Räumung jetzt!
Kletterpolizei und sonstiges Grünzeug sammelt sich am Wald. Die Räumung wird bald anfangen. Kommt jetzt raus wenn ihr die Räumung erschweren/verhindern wollt!
Kletterpolizei und sonstiges Grünzeug sammelt sich am Wald. Die Räumung wird bald anfangen. Kommt jetzt raus wenn ihr die Räumung erschweren/verhindern wollt!
Hallo liebe Leute!
Wir sind wieder auf den Bäumen und wehren uns dagegen, dass dieser wunderbare, jahrtausende alte Wald der Grube von RWE zum Opfer fallen soll. Die Polizei behauptet allerdings, es gäbe keine neue Waldbesetzung und es sei alles nur ein Marketinggag. Also gut – am Sonntag laden wir euch herzlich ein, diesen mit uns zu eröffnen.
Eröffnungsfeier der neuen Waldbesetzung alias MONKEYTOWN
am Sonntag (8.Sep.) um 15:00 mit Kaffee, Kuchen und Musik
Treffpunkt auf der Wiese, gemeinsamer Spaziergang in den Wald
Wir wissen, dass in den letzten Wochen während der Camps in Manheim nicht alles ideal gelaufen ist. Es gab Aktionen, die bei vielen (auch einigen von uns) auf Unverständnis gestoßen sind. Doch wir glauben, dass es um so wichtiger ist, einen regen Austausch zu pflegen zwischen den Anwohner_innen, den Aktivist_innen und allen, die sich irgendwo dazwischen sehen.
Viele von uns würden sich da auch sehr über konstruktive Kritik freuen. Vielleicht lassen sich die ein oder anderen Missverständnisse aus dem Weg räumen und die ein oder andere Sache für die Zukunft ändern.
Ob wir von den Umsiedlungen und Bergschäden betroffen sind oder von Krankheiten durch den Feinstaub, ob wir in erster Linie den Wald und seine Tiere schützen wollen oder den Klimawandel und die Konzerne bekämpfen, die ihn voran treiben – wir haben alle jeden Grund zu protestieren und NEIN zu sagen!
Gerade in der aktuellen Situation sind wir auf Unterstützung angewiesen. Die Polizei und RWE haben offenbar beschlossen, die Wiederbesetzung des Hambacher Forsts auszusitzen, solange durch Klimacamp und Reclaim the Fields-Gathering allzuviel Aufmerksamkeit besteht. Doch das zur Schau getragene Desinteresse ist offenbar Schauspielerei: Seit der Räumung des großen Camps im November gab es zwei Versuche, den Wald wieder zu besetzen – beide wurden innerhalb einer Woche im Keim erstickt. Auch die Wiesenbesetzung bei Morscheinch wurde zu ihrem Beginn zwei mal widerrechtlich geräumt – im tiefsten Winter.
Dementsprechend steht zu erwarten, dass die Polizei versuchen wird, auch die neue Waldbesetzung nach dem Ende der Camps in Manheim schnellstmöglich zu beenden. Damit das nicht passiert brauchen wir eure Solidarität! Lasst uns zeigen, dass sich die Bewegung durch Kriminalisierungsversuche und Repression, durch einzelne Holzköpfe und groß angelegte Hetzkampagnen, nicht spalten lässt!
Wir freuen uns auf Sonntag und hoffen auf interessante Gespräche und gute Laune.
Wer Lust und Zeit hat kann gerne (veganen) Kuchen, andere Leckereien oder Instrumente mitbringen. Falls es regnet, sorgen wir für ausreichend Unterschlupf [oder verlegen einen entsprechenden Teil des Programms auf die Wiesenbesetzung].
Bis Sonntag, die Waldbesetzung
PS: Auch sonst seid ihr jederzeit willkommen! Der Sonntag könnte wieder ein Kaffee und Kuchen Tag werden…
Infotelefon: 015737345865
Die Polizei glaubt nicht an die neue Besetzung des Hambacher Forstes. Nach dem Motto „was ich nicht sehe gibt es nicht“ sagt sie derzeit gegenüber der Presse, dass die Meldung über die Besetzung nur erfunden wurde um Aufmerksamkeit zu erheischen. Nun gut, uns soll es recht sein.
