Ein paar Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wie nehme ich Kontakt zu euch auf?
Es gibt viele Möglichkeiten, mit uns Kontakt aufzunehmen. (Telefon, Mail, verschlüsselt oder unverschlüsselt, Kontaktformular verschlüsselt auf dem Blog, twitter, facebook, Kommentarfunktion auf dem Blog). Freundliche Anfragen sind immer willkommen, das gilt auch für Ergänzungen oder Korrekturen für dieses Statement (z.B. in der Kommentarfunktion hier).

Gibt es dabei technische Schwierigkeiten?
Es gibt allerdings auch viele Möglichkeiten für technische Schwierigkeiten (schlechter Handy- oder Internetempfang im Wald, zeitweilig fehlende sonstige Zugangsvoraussetzungen), die diesen Kontakt erschweren können. Verschlüsselte Anfragen brauchen manchmal länger- dann muss die antwortende Person nicht nur einen Computer mit Internet (was auch manchmal schon ein Hinderungsgrund sein kann), sondern auch noch den Schlüssel zur Hand haben. Bitte habt Geduld, wenn ihr nicht gleich eine Antwort bekommt. Versucht es wieder (und vielleicht auch über eine andere Kontaktmöglichkeit). Die Telefone sind meist besetzt, aber manchmal fehlt zwischendurch der Strom oder der Empfang. Die Besetzung ist groß, nicht alle Infos, die über einen Kanal kommen, sprechen sich gleich herum.

Ist eine Vorabanmeldung nötig?
Freundliche einzelne Gäste (auch Hunde) sind eigentlich immer auch kurzfristig willkommen. Je mehr Menschen kommen möchten, desto wichtiger ist eine Vorabanmeldung (in jedem Fall bitte für Presse und Menschen, die Interviews führen möchten). Am besten per Mail und auch telefonisch (Letzteres besonders am Anreisetag oder kurz vorher). So erreicht ihr mehr Menschen und werdet auch erwartet.Ähnliches gilt für Menschen, die uns Dinge vorbeibringen möchten. Die Wiese ist grundsätzlich per Auto erreichbar. Falls ihr euch des Matschweges (da der Winter vorbei zu sein scheint, ist auch der Matsch eher weg) wegen nur bis zum Kleinflugplatz (600m entfernt) traut und Menschen braucht, die Sachen abholen können, ruft bitte an.
Die Menschen vom Kleinflugplatz sehen es übrigens nicht gerne, wenn unsere Besucher*innen dort parken. Gegen kürzere Stopps oder Parken am Wegrand ist sicherlich nichts einzuwenden.

Lebensmittel
Falls ihr Lebensmittel mitbringt, achtet bitte nach Möglichkeit darauf, dass sie vegan¹ sind. Es gibt bestimmte Orte, an denen auch freegane² nicht vegane Produkte geduldet werden. Weitere Hinweise finden sich hier.

Foto- und Filmaufnahmen
Foto- und Filmaufnahmen im Wald sind grundsätzlich möglich. Bitte habt Verständnis dafür, dass Menschen aus Repressionsgründen nur nach ausdrücklicher Einwilligung abgelichtet werden dürfen und sich manche vermummen, wenn sie in Kameranähe geraten. Auf der Wiese oder in den Waldbesetzungen solltet ihr Kontakt mit den Menschen vor Ort aufnehmen. Bilder von Gebäuden (außen!) sind eher unproblematisch. Wer freundlich fragt, bekommt freundliche Antworten 🙂
Bilder vom Wald ohne Gebäude/Besetzungen oder Menschen in der Nähe können in der Regel einfach gemacht werden. Ein Stativ wirkt manchmal Wunder 🙂

Presse, Interviews, Bachelorarbeiten
Es laufen sehr viele Anfragen über die Mailbox (hambacherforst@nullriseup.net). Die Beantwortung solcher Anfragen an sich ist zwar leicht, die damit verbundene Arbeit (Menschen zu finden, die bereit sind, zu bestimmten Zeiten immer wieder Gäste in Empfang zu nehmen, herumzuführen, Fragen zu beantworten etc., und das während eines sowieso schon mit vielen Dingen prall gefüllten Tages) nicht. Es ist leichter, wenn ihr viel Zeit mitbringt, euch erst mal einzufinden, als wenn wir versuchen müssten, in einer Stunde „alles“ rüberzubringen, was uns bewegt. Wobei es dann manchmal frustrierend ist, wenn im fertigen Artikel aus der einen Stunde geschliffenen Vortrages über Kapitalismuskritik und Klimawandel zwei eigentlich unbedeutende Nebensätze übrigbleiben, die dem mitgebrachten Bild deR Interviewer*in zu entsprechen scheinen. Wir geben uns Mühe, tut das bitte auch. Es lohnt sich. Danke!

