Unterstützung und update

Es wird dringend Essen, Planen und warme Decken im Wald benötigt. Wäre super rausfahren könntet und die Aktivist_innen vor Ort damit unterstützen. Außerdem haben die Organisator_innen des Festes noch ein Minus, weil auf dem Fest nicht so viele Spenden reingekommen sind. Wäre schön wenn noch was gespendet würde…
Die Situation im Wald ist nach wie vor ruhig und nett.

Programm am Sonntag

Da nun immernoch recht viele Aktivist_innen im Wald sind gibt es heute auch ein Programm: Gerade um 15 Uhr findet ein Treffen statt auf dem debattiert wird, wie es weitergehen soll.
Anschliesend wird es ein Konzert eines Liedermachers geben.
Kommt also wieder vorbei, es lohnt sich.

Erste Erklärung aus dem Hambacher Urwald

Hier eine Erklärung der Besetzer_innen:

Der Wald ist besetzt!

Wir* besetzen einen Teil des Hambacher Forstes um ihn vor den Baggerschaufeln des Kohlestromriesen RWE zu schützen. Diese Besetzung beginnt während des Kulturfestes „Wald statt Kohle“, ist aber davon unabhängig. Auf dem Waldfest finden sich viele Menschen aus einem breiten Bündnis ein, um gemeinsam für den Erhalt des Hambacher Forstes und gegen den Abbau und die -Verstromung von Braunkohle aktiv zu werden. Der Hambacher Forst, nahe Köln gelegen, soll nach den Plänen des Energieriesen RWE komplett zerstört werden für den „Hambacher Tagebau“, das größte Baggerloch Europas.

Während des Festes werden Baumpatenschaften verteilt. So können verschiedene Menschen und Gruppen Bäume auf ihre Weise schützen. Wir übernehmen mit unserer Besetzung ebenfalls eine Baumpatenschaft und wollen die Bäume so auf unsere Art und Weise schützen. Die Besetzung findet einige Tage vor der Jahreshauptversammlung RWEs statt, gegen die ebenfalls Proteste geplant sind.

Warum wir besetzen?

Bei der Entscheidung für diese Aktionsform ist uns bewusst, dass sie die recht schmale Bandbreite rechtsstaatlich erlaubten Protestes überschreitet. Aus zwei Gründen haben wir uns dennoch dazu entschieden: Erstens, weil eine zu große Kluft existiert zwischen dem, was hier legal ist und dem, was wir als legitim betrachten. Wenn RWE diesen Wald zerstört um Braunkohle abzubauen und zu verbrennen und damit sowohl die regionalen Lebensgrundlagen zerstört, als auch das Weltklima und die Gesundheit der Menschen bis in den Großraum Köln hinein, dann ist das zwar rechtsstaatlich legal. Trotzdem können wir, wie wir es auch drehen und wenden, keine Legitimität dafür erkennen. Wenn wir diesen Wald besetzen ist das zwar nach den herrschenden Gesetzen nicht legal. Ihre Legitimität bezieht die Aktion aber daraus, dass sie versucht, der Wald- und Weltzerstörung durch RWE etwas entgegenzusetzen.

Der zweite Punkt ist, dass wir glauben, dass die Kluft zwischen Legalität und Legitimität immer existieren wird, aus dem einfachen Grund, dass es keinen objektiven Standpunkt gibt von dem aus etwas Legitimes in Recht gegossen werden könnte, weil jede_r stets ihr_sein eigenes Bewusstsein darüber mit sich trägt was legitim ist und was nicht. Es gilt also freie und lebendige Formen der Auseinandersetzung zu etablieren, darüber was legitim oder sinnvoll ist, anstatt dies aus dem oft Jahrhunderte alten Recht abzuleiten, welches dazu noch stets die Interessen der gesellschaftlichen Eliten vertritt.

Diese Besetzung ist ein Versuch, einen lebendigen Aushandlungsprozesses in Gang zu bringen darüber, wie wir mit der Problematik der Klima- und Umweltzerstörung umgehen sollten. Es ist ein lautes Nein an jene, deren Lösung es ist, so weiter zu machen wie bisher und dabei noch aufs Gas zu drücken – wie RWE beim Bau neuer Braunkohlekraftwerke.

Wenn wir nun mit Polizeigewalt geräumt werden sollten, ist das eben die Antwort eines repressiven Staates, der versucht jeden horizontalen, lebendigen Organisationsprozess zu unterbinden. Diese Staatslogik ist genauso wie kapitalistische Konzerne viel zu unflexibel – und haben zudem die falschen Maxime für ihre Handlungen – um sinnvolle Antworten für die Problematiken unserer Zeit zu finden. Sie werden untergehen, genauso wie einst die Dinosaurier die sich nicht auf veränderte Bedingungen einstellen konnten.

