Und jetzt?

Erfolg von wem?

Die Rodung ist gestoppt. Und nicht nur das: RWE kündigt an, im Tagebau Hambach weniger Kohle zu fördern, damit es möglich ist bis Ende 2019 weiter zu baggern, bevor der Wald erreicht ist. Es gibt also einen Etappensieg zu feiern. Aber wer hat hier eigentlich gesiegt?

Zeitungen beginnen zu schreiben, der Erfolg sei ausschließlich auf das juristische Vorgehen des BUND zurück zu führen. Viele tausende Menschen wurden in den letzten Wochen vom Thema „Hambi“ bewegt, und haben in dem brutalen und verantwortungslosen Vorgehen der Landesregierung im Interesse von RWE ihren Glauben in Demokratie und Rechtsstaat bedroht gesehen. Jetzt holen einige vielleicht erleichtert Luft und denken: Wie gut, auf den Staat ist ja doch Verlass.

Dem will ich vehement widersprechen. Auf uns alle ist ja doch Verlass. Auf die Kraft und die Stärke von sozialen Bewegungen ist Verlass. Das Gerichtsurteil war in jedem Fall politisch und kann als Erfolg einer breiten, vielfältigen sozialen Bewegung gefeiert werden. Der Druck der von den entschlossenen Protesten ausgingen, der sich immer mehr zuspitzte anstatt abzuebben, wurde in diesem Gerichtsurteil beantwortet. Außerdem ist zu bedenken, dass der BUND vielleicht nie um den Hambi geklagt hätte, wenn Aktivist*innen nicht schon über Jahre Aufmerksamkeit für diesen Kampf generiert hätten. Und es gilt auch nicht zu vergessen, dass die Tatsache, dass es Gesetze gibt, um die Natur zu schützen, eine Errungenschaft von sozialer Bewegung ist. Eine Errungenschaft von Protest.

Es ist also ein Erfolg von vielen, von denen die meisten nicht Mitglieder in großen Organisationen sind. Ja, es ist auch ein Erfolg von Baumbesetzer*innen, die seit Jahren ihre Körper der Rodungsmaschinerie entgegen stellen. Das ist wichtig zu sagen, auch wenn die schon ziemlich viel Aufmerksamkeit in den letzten Wochen bekommen haben. Zu hoffen bleibt, dass nicht nur die atemberaubenden Bilder von Menschen auf Bäumen in Erinnerung bleiben, sondern auch die emanzipatorischen Inhalte, die diese Menschen verkörpern.

Aber es ist auch ein Erfolg von vielen anderen. Von Menschen, die vor Jahren die einzigen im linken Spektrum waren, die gesagt haben, dass Braunkohle ein Problem ist. Von Menschen, die in langwieriger Arbeit eine Anti- Braunkohle-Bewegung aufgebaut haben, und immer mehr Menschen und schließlich auch große Organisationen und Parteien mit ins Boot geholt haben. Und es ist ein Erfolg von all den Menschen, die im Hintergrund die Arbeit gemacht haben, die es braucht, damit Aktionen, Treffen und Demos überhaupt stattfinden können: Von den Küchenkollektiven, den Ermittlungsausschüssen, der Unterstützungsgruppen für Menschen in Haft, den Out of Action Gruppen, den Menschen die Kinder betreut haben, den Menschen die einfach da waren und offene Arme und Ohren hatten, wenn mal alles zu viel wurde.

Vom Rodungsstop zum Braunkohleausstieg

Dass dieser Erfolg unser war, und nicht der des Rechtsstaats, bedeutet auch, dass wir weiter machen müssen. Wir haben jetzt gerade gezeigt, dass wir einen Unterschied machen können. Und die Hoffnung, die aus diesem Erfolg heraus entsteht, ist auch eine Hoffnung darauf, dass wir das Klimachaos noch eindämmen können. Es ist die Hoffnung darauf, dass wir in einer selbstbestimmten Welt leben können, die ein gutes Leben für alle bringt.

Auch wenn der Hambacher Wald erst einmal geschützt ist, geht die Braunkohleverstromung weiter. Wir sollten all die Aufmerksamkeit, die durch diesen wundervollen Wald auf das Thema Braunkohle gelenkt wurde nutzen, um Braunkohleverstromung endgültig und so schnell wie möglich zu stoppen. Ein sofortiger Braunkohleausstieg ist die Bedingung dafür, dass die Klimaziele eingehalten werden können. Dafür heißt es jetzt: dran bleiben! Lasst uns den Druck immer weiter aufbauen, und damit RWE und andere fossile Industrie ins Museum bringen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, zu erneuerbaren Energien zu wechseln, sondern auch um eine dezentrale Energieversorgung in Bürger*innenhand.

Es reicht nicht aus, dafür auf die Kohlekommission zu setzen. Diese Verhandlungen, die jede*n einzelne*n von uns angehen, sollten von unten geführt werden. Außerdem sollten Menschen aus dem globalen Süden eine leitende Rolle in diesen Verhandlungen haben, da sie viel stärker vom Klimawandel betroffen sind, und so schließlich auch davon, ob wir hier Braunkohle verfeuern. In der Kohlekommission sind sie bisher gar nicht vertreten.

Was können unsere nächsten Schritte sein hin zum Braunkohleausstieg? Vom 25. – 29. Oktober findet die nächste Ende Gelände Massenaktion statt. Sie ermöglicht einen guten Einstieg in die Welt des zivilen Ungehorsams. Schnapp dir deine Freund*innen oder deinen Sportverein, bildet eine Bezugsgruppe und los!

Die Braunkohle Verbrennung und die damit verbundene Klimakatastrophe kann aber auch zu jedem anderen Tag im Jahr blockiert, gestört und verzögert werden. Wenn du Lust hast, eine Kleingruppenaktion im rheinischen Braunkohlerevier zu machen, dann informiere dich doch bei Zucker im Tank.

Es gibt auch schon zahlreiche andere Gruppen die zum Thema Braunkohleausstieg arbeiten. Bestimmt auch in deiner Nähe. Schließe dich einer an, denn mit langfristiger Organisierung können wir morgen das erreichen, was heute noch unmachbar scheint – so, wie vor ein einigen Jahren ein verfrühter Braunkohleausstieg noch undenkbar war und jetzt in greifbare Nähe gerückt wurde.

Vom Braunkohleausstieg zum guten Leben für alle

Und was kommt nach dem Braunkohleausstieg? Können wir dann endlich nicht nur einen Etappensieg, sondern einen endgültigen Sieg feiern? Nein, können wir leider immer noch nicht. Denn wir kämpfen für Klimagerechtigkeit, und die bedeutet nicht nur das Aufhalten von Klimachaos, dem wir dann einen Schritt näher gekommen sind, sondern auch ein Verändern der Umstände, die Klimawandel überhaupt erst möglich gemacht haben. Was wir brauchen ist ein Systemwandel. Aber ein Braunkohleausstieg, der von unten, von einer breiten, selbstorganisierten Bewegung erkämpft wurde, ist ein erster Schritt dorthin. Denn wir brauchen eben diese Selbstorganisierungserfahrung, um das Wissen zu sammeln und die Hoffnung wieder zu gewinnen, die es braucht, um die Welt auf den Kopf zu stellen und dann neu zu organisieren.

