Der letzte Kohlegegner aus dem Hambacher Forst geräumt

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Im Moment wird der letzte Kohlegegner aus dem Hambacher Forst abgeführt, dessen Blockadeaktion extrem erfolgreich war – vier Tage lang hat er die Rodung des Hambacher Forstes verhindert, nach seinem Motto: effektiver Klimaschutz von unten. Trotz dem Versuch von Polizei und einem großen Teil der Medien die Aktion als „wahnsinnig“ und als eine „Rettung“ darzustellen, sind alle Unterstützer_innen stolz auf diese längste Blockadeaktion die es in Deutschland je gab.

„Unser Ziel ist es die Fortführung des Hambacher Tagebaus undurchführbar zu machen. Aktionen wie die Tunnelblockade leisten einen riesengroßen Beitrag dafür. Vom Klimawandel betroffen werden alle irgendwann sein. Wenn nur ein Bruchteil davon sich für direkte Aktionen entscheiden würde, könnten wir hier leicht das Rheinische Braunkohlerevier – als größten Klimakiller Europas – stoppen“ sagt Björn, ein Unterstützter.

Für Sonntag ist eine Pressekonferenz der geräumten Besetzer_innen geplant. Voraussichtlich wird diese in Düren oder in der Nähe des Hambacher Forstes stattfinden. Bitte achten Sie am morgigen Tag auf die genaue Presseeinladung.

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Polizeisprecher vergleicht wirksamen Widerstand mit Unzurechnugsfähigkeit

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Der Polizeisprecher vor Ort hat in einem Interview mit dem WDR die Zurechnungsfähigleit des Aktivisten im Tunnel angezweifelt. Nach seiner Logik ist offenbar jede Handlung, die er nicht verstehen kann oder gegen seine Interessen geht, abnormal.
Zur Klärung: Die Räumung war nie eine Rettung, sondern wurde nur von der Polizei als solche dargestellt und von den Medien kolportiert. Gefährdet wurde Herr Zimmermann ausschließlich durch die überstürzten Handlungen der Polizei. Allerdings hat er sich nach seinen Aussagen zu urteilen durchweg sicher gefühlt: Er kennt die Konstruktion des Tunnels, weiß was er tut und kann die Lage einschätzen. Es ist die Polizei, die auf Sicht fährt und überfordert ist.
Die Handlung, sich in den Tunnel zurück zu ziehen, ist die folgerichtige Reaktion auf eine gewaltsame Räumung. Das Ziel einer Blockadeaktion ist, die Räumung so lange wie möglich heraus zu zögern um das bekämpfte Unrecht so lange wie möglich zu verhindern. In dem Sinne war kaum eine Blockade je so erfolgreich. Und in dem Sinne konnte der Maulwurf nichts Besseres tun als die Stützen hinter sich abzubrechen. Er ist der Polizei und RWE nach wie vor um einige Züge voraus.

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Rettungsmythos: Presse nun nur noch Organ der Polizeipropaganda?

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Der Tunnelaktivist war nicht festgekettet und flieht nun bewusst vor den Einsatzkräften. Damit beweist er eindeutig, dass die Anstrengungen der Polizei nie eine Rettung waren – es ist und bleibt eine gewaltsame Räumung, der sich Herr Zimmermann nach über drei Tagen im Bunker weiterhin vehement wiedersetzt. Trotzdem hält die Presse weiterhin geschlossen am Rettungsmythos fest ( mit wenigen Ausnahmen 1, 2). Das ist absurd: Benötigt eine Rettung doch ein Opfer das gerettet werden will. Solange dieses nicht verhanden ist, ist es eine Räumung und keine Rettung. Die Stimmungsmache von RWE, Medien und Polizei soll einen legitimen und effektiven Widerstand diskreditieren. Das macht uns wütend. Dennoch schneiden sie sich damit ins eigene Fleisch: Zur Zeit sind unsere Blogs und Ticker besser besucht als alle Medienseiten. Was offenbar wird ist nun bloß die Rolle der Medien in dem ganzen Spiel!