Allerdings kann es nicht darum gehen, bestehende Ausbeutung- und Unterdrückungsverhältnisse einfach nur flexibler zu gestalten, sondern zu überwinden.


Gegen Kohleverstromung – Hier und Überall

Unsere Besetzung richtet sich im Generellen gegen die Verstromung von Kohle, weil sie die CO2-intensivste Form der Energiegewinnung ist. Das Rheinische Braunkohlerevier ist Europas Klimakiller Nummer 1. Dabei stammt aber auch ein großer Teil der hier verbrannten Kohle aus ganz anderen Teilen der Welt, wie zum Beispiel aus Kolumbien, wo ihr Abbau mit extremen Menschenrechtsverletzungen einher geht. Weltweit spitzen sich die Konflikte um Kohleabbau und -Verbrennung zu, besonders in Südostasien, wo in den letzten Jahren mehrere Aktivist_innen beim Widerstand gegen die Kohleindustrie ermordet wurden. Wir wollen hier ein Bewusstsein für diese Kämpfe schaffen, um die Bewegungen dort zu stärken. Dafür wollen wir in zukünftigen Erklärungen auch jeweils auf die Situationen in einzelnen Regionen näher eingehen und Aktivist_innen von dort zu Wort kommen lassen.

Außerdem erklären wir uns solidarisch mit radikalen Anti-Kohle-Kampagnen wie dem Coal-Action-Network aus Großbritannien, rising-tide-Gruppen in Australien und Nord-Amerika, oder der Kampagne „wij stoppen steenkool“ aus den Niederlanden. Diese Gruppen haben uns mit ihren direkten Aktionsformen inspiriert und wir hoffen unsererseits mit unserer Aktion weltweit andere Gruppen zu inspirieren.

Ein Wald für alle!

Die Besetzung des Waldes soll ein Akt des „re-empowerments“ der lokalen Bevölkerung sein. Der „Besatzungsmacht“ RWE soll die scheinbare Legitimität entzogen werden, mit der sie über diese Region fremdbestimmt und rücksichtslos die lokalen und globalen Lebensgrundlagen zerstört. Stattdessen sollen von nun an alle Menschen kooperativ entscheiden können, was in diesem Wald passieren soll. Dieser Raum soll wirklich für alle offen zugänglich sein und auf der Basis eines gleichberechtigten Umgangs genutzt werden. Dazu ist es notwendig, dass die anwesenden Menschen hinterfragen, welche Rollenbilder und Handlungsweisen sie reproduzieren, und inwiefern sie Herrschaft ausüben oder indirekt unterstützen. Wir erachten es als wichtig, dass wir uns gemeinsam bemühen sexistische, rassistische und andere diskriminierende Verhaltensweisen abzubauen und zu intervenieren, falls wir diese doch beobachten.

Kristallisationsort

Die Besetzung des Hambacher Forstes ist eine direkte Aktion, die sich dem Unrecht direkt in den Weg stellen will. Sie soll aber auch mehr sein: Nämlich ein Ort an dem sich Menschen mit verschiedensten Hintergründen treffen und vernetzen können. Menschen, die bisher nur gemeinsam hatten, dass sie gegen Braunkohle aktiv sind, können hier zusammenkommen und sich austauschen über die sonstigen Verhältnisse die sie unterdrücken. Über diesen Austausch kann und soll eine Vernetzung und eine Organisierung entstehen – für den weiteren Widerstand, aber auch darüber hinaus.

Wir brauchen Orte, an denen Menschen selber planen, wie eine klimagerechte Zukunft aussehen soll, oder kann. Erstens weil die herrschende Politik bei der drängenden Frage des Klimawandels offensichtlich total versagt hat und weiter versagt und zweitens weil Organisierung von unten sowieso viel mehr Spaß macht. Vielleicht könnte durch diese Besetzung hier ein solcher Ort entstehen. Eine Keimzelle einer neuen Welt im Herzen des fossil-nuklearen Kapitalismus.

Warum Erklärung, warum Hambacher Urwald?

Der Name dieses Textes ist entstanden in Anlehnung an die Zapatistas aus Mexiko und ihren „Erklärungen aus dem Lakandonischen Urwald“. Den Zapatistas gelang es sich ein „würdiges“ Leben aufzubauen innerhalb Mexikos ärmsten Bundesstaates durch ein direktes und entschlossenes Zurückdrängen der repressiven Polizei und Paramilitärs Mexikos. Wir sind nicht so vermessen, zu glauben, dass unsere Aktion vergleichbar wäre mit dem Geschehen in Chiapas, Mexiko. Unsere Zielsetzung ist aber die gleiche: Ein würdiges Leben und Selbstbestimmung zu erkämpfen inmitten eines Systems der Zerstörung und Unterdrückung. Wir glauben, dass erfolgreiche Kämpfe wie in Chiapas überall auf der Welt möglich und nötig sind und wollen hier erste Schritte in diese Richtung gehen.

