Die aktuelle Situation im Hambi – The current situation in Hambi

(ger) (eng)
Seit wir unsere Hambi Info Tour angekündigt haben, werden wir sowohl online als auch bei den Info Events immer wieder gefragt, ob wir den Inhalt des Vortrags schriftlich veröffentlichen können. Diesem Wunsch kommen wir natürlich gerne nach. In diesem Text (the Hambi struggle continues) sind schon die meisten wichtigen Punkte zusammengefasst. Trotzdem kriegt ihr hier nochmal eine ausführliche Übersicht über das, was wir in den Info Events erzählen, damit ihr es nachlesen und teilen könnt.

Nach der letzten großen Räumung 2018 wurde der Hambi wiederbesetzt und es steht hier weiterhin eine der größten autonomen Zonen Europas. Es konnte hier sehr viel entstehen und gedeihen und es ist ein unfassbar wertvoller Ort, ein Freiraum, ein Zufluchtsort und ein Zentrum des Widerstands gegen den fossilen Kapitalismus. Aber der Hambi war nie wirklich gerettet, sondern RWE und Staat sind nur auf eine andere Strategie umgestiegen, die den Wald langsamer und weniger sichtbar tötet und nun ist der Hambi wieder sehr akut bedroht.

Zum Einen will RWE das Dorf Manheim, das im Osten des Waldes liegt, abreißen und wegbaggern, offiziell um Abraum zu gewinnen, um bei ihrem Schwarzbau, der Aussichtsplattform „Terra nova“ die Böschung zu stabilisieren. Aktuell wird der Abraum in einem Kieswerk vor Ort aufbereitet und als Baustoffe im Minutentakt in alle Richtungen verkauft. Wenn diese sogenannte Manheimer Bucht entstehen sollte, wäre das für den Wald fatal. Denn der Wald leidet jetzt schon enorm darunter, dass RWE für ihren Tagebau das Grundwasser abpumpt und kann sich nur durch die unterirdische Lehmschicht am Leben halten, die das Niederschlagswasser auffängt und speichert. Durch die Kohlegrube ist diese Lehmschicht bereits an der Längsseite des Waldes angeschnitten. Mit der Manheimer Bucht und den anliegenden bestehenden Kiesgruben würde der Wald dann an 3 Seiten vom Tagebau umgeben sein. Dazu kommt, dass diese Lehmschicht ein Gefälle nach Osten, also in Richtung Manheim hat. Das heißt, dass Wasser würde nahezu komplett in der Manheimer Bucht in die Grube laufen, der Wald stünde gänzlich ohne Wasservorräte da. Das kann der Wald eigentlich nicht überleben und es wäre dann nur noch eine Frage der Zeit bist er endgültig abstirbt. Deshalb bedeutet „Hambi bleibt!“, dass die Manheimer Bucht verhindert werden muss. Dazu gibt es noch eine Chance, aber dafür braucht es dringend mehr Menschen vor Ort, die sich dem Widerstand anschließen.
Außerdem hat die Bezirksregierung Pläne verkündet, alle Aktivist*innen sowohl aus dem Wald als auch aus dem Camp im nahegelegenen Dorf Morschenich vertreiben zu wollen. Der Wald soll wieder „forstwirtschaftlich genutzt“ werden, was nichts anderes heißt, als aus einem funktionierenden, natürlichen und lebendigen Ökosystem eine eintönige und den Umweltbedingungen nicht gewachsene Monokultur zu machen. Welche Folgen das hat, sehen wir bereits an den Stellen im Wald, die früher einmal forstwirtschaftlich genutzt wurden. An diesen Monokultur-Stellen sind nun ausnahmslos alle Bäume tot. Doch das wird gezielt ignoriert von denen, die im Wald nichts als eine verpasste Chance für Profite sehen.
Auch im Dorf Morschenich, das im Westen des Waldes liegt und das Hambi Camp 2.0 beheimatet, wittert die Lokalregierung Investitionsmöglichkeiten. Das Dorf wurde einst fast vollständig von RWE aufgekauft, die Bewohnenden umgesiedelt, um Platz für die Kohlegrube zu machen. Jetzt möchte die Gemeinde sich den Ort von RWE zurückkaufen und zum „Ort der Zukunft“ machen (ja, das steht tatsächlich sogar schon auf dem Ortsschild). Es sollen Investoren angelockt werden, Start-Ups angesiedelt werden und ein Vorzeigeprojekt des grünen Kapitalismus geschaffen werden. Da die Gemeinde befürchtet, dass die Anwesenheit des Hambi Camps abschreckend auf Investoren wirken könnte, sind auch diese Pläne damit verbunden, uns gänzlich loszuwerden. Wenn es nach den Plänen der Lokalregierung geht, dann dürfen „gegebenenfalls ein oder zwei Baumhäuser als Merkzeichen stehen“ und das war es.
Und wie genau wollen sie das anstellen? Das können wir zum Glück nachlesen, da es in einem öffentlich Protokoll steht. Der Plan, für den bereits ca. 200.000 Euro Fördermittel beantragt und genehmigt wurden und mit dem noch dieses Jahr begonnen werden soll, umfasst unter anderem
„aufsuchende Sozialarbeit“, das „Brechen der gegenseitigen Solidarisierung“ und das Säen von Konflikten zwischen uns und den Geflüchteten vor Ort. Eine „klassische“ polizeiliche Räumung haben wir also aktuell (noch!) nicht zu befürchten, aber es werden alle möglichen anderen Register gezogen, um dafür zu sorgen, dass wir „freiwillig“ gehen.
Das lassen wir uns natürlich nicht gefallen und werden diesen Ort verteidigen, so wie wir das jetzt seit 11 Jahren machen. Aber auch hierfür wünschen wir uns seh, dass mehr Menschen kommen und uns helfen klarzustellen, dass wir niemals kampflos den Wald und unsere Freiräume in die Hände von Staat und Kapital geben werden.
Denn den Hambi zu verteidigen ist unendlich wichtig:
Zum einen geht es hier nach wie vor um die Frage des Kohleausstiegs bzw. des fossilen Kapitalismus im Allgemeinen. Kombinieren wir die verschiedenen Faktoren, die sich vor Ort gerade entwickeln, dann zeichnet sich folgendes Bild ab: Wenn der Wald in einen Forst umgewandelt und damit seine ökologische Resilienz geraubt wird und ihm zusätzlich durch die Manheimer Bucht jegliches Wasser entzogen wird, während die Besetzung, die ihn verteidigt, vertrieben wird, dann wird der Wald in ein paar Jahren tot sein. Sobald das der Fall ist, lässt sich vonseiten von RWE leicht argumentieren, dass er nun auch nicht mehr schützenswert sei, da er ja kein wertvolles Habitat mehr darstelle. Dann stünde auch juristisch nichts mehr dagegen, ihn doch noch zu fällen, um an die Millionen Tonne von Kohle zu kommen, die nach wie vor unter ihm lagern. Daran ändert auch der aktuell beschlossenen sogenannte „Kohleausstieg“ nichts. Denn dieser ist nichts anderes als ein Gesetz und Gesetze können schnell wieder geändert werden, besonders wenn Regierungen sich ändern. Beim Atomausstieg haben wir bereits gesehen, dass auch einmal beschlossene Austrittspläne ganz schnell wieder in Frage gestellt werden, wenn das festgelegte Datum näher rückt. Der Kohleausstieg wurde neulich schon von 2030 auf 2033 verschoben und es ist mehr als wahrscheinlich, dass in der Zukunft weiterhin jegliche Gelegenheit als Vorwand genutzt wird, um ihn wieder zu verzögern. Das bedeutet, dass wir immer noch davon ausgehen müssen, dass ohne unseren entschlossenen Widerstand der Wald irgendwann gänzlich zu Kohlegrube umgewandelt wird.