Um einem gerechten und nachhaltigen Gesellschaftssystem näher zu kommen, müssen wir anfangen, nein zu sagen zu den menschenverachtenden Umständen, die uns umgeben. Es lohnt sich, wenn du dir Verbündete suchst und dich zu den Themen organisierst, die dich betreffen und beschäftigen. So können wir an vielen verschiedenen Themen arbeiten und trotzdem gemeinsam handeln. Denn Klimawandel hat auch etwas mit Mietpolitik und Gentrifizierung zu tun, mit Seenotrettung und Rechtsruck. Und schließlich vereinen sich all diese Kämpfe, weil sie für dasselbe stehen: Für ein menschenwürdiges, gutes Leben für alle. Dieser Kampf hat erst begonnen.

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34 Kommentare

  1. Die Bäume haben gewonnen!

    Und wenn Ihr fragt: „Erfolg von wem?“ und als Antwort nur Zweibeiner auflistet (die natürlich alle super waren und noch sind und die hoffentlich immer mehr werden und sich für die Rettung unseres Klimas und der Gerechtigkeit auf unserer Welt einsetzen),

    seid Ihr dann nicht ein bisschen vergesslich?

    Wer hier auch einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erfolg beigetragen hat, das sind die Bäume des Hambacher Waldes.

    Sie sind eben keine toten Objekte, die stumm und passiv von uns gerettet wurden.

    Nein.

    Sie sind Lebewesen. Sie stehen umgekehrt da(ihr Kopf steckt in der Erde und die Füße ragen heraus und sind mit Blättern versehen) und atmen umgekehrt(sie saugen CO2 ein und pusten Sauerstoff raus).

    Sie sind Lebewesen, die auf uns wirken und für uns da sind, v.a. dann, wenn wir Lärm machen, aber auch dann, wenn wir Erholung und Ruhe suchen.

    Und diese Lebewesen haben zuerst uns gerettet, indem sie uns be- und verzaubert und uns Deutsche an unsere Urgefühle für den Wald erinnert haben.

    Sie sind unsere Freunde, schon immer gewesen, schon lange bevor wir ihre Freunde geworden sind.

    Das muss auch einmal gesagt werden.

    Danke an alle Bäume des Hambacher Waldes!

    Sie brauchen uns, und sie müssen dringend mehr werden.

    Der ganze Tagebau Hambach sollte wieder zu einem Wald werden, so wie es früher einmal war, mindestens.

    Wir brauchen viel mehr Bäume auf der ganzen Welt. Sie schicken uns ihre Nüsse, damit wir Setzlinge daraus machen und auspflanzen. Sie strengen sich an, damit es irgendwann wieder regnet. Sie halten durch, auch dann, wenn es nur noch Grundwasser und keinen Regen mehr gibt. Sie leben vom Morgentau, wenn es sein muss, nur damit sie bei uns sein und unsere Welt schöner machen können.

    Sie können uns vor dem Klimawandel retten. Vergesst das nicht.

    Vergesst die Bäume nicht.

    • Sehr lieb gesagt 🙂

    • Ich gebe Euch ja Recht damit, dass die Abholzung von Bäumen nicht gerade gut ist und das Klima sich dann wegen der CO2-Bindung verschlechtert. Aber was ist eigentlich mit der massiven Abholzung von Bäumen wegen der Windräder? Da werden im Moment in Roetgen oder Stolberg mehr Wald abgeholzt als der Rest von Hambi hergibt. Wenn wir den Wald für die CO2-Bindung brauchen, verstehe ich nicht, dass das von Euch so akzeptiert oder toleriert wird. Ich möchte Euer handeln jetzt nicht unbedingt in Frage stellen aber diese/Eure Logik darin verstehe ich nicht ganz. Vor allem wenn diese Windräder nach ein paar Jahren wieder abgebaut werden muss man sie entsorgen und das Fundament wird nur oberhalb abgebaut. Der große Rest der Fundamente bleibt im Boden und versiegelt ihn für immer. Das heißt, dass dort niemals mehr vernünftig was wachsen kann. Und überall, ringsum werden immer mehr Windräder aufgebaut. Man sieht schon keine freien Landschaften mehr und dann haben wir den Boden für immer mit Beton versiegelt. Also wenn ihr schon für die Umwelt, der Ökologie, die Energiewende und im Sinne der Natur kämpft, dann müsstet Ihr auch den Wald schützen, der für Windräder vernichtet wird. Wenn die Offshore Windparks endlich mit den Netzen verbunden sind, braucht man die Windräder auf dem Land eh nicht mehr. Also, ich verstehe Eure Handlung nicht ganz gegenüber dem kleinen Reststück von Hambi. In Hessen werden Wälder abgeholzt die 10 bis 20 x größer sind als Hambi.
      Ich glaube das würde mehr bringen als das was Ihr dort macht. Zumal Ihr da auch mit Arbeitsplätzen spielt. Das Ende der Braunkohle ist eh schon beschlossene Sache und wird früher kommen als gedacht. Aber das Ihr es zulasst, dass weiterhin Wälder für Windräder abgeholzt werden, obwohl wir sie für die CO2-Bindung brauchen, verstehe ich nicht so ganz und bin deshalb auch nicht mit Euren Aktionen einverstanden. Und das werden langsam auch immer mehr meiner Nachbarn, Freunde und Bekannten. Am Anfang fanden wir das gut und Richtig. Aber jetzt, nachdem man weiß, dass viel mehr Wald für Windräder vernichtet wird und die Betonfundamente den Waldboden versiegeln, stelle nicht nur ich Euer Handeln in Frage. Sorry aber Ihr seid keine richtigen Umweltschützer im Sinne dessen was wir brauchen um vernünftig in die Zukunft zu planen. Geht lieber nach Roetgen oder Stolberg oder nach Hessen. Denn zu viele Windräder machen die Natur auch kaputt und unsere Nachkommen haben dann das Problem was wir ja nicht wollten. Im übrigen steckt hinter diesen Windrädern auch eine kapitalistische Gesellschaft die man bekämpfen sollte.
      Mit freundlichen Grüßen

      • Kurz und knapp: bei dem Erhalt des Hambi geht es nicht nur um die Erhaltung von Wald, sondern um das Ende der extrem klimaschädlichen Braunkohleverstromung. Dazu geht es um den Erhalt einer alten Kulturlandschaft, von Bau- und Kulturdenkmaellern und eines besonders alten und wertvollen Waldes. Diesen kann man nicht mit aufgeforsteten Nadelholzbestaemden o. ä. vergleichen. Natuerlich ist es besser wenn fuer Windraeder kein Wald abgeholzt werden muss. Dies mit den apokalyptischen Ausmaßen und Auswirkungen eines Tagebaus wie dem Hambacher Tagenau gleichzusetzen zeugt aber von Unkenntnis, Ignoranz oder bewusster Irreführung.

