewohnbar werden, ihre Zustimmung zum Braunkohleabbau geben müssen, so wäre er nie passiert. Nur weil einige ihre Profitinteressen mit Gewalt durchsetzen können, ist diese Zerstörung möglich.
Deswegen ist für uns klar, dass der Kampf um Klimagerechtigkeit gleichzeitig ein Kampf um eine herrschaftsfreie Welt jenseits von kapitalistischen Zwängen ist.
Deswegen soll auch unserer Kampf herrschaftsfrei sein. Wir haben keine Bosse und Anführer und versuchen Hierachie so weit es geht abzubauen. Wir wollen, dass der Ort, den wir uns erkämpft haben und den wir beschützen wollen, auch Raum bietet für die Emanzipation jedes*r einzelnen.

Wer sind wir?

Vor fünf Jahren haben Menschen die erste Plattform in die Bäume des Waldes gezogen, um ihn zu besetzen. Damals wie heute sind wir ein bunt zusammen gemischter Haufen. Jede*r hier hat im einzelnen andere Beweggründe, Motivationen und Aktionsvorstellungen, aber uns verbindet alle der Wunsch Ausbeutung von Mensch und Natur entgegenzuwirken. Hier leben und wirken Menschen mit den verschiedensten Lebensentwürfen: einige leben seit Jahren ohne Papiere und Geld, andere studieren während sie hier leben und wieder andere lohnarbeiten die Hälfte des Jahres und verbringen die andere Hälfte hier. Der Ort wird dadurch geprägt, dass viele verschiedene Menschen kommen und gehen, bauen und kreieren, kämpfen und leben.
Und zu „uns“ gehören nicht nur die Besetzer*innen. Ohne das große Netzwerk an Unterstützer*innen wäre es nie möglich gewesen die Besetzung aufrecht zu erhalten. Dieses Netzwerk umfasst Anwält*innen und Ärzt*innen, Anwohner*innen mit warmen Duschen und einem großen Herz, und unzähligen Menschen die zwar nicht hier wohnen, aber von zu Hause aus vieles tun um gegen Braunkohle und für eine gerechtere Welt zu kämpfen.

Die Besetzungen

Derzeit gibt es über 30 Baumhäuser im Wald. Wenn wir dicht aneinaderrücken haben wir über 70 Schlafplätze in den Bäumen. Die meisten Baumhäuser befinden sich in Baumhausdörfern, das heißt, dass mehrere Bäume in der Luft durch Walkways verbunden sind. Es gibt ein Baumhaus das ein FLIT (Frauen/Lesben/Inter/Trans*) Saferspace darstellt und auch nur von FLIT-Personen bewohnt wird und gebaut wurde.
Das höchste Baumhaus im Wald ist 25m hoch. Je höher die Häuser, desto schwerer sind sie zu räumen. Der Grund warum Baumbesetzungen so effektiv sind ist, dass es aufwändig ist, sie zu räumen. Das gilt allerdings nur für besetze Baumhäuser, unbesetzte Bäume werden einfach gefällt. Deswegen ist es wichtig, dass die Häuser 365 Tage im Jahr besetzt sind. Die meisten Baumhäuser sind auch für den Winter ausgestattet, die Wände sind mit Stroh isoliert und es kann mit Öfen geheizt werden. Auf einigen Baumhäusern gibt es sogar Strom von selbst installierten Solarpanelen und Internet.


Auf einer Wiese am Waldrand befindet sich die Wiesenbesetzung. Obwohl der Besitzer unsere Anwesenheit auf der Wiese duldet, wurde das Protestcamp auf Grund von Baurecht als illegal erklärt. Nichts desto trotz können Polizist*innen und Werkschutz sie rechtlich nicht so einfach betreten wie den Wald. Deswegen befinden sich auf der Wiese wichtige Bodenstrukturen. Es gibt mehrere Wohnwägen und Lehmhütten, die den Menschen dort als private Rückzugsorte dienen. Außerdem befindet sich auch ein Versammlungsraum, eine große Küche, ein Museum, eine Bibliothek und ein Badehaus auf der Wiese.

Repressionen

Wir engagieren uns gegen die Zerstörung der Umwelt, gegen das Kapital und gegen den Staat. Die staatlichen Organisationen versuchen mit vielen Mitteln unseren Widerstand zu unterbinden. Egal, ob sie Menschen verprügeln, mit Geldstrafen überziehen oder einsperren: Mit unserer Solidarität sind wir stärker als sie.

Prozesstermine

Immer häufiger kommt es zu Prozessen und juristischen Auseinandersetzungen. Seid solidarisch und kommt zu den Prozessen, damit niemand im Regen steht.
Termine.

Antirepressions und Antiknast Gruppen

In Haft

Aktuell befindet sich zwei Menschen aus der Anti-Kohlebewegung im Rheinland in Untersuchungshaft. Weltweit sind zahlreiche Menschen für ihr Engagement gegen die Umweltzerstörung in Haft.

Seid solidarisch & schreibt Briefe:
Earth first: Gefangene der Umweltbewegung

Informationen zu Repression

Unterstützt Gefangene unter: Helft anderen Gefangenen

Hier findet ihr Erfahrungsberichte und Gedächtnisprotokolle von Menschen, die ihre Repressionserfahrungen mit euch teilen möchten und alle Beiträge zu „In Haft“.

Artikel und Berichte zur Repression

Kohle unten lassenstatt Protest unterlassen
Aufruf zur Prozessbegleitung.

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