Update 17:15 Besetzung läuft weiter. Alles ruhig, noch keine Polizei anwesend. Wer Lust auf eine idyllische Nacht in der Baumkrone hat, muss jetzt vorbeikommen. Ob die Polizei euch das Frühstück mit der Hebebühne auf die Plattform bringen wird, ist zur Stunde noch unklar.
Am heutigen Nachmittag wurde wieder ein Teil des Hambacher Forstes besetzt. Der Hambacher Forst der einst 5.500 Hecktar groß war wurde zum größten Teil vernichtet, für den Hambacher Braunkohletagebau. Wenn es nach den Plänen von RWE geht fallen auch die restlichen etwa 1000 Hecktar dem Tagebau zum Opfer. Dass sich dagegen Widerstand gebildet hat ist bekannt. Ab letztem Frühjahr an, war ein Teil des Waldes besetzt, und konnte nur mit der längsten Räumung aller Zeiten (im deutschsprachigen Raum) beendet werden. Daraufhin wurde eine Wiese besetzt, die am Waldrand liegt und auch Teil von RWEs Verwüstungsbegierden ist. Nun wurden ein weiteres Mal Bäume im Hambacher Forst direkt besetzt. Der Widerstand geht weiter! Hier gibt es ein Video zur Neubesetzung.
„Widerstand ist zwecklos!“ diese Message versucht RWE in die Köpfe der Menschen im Rheinischen Braunkohlerevier einzupflanzen. Der Braunkohleabbau – und die mit ihm einhergehenden Folgen der Landschafts- Gesundheits- und Klimazerstörungen – soll als Naturgesetz wahrgenommen werden. Die einen finden ihn gut, die andern schlecht, nur daran ändern kann eh niemand was. So in etwa soll der Diskurs verlaufen. Nur: Mit jeder durchgeführten Aktion, die zeigt wie schnell RWE in Bedrängnis kommt, bekommt diese Selbstverständlichkeit immer mehr Risse, werden die eigenen Handlungsoptionen sichtbarer. Mit jeder – die Verhältnisse offenbarenden – Polizeiaktion, sei es die Festnahme des Besitzers der besetzten Wiese, seien es die Skandale bei der Tunnelräumung im Herbst, wächst die Wut. Eine breite Wut, gepaart mit sichtbaren Handlungsoptionen kann schnell dazu führen, dass die herrschende Ohnmacht überwunden wird, dass Menschen massenhaft anfangen sich zu wehren und dass die Illusionen über die Verfasstheit der Gesellschaft in der wir leben überwunden werden.
Ein Video gibt es hier
Nach einer Demonstration vom Klimacamp zum „terra nova“ strömten 200 Kohlegegner_innen auf die Schiene der „Hambachbahn“ um dort eine Sitzblockade für den sofortigen Braunkohleausstieg zu machen. Auf der Blockade wurde Essen ausgegeben, Samba gespielt und Reden gegen Braunkohle gehalten. Seit einer halben Stunde beginnt die Polizei mit der Räumung. Die Gefangenen werden in RWE-Bussen abtransportiert, nachdem sie teilweise mit Knüppelschlägen behandelt wurden – Ein neues Highlight des blinden Harmonieren von Polizei und RWE
Täglich werden im Rheinischen Revier 195.000 – 220.000 t Kohle auf Kohlebahnen transportiert. Der Transport findet in offenen Waggons statt, wodurch eine sehr hohe gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung für die Region entsteht. Ein Großteil dieses Transports findet normalerweise über die – heute blockierte – Hambachbahn statt. Die dort transportierte Kohle wird in den Großkraftwerken im Rheinland verstromt. Dabei entsteht pro Tonne Kohle eine Tonne CO2. „Jede Tonne Kohle die heute nicht transportiert wurde ist eine Tonne CO2 weniger, die in der Atmosphäre landet. Die Propaganda der Kohlelobby, dass Braunkohleverstromung ausgerechnet für das Gelingen der Energiewende nötig wäre, kann uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier gerade für die Profite Weniger, die Zukunft von Vielen auf’s Spiel gesetzt wird. Wir werden weiterhin für eine wirkliche Energiewende kämpfen. Diese kann nur von unten, dezentral und außerhalb der Kategorien der Wertvermehrung stattfinden“, sagt Bernd, ein Klimaaktivist der noch immer auf der Schiene sitzt.
