Zusammenfassung der letzten Wochen.

Seit dem 1. Oktober fanden fast täglich unterschiedliche Aktionen gegen die Rodungsarbeiten im Tagebauvorfeld Hambach bei Köln ( Deutschland ) statt. Besetzungen der Bäume, der zuwege zum Hambacher Forst sowie Blockaden von Unternehmen die sich am Raubbau beteiligen. Es kam in dieser Zeit zu übergriffen von seiten des RWE Wachschutzes, Mitarbeiter der Unternehmens Kaisers gingen mit Hämmern gegen Aktivistinnen vor und sprachen Morddrohung gegen die Aktivistinnen aus. Die Blockaden sind Teil der „kein Baum fällt“ Kampagne. Diese dient der Störung der Rodungsarbeiten, der Störung des Betriebsablauf der Braunkohleförderung und Verstromung. Hier wird eine der klimaschädlichsten Arten der Stromförderung mit Knüppeln, Polizei und Prozessen durchgesetzt. Mit Flutscheinwerfern, Zäunen, Stacheldraht, Wachpersonal mit Hunden, Aushungern, Gewalt gegen Aktivistinnen und  Hunderten an Polizisten soll eine Störung des Betriebsablaufes verhindert werden.

Seit mehreren Jahren trifft hier der Wiederstand auf die Interessen von Großkonzernen. Immer wider besetzten seit 2012 Aktivistinnnen den Hambacher Forst um sich dieser lebensfeindlichen Technologie in den Weg zu stellen. Sei es durch Besetzung der Bäume und bauen von Hüttendörfern oder durch Demonstrationen und Klima/Skill Sharing Camps. Es hat sich eine Bunte und kreative Widerstandsform entwickelt.
Dies zeigte sich auch in den letzten Tagen auf unterschiedlichste Art durch Direkte Aktionen. Am gestrigen Tag kam es zu einer weiteren Blockade der Rodungsmaschinen, bei der drei Aktivistinnen auf die Maschine kletterten und über Lautsprechern auf ihr Anliegen aufmerksam machten. Dabei machte sich eine Person mit einem lock-on am Hals fest um eine Erstürmung durch das RWE Wachpersonal zu verhindern. Es wurde über Lautsprecher kommuniziert das bei eingreifen dieser Person die Luft abgeschnürt würde. Dabei wurden Aktivistinnen geschlagen und es wurde versucht sie von der Maschine gewaltsam herrunter zu ziehen. in dieser Situation fiel die festgekettete Person in die Halsschlinge und bekam kurzzeitig keine Luft. Die Wachleute ließen von den Personen ab und umstellten die Maschine um eine Flucht der Aktivistinnnen zu verhindern. Nach ca. einer stunde tauchte die Dürrener Polizei mit ca. 30 Beamtinnen auf. Trotz der Umkesselung konnten sich zwei Aktivistinnen im Unterholz von der Blockade entfernen.
Nach mehreren Gesprächen seitens des sich festgemachten Aktivisten mit dem Einsatzleiter der Polizei wurde kommuniziert das die Person sich nicht selber befreien kann. Darauf rückte eine Bereitschaftspolizei Einheit an welche auf die Maschine stürmte und die Person fixierte um sie von ihrer Halsfessel zu lösen. Darauf hin wurde sie mit Handschellen, und unter zur Hilfenahme von Schlagstöcken in die Dürrener Polizeistelle gebracht. Nach Abnahme der Fingerabdrücke konnte die Person identifiziert werden und wurde frei gelassen.

Am heutigen Morgen wurde bekannt das RWE direkt an den Besetzungen Rodungsarbeiten durchführt was als Provokation zu werten ist. Daraufhin machten sich Aktivistinnen auf den Weg um die Arbeiten zu stoppen, da in diesem Bereich des Hambacher Forst Menschen am Boden und in den Bäumen leben und durch die Arbeiten ihr leben gefährdet wird.
Darauf wurden durch Schlagstock, Pfefferspray und Faustschlägen seitens des RWE Wachpersonal Aktivistinnen verletzt sowie mit Würgegriffen und Kabelbindern festgenommen. Kurze zeit später tauchte die Polizei mit mehreren Hundertschaften, Räumpanzern, Technischer Einheit, Hebebühnen und Großgeräten auf. Derzeit sind 9 Personen festgenommen wurden und in die Dürrener Polizeidienststelle inhaftiert. Die Polizei fängt soeben an den Haufen (eine bewohnte Barrikade) die den Zufahrtsweg zur Baumbesetzung versperrt zu Räumen. In dieser Barrikade haben sich Aktivistinnen festgekettet.
Für aktuelle Informationen schaut auf den Ticker.

Chronologie der letzten Wochen:
29.10 Blockade der Rodungsarbeiten durch besetzen der Fällmaschinen, eine Person festgekettet und inhaftiert
28.10 Blockaden der Rodungsarbeiten durch Barrikadenbau und Farbbeutel auf Rodungsmaschinen
25.10 Blockade durch Besetzen der Rodungsmaschinen
19.10 Spaziergang durch den Hambacher Forst mit 5o Personen
17.10 RWE und Polizei entdecken eine Zweite Besetzung an der Rodungskante und Fällen diese Bäume sofort, keine Person im Baum.
15.10 Aktivistin fällt aus dem Baum, eine Person festgenommen.

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