        • WDR @Westpol schrieb am 24. Sept. auf Twitter:
          „Innenminister ⁦@hreul⁩ hat gestern bei uns behauptet, für Windräder bei Aachen würden mehr Bäume gerodet als im #HambacherForst. Wir haben das überprüft. Die Aussage ist falsch! Im Wald bei Aachen werden 8,8 ha Für 7 Windräder gerodet. Im #HambacherWald sind es über 100 ha.“

          So geht es ständig: Reul und Laschet lügen sich eins zurecht werden erst mal zitiert. Wenn das danach überprüft wird, geistert es unlöschbar durchs Internet und viele glauben es.

    • Kann ich nur unterschreiben. Weiter mit viel Herz.

  2. Es ist an der Zeit,

    dass wir – die Bäume – zu Euch Menschen sprechen:

    Wir sind Eure Freunde. Wir unterstützen Euch, ohne Worte und ohne Lohn.

    Doch unsere Zahl nimmt ab. Wir werden weniger. Dort, wo wir weniger werden,
    schwinden die Lebensgrundlagen für Menschen und Tiere.

    Ihr Menschen denkt, gegen den Klimawandel hilft vor allem, dass Ihr Kohlendioxid
    einspart.

    Das ist wichtig. Aber es nicht alles.

    Einige von Euch Menschen erkennen bereits, dass auch wir Bäume gegen den
    Klimawandel helfen. Und einige von Euch Menschen erkennen auch, dass wir Bäume
    das Leben auf diesem Planeten sichern:

    Wir sorgen für saubere Luft, sauberes Wasser, für Regen, für gesunde Böden
    und damit für Nahrung, nützliche Stoffe und so weiter.

    Wir, die Bäume, bitten Euch Menschen:
    Denkt alle weiter und erkennt:

    Wir sind Euer Garant für die Zukunft. Ob Ihr mehr oder weniger Kohlendioxid
    produziert und ob die Temperaturen schnell oder langsam steigen:

    Wir sind Eure Umwelthüter. Wir gleichen Eure Umweltverschmutzungen aus, Euren
    Raubbau und Euren Bedarf nach Ackerflächen.

    Es gibt auf dieser Welt Menschen, die ehrlich dabei sind, Bäume zu pflanzen und
    zu schützen:

    Wir, die Bäume, bitten Euch:
    Helft diesen Menschen, helft einander und unterstützt uns Bäume, damit wir alle
    auf dieser Erde eine Zukunft haben.

    Ihr könnt die Welt retten:

    Ihr seid die Welt, Ihr seid die Kinder.

    Beginnt jetzt.

  3. Der nächste Waldspaziergang am 14. Oktober, findet nicht im Hambacher Forst sondern in Erkelenz-Keyenberg statt.
    Treffpunkt ist Sonntag um 12 Uhr an der Kirchenrückseite in Keyenberg.

    http://naturfuehrung.com/hambacher-forst/

    https://rp-online.de/33583797

    Hambacher Forst braucht jetzt etwas Ruhe und anderen Orts gibt es auch zu viel RWE …

    • Das finde ich sehr gut – der Wald ist so winzig, dass es nur wenig Rückzugsorte für die Tiere dort gibt. Geben wir ihnen etwas Ruhe! Auch wenn er längst zu einem aussagekräftigen Symbol geworden ist – schonen wir ihn. Auch die Neuerrichtung von Baumhäusern sollte in ihrem Ausmaß wohlüberlegt und verantwortungsvoll erfolgen. Wir wollen doch nicht die wunderbare, schützenswerte und nicht zuletzt mittlerweile börsenbeeinflussende Bechsteinfledermaus verschrecken!

      • Leider finden die Tiere keine Ruhe, weil schon wieder Baumhäuser gebaut werden.

        • Schlimmer ist aber wohl, dass deren Hoehlen von RWE-Mitarbeitern und korrupten BIiologen mit Folie zugeklebt wurden, oder? Teilweise befanden sich sogar noch Fledermaeuse darin! Nun sind es u. a. die Bewohner*nnen der Baumhaeuser die diese wieder entfernen! RWE ist hier das Problem. Das sagt der Indemann, denn er weiß wovon er spricht, wenn er spricht. Und wenn RWE die bösen Taten nicht beendet, wird er so laut sprechen, dass fuer RWE die Erde bebt und jene die bisher Freunde von RWE waren und nicht mit in den Abgrund stürzen wollen werden einstimmen. Das wird ein Wohlklang werden. RWE höre, so lange Du noch hören kannst!

  4. In Hambach werden alle gewinnen – auch die RWE! Warum? – Weil -außer ein paar ewig gestrigen- den Tagebau keiner mehr wirklich will. Hambach ist faktisch tot. Drastisch steigende Preise für Emmissionszertifikate machen es unwirtschaftlich weiter zu buddeln – stattdessen verkauft man doch lieber die Zertifikate und legt sich stattdessen in die Sonne. Aktuell würde das 1,7 Milliarden für die ergaunerten Zertifikate bringen. Was wird RWE wohl machen? buddeln und 1 Milliarde verdienen oder nicht buddeln 1,7 Milliarden einnehmen? Trotzdem muss der Protest weiter gehen und vor allem muss jetzt genau geschaut werden was mit dem „Restloch“ passiert..

  5. Thank you for telling the world about your superplan. Let’s hope it will work out.
    What’s on your website is usually pretty good but this one is pretty boring and useless. In fact it’s rubbish. Who is „ich“?
    What’s the moralistic „do this, join this“ sorta thing?
    You can look at yourselves as winners but do I have to remind you that most of the forest is gone? If there will be something left at all still remains to be seen.
    If you don’t know what to write about then don’t.

    • Absolutely superfluous, this comment. The sheperds of the Hambacher Forest surely know, that this is only the rest of the originally wood, and that is not their fault!!And what is so wrong, to remind the people, what they can do against climate change and to change the disastrous social and economical conditions?? If you have to say nothing or only say things, that shall demoralise the figthers, than you can still keep it quit in your brain!!

      • It is NOT my intention to demoralise anyone.
        I was at Hambi last Saturday myself. I’ve done my own little part and I will keep doing that.
        I just find this piece a pretentious bummer, that’s all.

  6. Während in Hambach weniger gebaggert wird, werden gerade im Tagebau Inden Fakten geschaffen.
    So schnell war der oberste Bagger noch nie unterwegs.

    Auf seinem Weg liegt das Naturschutzgebiet rund um den Lucherberger See.

    Das muss weichen.

    Unwiederbringlich verloren.