Pressemitteilung der Gleisblockade: 31.08.2013 Manheim. Tag zwei der Aktionstage im Rheinischen Braunkohlerevier. In Solidarität mit dem Klima- und dem Reclaim the Fields Camp besetzen derzeit 200 Aktivist*innen erneut die Hambacher Kohlebahn – den Haupttransportweg für Braunkohle aus dem Tagebau Hambach in die großen Kraftwerke, die jährlich 100 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Sie haben sich genau dort niedergelassen, wo neue und alte Hambachbahn zusammenlaufen.
„Bereits in den letzten Jahren hat es solche Aktionen gegeben. In diesem Jahr jedoch deutlich mehr Menschen als je zuvor, die sich ihrem legitimen Protest auf diesem Wege Ausdruck verleihen. Außerdem sind es Menschen aus unterschiedlichsten Zusammenhängen und Regionen der Welt. Dies zeigt deutlich: Klimawandel geht uns alle an. Und eine Änderung der derzeit bestehenden Verhältnisse von Ausbeutung und Zerstörung ist nur durch entschlossenes und gemeinsames Handeln von unten möglich“, äußert sich eine der Aktivist*innen. „Die Auswirkungen der Braunkohle-Verstromung sind nicht nur aufgrund des Klimawandels überregional spürbar, sondern auch durch die Verbreitung des Feinstaubes. Je nach Wetterlage kann der Feinstaub aus RWEs Kraftwerkenund Tagebauen überall in Europa niedergehen und verheerende Gesundheitsauswirkungen nach sich ziehen.“ „Immer wieder werden Aktionen des Braunkohlewiderstandes kritisiert, weil sie geltendes Recht übertreten. Wenn aber das geltende Recht Industrien schützt, die die Zukunft auf diesem Planeten zerstören, dann kann nicht das Übertreten des rechtlichen Rahmen das Problem sein, sondern das Recht selber ist es“ begründet eine Aktivistin, warum sie diese Blockadeaktion legitim findet. Gleichzeitig zieht ein Demozug von Manheim Richtung „Terra Nova“, dem Propaganda-Zentrum von RWE. Dort wird um 13:00 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden. Diese Demonstration richtet sich gegen die einseitige Darstellung seitens RWE zu den massiven Eingriffen in der Region. „Umsiedlung, Feinstaubbelastung, Zerstörung von fruchtbaren Böden und Ökosystemen – all das versucht RWE als notwendiges Übel für eine günstige und sichere Energieversorgung zu verkaufen. Wir sind hier um diese Lügen zu demaskieren. Fakt ist, dass weder ‚Renaturierungsmaßnahmen‘ noch genormte Neubausiedlungen ersetzen können, was an Kulturgütern und gesellschaftlichen Strukturen zerstört wird“, kommentiert Manuel Schreiber als einer der Demonstranten. *Informationen über den aktuelle Situation finden Sie auf dem Ticker:* *https://stopptrwe.crowdmap.com* *Aktuelle Fotos sind zu finden unter:* *https://secure.flickr.com/photos/100963658@N02/*
Seit heute nachmittag 15:30 Uhr, legen Aktivist_innen von „Reclam the Fields“ einen Gemüsegarten in Manheim an, der allen Manheimer_innen als „Community-Garden“ überlassen werden soll. Der Garten wird auf einer ungenutzten, städtischen Wiese inmitten Manheim angelegt. Die Aktion soll als positive Kraft der selbstorganisierten Landwirtschaft der Zerstörung durch den fossilen Kapitalismus und dem Braunkohletagebau entgegengestellt werden.
Auf der kleinen, idyllischen Wiese in Manheim, die von Hecken und Obstbäumen umgeben ist, legen hunderte Aktivist_innen des „Reclaim the Fields“ Camps einen Gemüsegarten an. Erdbeeren und Sellerie werden gesetzt und Salat und Spinat gesät. Außerdem werden die Obstbäume gegossen, die Aufgrund des trockenen Bodens, wegen RWEs Grundwasserabpumpung sehr verkümmert aussehen. Es wird ein kleiner Werkzeugschuppen gezimmert und eine kleine Hütte. An eine Tafel pinnen Anwohner_innen ihre Wünsche für die weitere Nutzung der Fläche neben dem Garten. Wenn der Garten fertig angelegt ist, wird er allen Manheimer_innen zur weiteren Nutzung übergeben werden.