Die Form der Erklärung wählten wir außerdem, weil wir es müde sind, unsere Inhalte zu verzerren und zu verkürzen, damit sie in die Form einer Pressemitteilung passen, um dann doch von der Presse total verdreht zu werden. Stattdessen setzen wir darauf mit dieser Erklärung, und denen die folgen werden, möglichst viele Menschen direkt zu erreichen.

Hambacher Urwald nennen wir den Wald, auch wenn wir wissen, dass diese Bezeichnung nicht korrekt ist, weil der Hambacher Forst immerhin einer der, in der Struktur, ältesten Wäldern West-Europas ist, und die größten Flächen einiger seltenen Habitate weltweit beheimatet. Anstatt ihn vollends zu zerstören, wie es die Pläne RWEs sind, plädieren wir ihn zu nutzen für ein Experiment eines möglichst naturnahen Waldes, auf dass er in einigen Jahrzehnten zu einem Urwald-ähnlichem Wald wird. Dann würden wir diesen Wald auch wieder freiwillig verlassen.

*Wenn hier die rede von „wir“ ist, dann geht es in Wirklichkeit nur um einige Aktivist_innen die an der Aktion beteiligt waren, weil zu viele Menschen an der Aktion beteiligt waren, alsdass sich alle beim schreiben dieses Textes hätten einbringen können. Es ist nicht auszuschließen, dass einige mit den Inhalten dieses Textes nicht einverstanden sind. Desßahlb soll dieser Text nicht für alle reden. Wenn einige an der Aktion beteiligten andere Standpunkte haben sind sie eingeladen diese ihrerseits zu veröffentlichen und ihren Text gleichberechtigt neben diesen zu stellen.

Bericht vom gestrigen Kulturfest

Besetzter BaumBis zu 300 Menschen trafen gestern über den Nachmittag verteilt im Wald ein um sich bei Kaffee und Kuchen am Programm zu erfreuen. Zahlreiche Gespräche fanden statt darüber wie der Wald noch geschützt werden kann. Mit etwas Verspätung ging es um 17:30 Uhr dann los zu der Verteilung der Baumpatenschaften. Mesnchen waren sehr kreativ beim Übernehmen von Baumpatenschaften, und hatten zuvor in der Bastel- und Kreativecke auf dem Fest allerlei zusammengebastelt womit die Bäume beschmückt wurden, womit für alle zukünftigen Besucher_innen des Waldes nun sichtbar ist, dass sich Menschen für den Erhalt des Waldes einsetzen.

Ebenfalls wurde ein neuer Baum gepflanzt, an einer Stelle an der RWEs Kettensägenmassaker zuvor für kahle Flächen im Wald gesorgt hatten, und ein Baumschützer kündigte an, jeden Tag in den Wald zu kommen um seinen Baum zu gießen, weil das Abpumpen des Grundwassers für den Tagebau den Bäumen stark zu schaffen macht.

Am Ende übernahm ein gutes Dutzend Aktivist_innen Baumpatenschaften, indem sie Plattformen in die Bäume zogen und ankündigten dort ausharren zu wollen bis RWE seine Pläne aufgibt den Wald roden zu wollen. Die Plattformen wurden in wunderschöne, Jahrhunderte alte eichen gezogen. Von dort gab es dann noch schöne Reden der Besetzer_innen mit dem Megaphon aus den Bäumen. Zitat: „Das Klima dieser Erde steht vor dem Abgrund und RWE will voRWEggehen.“ Diese Baumbesetzung geschah unabhängig von der Organisation des Waldfestes. Wir werden hier auf diesem Blog aber solidarisch über die Waldbesetzung berichten.

Am Abend fanden dann noch ein Vortrag der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ statt, die darüber berichtete was es heißt hier vor Ort vom Tagebau Hambach und der Politik der „Besatzungsmacht“ RWE betroffen zu sein, und wie sie dagegen vorgehen wollen.
Zum Abschluss fanden dann noch Konzerte statt und es richteten sich die Aktiven für die NAcht ein. Heute sind immernoch viele Menschen im Wald und es wäre schön wenn noch mehr Menschn dazukommen um die Besetzer_innen zu unterstützen.