    • Das ist krass. Wir müssen uns drum kümmern! Zitat http://www.indeland.de: „Das Westufer des ehemaligen Tagebaus „Lucherberg 3“ ist heute ein Naturschutzgebiet, in dem seltene Vogelarten ihre Brutstätten haben.“ Ist es so, dass ein Naturschutzgebiet hier klammheimlich umgewidmet und der Vernichtung durch eine tote Industrie preisgegeben wird? Wer weiß mehr?

  7. Moin, der Link zu „Zucker im Tank“ funktioniert nicht! Besten Gruß

  8. Hallo ihr HeldInnen und lieben Menschen,

    ihr habt soviel geschafft und hart erkämpft durch euer tolles Durchhalten und Protestaktionen,habt so viel gegeben und verloren, und immer dieses Ziel vor Augen, hambi zu retten und raus aus der Kohle.
    Klima, unsere Luft, unsere Erde unser Leben !

    BITTE warum vergesst ihr bzw. das Gros Kurt Claßen und alle anderen Opfer von RWE, die nun enteignet, umgesiedelt werden sollen und alles genommen
    wird !

    WARUM kämpft ihr für diese Menschen und RWE Opfer nun nicht genauso, wie für hambi ?
    Sie brauchen euch !

    Die Medien ignorieren alle diese Katastrophen, die RWE all diesen Menschen und Familien antun auch !!!

    So wie ihr !

    Ich versteh euch nicht !

    Bin schockiert, dass ihr hier wegseht,
    was all diesen armen Anrainern angetan wird !
    Allllen Betroffenen !

    WO ist euer Herz, euer Kämpferherz ?

    Bitte , Sie ALLE brauchen jetzt eure Hilfe !

  9. Liebe Leute,
    was geht ab in Eurem Wald?

    Stimmt die Schilderung der hiesigen „Anwohnerin vom Hambacher Forst“ mit der Realität überein?

    https://www.epochtimes.de/debatte/anwohnerin-vom-hambacher-forst-berichtet-polizisten-werden-mit-faekalien-steinen-und-molotowcocktails-angegriffen-a2670165.html

    Kann man/mensch/frau/kind also nicht unbehelligt dort spazieren gehen?

    Und die Polizisten – die sind also noch da? Und werden von Euch mit Steinen u.ä. beworfen?

    Eine Stellungnahme wäre echt gut.

  10. weils hier so gut hinpasst und aus aktuellem anlass möcht ich hier nochmal diesen kommentar posten, hab nur leichte verbesserungen vorgenommen:

    hey als ich bin voll für den wald und gegen das kapitalistische system und das alles…
    … aber ich habe auch einige andere gedanken

    …es gibt einige cis-typen im wald, die nachwievor sehr viel informelle macht haben (einer hat zum beispiel am sonntag im wald eine rede gehalten) wegen denen andere nicht-cis/dya-männliche wesen nicht mehr in den wald können. hinterfragt bitte mal mehr, wessen worte gehört werden sollten und wer zu viel gelegenheit bekommt, sich selbst zu präsentieren…
    … ich frage mich, warum wird es auf einmal gesellschaftsfähig, für die besetzung zu sein? warum stürzen sich die medien gerade jetzt so darauf? vor ein paar jahren war das noch nicht so, da wurde mensch dafür belächelt, teil der besetzung zu sein…
    …lasst uns andere kämpfe durch diesen kampf nicht aus den augen verlieren. abschiebebedingungen werden grad immer krasser, während alle auf den hambi schauen, menschen, die in beziehungen gewalttätig waren, bekommen im hambi eine plattform und können sich profilieren und weigern sich, ihre eigene gewalt zu reflektieren und nach den interessen der betroffenen zu handeln. lasst uns (cis-/dya-/hetero-)sexismus, rassismus, informelle hierarchien, ableismus, antisemitismus, speziesismus, lookismus (wem wird wohl am schnellsten klettern beigebracht, wer „rettet“ wen gern aus dem baum?) und andere diskriminierungsformen nicht aus den augen verlieren.

    ich finde: ja, lasst uns für den wald kämpfen. Aber: das können wir auch ohne menschen, die FLITAQ-Menschen das Leben in den letzten Jahren erschwert haben.

    Ich denke, mindestens ein Mensch, wenn er das hier liest, weiß dass er gemeint ist.

    Das hier soll kein Rant sein, der dem Wald schadet. Ich finde es muss möglich sein, Kritik zu üben, ohne dass gleich die Angst umgeht, dass diese der Bewegung schadet. Hambi bleibt. JA! Aber alles glorifizieren, was von sogenannten Waldschützenden ausgeht: Nein, auf keinen Fall!

    Eine selbstkritischere, weniger diskriminierende Bewegung würde allen gut tun, denn sie wäre stärker, weil solidarischer!

    Und an alle weißen mit Filzwürstchen: schneidet sie ab und informiert euch über kulturelle Aneignung.

  11. Dann folge ich auch noch einmal direkt..:

    Vielen Dank nashorn für diesen sehr wichtigen Beitrag!

    Gewalt, egal wo, wann und vom wem ausgehend muss benennbar sein.
    Ich bin entsetzt, dass es bekannten und reflektionsresistenten abusern im Wald erlaubt ist Reden zu halten und ich wünsche mir, dass diese Praxis ein Ende findet.

    Ich möchte dem nicht ausgesetzt sein unwissentlich abusern zuzuhören wenn das verhindert werden kann.

    Ich möchte nicht unwissentlich abuser feiern!

    Das ist für mich extrem triggernd und es verunmöglicht mir einem Kampf für den Wald beizutreten.

    Räume die weiß_able-bodied_able-minded_christlich-soziaisiert_adultisiert_statisiert_dya-cis-hetero-männlich dominiert sind, sind nicht meine Räume, denn in ihnen sind strukturelle Ungleichverhältnisse aller Diskriminierungsebenen unhinterfragt re_produziert.

    Es ist eine Schande, dass auf diese Weise ein Sich-aufhalten in diesen Räumen nur unter Schmerzen möglich und diese somit teilweise unbetretbar werden für marginalisierte Gruppen wie QUILTBAG (Queer/Questioning, Undecided, Intersex, Lesbian, Trans (Transgender/Transsexual), Bisexual, Asexual, and/or Gay/Genderqueer) + two-spirit + non-binary + more, BPoC (Black and People of Color), körperlich Disableisierte, klassistisch Diskriminierte, Psychodisableisierte, Minorisierte im Bezug auf Alter, Minorisierte im Bezug auf Religion, Frauisierte, Menschen ohne Schönheitsprivilegien, allen Kombinationen daraus, and the list goes on.

