Persönlicher Rückblick auf die Großdemo am 06.10.18

Mit diesem Text möchte ich mich an den zuletzt veröffentlichten Bericht

Dear Life, i want my Meadow back – Persönliche Perspektive einer Aktivistin auf die Ereignisse der letzten Monate – Achtung, Gefühle!


anschließen.
Auch hier gilt: Es ist eine persönliche Perspektive, keine allgemeingültige „Wahrheit“.

Als ich am Bahnhof Buir angekommen bin und sich bereits dort die Massen stauen, die zur Großdemo gehen, habe ich einen Kloß im Hals. Ich weiß, dass gerade viele einen Sieg feiern. Aber ich kann mich kaum freuen. Sicher, die Nachricht dass die Rodungen ausgesetzt wurden, hat auch bei mir ein gutes Gefühl hinterlassen. Ein Gefühl von: Hahaha, der ganze Monster-Einsatz der letzten Wochen für den Arsch. Ihr kriegt uns nicht klein, und jetzt dürft ihr nicht mal roden.
Aber der Preis dafür ist so unfassbar hoch. Der Wald leidet unter dem Polizeieinsatz, unter den tausenden Leuten die jetzt hindurch laufen, unter dem Druck ein Symbol zu sein.
Menschen leiden. Unter dem Tod von Steffen. Unter der Gewalt die Polizist_innen ihnen angetan haben. Unter dem Wissen das noch immer Menschen im Knast sitzen, vielleicht noch für lange.

Und dann stehe ich in mitten einer Menschenmenge, die dorthin strömt wo mal mein zu Hause war. Ein zu Hause, das mir über viele Jahre ein Gefühl gegeben hat dass ich zuvor nicht gekannt habe. Weiter lesen!

Dear Life, i want my Meadow back – Persönliche Perspektive einer Aktivistin auf die Ereignisse der letzten Monate – Achtung, Gefühle!

Mit dem Rodungsstop für voraussichtlich mehrere Jahre, haben wir einen riesigen Sieg errungen. Warum also trauere ich?

Triggerwarnung: Polizeigewalt, psychische Gewalt, psychische Folgen von Gewalt, Suizid(versuche), der Tod von Steffen, Sex, Emo-Zeugs generell

Spätestens seit dem 28. August dieses Jahres haben sich die Ereignisse im Hambacher Forst überschlagen, und erst Mitte Oktober ist langsam wieder Ruhe eingekehrt, zumindest sind die Veränderungen und Ereignisse nicht mehr ganz so sichtbar. In der Zeit ist sehr viel passiert und vieles davon ist in der öffentlichen Wahrnehmung nicht sichtbar. Und überhaupt keine Beachtung findet die Frage, wie es mit all den Ereignissen und all den Veränderungen eigentlich den Aktivistis geht. Ich möchte hier eine sehr persönliche und emotionale Perspektive auf den „Hambacher Herbst“ darstellen und hoffe, dass andere meinem Beispiel folgen und es Lesis möglich machen, einen Blick hinter die Kulissen und unter die Vermummungen zu werfen. Weiter lesen!

Ein paar persönliche Gedanken zum Polizeieinsatz gegen Krähennest am Donnerstag, den 22.11.18

Friede den Hütten – Krieg den Palästen
Der Polizeieinsatz zur Zerstörung aller Bodenstrukturen im Barrio Krähennest am Donnerstag zeigt einmal mehr exemplarisch, wie verlogen die Begründungen und Pressemitteilungen der Polizei und ihr nahestehender Medien sind.
Entgegen der Behauptungen gab es im Krähennest weder Barrikaden, noch Rettungswege, die freigeräumt werden mussten.

„Müll und andere Gegenstände, die nicht in den Wald gehören“?
Es ist zynisch unsere Küche und unseren Tipi mit Feuerstelle als Müll zu bezeichnen angesichts der Absicht von RWE, Weiter lesen!