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Falsche Stimmungsmache wegen Kosten

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Die „Welt“ und andere Medien versuchen Stimmung gegen den Anti-Kohle-Aktivisten zu machen, mit der Mitteilung dass „der Steuzahler“ die Räumung zahle. Genau diese Tatsache muss aber die Frage aufwerfen, warum nicht RWE die Räumung zahlt, da sie ja auch die Profite machen, für die diese Räumung und die Rodung erst nötig ist. Bei einem Reingewinn von 1.8 Milliarden Euro (2011, Wikipedia) könnte RWE dies verkraften.
Die staatlichen Kosten der Räumung sind also hinzuzurechnen zu den 92 Milliarden Euro Subventionen, die in Deutschland seit 1950 in die Abbaggerung der Braunkohle floss.

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Flucht in den Untergrund – Aktivist flieht im Tunnel vor der Polizei

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Nachdem die Polizei den Tunnelaktivisten in seinem unterirdischen Bunker
freigelegt hatte und ihn aus seinem Lock-on lösen wollte, in dem er nur
vermeintlich festgekettet war, entwich er ihnen und floh in den
Tunnelschacht, der zu dem Bunker führte. Damit stellt er das Räumungsteam
vor ein weiteres Rätsel der Räumbarkeit. Damit hat er nun auch eindeutig
bewiesen, dass es niemals um eine Rettung ging, sondern um eine
gewalttätige Räumung gegen den Willen des Tunnel-Aktivisten.

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Rutsch im Tunnel – Glück für Aktivisten

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Bei der Baggerung von oben ist es zu einem Rutsch gekommen. Durch Glück im
Unglück ist der Aktivist nicht zu Schaden gekommen. Die Unterstützer_innen
sehen den Rutsch als Beweis für das, was sie seit Tagen kommunizieren:
„Von oben her zu baggern ist extrem gefährlich! Das hat die Polizei aber
ignoriert und die Profitinteressen von RWE ernster genommen als die
Unversehrtheit des Aktivisten. Wir sind froh dass nichts schlimmes
passiert ist, aber besorgt über das Vorgehen der Polizei“ sagt der
Unterstützer Björn.

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Geplante Blockadeaktion geht auf – Keine Rettung notwendig

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Die Tunnelaktion im Hambacher Forst ist eine lang vorbereitete, gut geplante Blockadeaktion, die voll aufgegangen ist. Dem Aktivisten geht es gut, und er sieht sich nicht in einer Notsituation, sondern freut sich über die Verzögerung der Rodung des Hambacher Forstes.

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Schwere Vorwürfe gegen Vorgehen der Polizei bei Räumung und in Polizeigewahrsam

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Im folgenden wollen wir auflisten welche Ungeheuerlichkeiten während der Räumung geschehen sind. Bei Räumungsbeginn erfolgte keine Aufforderung zum Verlassen des Ortes sondern es wurden alle Anwesenden Menschen verhaftet. Keiner hatte die Gelegenheit seine persönlichen Sachen zu packen und den Ort aus freiem Willen zu verlassen. Wie sie sicherlich selber gemerkt haben, gab es in den ersten Stunden der Räumung keinen freien Zugang für die Medien.
Ein zufällig auf dem Gelände anwesender Pressevertreter mit gültigem Presseausweis wurde gar verhaftet. So konnten sie auch nicht mitbekommen, dass währed der Räumung noch eine weitere Platform über der Küche installiert wurde.

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Tunnel-Aktivist meldet sich zu Wort: praktizierter Klimaschutz von unten

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Der Kohlegegner der nun schon ununterbrochen seit 3 Tagen im Blockadetunnel im Hambacher Forst ausharrt, hat nun zum ersten Mal ein Statement zur Aktion abgegeben, die er selber doppeldeutig „praktizierten Klimaschutz von unten“ nennt:

„Ich wundere mich ein Bisschen über die große Aufmerksamkeit dafür, dass die Polizei mit dem Räumungsversuch mein Leben aufs Spiel setzt – gleichzeitig interessiert sich scheinbar kein Mensch dafür, dass die Lebensgrundlagen von Millionen zerstört werden: Täglich sterben Hunderte an Hunger, Durst und Vertreibung als direkte Folgen des menschengemachten Klimawandels.
Hier unten ist es riskant und ungemütlich, aber RWE riskiert die Zukunft unseres Planeten.
Wenn nicht endlich mehr Menschen selber handeln um den Braunkohleabbau zu stoppen, macht RWE die Erde nicht nur ungemütlich, sondern unbewohnbar.“

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