    Ich wünsche mir, dass sich die priviligierten sog. Waldschützenden einmal umsehen:

    Es gibt Marginalisierte, die Teil des Kampfes sind. Wieso sind diese so viel weniger sichtbar? Wieso sind es so viel weniger? Wieso werden ihre Wünsche nach diskriminierungsfreieren Räumen nicht aktiv gehört und umgesetzt? Das ist kein Zufall, sondern strukturelle Macht.
    Wieso werden keine WS zur Reflektion rassistischer Praxen angeboten, wohl aber welche in denen anti-klassistische Praxen wie Fahren ohne Fahrschein thematisiert werden, die dann rassistische Namen erhalten?
    Wie kann es sein, dass Wursthaartragenden weißen im Wald nicht beigebracht wird was kulturelle Aneignung ist?
    Wieso sollen Demonstrierende Single-Issue-Öko-Aktivisten zuhören, die als am priviligiertesten in Gesellschaft lesbar sind? Was transportiert das?
    Wieso seid ihr unparteilich mit Opferschaftserfahrenen?

    Bitte übernehmt endlich Verantwortung für euer Handeln und fordert das auch gegenseitig von einander ein.

    Die widerständische Bewegung wird durch eine Transformation weg von einem Single-Issue-Kampf hin zu einem parteilich intersektionellen nur wachsen an Körperzahl und Kraft durch Gemeinschaft.

    Anstatt sich im Medienrausch selbst zu glorifizieren, reflektiert wofür ihr selbst gerade instrumentalisiert werdet und seht euch um, welche Kämpfe außer eurem Kampf gerade auch wichtig wären zu unterstützen z.B. die Zustände und die weitere Zuspitzung derer in der UfA Büren.

    Gestaltet die Räume so, dass sich Alle willkommen fühlen.
    Ich wäre dann auch mit dabei.

    Vor allem jetzt, wo die Rodung vorerst gestoppt ist, möchte ich keinen Aufschub der Aufarbeitung und Veränderung der Missstände im Wald mehr erleben.

    Arbeitet an euch!
    Verbessert euch!

    Und noch einmal vielen Dank an dich Nashorn für diesen Schreibanstoß. Ich bin sehr bei dir in allen von dir genannten Punkten.

    • Ich wünsche Euch so sehr, dass Ihr das schafft. Ihr seid so wertvoll. Auch die, die da jetzt gerade Stunk machen bzw. sich vielleicht als die starken Anführer ausgeben wollen.

      Und ja, es ist für den Erfolg der ganzen Bewegung wichtig, dass Ihr eine harmonische und vielfältige Gemeinschaft bildet, Ihr Hambi-Aktivisti da im Wald.

      Wenn es eines Tages heißt, dass Ihr Euer „Walddorf Nr.1“ bekommt, dann braucht Ihr doch auch ein paar Regeln.

      Jedes Dorf braucht Regeln und einen Dorfpolizisten (ich weiß, dass das jetzt einigen Widerspruch hervorrufen wird…), der notfalls zur Stelle ist, wenn ein temperamentvoller Hambi einem eher schüchternen Hambi eins auf die Nase geben oder ihn / sie /mensch sonstwie in die Ecke stellen will.

      Aber vielleicht schafft Ihr es auch ohne „Dorfpolizei“?

      Das müsst Ihr alles selbst rausfinden.

      Viel Glück, seid sensibel, seid mutig, auch wenn Ihr manchmal vor dem einen oder der anderen unter Euch Furcht empfindet.

      Das Beste: Den Mund aufmachen. Zeigen, dass es noch andere Ansichten gibt und dass jede Meinung ihre Daseinsberechtigung hat – genauso wie ihr Träger /ihre Trägerin.

      Und natürlich gibt es noch die Behörden von ausserhalb. Die sollten nämlich auch für Euch da sein. Für Euch, nicht gegen Euch. Und die sollten Euch sogar beim Aufbau Eurer Gemeinschaften unterstützen.

      Echt jetzt. Die sollten mit all ihrer Fachkompetenz und Hilfsangeboten zu Euch kommen – ohne Euch zu dominieren/ohne Euch zu bevormunden – und Euch sagen, wo und wie sie Euch unterstützen können.

      Die Schwachen müssen immer und überall auch vor den Starken beschützt werden, wenn es nötig ist.

      Dafür sind eigentlich die Gesetze und die Verwaltung da.

      Aber da Ihr da jetzt etwas Neues ausprobiert, wollt Ihr vielleicht erst einmal Eure eigenen Regeln aufstellen und Euch selbst verwalten.

      Darum geht es in jedem Dorf: um die individuelle Entfaltung jedes Einzelnen/ jeder Einzelnen und gleichzeitig harmonische und ausgleichende Formen des Zusammenlebens / der Nachbarschaft.

      Mehr weiß ich auch nicht. Ich hab mal auf einem Dorf gelebt und das war sehr schön…..

    • Dreads als kulturelle Aneignung?

      https://www.youtube.com/watch?v=lHYls9e4mVM&t=577s

      Überprüft doch mal Eure eigenen Vorurteile.

      • und wenn eine frau sagt, dass es ihr nix ausmacht von fremden auf der straße gecatcalled zu werden, dann ist das auf einmal bei allen ok und gar keine sexistische gewalt mehr?

        wer seine eigene gewalt versucht zu legitimieren braucht nur ein bisschen im internet zu stöbern und wird fündig. das macht es nur leider nicht weniger gewaltvoll.

        • mich beeindruckt auch dieses argument nicht so, dass es schlimmeres gibt als kA und deshalb diese form der gewalt ok ist.

          ich nehme mal an, du fändest es schlimmer, ermordet zu werden, als eine ohrfeige zu bekommen. deshalb würdest du aber nicht behaupten, ohrfeigen wären keine gewalt, oder? und wenn eine gruppe menschen auf der welt rumläuft und ne andere gruppe menschen ständig ohrfeigt, dann würdest du das doch auch nicht gut finden wenn dann jemand sagt: naja, es gibt schlimmeres als ohrfeigen, wenigstens macht die eine gruppe nicht dies oder jenes mit der anderen…

          ich führe hier vergleiche auf, weil ich vergleiche oft einfacher zu machen und zu verstehen finde, als argumente, die auf einer meta-ebene gemacht werden.

          was ich mit den vergleichen nicht machen will:
          ich will nicht die formen der gewalt miteinander vergleichen, ich behaupte beispielsweise nicht, dass catcallen die gleichen gefühle auslösen würde, wie kulturelle aneignung bei den jeweils negativ betroffenen.
          es geht mir darum den mechanismus der gewalt offen zu legen und auszunutzen, dass bestimmte gewalt- und legitimierungsmechanismen von manchen weißen leichter verstanden werden, wenn sie am beispiel von sagen wir mal sexismus erklärt werden (da gehen manchmal nicht so krasse abwehrmechanismen beim gegenüber an…warum wohl?).