Angriffe von Secus

Folgender Bericht wurde uns zugesendet:

Auf das Krähennest fanden in den vergangenen Tagen (Stand 14.11.18) eine Reihe von Attacken, aus unserer Sicht mit hoher Sicherheit durch Mitarbeitende von RWE bzw. Subunternehmen durchgeführt, statt:

  • nächtliches Werfen von Explosionskörpern (Böller etc), mehrfach, zuletzt in der Nacht zum 14.11. im Zeitraum 0.55 bis 1.15 insgesamt 4 Stück, nach Gehör offensichtlich von der alten A4 aus an unterschiedlichen Stellen in den Wald. Diese Attacken werten wir als nicht gezielt gegen uns sondern v.a. auch gegen den Wald bzw. Tiere gerichtet.
  • Weiter lesen!

Ticker November 2018

23. November 2018
14:15 @HambiChaos: Die letzte der gestern verhafteten Personen ist soeben nach der Haftprüfung in Düren entlassen worden.

22. November 2018
@HambiBleibt | Enough is Enough! @enough14 | @krahennest | #endor
Siehe weiter unten auch die mutwillige Zerstörung der Gedenkstätten

22:00 Während des heutigen Polizeieinsatzes wurde unter fadenscheinigem Vorwand das Wiesen Camp von ca. 100 Beamten mit 20 Einsatzfahrzeugen und einem Helikopter gestürmt. Begründet allein durch Behauptung von 2 RWE Securities, es sei ein Stein nach Ihnen geschmissen worden. Zeugen können bestätigen, dass diese Aussage falsch ist. Dabei wurden unter Gewalt­anwendung die Personalien von einem dutzend Menschen festgestellt und zwei Aktivistin aufgrund des behaupteten Tatverdachts angezeigt. Ein ausführlicher Bericht folgt zu einem späteren Zeitpunkt.
20:29 Hambi Bleibt: Denkmäler für zwei in diesem Jahr verstorbene Hambi Kameraden, Steffen & Waka, wurden von RWE & der NRW Police zerstört #RestInPowerWakaRIP WakaRIP Steffen
19:01 Hambi Mahnwache: Besucher der Mahnwache berichteten uns von der heutigen Zerstörung der Gedenkstätte von Steffen an der damaligen Absturzstelle und übergaben uns u.a. diese Bilder: @HambiMahnwache
17:27 Uns erreicht gerade die Meldung dass auf der Autobahn bei Kerpen zivile Cops unterwegs sind. Und Autos die Richtung #hambi fahren kontrollieren. Passt auf!!
16:38 Cops im und rund um Wiesencamp am Rand des Hambacher Forstes.
15:57 Krähennest Polizei und RWE-Mitarbeiter haben alle das Nest verlassen. Unsere Bodenstrukturen sind zerstört, aber sie haben unsere Toilette und unsere Baumhäuser in Ruhe gelassen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, wir brauchen Essen und Wasser. Oder wenn du Zeit hast, ihr seid alle willkommen ♡♥♡
15:39 Die Soundsystem-Solisponti vom Bhf Buir macht sich als Demozug auf den Weg! Kräftige Beschallung ist vorhanden. Tanzen hilft! Weiter lesen!

Warum wir keine Polizei im Wald wollen

Beim heutigen Waldspaziergang (11.11.) haben zwei Kontaktbeamte der Polizei teilgenommen. Durch ständige Aufforderungen und Transpis haben die Kontaktbeamten gemerkt, dass sie im Wald nichts verloren haben und sind daraufhin gegen Ende des Spaziergangs gegangen.