Außerdem ist der Hambi ein wichtiger Ort für die antikapitalistische Klima-Bewegung. Jede Bewegung braucht Orte, wo Wissen und Skills „gelagert“ und verbreitet werden können und der Hambi ist ein solcher Ort. Von hier aus ging z.B. praktische Unterstützung aus, die Widerstand im Danni, in Lützi und an anderen Orten überhaupt erst möglich gemacht hat. Regelmäßig finden Klettertrainings und andere Treffen statt, bei denen Skills geshared, Kontakte geknüpft und Pläne geschmiedet werden können. So entstehen aus dem Hambi immer wieder Projekte und Ideen, die in die Welt getragen werden.

Aber nicht nur für Menschen, auch für andere Wesen ist der Hambi ein extrem wertvoller Lebensraum. Durch die Besetzung wird hier seit 11 Jahre nicht mehr gejagt, wodurch Wildschweine, Rehe und andere Populationen sich merklich erholt haben. Hier existieren außerdem zahlreiche Pflanzenarten und vor allem Pilze, die in vielen anderen Gebieten Europas schon komplett ausgestorben sind. Doch in diesem Wald, der dank der Besetzung der Natur überlassen ist, können diese Arten noch gedeihen und überleben. So ist der Hambi also ein ökologischer Schutzraum, der vielen Wesen Zuflucht bietet und auch als Beispiel dafür dient, zu zeigen, dass die Natur ohne menschliche (sprich extraktivistisch-kapitalistische) Eingriffe wunderbar zurecht kommt.

Vor allem aber ist der Hambi, wie oben erwähnt, eine der größten autonomen Zonen, die es in Deutschland gibt. Hier wurde durch jahrelangen unermüdlichen Einsatz ein Freiraum erkämpft, in dem wir die herrschaftskritische, antikapitalistische und solidarische Lebensweise, die wir uns weltweit wünschen, heute schon erleben und erlernen können. Statt nur vom Systemwandel zu träumen, fangen wir hier einfach an und bauen ein neues Zusammenleben von unten auf. Wir haben im Hambi einen Ort, an dem wir uns frei von kapitalistischen Zwängen organisieren können, an dem der Staat nicht die volle Kontrolle und Übersicht über jeden Winkel hat und an dem wir unsere Werte und unser Bedürfnis, frei und selbstbestimmt zu leben, jeden Tag in die Praxis umsetzen können.

Es wäre doch verrückt, uns das wegnehmen zu lassen!


Since we announced our Hambi Info Tour, we have been asked time and again, both online and at Info Events, whether we can publish the content of the talk in writing. Of course we are happy to comply with this request. In this text (the Hambi struggle continues) most of the important points are already summarized. Nevertheless, you will get a detailed overview of what we tell in the Info Events here, so you can read and share it.

After the last big eviction in 2018, the Hambi was reoccupied and continues to be one of the largest autonomous zones in Europe. It is an incredibly valuable place, a free space, a refuge and a center of resistance against fossil capitalism. But the Hambi was never really saved, RWE and the state just switched to a different strategy that kills the forest more slowly and less visibly and now the Hambi is very acutely threatened again.

On the one hand, RWE wants to demolish and dig away the village of Manheim, which lies to the east of the forest, officially in order to obtain soil with which to stabilize the embankment at their sightseeing platform construction „Terra nova“. Currently, the overburden is processed in a gravel plant on site and sold as building materials every minute in all directions. If this so-called Manheim Bay were to be created, it would be fatal for the forest. Because the forest already suffers enormously from the fact that RWE pumps out the groundwater for their open pit mine and can only keep itself alive through the underground clay layer that catches and stores the precipitation water. The coal mine has already cut into this clay layer on the long side of the forest. With Manheim Bay and the adjacent existing gravel pits, the forest would then be surrounded by the open pit on 3 sides. In addition, this clay layer has a slope towards the east, i.e. towards Manheim. This means that the water would run almost completely into the pit in the Manheim Bay, and the forest would be completely without water supplies. The forest cannot survive this and it would only be a question of time until it finally dies. Therefore, „Hambi stays!“ means that Manheim Bay must be prevented. There is still a chance to do this, but for this it urgently needs more people to join the resistance here in Hambi.