          Für den nächsten Absatz eine Content Note, ich gebe Argumente der Person im Video wider: Die Person im Video lässt die Existenz von struktureller Gewalt ja völlig außen vor, indem sie Schwarze die weiße auf kulturelle Aneignung hinweisen mit weißen Unterdrückenden gleichsetzt und argumentiert, dass sie als Schwarze Person ja auch kA betreiben würde, denn sie trägt ihre Dreads nicht im traditionellen Kontext. Außerdem setzt sie den Schmerz einer weißen Person, die ihre Dreads abschneidet mit dem Schmerz von Menschen, die negativ von Rassismus betroffen sind gleich.

          Kulturelle Aneigung ist jedoch eine Form von struktureller Unterdrückung. Also in welche Richtung der Unterdrückungslinie etwas übernommen wird, zählt in der Bewertung, ob etwas rassistische Gewalt ist oder nicht. Das Machtungleichgewicht auf der Welt existiert nunmal zu Gunsten von uns weißen. Und wie eine Person, die von Rassismus negativ betroffen ist, in Bezug auf kulturelle Aneignung und andere Formen rassistischer Unterdrückung empfindet, das werde ich nie nachempfinden können.

          Nebenbei bemerkt übt der Mensch im Video auch ziemlich viel sexistische Gewalt aus, und das in erster Linie gegen Schwarze Frauen.

          Hm.

          Ich lass es mal so stehn.
          Es gibt sehr viele Texte und Videos von Schwarzen und PoC, die kulturelle Aneignung und das was es ist, sehr viel besser erklären können als ich. Ich habe leider darauf im Moment keinen Zugriff, da ich eingeschränktes Internet habe.
          Deshalb danke an squirrel für den Post.

          Dass ich diese Argumente hier aufführen kann, verdanke ich übrigens nicht mir selbst – sondern all den Schwarzen und PoC, die sich die Mühe machen, weiße wie mich aufzuklären, Texte zu schreiben, Diskussion um Diskussion zu führen, Rassismus aufzuzeigen und dessen Mechanismen auseinander zu nehmen.

          Bunny, klar ist es schmerzhaft, sich mit der eigenen gewaltvollen Position in der Gesellschaft auseinander zu setzen. Das sollte allerdings nicht dazu führen, nur denen zu zu hören, die deine verinnerlichten Rassismen nicht angreifen.
          In den Texten von Nashorn und Pferd ging es genau darum: Verantwortung zu übernehmen für eigene Täterschaft und das auch von anderen einzufordern.
          (Find ich übrigens bezeichnend dass du aus diesen ganzen langen Texten, in denen es überwiegend um das Problem von Abuse im Forst ging, genau diesen Punkt raus genommen hast…)
          Da sagen welche: übernehmt Verantwortung für die Gewalt die in nund um euch passiert. Und du sagst einfach: Nein.

          Hm.

          „When you’re accustomed to privilege, equality feels like oppression“
          leider hab ich die Quelle dieses Zitats nicht rausfinden können.

      • nice try, but it’s not abt searchin the internet for hours til u find the one Black person who says what u wanna hear n then, totally coincidentally ofc, givin that person the opportunity to be heard.

        it’s abt reflectin on ur own priv n thinkin for oneself.

        so some ed for ya.

        https://www.youtube.com/watch?v=KXejDhRGOuI

  12. Für Euer neues Buch wollt Ihr u.a. Artikel dazu, wie ein schneller Kohleausstieg gelingen kann.

    Ich habe dazu folgende Gedanken:

    Der Dreh- und Angelpunkt ist die deutsche Versorgungssicherheit beim Strom in Abhängigkeit von den europäischen Nachbarn.

    Das OVG Münster hat diesen Aspekt als wichtigen Punkt bei seiner Entscheidung hervorgehoben: Da das Land NRW keine Argumente und keine Dokumente vorgelegt hat, die bezeugen, dass der Tagebau Hambach für die Versorgungssicherheit erforderlich ist, wurde – in Anbetracht der wichtigen zu schützenden Rechtsgüter (Tier-und Pflanzenwelt des Hambacher Waldes) die Eilentscheidung getroffen, die Rodungen vorläufig zu stoppen.

    Es geht um die Versorgungssicherheit.

    Denn dass die Braunkohle der ineffizienteste und damit der CO2-intensivste aller fossilen Energieträger ist, und dass wir in Anbetracht der dramatischen Vorboten des Klimawandels schnelle Maßnahmen brauchen, steht schon fest.

    Also Versorgungssicherheit. Könnte sie einer Abschaltung von Braunkohlekraftwerken (und auch Steinkohlekraftwerken) entgegen stehen?

    Warum nunmehr nicht betrachten, und zwar Kraftwerk für Kraftwerk, ob es für die Versorgungssicherheit noch erforderlich ist und demgemäß eins nach dem anderen abschalten?

    Was wir hier fordern können – es steht uns als Öffentlichkeit zu – sind Transparenz und Aufklärung.

    Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung sollen diese kraftwerksweise Betrachtung vornehmen und uns, der Bevölkerung, vollumfänglich zur Kenntnis geben!

    Es muss eine wissenschaftlich fundierte sachverständige Betrachtung geben: Wenn das Kraftwerk A (sinnigerweise eines, dass vom Tagebau Hambach beliefert wird) komplett abgeschaltet wird und auch die entsprechende Braunkohlemenge nicht mehr, also auch nicht in einem anderen Kraftwerk verbrannt wird, ist dann die Versorgungssicherheit noch gewährleistet?

    Wenn ja, dann abschalten.

    Und dann zum nächsten Braunkohlekraftwerk: Wenn dieses – Kraftwerk B – nun auch abgeschaltet und die dortige Braunkohlemenge nicht mehr gefördert und verbrannt wird, ist dann die Versorgungssicherheit noch gewährleistet?

    Wenn ja, dann abschalten.

    Und so weiter.

    Und wir wollen die Gutachten zu Gesicht bekommen und diskutieren dürfen, die darüber erstattet werden!

    Denn mit Gutachten ist es so eine Sache:

    Die guten Gutachten versteht jedes Kind, die schlechten Gutachten versteht keiner. Kaum ein Erwachsener würde jemals zugeben, dass er ein Gutachten nicht versteht.

    Aber da wir hier alle noch Kinder sind – also wenigstens innerlich – würde uns das sicher nicht schwerfallen. Wir würden mit dem Finger darauf zeigen und sagen: „Das Gutachten hat ja gar keine Kleider an … äh, …. ist ja gar nicht verständlich!“

    Darum geht es. Schlechte Gutachten sollen die Menschen hinters Licht führen. Sie sind extra unverständlich. Und sie sind dann meisten auch von denen beauftragt und in deren Interesse geschrieben, die ihre verdeckten Interessen damit verfolgen wollen.

    Und wir haben ja schon – auch für die vermeintlich einfachen und vermeintlich guten Gutachten – ein Prüfgegengutachten, und zwar die Aufstellung von Anika Limbach: „Ein Sofortausstieg aus der Braunkohle ist möglich“ (ganz leicht über Google zu finden).

