Hambi Update, 30. April 2026 [DEU/ENG]

EIN UPDATE AUS DEM WALD:

Kürzlich hatte die Besetzung des Hambacher Waldes ihren 14. Geburtstag. Feierlich brannten zu dieser Gelegenheit die Barrikaden und es wurde (wie früher) ein paar Runden „Chaos Ball“ gespielt.

Die Geburtstagsfeier fand statt inmitten der Hambi (Re)Building Days. Das 10-tagige Event war ein Anlass der viele von uns zurück in den Wald brachte, lange waren wir hier nicht mehr so viele. Während der Tage wurden Strukturen abgebaut, andere renoviert und ein Container voll Müll entsorgt, der nicht im Wald verbleiben soll. Wir senden einen warmen Dank an alle die auf die eine oder andere Art an diesem großartigem Beitrag beteiligt waren. Vielleicht ist dies der Anfang einer neuen Zeit für diesen Ort.

In Zeiten geopolitischer Krisen und einer sich immer weiter zuspitzenden Energiekrise ist die deutsche Ökonomie unter erneutem Druck lokale fossile Energien bereitzustellen. Wir hören also die Regierung (wieder einmal) über das Verzögern des Kohleausstiegs. Die einzig sinnvolle Reaktion darauf ist es die Barrikaden hoch zu stapeln, unsere Baumhäuser dick genug zu dämmen, so dass sie noch viele Winter standhalten. Mit dem Hambi besetzen wir ein riesiges Reservoir Braunkohle und so lange der Kapitalismus andauert wird der Wald niemals sicher sein.

Trotz aller Höhen und Tiefen des Ortes ist der besetzte Wald nie einen Kompromiss mit dem Staat eingegangen. Der Wald bleibt eine der größten autonomen Zonen, die wir als antikapitalistische & radikal ökologischen Bewegung ausleben können. Tausende von uns haben über die Jahre für den Hambi gekämpft. Lasst uns immer fortfahren mit dieser einzigartigen Möglichkeit uns hier zu treffen, nah mit den Bäumen zu leben und den Kampf in den kommenden Jahren weiter gehen zu lassen.

Mit diesen Worten laden wir euch ein zu den Hambi (Re)Building Days #2, 18.-24. Juni 2026.

Lang lebe der Hambi!

Einige Waldwesen

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AN UPDATE FROM THE FOREST:

Recently the occupied Hambacher Forest celebrated its 14th birthday. The occasion was met with flaming barricades and a few rounds of a game which the people here call “chaos ball”.

The birthday took place in the middle of the Hambi (Re)Building Days, and there were more of us here during the 10-day event than in quite some time. Structures were deconstructed, others were renovated, and one container was filled with old trash. We extend a warm thank you to everyone who contributed to this great effort in one way or another. Maybe it will be the beginning of a new phase for the place.

During times of ever-spiraling energy crises and geopolitical conflicts, the German economy faces renewed pressures for inputs of local fossil fuels. We hear the government talking (yet again) about extending the coal-exit. The only sensible response is to stack our barricades high, and insulate our treehouses thick enough for many more winters to come. Sitting on top of huge reserves of brown coal, the Hambi will never be safe for as long as capitalism continues.

Amidst the ups and downs of this place, the occupied forest never compromised with the state. It remains the largest autonomous space which the broader anti-capitalist/radical ecological movement in the German territory has to play with. Thousands of us have fought over the years to defend and maintain the Hambi. Let’s continue to enjoy this precious opportunity to come together, live close to the trees, and keep up the fight for years to come.

In this spirit, we invite you to the Hambi (Re)Building Days #2, June 18-24, 2026.

Long live the Hambi!

Some forest critters.

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Antwort auf 2 Blogposts Sommer 2025 [DE]

Jede Veröffentlichung aus dem Hambi drückt nur die Meinung einzelner Wesen, nicht die der gesamten Besetzung oder des gesamten Waldes aus.

Hier eine Rückmeldung zu ein paar seltsamen Positionen, die über den Blog verbreitet wurden. Wir beziehen uns auf diese beiden Posts:

„Irre“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/06/25/irre/)
„Manheim soll weichen – für die Inseln der Reichen“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/08/09/manheim-soll-weichen-fuer-die-insel-der-reichen/)