Was es für Menschen bedeutet, wenn Polizei im Wald ist, können viele Menschen, die noch nicht viel mit der Polizei zu tun hatte und nicht bei den Räumungen dabei waren, schwer verstehen. Wochenlang wurde der Wald durch Hundertschaften, SEK, Räumpanzern belagert. Wochenlange Räumung, das bedeutet nächtelanger Schlafentzug, psychischen Druck und Stress, mitzubekommen, wie deine Freund*innen verprügelt werden und die Zerstörung von einem Zuhause. Dieser Psychoterror der Polizei der letzten Monaten hatte bei vielen Menschen traumatische Folgen. Der Hambacher Forst war und ist neben einem Lebensraum für viele Menschen vor allem ein Freiraum, und das ist er nicht mehr, wenn die Polizei durch den Wald läuft.

Es gab heute viele kleine Runden, in denen das Thema “Polizei im Wald” energisch und emotionsgeladen diskutiert wurde. Da viele Menschen auf dem Waldspaziergang nicht verstehen konnten, warum wir so reagieren, möchten wir es hier noch einmal verständlich machen, da heute oft nicht der Ort und die Ruhe für eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema war. Weiter lesen!

Danksagung der Familie Meyn

Steffen Meyn  ∗ 11. September 1991 – † 19. September 2018

Immer bist Du da, wo wir sind!
Unser Herz ist erfüllt von Deiner Liebe,
die Du mit uns geteilt hast.
Wir lächeln, sind glücklich und dankbar,
weil du mit uns gelebt hast.
Unsere Augen sehen all das, was Du hinterlassen hast.
Wir tun, was Du gewollt hättest:
Unsere Augen öffnen, lieben, lächeln, weitermachen.
Mit Wertschätzung und Achtung den Menschen,
den Tieren, der Natur begegnen.
Die Schöpfung bewahren, verantwortungsbewusst mit
der Umwelt, mit Mutter Erde umgehen und dass wir
unsere Werte mit Liebe, Mut, Kraft, Ausdauer und
mit Gottes Hilfe standhaft vertreten.
In unseren Herzen lebst Du, Dein Tun, Dein Sein, weiter.
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Es ist erst mal wieder ruhig im Wald – Ein Zwischenbericht

Liebe Hambis, diese Nachricht habe ich gerade meinen Schwager geschickt. Sie bedarf keiner weiteren Erklärung:

Hallo X, wie ich hörte, machst du dir Sorgen um den Müll im Hambacher Wald. Zu Recht. Anders als die Polizei verbreiten ließ, ist er durch die Räumungen entstanden, als die Baumhäuser mitsamt Einrichtung auf dem Waldboden verstreut wurden, darunter auch Fenster. Aber es wurde inzwischen etwas unternommen. Das hier war eine Meldung vom 14. Oktober auf Twitter:

Heute war #Hambiputz @Oaktown1312 ist voll Scherben. Helft Clumsy & Co mit Baubesen, Schaufel, Rechen, Schubkarre, evtl.Sieb, feste Tüten o.Ä., Handschuhe. Scherben haben wir erstmal an einer Stelle gesammelt. #HambacherWald #Hambibleibt.

Da sind ja viele Leute, die zumindest im nicht enden wollenden Sommer barfuß herum laufen. Du kannst dir alle Bilder von vor der Räumung ansehen: nirgendwo auch nur ein Fitzelchen Müll.

Die Fledermaushöhlen sind inzwischen auch wieder frei. https://hambacherforst.org/blog/2018/10/11/fledermausaktion/ Weiter lesen!

Dokumentation und Repression

vom Ermittlungsausschuss

Als Ermittlungsausschuss wollen wir rechtswidriges Verhalten und Gewaltanwendungen seitens der Polizei oder RWE Mitarbeitenden dokumentieren. Mit den Daten versuchen wir die Aufmerksamkeit rund um die Räumungen im Hambacher Forst zu nutzen, um das Thema Polizeigewalt und Repression mehr in die Öffentlichkeit zu rücken.
Wenn du uns etwas berichten möchtest, was du erlebt hast, kannst du uns (am besten verschlüsselt) eine E-mail schreiben: legalsupporthambi@nullriseup.net

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