In addition, the district government has announced plans to evict all activists from both the forest and the camp in the nearby village of Morschenich. The forest is to be „used for forestry“ again, which means nothing else than turning a functioning, natural and living ecosystem into a monotonous monoculture that is not up to the environmental conditions. We can already see the consequences of this in the places in the forest that were once used for forestry. At these monoculture places all trees are now dead without exception. But this is deliberately ignored by those who see nothing but a missed opportunity for profits in the forest.
The local government also senses investment opportunities in the village of Morschenich, which lies to the west of the forest and is home to Hambi Camp 2.0. The village was once almost entirely bought up by RWE, and the inhabitants resettled to make way for the coal mine. Now the municipality wants to buy the village back from RWE and turn it into a „place of the future“ (yes, that’s actually already written on the village entrance sign). The idea is to attract investors, have start-ups to open their offices there and create a showcase for green capitalism. Since the municipality fears that the presence of the Hambi Camp could be a deterrent to investors, these plans are also linked to getting rid of us altogether.

According to the plans of the local government, then „maybe, one or two tree houses will be allowed to stand as landmarks“ and that’s it.
And how exactly are they going to do that? Fortunately, we can read about that because it’s in a public record. The plan, for which about 200,000 euros in funding has already been applied for and approved, and which is to begin this year, includes, among other things social workers who are supposed to talk to us and make us want to leave, „breaking mutual solidarity among the activists“ and sowing conflict between ourselves and local refugees. So we don’t have to fear a „classic“ police eviction (yet!), but all kinds of other stops are being pulled out to make sure that we leave „voluntarily“. Of course, we will not put up with this and will defend this place, as we have been doing for 11 years now. But also for this we wish that more people come and help us to make clear that we will never give the forest and our free spaces into the hands of the state and capital without a fight.
Defending the Hambi is infinitely important:
For one thing, this is still about the issue of phasing out coal, or fossil capitalism in general. If we combine the various factors that are developing on the ground right now, the following picture emerges: if the Hambi is converted into a monoculture forest, robbing it of its ecological resilience, and if, in addition, it is deprived of all water by Manheim Bay, while the occupation defending it is evicted, then the forest will be dead in a few years. As soon as this is the case, it is easy to argue on the part of RWE that it is now no longer worth protecting because it no longer represents a valuable habitat. Then there would be no legal obstacle to cutting it down in order to get at the millions of tons of coal that are still stored underneath it. The so-called „coal phase-out“ that has just been adopted does nothing to change this. Because this is nothing more than a law, and laws can be changed again quickly, especially when governments change. In the case of the nuclear phase-out, we have already seen that even once a decision has been made, plans to phase out nuclear power are quickly called into question again as the set date approaches. The coal phase-out has already been postponed recently from 2030 to 2033 and it is more than likely that in the future any opportunity will continue to be used as an excuse to delay it again. This means that we still have to assume that without our determined resistance, the forest will eventually be completely converted into a coal mine.

Furthermore, the Hambi is an important place for the anti-capitalist climate movement. Every movement needs places where knowledge and skills can be stored and spread and the Hambi is such a place. For example, practical support that made resistance in Danni, Lützi and other places possible in the first place started from here. Climbing trainings and other meetings take place regularly, where skills can be shared, contacts made and plans forged. In this way, projects and ideas emerge from the Hambi again and again and are carried out into the world.

But not only for people, also for other creatures, the Hambi is an extremely valuable habitat. Due to the occupation, there has been no hunting here for 11 years, as a result of which wild boar, deer and other populations have recovered noticeably. There are also numerous species of plants and especially funghi  that have become completely extinct in many other areas of Europe. But in this forest, left to nature thanks to the occupation, these species can still thrive and survive. Thus, the Hambi is an ecological sanctuary that offers refuge to many beings and also serves as an example to show that nature can manage wonderfully without human (that is, extractivist-capitalist) intervention.

But above all, as mentioned above, the Hambi is one of the largest autonomous zones that exist in Germany. Through years of tireless effort, this free space has been fought for in which we can already experience and learn the domination-critical, anti-capitalist and solidary way of life that we wish for worldwide. Instead of just dreaming about changing the system altogether, we simply start here and build a new way of living together from below. We have a place in the Hambi where we can organize ourselves free of capitalist constraints, where the state does not have full control and oversight over every corner, and where we can put our values and our need to live freely and self-determined into practice every day.

It would be crazy to let that be taken away from us!

 

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FORESTIVAL PROGRAM OUTLINE

An outline of the program for the Forestival is finally out!
There is still a lot of free spaces in the program and everyone is welcome to add skillshares, talks, discussions or whatever! Also, more will come up as we get closer to the event…
so if you want to propose something you can either write us at mail@nullhambacherforst.org or directly write it down on the time table board at the event!
We want this to be as informal and self-organized as possible, so be bold, add discussions about your favorite anarchist topic and don’t expect us to be running the whole show!
KUFA (Kithen For All) is going to be vegan and we will try to accomodate every dietary requirement, but if you have super specific allergies or requirements maybe write us an email so we can organize in advance; also, in any case, if you can bring food!