    Dort stellt sie die deutschen Kraftwerkskapazitäten dem deutschen Strombedarf rechnerisch gegenüber und zwar ohne Sonne und Wind! Und siehe da, sie errechnet, dass wir auch ohne Sonne und Wind die Braunkohlekraftwerke und die Atomkraftwerke sofort ausschalten könnten.

    Also eigentlich könnte so ein Regierungsgutachten hier nur dann zur Aufrechterhaltung eines Braunkohlekraftwerkes führen, wenn es darlegt – verständlich und nachvollziehbar für alle – dass wegen der europäischen Nachbarn bzw. der Interkonnektoren (die transnationalen Stromleitungen) in bestimmten Fällen doch auf einmal Strom in Deutschland fehlen könnte.

    Und das soll uns die Regierung doch erst einmal beweisen.

    Das haben sie bislang nicht getan. Und komischerweise hauen die Grünen auch nicht in diese Kerbe rein! Sie haben das Anika-Limbach-Papier doch schon längst! Warum ziehen sie diesen Joker nicht und warum gehen sie damit nicht an die Öffentlichkeit?

    In der vergangenen Bundestagsdebatte zu diesem Thema hat doch kein einziger Grüner wirklich mal auf den Punkt gebracht, dass die Regierung hier noch eine Bringschuld hat! Dass es die Regierung bis heute nicht vermocht hat, nachvollziehbar zu begründen und zu beweisen, warum wir die Braunkohlekraftwerke für unsere Versorgungssicherheit nicht abschalten sollten.

    Warum sind unsere ach so hochgefeierten Grünen soooooo träge?

    Ich verstehe es nicht. Können die nicht lesen????

    Also das ist meine Idee.

    Eine bessere habe ich im Moment nicht.

    Aber ich bin ja zum Glück nicht alleine hier …

  13. Ähm, wie soll das gehen? Alle Kohlekraftwerke und Atommeiler abschalten okay……..und ohne Wind und Sonne? Woher kommt dann der Strom? Außer aus der Steckdose, wenn sonst nichts da ist was den Strom produziert. Hängt Ihr Euch an die freie Energie? Das wäre eine Maßnahme.

    • @Ralf Hunf: Kuckst Du hier:

      http://www.antiatombonn.de/images/stories/pdf_downloads/Der%20zweifache%20Sofortausstieg.pdf

      Echt gute Darstellung des Ganzen. Der Strom kommt dann zwar aus der Steckdose (nach wie vor) und er kommt von fossilen Energieträgern, aber der ineffizienteste Energieträger Braunkohle und die Atomkraft sind dann nicht mehr dabei! Auch wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht!

      Also: Hoffnung schöpfen! Der Braunkohleausstieg ist sofort möglich (mit hoher Wahrscheinlichkeit)!

      • @Ich
        Habe geguckt und gerechnet und verglichen. Aber das ganze könnte auch eine Milchmädchen-Rechnung werden und der Schuß geht nach hinten los.
        Einen Punkt hat man da vergessen. Seit 2015 brauchen wir wesentlich mehr Strom. Tankstellen für Elektroautos, immer mehr Handys und andere Stromfresser. Wir brauchen einfach von Jahr zu Jahr immer mehr. Allein daran wird die Rechnung von 2015 scheitern.
        Sorry aber Ihr zäumt das Pferd von hinten auf. Zuerst müssen dringend die Offshore Windparks angeschlossen werden. Dann muss das Stromnetz für sog. Tankstellen erweitert werden, dann muss sich die Autoindustrie derweil mit dem Fortschritt der Tankstellen etc. anpassen bzw. gleichziehen.
        Das kostet mal wieder Geld und es braucht auch Zeit. Aber die Kraftwerke können nur dann abgeschaltet werden wenn es garantiert ist, dass der Strom wie bisher zu Spitzenzeiten ausgeglichen wird. Ansonsten wäre es total bekloppt. Nun, bis dahin wird man wohl noch Kraftwerke brauchen. Aber ja nicht mehr lange.
        Da wäre aber noch eine Sache die ich mal recherchiert habe.
        Die Sophienhöhe im Tagebau Hambach und das was bisher rekultiviert wurde kann sich echt sehen lassen. Darin gibt RWE wohl viel Geld aus. Laut eines Bekannten, der in Jülich wohnt, hatte RWE vor Jahren mal vor, diese Sophienhöhe wieder ins Loch baggern. Da hat dann der Bund gegen gewettert, weil sich dort die Natur absolut gut erholt hat, mit Feuchtbiotopen und einer guten Flora und Fauna entwickelt hat. Wenn der Tagebau dort fertig ist, wären auch insgesamt mehr Bäume aufgeforstet als vorher der alte Forst überhaupt hatte.
        Ich meine, dass das RWE in dieser Hinsicht viel tut. Und die, die den Baggern weichen müssen, werden auch recht gut abgefunden und bekommen auch recht schöne Häuser als Gegenleistung. Natürlich bis auf die, die den Hals nicht voll kriegen und mehr wollen. Das sind dann die, die sich über RWE dann auslassen. Nun solche hat man ja immer und überall. Auch wenn ich Heimatbezogen bin, bei einem Berufswechsel jammern die auch nicht wenn sie näher an den Arbeitsplatz ziehen. Es kommt da immer auf die Betrachtungsweise an.
        Aber vor allem stört es mich, dass nur noch Windräder bebaut werden. Nirgendwo kann man noch ungeniert in die Ferne schauen ohne diese Spargel zu sehen. Dass ist auch nicht gerade schön. Alleine die Abholzung der Wälder dafür müsste direkt verboten werden.
        Denke mal, dass der kleine Rest von Hambi nicht mehr der Rede Wert ist. Da hätte man früher mit anfangen müssen. Roetgen, Stolberg und vor allem in Hessen sollten die Aktivisten ihre Zelte aufschlagen bzw. ihre Baumhäuser bauen.
        Und mir ist zu Ohren gekommen, dass sich die Gruppe Buirer für Buir mal aus anderen Gründen entwickelt hat. So wie diese Antje Grothus und deren Verein drauf ist, würde ich denen auf Strafe verbieten den Hambacher See, wenn er mal fertig befüllt ist, zu betreten. Diese Grothus drückt sich da Argumente aus der Birne, die Größtenteils unhaltbar sind.
        Aber das ist ein anderes Thema.
        Und……….was ist mit Teslas freien Energie? Zum Beispiel der Magnetmotor. Das ist heute doch kein Hexenwerk mehr.
        Warum kämpfen Aktivisten eigentlich nicht um solche Dinge, als sich mit so einem kleinen unbedeutenden Reststück zu befassen?
        Irgendwie fehlt mir da die Logik.
        So, Du bist dran „ich“

  14. Hallo Ralf,

    den Kampf gegen den Klimawandel kann man /mensch/ kind/ frau nur mit dem Herzen gewinnen.

    Mit „Logik“ haben es doch schon so viele Menschen so viele Jahre versucht und sind an der Logik des Profits gescheitert. Und zwar gnadenlos und knallhart.

