Tagebucheintrag
……Sonnenstrahlen durchdringen die Baumkronen ,die mich umsäumen. Blätter leuchten in all ihren Farben. Es ist Herbst und ich lebe seit über einem Jahr hier oben in den Bäumen der Reste des Hambacher Forsts. Die Autobahn die einst die Hintergrundmusik bestimmte, ist seit einem Monat stumm. Das Dröhnen der Maschinen aus dem Tagebau Hambach dringen zu mir durch. Stück für Stück fressen sich die Schaufeln der riesigen Bagger durch die Erde. Dort wo einst sich Bäume im Winde wiegten, Tiere und Menschen den Wald durchstreiften, klafft jetzt ein Loch. LKWs rasen im Minutentakt vorbei. Sie tragen die letzten Reste, der von Menschen bewohnten Orte ab, um dem voranschreiten des Tagebaus den Weg frei zu machen. Die Kettensägen und Harvester sind geschärft und betankt. Sie warten auf ihren Arbeitseinsatz um wieder einen Teil des Hambacher Forsts zu ermorden. Menschen flüchten, aber die Bäume können dies nicht. Dies alles für die Energiegewinnung aus dem „Braunen Gold“. Nutzen tut dies dem Kapital. Konzerne wie RWE, Tyhssenkrupp und die Chemieindustrie feilschen. Der Verlierer ist das Klima. Eine Kuppel aus Elend, Leid und Verunsicherung umgibt diese Region. Wie Marionetten ziehen die Menschen tagtäglich raus, um den Konzernen ihr Dasein zu verkaufen. Wiederholen die Parolen um ihre Existenz und ihr Dasein zu bestätigen.

Heute am 1.10.2014 wird vor den Toren zu Europas größtem Braunkohletagebau gegen die weitere Waldrodung des Hambacher Bürgewaldes demonstriert.
In Zwei Tagen startet das Skill Sharing Camp. In und Um Hambacher Forst wird aufgedreht.
Heute wird wohl mal wieder ein interessanter Tag werden. Während nur 2-3 Kilometer weiter die feierliche Eröffnung der neuen Autobahn stattfindet, die gebaut wurde um die weitere störungsfreie Zerstörung des Waldes durch RWE zu gewährleisten, stört die Polizei frühzeitig den Frieden auf dem Widerstandscamp und im Wald. Seit 8:00 Uhr blockieren sie den Zugang zum Wald von der Wiese aus, und sperren zusätzlich den Weg zur nahe gelegenen Asphaltstraße. Somit wird effektiv die gesamte Wiese gekesselt, was unsere momentane Freiheit hier offensichtlich massiv einschränkt. Wir können nicht mal aufs Klo gehen. Im Wald sind die Ordnungshüter/innen gerade damit beschäftigt, sämtliche Barrikaden zu entfernen, es ist regelmäßiges Maschinengeräusch zu hören. Weitere Updates folgen hier in Kürze – Wer uns zeitnah erreichen kann: Kommt her, wir brauchen euch!