-Leave at home thransphobic, sexist, racist, classist, speciest, ableist or whatever hierarchical bullshit, together with liberal, cop-hugging, pacifist mentality. We are not a hippy hot-spot, neither we welcome yuppies, liberals and similar, so if you belong to these categories think twice before approaching (and then turn around)! (The last bit is the personal opinion of the individual writing the post, not representative of the entirety of the community living in the Hambi forst or in anyway engaged with its struggle!)
– Stuff to bring: Tent, sleeping bag (warm one if possible, in November it can getquite cold), sleeping mat (optional), warm clothes, gloves, a head-torch (essential, preferably with red light) and if you want fancy food for breakfast, bring some! We will only provide Zapatista coffee, which is expensive, so if you want coffee either bring your own or leave us a donation for Zapatista coffee. Think about whether you want to bring your ID documents or not, we cannot give a „for-all guideline“ but remember that this is still an occupied zone and police can stop you on the way; for the same reason, think about bringing something to cover your face with, you might not want your face to be visible at all times, or ever. About phones: burn them. That is the best thing you can do. If you can’t burn your phone, leave it at home. if you can’t leave it at home, keep it in fly mode or turned off, since there will be totally no-phone areas and generally the forest is a no-picture area. Please respect the wishes of its human and non-human inhabitants.

There will be a FLINTA* (no cis-men) camping area, with FLINTA* activities and meetings as well.

Overall bring enthusiasm, an open mind ready for different points of view and a lot of rage!

FRIDAY 17/11
Morning: Welcome, greetings, introductory talk
Afternoon:
Evening: tales of escapes from prisons
SATURDAY 18/11
Morning: DNA safety
Afternoon: Why I love shoplifting
Evening: shared reading (from Uncivilized)
SUNDAY 19/11
Morning:
Afternoon: Knitting Balaclava Workshop
Evening: Screening of machines in flames (english) / storied from Danni
MONDAY 20/11
Morning: 1st Climbing experience / Ideas for dealing with hunting, fishing etc when unprepared
Afternoon:
Evening: Los Guerrero
TUESDAY 21/11
Morning: Building Barrikade
Afternoon: FLINTA* climbing (no cis dudes)
Evening: sharing of stories about animal resistance, what can we learn from those and why
WEDNESDAY 22/11
Morning: Cats, bats & the feminist toolkit
Afternoon: Building Barrikades
Evening: Storytelling around a bonfire
THURSDAY 23/11
Morning: Training (no cis men)
Afternoon: Transphobia in the movement
Evening: Konsantin Kaspar
FRIDAY 24/11
Morning: Herbal walk
Afternoon: Anti-tech and anti-civ meets anti-specisism
Evening: Yuno
SATURDAY 25/11
Morning: Talk about Rojava in the ‘80ies
Afternoon:
Evening: Antikapital Branko
SUNDAY 26/11
Morning: Lock-picking workshop
Afternoon:
Evening: Ponyo + Descending Unity

How to get to the forest? There are some ways, here is the easiest one:

You can find us in Yjgdrasil (J-Point). From the entrance to the forest „Collas Kies“ (coordinates: 50.87550 6.56040), just follow the path into the forest, then after 800m you will see the barrio on the right.

If you arrive by public transport, the S19 runs from Cologne or Düren to the „Buir“ stop. From there it is about 5km to the forest entrance. From the train station „Buir“ you go down the stairs, then left over the motorway bridge, always straight ahead until it turns left onto the L257 road towards Morschenich and straight ahead the factory road of RWE begins. Continue straight ahead until the forest begins. At the edge of the forest, turn left and walk along the dirt road. When the path ends, turn right (continue along the edge of the forest), leave the gravel pit on the left and at the corner of the forest at the welcome sign is the entrance. From there, just follow the path straight ahead.

Also, you will see some green anarchist flags painted around… follow them!

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Invitation to the Hambi Forestival – Einladung zum Hambi Festiwald

(eng below)

Die Festival Saison ist vorbei? Nicht bei uns! Während RWE uns näher auf die Pelle rückt und die lokale Regierung schon davon träumt, uns ganz los zu werden, sind wir nach wie vor hier und machen Staat und Kapital das Leben schwer! Der Hambi ist wieder akut bedroht, aber wir haben Bock, gemeinsam und mit Spaß den Widerstand aufrecht zu erhalten.

Einige von euch haben es schon gehört und hiermit ist es offiziell: es gibt ein Skillshare Festiwald im November! Wir laden ein zu Skillshares, Musik Acts, Klettern, Aktionen, Waldleben und vieles mehr! Das ganze ist möglichst selbstorganisiert, das heißt es gibt viel Raum für eure Ideen, Wünsche und Input. Ihr könnt also auch bei eurer Ankunft noch Dinge ins Programm hinzufügen und es wird sich viel spontan ergeben, was noch nicht auf dem Programm steht.

Lasst uns gemeinsam genießen, was wir hier verteidigen, lasst uns Präsenz zeigen und wer sich ins Waldleben verliebt, die laden wir ein, einfach bei uns zu bleiben!

Was? Skillshare Festiwald
Wann? 17. bis 26. November
Wo? Besetzung im Hambacher Wald

Das Programm, eine Packliste und weitere Infos findet ihr in diesem Blog Post: https://hambacherforst.org/blog/2023/10/09/forestival-program-outline/

Wir brauchen außerdem noch Hilfe bei der Bewerbung! Also druckt gerne diese Poster aus und hängt sie auf, wo sie Menschen sehen könnten.

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The festival season is over? Not for us! While RWE is getting closer to us and the local government is already dreaming of getting rid of us altogether, we are still here and making life difficult for the state and capital! The Hambi is acutely threatened again, but we have the will to keep up the resistance together and with fun.

Some of you have already heard and now it is official: there will be a Skillshare Festiwald in November! We invite you to skillshares, music acts, climbing, actions, forest life and much more! The whole thing is as self-organized as possible, which means there is a lot of room for your ideas, wishes and input. So you can also add things to the program when you arrive and there will be a lot of stuff coming up spontaneously which is not in the program yet.

Let’s enjoy together what we defend here, let’s show that we are still eager to resist and whoever falls in love with forest life, we invite them to just stay with us!

