RIP (Ruhe In Power) Waka, für immer bei uns…..

Update Der Vater von Waka hat uns geschrieben: Guten Tag, ich bin der Vater von Waka. Ich suche Bilder von ihm und Berichte von denen, die ihn gekannt haben. Danke. Meine Mail medjahed.salem607@nullgmail.com

Unser lieber Freund und Genosse Waka ließ an diesem Sonntag sein Leben an der Front gegen soziale und ökologische Herrschaft, im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus. Dies ist damit der zweite Todesfall, den die Hambacher Forst Besetzung innerhalb kürzester Zeit verarbeiten muss.

In Trauer und gleichzeitig Wakas Leben und Energie feiernd haben die Hambacher Forst Verteidigis die Nachricht aufgenommen, dass sein Name an diesem Sonntag der langen Liste derer hinzugefügt werden musste, die das ultime Opfer brachten, um Gemeinschaften, Ökosysteme und die Erde zu beschützen. Unsere Solidarität und Unterstützung gilt allen, die geliebte Menschen im weltweiten Kampf gegen soziale und ökologische Zerstörung verloren haben!

RIP, Ruhe in Power Waka!
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Şehîd Şahîn Qereçox (Waka’s kurdischer Name, dessen letzter Teil zur Erinnerung an Anna Campbell gewählt wurde), seinen Freunden als Waka bekannt, ist leider am 7. Oktober im Kampf gegen Daesh (IS) in Hajin gefallen.

Er kämpfte seit 4 Monaten mit der YPG für die Revolution in Rojava. So lang ich ihn kannte, war er ein liebender Genosse und ein echter Revolutionär. Es fällt mir schwer, ihn zu beschreiben – er war so bedacht und kreativ, dass er sich einfachen Schubladen entzog. Was immer ich schreibe, kann immer nur an der Oberfläche dessen kratzen, was er mir und so vielen anderen bedeutete.

Ich werde nie seine mutigen Taten und Bestreben vergessen, für eine Welt zu kämpfen, von der er wusste, dass sie möglich ist. Eine Welt frei von Unterdrückung, Patriarchat und Ökozid, wo die Menschen kooperativ im Geiste von gegenseitiger Hilfe leben, anstatt vom Kapitalismus vereinzelt und verängstigt zu werden. Er war immer bereit, Repression oder Polizeigewalt zu riskieren, um das zu verteidigen, woran er glaubte. Im Hambacher Wald zögerte er nie, sich selbst in Gefahr zu bringen, um die Ausbeutung und Zerstörung der Erde zu stoppen. In Pont Valley, England, hat seine Kreativität und harte Arbeit eine Kampagne befeuert zur Verteidigung von Gemeinschaften und Wildtieren gegen Kohlegewinnung im Tagebau. Şahîns Einfallsreichtum machte ihn zu einem wertvollen Mitglied in jeder Gemeinschaft, in der er sich befand. Er arbeitete oft hart daran, Strukturen zu bauen, zu kochen und den ganzen Raum einladender für alle zu machen, damit sie sich wohl fühlen konnten. Er brachte immer seinen charmanten Witz in jedes Gespräch und wir konnten viel von dem lernen, was er zu sagen hatte.

Sein Temperament war nie aggressiv, er war auch nicht scharf auf körperliche Konfrontation und anfangs war es eine Überraschung zu hören, dass er mit der YPG kämpfen wollte. Aber tatsächlich, wenn man an seine vielen anderen mutigen Taten denkt, sollte es überhaupt keine Überraschung sein, dass er für das kämpfen würde, woran er auf seine Weise glaubte. Sein unerschütterlicher Mut und seine Selbstdisziplin, ohne in Macho-Verhalten zu verfallen, ist eines der vielen Dinge, für die ich ihn bewunderte.

Dies war eins der Dinge, die ihn zu einem wahren Revolutionär machten – er wusste, dass eine Revolution nicht nur etwas ist, was man herstellt oder baut, es ist etwas, was man aus dem Inneren tut, und es ist ein Teil von dem, was du bist. Alles, was er tat, war sehr bewusst und klar politisch. Er scheute sich nie davor, sein eigenes Verhalten oder das seiner Kameraden zu kritisieren. Er wollte das Beste aus jedem Tag seines Lebens machen und jeder freie Moment wurde damit verbracht, eine Sprache zu lernen, zu trainieren, zu lesen und neue Ideen zu teilen. Etwa eine Woche vor seinem Tod wurde er zum stellvertretender Kommandeur der YPG International Tabur ernannt und er war standhaft motiviert, nicht nur die körperliche Verfassung aller zu trainieren, sondern auch die revolutionäre Kultur in der Einheit aufzubauen.

Eine wertvolle Erinnerung, die ich an ihn habe, bevor er nach Rojava kam, war, als wir zusammen durh Europa trampten. Egal, wer uns mitgenommen hat, ich erinnere mich, wie er sich sofort mit ihnen unterhalten hat, als ob sie alte Freund*innen wären. Er war immer scharf darauf, über seine Ideen zu sprechen und hatte niemals das Bedürfnis, unehrlich über seine Überzeugungen zu sein. Durch seine entwaffnende Freundlichkeit und Ehrlichkeit mochten ihn alle, die wir auf dieser Reise kennenlernten, auch wenn sie ihm nur kurz begegnet waren.

Ich möchte euch diese Nachricht in Erinnerung an einen wahren Helden senden. Ein Landverteidiger, Jagdsaboteur, Anarchist, Anhalter-Experte und Containertaucher, Revolutionär, Freund und ein wunderbarer Genosse. Ich bedauere nur, dass ich ihm das alles nicht ins Gesicht gesagt habe, aber der Kampf für die Freiheit geht weiter und ich werde es in seinem Gedächtnis tun, inspiriert von allem, was er getan hat und was er mir beigebracht hat.

Şehîd namirin.

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Ein Kommentar

  1. Er ist noch da. Seine Seele ist bei Euch.

    Und irgendwann geht er ins nächste Leben …. das entscheidet er selbst.

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