Selbstverständnis
Die Besetzung versteht sich als anarchistisch³, kapitalismuskritisch und queer-feministisch⁴. Es geht also nicht „nur gegen Braunkohle“. Hinter den vielen „anti“ steckt ein großes Maß an Achtsamkeit für sich, für andere Menschen, für die Natur (und dafür, wie das eigene Verhalten sich darauf auswirkt), eine große Liebe zum Wald (dessen große Schönheit sich täglich neu entdecken lässt), viel Raum für Kreativität und harte Arbeit, die trotzdem weniger ermüdend ist als so mancher Bürojob, weil sie selbstbestimmt ist. Intensives Zusammenleben mit liebenswerten, sehr besonderen Menschen oder auch Rückzug in die Ruhe eines Baumhauses sind möglich.

Weitere Hinweise finden sich auf dem Blog:

  • Telefonnummern
  • Wie ihr herkommt
  • Was wir brauchen können:
    link1
    link2
    Materialien zur Stromversorgung
    link3
  • Was ihr mitbringen solltet (und was besser zu Hause bleibt): Zelt, Hängematte, Schlafsack, Isomatte, warme Klamotten, Stirnlampe. Falls etwas fehlt, findet sich das sicherlich in den freeshops. Überlegt euch, ob ihr Ausweise (und Dinge, auf denen eure Klarnamen stehen) nicht lieber zu Hause lassen möchtet.

 

Grenzen
Nördlich des Waldes hat RWE einen Wall aufgeschüttet. Das gerodete Gebiet nördlich des Walles wird als Betriebsgelände reklamiert. Wer sich dorthin verirrt, sollte damit rechnen, mit Secus in Kontakt zu kommen. Das führt oft zu Personalienfeststellungen, Abmahnbriefen oder auch Inhaftierungen. Im Zweifelsfalle lasst euch lieber von ortskundigen Menschen führen, wenn ihr den ersten Waldspaziergang macht.

Aktuelles, Repression
Einen Überblick über die aktuelle Situation im Hambi findet sich meist auf dem Blog und auch auf twitter. In letzter Zeit gab es keine Berichte von Repressionen gegen Menschen, die auf dem Weg zu uns waren. Es ist Rodungsstopp.  Trotzdem gibt es jede Menge zu tun, Unterstützung (oder auch nur ein Besuch) ist immer willkommen. Der Aufenthalt in der Besetzung (Wiese und Wald) ist legal. Allerdings sind Räumungen (vor allem der Barrikaden) oder ähnliche Polizeieinsätze jederzeit möglich. Zuweilen scheint die Polizei (aus Abschreckungsgründen oder warum auch immer) mit der Maßgabe, so viele Menschen wie möglich mit so hohen Strafvorwürfen wie möglich mitzunehmen, in Räumungen zu gehen (der Justitzapparat sorgt dann schon für möglichst lange U-Haft). Menschen waren nur für ein paar Tage hier, wachten morgens auf beim Weckruf „Cops im Wald“, liefen in der Gruppe los, um zu sehen, was los war, und fanden sich unvermittelt im Knast wieder. Macht euch vorher ein Bild davon, was hier abgeht (lest z.B. den Blog unter #Repressionen), macht euch Gedanken darüber, wie ihr selbst damit umgehen wollt, sprecht mit Menschen, denen ihr vertraut, darüber, wenn ihr hier seid. Seid achtsam und passt gut auf euch und einander auf, auch in Stresssituationen.

Wir freuen uns auf euch!

 


¹) Vegan bedeutet in dem Fall „enthält keine Inhaltsstoffe die Produkt von Tierausbeutung sind. Also selbstverständlich frei von Leichenteilen wie Fleisch oder Gelatine, aber auch von zb. tierischer Milch und Eiern.

²) Freegan heißt, dass das Produkt „gerettet“ ist, also zb. containert. Durch den Konsum solcher Produkte entsteht keine zusätzliche Nachfrage.

³) Anarchismus bezeichnet eine Gesellschaft ohne Hierarchien. Natürlich lassen sich informelle Hierarchien nicht alle sofort erkennen und beseitigen, vielmehr ist das Ganze ein langwieriger Prozess.

⁴) Feminismus bezeichnet den Kampf gegen Sexismus, Patriarchat und die Unterdrückung von Weiblichkeit. Queer-Feminismus bezieht queere Perspektiven mit ein und stellt sich auch zb. gegen Homophobie und Transfeindlichkeit.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.