What? Skillshare Festiwald
When? 17 to 26 November
Where? Occupation in the Hambach Forest

You can find the program, a packlist and further information in this blog post: https://hambacherforst.org/blog/2023/10/09/forestival-program-outline/

We also need help with spreading the news! So feel free to print out these posters and hang them up where people might see them.

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Gedenkfeier im besetzten Hambacher Wald

Artikel zuerst veröffentlicht auf: anfdeutsch.com

 

Am 23. September 2023 kamen in Gedenken an verstorbene Freund_innen aus verschiedenen Zeiten der Hambacher Waldbesetzung an die einhundert Personen, darunter auch Familienmitglieder, an der Gedenkstätte Beechtown zusammen.

Foto der Gedenkfeier: einige singen, andere sitzen drumherum.
Wie schon in vergangenen Jahren wurde sich kurz nach dem Todestag des Freundes Sonne, Steffen Meyn, versammelt, welcher am 19. September 2018 während der laufenden Räumung der Baumhäuser bei seiner Tätigkeit als Medienstudent und Journalist tödlich verunglückte. Steffen hatte die Waldbesetzung über zwei Jahre mit zahlreichen Interviews und Begegnungen eng begleitet. Am 11. diesen Monats wäre er 32 Jahre alt geworden. Der Herbst war seine liebste Jahreszeit.

Ende Juli wurde bekannt, dass die Gefährtin Lobo/Şehîd Elefteria Hambi/Eva-Maria Steiger, die 2017 und 2018 im Hambi aktiv gewesen war, getötet wurde. Im Jahr 2018 schloss sie sich den Frauenverteidigungseinheiten YPJ in West-Kurdistan im Kampf gegen den IS an und wurde 2019 durch türkische Luftangriffe auf die PKK in irakisch Südkurdistan getötet. Am 26. September wäre sie 35 Jahre alt geworden.

Auch wurden Einblicke in das Leben von Elf und Waka(Şehîd Şahîn Qereçox/Farid Medjahed), Mogli, Mike und Anna Campbell (Şehîd Hêlîn Qereçox), Camil, Moss und Rebe und ihren Widerstand im Wald und darüber hinaus geteilt. In anschließenden Gesprächen ergänzten Anwesende, dass sie auf der diesjährigen Gedenkfeier u.a. auch Arielle, Rio, Petra und Andy aus länger zurück liegenden Zeiten der Waldbesetzung in das Gedenken einschlossen.

Ihre Tode bewegten viele, im Wald und weit über den Waldrand hinaus.

Nachdem es die vorherigen Tage teils heftig geregnet hatte, glitzerten zur Gedenkminute die Sonnenstrahlen durch die nahe Rohdungskante ganz nah am Tagebau und tauchten die Gedenkfeier in warmes Licht.

In der Rede einer Waldbesetzerin wurde über das Gedenken an sich reflektiert:

„So viele kämpfen und kämpften auf ganz unterschiedliche Arten gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung, gegen Ausbeutung von Mensch und Natur. Viele, die die Verhältnisse nicht akzeptierten, bezahlten ihren Widerstand mit ihrem Leben. Warum ist es wichtig, an unsere Freund_innen und an noch viel mehr Menschen zu erinnern?

Einerseits wollen wir niemanden im Schmerz allein lassen. Du und ich, ihr und wir sollten nicht alleine sein mit der Frage nach dem Warum?.“ Zu oft werde das Wirken der Freund_innen in Erzählungen über den Hambacher Wald gar ausgeblendet, es werde vergessen gemacht. „Doch wir wollen erinnern“, hob die Rednerin hervor. „Zugleich wollen wir nicht, dass Hetze gegen unseren Widerstand das Wirken der Freund_innen diskreditiert. Dass Politiker uns öffentlich als Terroristen oder Medien uns als Öko-Taliban bezeichnen ist grausam. Selbst vor Toten wird keinen Halt gemacht, sondern Schlechtes und Lügen über sie verbreitet. Dem stellen wir uns entgegen und erschaffen hiermit selbst unsere wertvolle, liebende und kreative kollektive Erinnerung in tiefer Anerkennung ihres Lebens. Es ist an uns, eigene Formen des Erinnerns und Gedenkens zu entwickeln.“ Dabei wurde außerdem klar, dass nicht nur das Vorbereitungskomitee sich die Frage stellte: Wie denn erinnern? Was ist ein Gedenken, das unseren Freund*innen, ihren Ideen, Idealen, Kämpfen und Hoffnungen, gerecht wird?

Mehrere derjenigen, denen gedacht wurde, kannten einander. Steffen etwa filmte sowohl Elf als auch Waka. Waka und Lobo trugen Anna’s zweiten Kampfnamen. Mike bezog sich auf Elf. Nicht nur der Ort, sondern auch die Hoffnung auf eine bessere, gerechtere Welt habe sie vereint. Neben den vielen Unterschieden in den Geschichten der verstorbenen Freund*innen und Gefährt*innen wurde klar: Sie alle teilten eine tiefe Verbundenheit mit dem Wald. Dies sei es, was neben ihrem Mut und der Entschlossenheit sowie ihrem Verantwortungsbewusstsein wertgeschätzt wird und wovon sich anwesende Freund_innen auch in Zukunft leiten lassen wollen.