    Die Logik, dass wir doch unseren Planeten erhalten müssen, interessiert doch keinen.

    Logische Argumente sind überhaupt kein Antrieb.

    Der Antrieb kommt aus dem Herzen. Wenn wir an unsere Enkel denken oder eben an den Hambacher Wald, der einst so schön war und von dem jetzt nur noch ein winziger Rest übrig ist.

    Im Herzen fängt es an. Und tatsächlich: Wenn wir nicht bereit sind, irgendwo mit dem Herzen anzufangen, nicht bereit sind, uns an einen einzelnen Baum zu ketten, auch wenn es der letzte ist, der noch da ist und der schon auszutrocknen beginnt, dann brauchen wir gar nicht beginnen. Denn nur wenn wir dazu bereit sind, werden wir die Logik des Profits (die viele Denkfehler hat, aber die interessieren keinen) überwinden.

    Zu den vertriebenen Dörflern:

    Glaubst Du wirklich, dass man eine gewachsene Dorfgemeinschaft, die aus Menschen besteht, die einander über Jahrzehnte kennen gelernt haben und gelernt haben, miteinander zu leben und einander ihre Individualität zu lassen, mit einem anonymen Haus (die alle häßlicher sind, als die verschwundenen Dörfer, das kann ich Dir versprechen) in einer auf dem Reißbrett entworfenen Siedlung ersetzen kann???

    Auch hier geht es um das Herz.

    Wir wollen nicht nur existieren.

    Wir wollen leben.

    Wir wollen Individuen sein und uns und einander kennenlernen und entwickeln, dynamisch und ohne dass wir dabei von den Profitinteressen anderer ferngesteuert werden.

    Ich habe mich sehr gefreut, dass Du das mit dem Sofortausstieg von Anika Limbach gelesen hast. Und ich habe mich sehr gefreut, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so viel zu schreiben.

    Ich werde noch weiter nachdenken. Bestimmt fällt mir noch mehr ein….

    Danke!

    Übrigens gibt es noch einen weiteren Ansatz zur Rettung des Klimas:

    Bäume pflanzen (wie auf der Sophienhöhe, aber auch überall auf der Welt)

    Auf der Webseite http://www.pro-verdura.info kannst Du nachlesen, warum wir nur 5.000 Milliarden Bäume brauchen, um beim Klimawandel Zeit zu gewinnen …. Zeit für die Energiewende, zum Beispiel, Zeit zum Leben….

    Und ein Baum kostet in etwa nur ein Euro …. also was kostet die Welt? 5.000 Milliarden Euro. Darüber sollten wir nachdenken….

    Bis bald

    • Hallo „ich“
      Sorry wenn ich mich erst jetzt melde aber ich brauchte auch etwas Zeit mir einiges anzusehen.
      Nun ja, Du bist ein Idealist. In einigen Dingen gebe ich Dir vollkommen Recht. Aber was soll der Quatsch, eine Organisation zu gründen, die Geld sammelt um Bäume zu pflanzen und woanders werden sie aus sog. Profitgier wieder gerodet. Und das dann noch an Örtlichkeiten für die es sich eher lohnt zu kämpfen als für den kleinen Rest am Tagebau.
      Klar lohnt es sich immer und man sollte für jeden Baum kämpfen. Aber die Verhältnismäßigkeit und gerade die Logik ist mir da nicht ersichtlich. Da wird eine Grauzone immer weiter ausgebaut, ohne darüber nachzudenken ob das nicht doch schädlich für die Demokratie sein kann. Hört sich jetzt vielleicht etwas hochgesponnen an. Aber irgendwie nimmt es jetzt doch Formen an, die nicht unbedingt gut sind. Da wird auf der einen Seite ein kleines Reststück von Wald versucht zu retten, auf Teufel komm raus und koste es was es will. Und auf der anderen Seite wird wie wild aber vor der Öffentlichkeit verborgen, Wald gerodet. Und das ja nicht gerade wenig.
      Ich weiß……….aber was ist mit CO2 oder NOX oder wie das Stickoxyd auch geschrieben wird, ist meines Erachtens Hausgemacht.
      Wir machen das mal anders. Man redet ja immer wieder von Überbevölkerung. Rechnen wir mal. Zur Zeit Leben ca. 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt.
      Wir gehen jetzt aber davon aus, dass wir 10 Milliarden Menschen hätten.
      Also, 10 Milliarden Menschen.
      Wir teilen sie jetzt mal in 4 köpfige Familien auf und geben dann jeder 4 köpfigen Familie ein Grundstück von 200 qm.
      Wie groß wäre dann die gebrauchte Landfläche?
      Weniger oder kleiner als der Staat Texas.
      Und vergleich mal Texas auf der Welt. Tolle Überbevölkerung.
      Oder………was ist mit dem Wetter im Moment los?
      Ist es die Sonne die heißer wird?
      Ist das ein wiederkehrendes erdgeschichtliches Ereignis?
      Baut man mit Chemtrails Mist?
      Was war zwischen den Eiszeiten? Eine heiße Sommerzeit?
      Aber kein Stickoxyd oder CO2. Und dann ist Deutschland das einzige Land was Dieselfahrverbote ausspricht. Unsere alten Diesel werden dann in Bulgarien weiterfahren. Alles Dinge die mich beschäftigen.
      Oder wie will die deutsche Wirtschaft ihr Industrie 4.0 einläuten bzw anfangen umzusetzen?
      Hat sie damit schon angefangen?
      Ich schweife soweit vom Thema ab, weil das alles mitspielt. Dann fängt die Energiewirtschaft wohl damit an und ihr seid dahingehend auch Werkzeug.
      Ich komme darauf, weil Ihr machen könnt, was ihr wollt. Die Medien berichten recht einseitig, die Politik steht nur dumm rum und alles wartet irgendwie darauf, dass das RWE sich bewegt und Fakten schafft.
      Was ist denn mit den dort Beschäftigten? Die ziehen doch die A-Karte. Und dann werden ja wohl auch keine Kompromisse gesucht, sondern mittlerweile auf die armen getreten und mit Nazis verglichen. Das geht doch nicht. Da geht die Menschlichkeit verloren.
      Nun denn, ich glaube das reicht erst mal.
      Bis dann

      • Hallo „ich“
        Ich gebe Dir Recht……alles sollte von Herzen kommen.
        Aber der Verstand und das Gefühl sollten nicht fehlen.
        Es sollte eine gesunde Mischung aus allem sein.
        Das heißt aber auch, dass man Kompromisse eingehen muss um eine ausgewogene Balance zu erhalten damit Entscheidungen vorbehaltlos funktionieren und umzusetzen sind.
        Davon sind wir aber Meilenweit entfernt. Und ob wir das überhaupt jemals lernen werden, ist ungewiss.
        Vielleicht ein paar wenige.

        Bis dann

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