Die grundsätzliche Idee, die sich durch diese beiden Blogposts zieht, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es gibt „böse, böse Leute“, die aus egoistischer Gier unseren Planeten verpesten wollen. Dieser falsch vereinfachten Position möchten wir widersprechen. Den „Bösewichten“ wird weiterhin auch gleich noch eine psychische Krankheit unterstellt, was überhaupt nichts mit der Realität von psychischen Störungen zu tun hat und hier auch einfach ziemlich unpassend wirkt. Die gesamte Welt wird von einem ökonomischen System beherrscht, dass sich Kapitalismus nennt. Einzelne Personen können sich dafür oder dagegen entscheiden dabei mitzuspielen, aber ein dahingeschriebener Angriff auf irgendwelche „Systemlinge“ wird das System nicht ins Wanken bringen, es basiert nämlich auf ökonomischen Gesetzen, die Einzelne dazu bringen, dass sie z. B. die Umwelt verschmutzen. RWE hat den Auftrag von den Anteilseignern der AG so viel Gewinn wie möglich zu erwirtschaften, da spielt der Hambi oder die Umwelt keine Rolle.
Sind die RWE-Bosse schlechte Menschen? Vielleicht. Aber ihre Privat-Person spielt hier keine Rolle, sondern ihre Rolle als Manager, die von den Anteilseignern eingesetzt werden. Wenn sie also nicht dem kurzfristigen Gewinninteresse der Anteilseigner folgen, werden sie ersetzt. Das ist halt die Logik, die hinter diesem System steht. Da spielt die Moral einzelner Individuen keine Rolle, sonst können wir uns gleich erhängen, weil wir alle mal Schokolade gekauft haben, die von versklavten Kindern angebaut wurde. Die Kapitaleigner und ihre Knechte haben sicherlich mehr Schuld auf sich geladen als der Durchschnittskonsument, aber wir sind hier nicht Teil der katholischen Kirche – Schuldig sind wir alle, wir könnten sicherlich irgendwo noch moralischer handeln, als wir es eh schon tun.
Diese ewige Suche nach Sündenböcken ist kontraproduktiv und führt nur zu Sektierertum und Dogmatismus. Wer sich der Freiheit Aller entgegenstellt, muss mit Gewalt rechnen. Dieser Mensch ist ein Knecht der jetzigen Ordnung, aber deswegen nicht gleich ein „Sünder“. Er ist ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung und muss aus dem Weg geschafft werden (d. h. diese Person zur Aufgabe ihrer Rolle zu bringen oder sich nicht von ihr behindern lassen) wenn es auf die freundliche Art nicht klappt, dann zur Not auch mit Gewalt . Wir haben nichts gegen ihn persönlich, sondern gegen die Rolle, die er gerade einnimmt. Legt er diese Rolle ab, so kann uns seine Schuld relativ egal sein – Hass und Rachedurst kann Menschen zerfressen und ist zumeist nicht gerade hilfreich. Es ist meist effektiver den Weg zu beschreiten, der uns alle zur Befreiung führt, als den eigenen Verletzungen hinterherzulaufen. Natürlich ist dieser Hass gegen den Unterdrücker sehr verständlich und ein toter Politiker mehr oder weniger ist auch nicht weiter schlimm, in Anbetracht all der Millionen Toten die durch ihre Entscheidungen geopfert wurden. Doch sollten wir nicht vergessen, dass der Hydra immer neue Köpfe nachwuchsen, wenn einer abgeschnitten wurde. Sie wurde besiegt, indem ihr Rückgrat gebrochen wurde. Die „Bestie“ Kapitalismus kann auch nur gebrochen werden, wenn der ganze Apparat, das System dahinter, ausgeschaltet wird – auf welche Art und Weise ist dann natürlich eine andere Frage, die wir hier nicht beantworten können.
Wir sind keine Ökopriester und suchen keine Sünder, um ihnen Spendengelder abzupressen. In diesem Sinne ist es wohl auch ein guter Apell an alle Menschen, denen die Umwelt am Herzen liegt, sich nicht auf das müßige „Blame-Game“ einzulassen, sondern an tatsächlichen Alternativen und Experimenten mitzuarbeiten. Dieser Wald ist eines dieser Experimente und steht allen Menschen offen, sich an diesem Experiment zu beteiligen. (Solange ihr euch nicht in den Weg der Befreiung stellt und diesen Wald für Forstwirtschaft, Wissenschaft oder Tourismus etc. ausbeuten wollt.)

Freiheit kann nur erreicht werden, wenn Alle die Freiheit haben, zu wachsen und nach eigenem Empfinden ihr Leben zu gestalten – ob Mensch, Tier oder die Natur als Ganzes!

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Practical infos / Praktische Informationen [ENG/DEU]

How to get here

– you can take the S19 train from Cologne main station and get off at buir, 2 stops before the end of the line. It is possible to ride with out a ticket but there are frequent controlls so it is better to stay alert

– If you are arriving by hitchhiking gas stations in Frechen are a good point to get off the A4 highway. You can walk to Frechen-Königsdorf train station from there

– From buir station, exit left at the bottom of the stairs, walking away from the town. Cross the bridge over motorway. Continue on road until you get to a junction between two asphalt roads and turn left there. Take next right down a dirt track, where there is a big blue sign. Follow that track straight, past a gravel works on your left, until you get to the main forest entrance. Continue straight until you get to Jpoint.

– Please look at this out of date map for help. Best idea is to arrive at Jesuspoint:

https://hambacherforst.org/wp-content/uploads/2019/01/Barrios.jpg

What to bring

– at the moment theres a very small capacity in sleeping spaces we can offer, so it would be great if people bring sleeping/camping stuff

– we have no idea how many people will show up so please bring some vegan food for the communcal kitchen if you are able

– your climbing equipment if you have

– a waterproof jacket and shoes, a warm sleeping bag and a headlamp are always a good idea

– there is also a lot of pollen in the forest around this time of the year so if you have allergies bring your medicine

– POLY PROP !