„Dass unsere Freund_innen nicht mehr unter uns sind, ist mehr als die Verkettung tragischer Einzelfälle. Ich bin mir sicher, dass alle von ihnen auf ihre verschiedene Art und Weise sagen würden: Wir müssen uns als Hinterbliebene der gesellschaftlichen Relevanz bewusst werden, wie Herrschaft und Unterdrückung diese Welt prägen, und zu welchen Schandtaten, zu welcher Gewalt Herrschende und der Staat mit seinen Handlanger_innen bereit sind, um ihre Herrschaft zu sichern. Nicht, um aufgrund der Ausmaße von Zerstörung, Krieg und Gewalt in Hilflosigkeit, Ohnmacht und Vereinzelung zu verfallen, sondern um aus der gemeinsamen Analyse der Verhältnisse, vielleicht aus gemeinsamem Zorn auf selbige, zu dem Punkt zu gelangen zu sagen: „So nicht weiter.“ Es darf nicht sein, dass Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen ob der Verhältnisse verzweifeln oder gar aufgrund ihrer Widerständigkeit für ein freies, ökologisches, geschlechtergerechtes Leben ermordet werden. Wandeln wir Wut und Trauer zu Widerstand. Die Erinnerungen an unsere verstorbenen Freund*innen begleiten unsere Wege. Wir gehen weiter mit ihnen in unseren Herzen. Cangorî namirin, die Gefallenen sind unsterblich.“

Auch zwei Rednerinnen von der Frauenbewegung Kurdistans sowie vom Verein der Familien Gefallener begrüßten die Anwesenden und sprachen den Familien ihr tiefes Mitgefühl aus. Die jahrzehntelangen Errungenschaften gerade der organisierten Frauen in Kurdistan seien auch für Internationalist_innen aus Europa, wie Hêlîn Qereçox/Anna, Elefteria Hambi/Lobo und Şahîn Qereçox/Waka, eine große Inspiration, die Verbindung der Kämpfe zugleich unglaublich bedeutend. Die internationalistische Beteiligung auf unterschiedlichen Ebenen sei wichtig und stärkend für die Gesellschaften Kurdistans. In der Geschichte seien die Aufteilung Kurdistans durch den Vertrag von Lausanne vor über 100 Jahren viele Massaker gefolgt. Gerade die Frauen seien jedoch dabei, ihre Rechte wiederzugewinnen, was durch die massive Ausbreitung der Idee und Ideologie Öcalans, welche hinter dem Slogan „Jin Jiyan Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) stecke, deutlich werde. Kurz wurde ergänzt, dass zu ihm, der von der Türkei auf einer Gefängnisinsel menschenrechtswidrig inhaftiert ist, seit über 2,5 Jahren keinerlei Kontakt bestehe.

Unsere im Krieg gegen Daesh, den selbsternannten Islamischen Staat, und die türkische Armee gefallenen Freund_innen gingen ihren Weg auf der Suche nach Befreiung gemeinsam mit den kurdischen Kämpfer_innen und der kurdischen Gesellschaft. Im kollektiven Miteinander der Frauenrevolution und den inspirierenden Schriften Öcalans suchten und fanden sie Antworten auf Fragen, die sie bereits hier gestellt hatten. Es gehe um Befreiung dort vor Ort aber auch international. Die vielen tausenden Gefallenen seien ein großer Preis für die Gesellschaften Kurdistans im Kampf um Befreiung, sie hätten gleichzeitig jedoch eine besondere Rolle inne und dem Gedenken an sie werde große Bedeutung beigemessen.

Da die Freundin Lobo/Elefteria Hambi/Eva-Maria Steiger das Lied „Berxwedan xweş doze“ sehr gerne sang, wurde es auf der Gedenkfeier zusammen gesungen. Ein weiteres Lied, in dem ihr gleich zwei parallel entstandene Strophen gewidmet wurden, trug die feministische Organisierung „Gemeinsam Kämpfen für Selbstbestimmung und demokratische Autonomie“ vor. Mit allen gemeinsam wurde die italienischsprachige Originalversion von Bella Ciao gesungen, da Lobo der Meinung war, alle revolutionär lebenden Menschen müssten dieses Lied auf italienisch singen können.

Katha, eine ehemalige Waldbewohnerin, zitierte eingangs Şehîd Elefteria Hambi: „Wir müssen die Mauern zwischen uns Menschen einreißen, überall auf der Welt. Wir müssen verstehen, dass wir Verantwortung übernehmen müssen, für alles was wir tun und was wir nicht tun. Das ist das wichtigste. Um das herrschende System zu überwinden müssen wir als Menschen zusammenkommen und unsere Ängste überwinden.“

Lobo sei ihr als eine starke Frau mit großem Kampfeswillen und Zielstrebigkeit in Erinnerung. Sie habe eine Art in der Welt zu leben gehabt, die schon damals sehr konsequent war. Mit ihrer herzlichen und manchmal positiv dickköpfigen Art habe sie Andere zum gemeinsamen Arbeiten und zu kreativen Aktionen auch außerhalb des Waldes animiert. Von Polizeigewalt und Konsequenzen ließe sie sich dabei nicht abschrecken. Eine weitere Freundin berichtete, sie habe sich beispielsweise bereits damals mit Sekundenkleber festgeklebt, um Räumfahrzeugen den Weg zu versperren. Auch persönlich brachte sie Menschen durch ihre Kritik voran, was viele an ihr als mutig und solidarisch bewerteten und stark schätzten.

Alice thematisierte aus Perspektive einer langjährigen Wald- und Wiesenbewohnenden den Umgang mit Tod aber auch mit Gewalt und Repressionen – dass betroffene Menschen in diesen „schwierigen und verrückten Zeiten“ sich „allzu schnell vereinzeln und (wir) Mauern um unsere Seelen bauen. Dies ist aber nicht gut für uns als Menschen, denn wir als Menschen sind generell soziale Wesen. Daher ist es richtig und wichtig, dass wir heute hier sind, mit unseren individuellen Verlusten und individuellen Beziehungen zu den Toten, und uns bewusst sind dass dies uns als Community trotz allem heute eint.“ Besondere Aufmerksamkeit schenkte Alice den verstorbenen Punks Moss und Camil, mit denen sie die Perspektive jener Menschen teile, welche am Rand oder außerhalb der Gesellschaft lebten. „Wir haben alle jemanden verloren. Freunde, Familie, Baumhausnachbar*innen, Bekanntschaften und vielleicht auch eine anstrengende Person mit der wir immer auf dem Plenum diskutiert haben.“ Diese Erfahrung des gemeinsamen Kämpfens und Trauerns verbindet. Alice betonte, dass ehrliche Trauer durch persönliche Annäherung über geteilte Geschichten jenseits von glorifizierenden Statements ermöglicht werde und auch bedeute, sich mit der eigenen Hilflosigkeit auseinanderzusetzen: „Für mich soll Trauer eine Transformation unserer Erinnerung zur lebendigen Geschichte werden.“