Aufbau Aufbau Aufbau Aufbau Aufbau Aufbau Aufbau Volxküche Anti-Atom-Stand Bäume statt Bagger Moderation Moderation Lesung Kuchenstand Kuchenstand Zelt Samba Samba Basteln Basteln Basteln Küche Küche Küche Küche Kleinkunst Konzert Konzert Konzert Infostand Interview Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Baumpatenschaft Besetzung Besetzung Besetzung Besetzung Konzert

Letzte Updates zum Fest

Die Wettervorhersage für Samstag ist gut. Sieben Stunden Sonne und kein regnen.

Die Mobilisierung für das Kulturfest ist in vollem Gange und hat sehr weite Kreise gezogen. Sowohl aus dem direkten Umkreis als auch überregional haben sich viele Menschen angekündigt. Es werden also vermutlich recht viele Menschen zum Fest kommen. Wenn nun noch alle ein Freund oder eine Nachbarin mitnehmen…

Und ansonsten hängt ein Erfolg natürlich auch davon ab, wie ihr euch einbringt. Übernehmt Baumpatenschaften, denkt euch was kreatives aus, bringt eigene Transparente mit, backt einen Kuchen, oder oder oder …
Ihr könnt auch gerne vorher noch mal anrufen und fragen, ob noch etwas benötigt wird.

Kaffee und Kuchen wird es dann ab 14:00Uhr geben.
Treffpunkt ist nach wie vor um 13 Uhr mit Fahrrädern am Bahnhof in Buir, und später der Parkplatz im Hambacher Forst (direkt an der A4-Autobahnabfahrt „Buir“), von dem aus das Waldfest ausgeschildert sein wird.
Neben Vorträgen, einer Fotoausstellung und einer (Kinder-)Bastelecke wird es die angekündigten Konzerte geben. Und natürlich eine tolle Atmosphäre in einem wunderschönen Wald.

Na dann, bis Samstag.

Programm:
13 Uhr: Treffpunkt in Buir mit dem Fahrrad und gemeinsames Radeln in den Waldfestes
14 Uhr: zu Kaffee und Kuchen eine Lesung von Kay Löffler aus dem Buch „Dorf der Wolkenmacher“, die in Kooperation mit der Bürgerinititative „Buirer für Buir“ zustande gekommen ist

16 Uhr: Konzert von Klaus der Geiger

17 Uhr: Vergebung der Baumpatenschaften
18 Uhr: Vortrag von ausgeco2hlt über die Klimaaspekte des Braunkhleabbaus und geplanten Widerstand.

19 Uhr: Vortrag von Anwohner_innen über die lokalen Auswirkungen des Tagebaus
Ab
20 Uhr: Konzert mit dem Liedermacher aus den USA David Rovics

Treffpunkt beim Parkplatz nördlich von der Autobahnausfahrt Buir.

Kontakt: hambacherforst (Ät) riseup · net & 01573 – 7345865

14. April: Wald statt Kohle – Kulturfest zum Erhalt des Hambacher Forstes

Der Hambacher Forst, einst der größte Wald in der gesamten Region fällt Jahr für Jahr ein Stückchen mehr Europas größtem Braunkohletagebau zum Opfer.
Er besteht immer noch aus mindestens 600.000 Bäumen, ist in seiner Struktur 12.000 Jahre alt und durch einen hohen Anteil an Totholz, Eichen, Winterlinden usw. ein ökologisch wertvoller Lebensraum für eine Fülle von bedrohten Pflanzen- und Tierarten.

Gegen die Abholzung durch RWE sprechen weitere Gründe:

  • Ein Naherholungsgebiet geht verloren
  • Ein wichtiger Schutz gegen den Tagebau-Staub für die Orte Buir, Manheim und Morschenich verschwindet
  • Das Abholzen des Waldes und die anschließende Verbrennung der Kohle machen das Rheinische Braunkohlerevier zur größten CO2- Quelle Europas. Das treibt den Klimawandel in unverantwortlichem Maße voran.

Aufgrund des Verlustes an Lebensqualitiät, den gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Braunkohleabbaus regt sich vielfältiger Widerstand.

Auf dem Kulturfest am 14. April wollen wir, Anwohner_innen und Umweltaktive aus Nah und Fern, zusammenkommen und unsere gemeinsamen Stärken erkennen, um den Hambacher Forst zu erhalten. Alle Gruppen oder Einzelpersonen können eine Patenschaft für einen Baum übernehmen und diesen auf ihre Art und Weise schützen. Neben einer kleinen Kreativ- und Bastelecke vor Ort, kann eine Vorbereitung zu Hause mit Familie oder Nachbarschaft auch im Vorhinein schon stattfinden. Seid kreativ, die Vielfältigkeit der Methoden soll unsere Stärke sein!

Mehr Infos siehe [hier].