This is a self organised event

– it is important that people participate in dumpster diving and bringing water for the duration of the event

– self organised doesn’t mean self cleaning, please bring your trash with you when you leave

Staying in the forest

– beyond the human occupants of this place there are also wild animals that share the space with us and it is important to respect their needs

– there will be designated camping areas. Please use paths instead of cutting through the forest

– if you have red light better to use that instead of white both human and nonhuman animals will appreciate it

– it is possible that you will meet boars in the night. They are as scared of you as you are of them. You can softly clap your hands and talk to them, they will move away and give you space. There is no need to scare them further, scream at them or blind them with your light

Identification

– there is a possibility that there will be police controls in the area, in that case updates will be on the blog

– people can think beforehand if they would choose to identify themselves or not and plan accordingly, e.g. carry or not carry ID with them

– leave your phones in your tents and outside communal areas

SEXIST, RACIST & TRANSPHOBIC ATTITUDES WILL NOT BE TOLERATED

nonhuman friends are always welcome 🙂

more questions? mail@nullhambacherforst.org (PGP is welcome)


Anreise

– Zug: S19 von Köln, aussteigen in Buir (Kerpen). Fahren ohne Ticket ist möglich, aber es wird oft kontrolliert, deshalb empfehlen wir Wachsamkeit

– Trämpen: Tankstelle in Frechen ist eine gute Möglichkeit von der Autobahn (A4) zu kommen, von da S19 Frechen-Königsdorf

– Von Buir Bf: Abgang links unten an der Treppe, weg von der Stadt. Überquere die Brücke über die Autobahn. Weiter auf der Straße, bis du zu einer Kreuzung zwischen Asphaltstraßen kommst, dann links ab biegen. Als nächstes rechts auf einem Schotterweg, wo ein großes blaues Schild steht. Diesem Weg geradeaus folgen, vorbei an einem Kieswerk auf der linken Seite, bis zum Haupteingang des Waldes. Geradeaus weiter, bis du zu Jpoint kommst.

– Schau dir am besten diese veraltete Karte an, um Hilfe zu bekommen. Die beste Idee ist, zu Jesuspoint zu gelangen:

https://hambacherforst.org/wp-content/uploads/2019/01/Barrios.jpg

Was mitbringen

– es gibt gerade nicht so viele Schlafplätze die wir anbieten können, deshalb wäre es gut wenn du mitbringst, was du dafür brauchst, z.b. ein Zelt oder Hängematte + Plane

– Wir haben keine Ahnung, wie viele Leute kommen werden, also bring bitte veganes Essen für die Gemeinschaftsküche mit, wenn du kannst.

– Kletterausrüstung wenn du welchen hast

– wasserdichte Jacke & Schuhe, warmer Schlafsack, Kopflampe

– Gerade gibt es viel Pollenflug, wenn du allergisch darauf reagierst entsprechende Medikamente

– POLY PROP !

Die Veranstaltung ist selbstorganisiert

– es ist wichtig, dass Leute sich an Containern, Wasserholen, Kochen enw. Beteiligen

– bitte kümmere dich um deinen Müll

Aufenthalt im Wald

– neben den menschlichen Bewohner*innen dieses Ortes gibt es auch wilde Tiere die diesen Ort mit uns teilen und auf deren Bedürfnisse zu achten ist wichtig

– es wird ausgewiesene Campingplätze geben. Bitte nutzt Wege, anstatt durch den Wald zu schneiden

– wenn möglich verwende bei deiner Kopflampe das rote statt den weißen Licht, sowohl Menschen als auch nicht-menschliche Tiere werden sich darüber freuen

– es kann passiern, dass man Wildschweinen begegnet. Diese haben Angst von dir so wie du Angst vor ihnen hast. Leichtes Händeklatschen oder Zureden reicht um sie auf dich aufmerksam zu machen, sie werden dann wahrscheinlich gehen. Es ist nicht notwendig, sie zu anschreien oder mit der Lampe zu blenden

Polizei & co

– im Umfeld der Veranstaltung, kann es passieren, dass die Polizei Kontrollen durchführt. In diesen Fall werden wir versuchen, auf den Blog aktuelle Information zu teilen

– wir empfehlen, dass du dir vorher überlegst, ob du der Polizei angaben zu deiner Identität machen möchtest und entsprechend deiner Entscheidung deine Tasche packst (also ob du Dinge mitnimmst, anhand derer sich deine Identität belegen oder herausfinden lässt, z.b. Personalausweiss

– mach dir Gedanken über di Übermachungs Möglichkeiten, die dein Smartphone bietet, welche Auswirkungen das auf die Leute um dich herum haben könnte

SEXISTISCHE, RASSISTISCHE & TRANSPHOBE EINSTELLUNGEN WERDEN NICHT TOLERIERT

nicht-menschliche Freund*innen sind immer wilkommen 🙂

noch fragen? mail@nullhambacherforst.org (gerne verschlüsselt)

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