Blumen, Fotos und Kerzen an der Gedenkstätte

Die Gedenkstätte in Beechtown wurde durch die verschiedenen Reden, Musik von Akkordeon, Bassklarinette, Chello und Gitarre, sowie vielfältige Liedbeiträge und gemeinsames Buffet mit veganer Mayo nach Steffens Rezept zu einem Raum, um gemeinsam zu trauern, zusammen zu singen, zu essen, Geschichten zu erzählen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Großer Dank wurdean die Freund*innen gerichtet, die Gedanken und Erinnerungen an die Verstorbenen, teils berührend, teils lustig, teilten.

Zwei Besucher_innen der Gedenkfeier drückten zudem ihre Dankbarkeit über die Begegnungen und den Austausch mit den Familien der verstorbenen Freund_innen aus: „Besonders gefreut haben wir uns, die Familienangehörigen von Steffen/Sonne und Eva-Maria/Lobo/Elefteria Hambi, und in vorherigen Momenten auch von Waka, im Wald begrüßen zu dürfen – dem Ort, der ihren Kindern und Geschwistern so viel bedeutete“. Und: „Allen Angehörigen und nahen Freund*innen sagen wir: Ihr seid in Eurer Trauer nicht allein! Ich bin dankbar, so viele Angehörige und Bezugspersonen aus verschiedenen Lebensphasen unserer verstorbenen Freund*innen begrüßen zu dürfen. Dass sich so viele einander vorher unbekannte Menschen nach dem Tod der gemeinsamen Menschen kennenlernen, erachten wir als ein großes Geschenk und Anlass, uns im Sinne der Verstorbenen zu unterstützen und verbünden.“

Eine Waldbesetzerin schloss die Reden mit: „Die Trauer, der Schmerz und die Wut über die Tode sind groß. Wir wollen und uns gemeinsam der Stärke, Hoffnung und Liebe unserer Freund_innen erinnern und werden ihre Kämpfe für eine lebenswerte Zukunft weiterführen.“

Nachdem Steffen’s Freund und Mitbewohner Sanji das Lied „Sonne“ vortrug, wurde es auch zum Lied „Bei Lorenz im Café“ sehr bewegend. Manche Besucher_innen blieben bis nach Sonnenuntergang an der Gedenkstätte, als in der Dunkelheit die Lichter der Kerzen die vielen Fotos und Blumen nochmal ganz neu eindrucksvoll beleuchteten.

Die Gedenkstätte in Beechtown im Hambi kann jederzeit besucht werden und ist momentan vom Bahnhof Buir (Kerpen) aus gut ausgeschildert.

Steffen Meyn’s Filmmaterial ist von seinen drei Freund_innen Fabiana, Jens und Kilian zu einem Kino-Dokumentarfilm namens „Vergiss Meyn Nicht“ gemacht worden, der aktuell in den Kinos läuft. Steffens Eltern, Elisabeth und Horst Meyn, sind sehr dankbar für diesen bewegenden Film und rufen Alle auf, ins Kino zu gehen und sich weiter für die Rettung des Hambacher Waldes und gegen das Vergessen einzusetzen.

Infos zum Dokumentarfilm: https://hambacherforst.org/blog/2023/09/14/vergissmeynnicht-filmstart-kinotour-hambidoku/ Kinotermine: https://www.wfilm.de/de/vergiss-meyn-nicht/kinotermine

Steffen Meyn’s/Sonnes Eltern Elisabeth und Horst Meyn sind postalisch erreichbar über: Meyn, c/o Herbertz Bestattungen, Kirschstr 18, 40764 Langenfeld

Foto der Gedenkstätte: Neben einer großen Buche sind Blumen gepflanzt, Fotos und Kerzen erinnern an die verstorbenen Freund_innen. Im Hintergrund grüner Wald und Sonnenlicht

 

Aus Sanji’s Lied „Sonne“ (https://yewtu.be/watch?v=MPHQVN8YTIc)

Und ich hoff‘ Du bleibst meine Sonne
Ich glaube, das fändest Du gut
Denk an Dich wenn sie am Himmel steht,
wenn sie auf- und wenn sie untergeht
Und das macht mir dann wieder Mut

Aus Sanji’s Lied „Bei Lorenz im Café“ (https://yewtu.be/watch?v=LgNnR2P2hUw)

Es scheint fast egal, wohin ich dieser Tage geh
Überall fließen die Tränen (…)
Schon wieder eine mehr, die fehlt
Keine Frage: ich bleib‘ steh’n
lass uns in die Arme nehmen
auch wenn der Schmerz davon nicht vergeht
Lass uns etwas hier verweil’n, Erinnerungen teil’n,
und uns wundern ob diese Wunden jemals heilen (…)
Sicher ist da etwas Platz, um wütend zu sein
Und etwas Schmerzen rauszuschrei’n

Vielleicht treffen wir uns ja wieder bei Lorenz im Cafe
Sonne sitzt schon da, sie haben was zu essen gemacht,
und strahlen uns beide an (…)
und jede die da will setzt sich zu ihnen vor den Wagen
und trinkt mit ihnen Kaffee

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THE HAMBI STRUGGLE CONTINUES

[eng][ger]

The Hambacher Forest was once known as a focal point of anti-capitalist and ecological struggle across Europe. First squatted in 2012, the occupation attracted thousands of activists to defend a beautiful ancient woodland from being swallowed by a monstrous coal-mine. Despite numerous evictions, the human squatters of the forest never left. We are still here! And we are calling our comrades for help!

HAMBI WAS NEVER SAVED

After an intervention of a court in 2018 – and after the biggest eviction the forest and the squatters had seen – the cutting season stopped for a time. The state then announced in 2020 that the forest would not be cut, but this was only a clever way of saying that it will be killed more slowly. The Hambach Mine is still operating at full speed, pumping vital groundwater away from the area; this toxic pit is planned to expand until at least 2030, surrounding the forest and guarantees its death. This is not what a victory looks like!

JOIN US IN THE FOREST

– Local authorities have suggested that they want to evict the squatters so they can pump further profits out of the region, turning it into a green capitalist tourist hotspot. We will never give up this forest without a fight, especially not to bureaucrats who supported it being utterly destroyed; we know how to take care of the place, and that has always meant, making the state and its lackeys unwelcome!

– Hambi is one of the largest autonomous zones around, a rare opportunity for people to come together on the struggle against the shit system and try to live more wild and free. The occupation is a space for anti-authoritarians from all around to live, build, learn, rest, assemble. As a political space we position ourselves against oppressive structures such as patriarchy, transphobia, queerphobia, classism, ableism, racism, colonialism and speciesism.

– The occupationof the forest has transformed it into a sizeable no hunting-zone. Giving up this precious habitat to the state would mean losing what has become an unofficial sanctuary for many deer, wild boar and other large mammals. There are also rare species of bats, mice and other wildlife who would have their homes devastated by the forest being turned into the desert that RWE has in mind for it.

AGAIN: HAMBI STRIKES BACK

The Hambacher Forest is under threat! Since fading from the limelight, it has increasingly come under attack from external forces, and for the first time in years a full eviction is possible. We risk everytthing we fought so hard to defend and which – with your help – will be a major site of resistance again. Now is the moment to find us here and make a stand against this world-eating system!

No compromise with RWE, the state, the coalmine and its world!

 


DER KAMPF UM DEN HAMBI GEHT WEITER

Der Hambacher Forst war einst als Brennpunkt antikapitalistischer und ökologischer Kämpfe in ganz Europa bekannt. Die Wald-Besetzung, die erstmals 2012 besetzt wurde, zog Tausende von Aktivisti an, um ein wunderschönes uraltes Waldgebiet davor zu schützen, in einem riesigen Loch zu verschwinden. Trotz zahlreicher Räumungen, verließen die menschlichen Besetzenden den Wald nie komplett und es kamen jedesmal mehr zurück. Wir sind immer noch da! Und wir rufen nach Unterstützung!

HAMBI WURDE NIE GERETTET

Nach einer Intervention eines Gerichts im Jahr 2018 – nach der größten Räumung die der Wald und die Besetzenden je gesehen hatten – wurde die Rodungssaison bis auf Weiteres gestoppt. Anschließend kündigte der Staat 2020 im sogenannten Kohlekompromiss zum Kohleausstieg zwar an, dass der Wald nicht für die darunter liegende Kohle abgeholzt werden müsse; dies war jedoch nur eine andere Art zu entscheiden, dass der Wald langsamer sterben wird. Der Tagebau Hambach ist immer noch auf Hochtouren in Betrieb und es wird lebenswichtiges Grundwasser aus dem Gebiet abgepumpt. Es wird einfach außenherum gebaggert und diese giftige Grube soll sich bis mindestens 2030 ausdehnen. So sieht ein Sieg nicht aus!

KOMM IN DEN WALD

– Die lokalen Behörden haben angedeutet, dass sie die Besetzenden vertreiben wollen, damit sie weitere Profite aus der Region schöpfen und sie in einen grünen kapitalistischen Touristen-Hotspot mit Wald-Strand am Tagebausee verwandeln können. Wir werden diesen Wald niemals kampflos aufgeben, vor allem nicht an Bürokraten, die seine völlige Zerstörung unterstützt haben; Wir wissen, wie man sich um den Wald kümmert, und das hat immer bedeutet, den Staat und seine Lakaien unwillkommen zu machen!

– Hambi ist eine der größten autonomen Zonen, eine gute Gelegenheit für Menschen, zusammenzukommen und zu versuchen, wild und frei zu leben, weiter entfernt von unterdrückerischen Strukturen. Als politischer Ort positionieren wir uns gegen das Patriarchat, Trans- und Queerphobie, Klassismus, Ableismus, Rassismus, Kolonialismus und Speziesismus. Hier ist Raum für Antiautoritäre von überall – um zu leben, zu bauen, zu lernen, zur Ruhe zu kommen und Gemeinschaften zu bilden. Diesen Ort nach all den Jahren zu verlieren, wäre ein großer Verlust.

– Die Besetzung des Waldes hat ihn in eine jagdfreie Zone verwandelt. Diesen wertvollen Lebensraum an den Staat abzugeben, würde bedeuten, das zu verlieren, was zu einem inoffiziellen Schutzgebiet für viele Rehe, Wildschweine und andere große Säugetiere geworden ist. Es gibt auch seltene Arten von Fledermäusen, Haselmäusen und anderen Wildtieren, seltene Insekten und Pilze, deren Lebensraum zerstört werden würde, wenn RWE ihre Pläne umsetzen kann.

JETZT HEIẞT ES WIEDER: HAMBI WEHRT SICH

Der Hambacher Forst ist bedroht! Seitdem die Besetzung aus dem Rampenlicht verschwunden ist, wird sie zunehmend von außen angegriffen, und zum ersten Mal seit Jahren ist auch eine erneute Räumung wahrscheinlich. Wir wollen nicht aufs Spiel setzen, was so viele Menschen so lange verteidigt haben. Mit eurer Hilfe können wir diesen Ort des Widerstands zu neuem Leben erwecken. Jetzt ist es wieder an der Zeit, dass wir uns hier treffen und uns gegen dieses weltfressende System stellen!

Kein Kompromiss mit RWE, dem Staat, dem Tagebau und ihrer Welt!

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