Die Klimaskeptiker_innen und das RWE

  • Beitrags-Kategorie:Filz
  • Beitrags-Kommentare:1 Kommentar

Skepsis am menschengemachten Klimawandel zu verbreiten ist seit langer Zeit eine beliebte Methode jener, deren Profite auf der Verursachung des Klimawandels beruhen. Einen besonderen Erfolg hatten diese Methoden in den USA. Bei Versuchen diese Strategien auf Europa zu übertragen treten die Macher_innen dieser Strategien an das RWE mit einem Strategiepapier heran. In den Folgejahren werden genau die Empfehlungen aus diesem Strategiepapier Wirklichkeit. Mit dem Chef der RWE-Umweltsparte RWE Innogy betrat in den letzten Jahren ein Schwergewicht die Szenerie der Klimaskeptiker_innen.

Horner und die Klimaskepsis in den USA
Christopher C. Horner ist einer jener Architekten der aggressiven Kampagnen in den USA, die dafür sorgten, dass dort heute Klimawissenschaftler_innen die von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen kaum noch öffentlich auftreten können, und oft massiv denunziert werden. Den Klimawandel als Verschwörung anzusehen, ist dort dank dieser, von Erdöl, Auto- und weiteren Lobbys finanzierter Kampangen zur Mehrheitsmeinung geworden, und so ist es natürlich schwer möglich die klimaschädlichen Industrien anzugreifen. Dieser Artikel in der Zeit beschreibt die dortigen Zustände.

Strategiepapier und Vortrag von Horner für RWE
Genau dieser Christopher C. Horner sieht es als seine (gut bezahlte) Mission die Klimaskepsis auch in Europa hoffähig zu machen. Greenpeace veröffentlichte, dass es 2005 ein internes Strategiepapier von Chris Horner gab, das an RWE gerichtet war. Darin wird RWE empfohlen ein „Aktionsteam“ zu schaffen. „In dem Papier wird unter dem Titel Aktionsplan für RWE die „Gründung einer europäischen Klimaschutz-Koalition in Brüssel“ vorgeschlagen. Weiter heißt es: „Andere Unternehmen (inkl. Vattenfall, Endesa, Lufthansa, Exxon, Ford) haben bereits Interesse bekundet.“ Und weiter hinten: „In den Vereinigten Staaten hat eine informelle Koalition erfolgreich dazu beigetragen, die Annahme eines Kyoto-ähnlichen Programms zu verhindern.““ (Quelle Greenpeace) und als konkrete Strategie wird vorgeschlagen:
„Industrieorganisationen sind die falsche Plattform, um den Kurs der EU Klima-Agenda zu beeinflussen. Stattdessen sollte man ein aktives Team von Experten aufbauen, um der Kyoto-Agenda der Kommission etwas entgegen zu setzen.  Eine solche Koalition hat bereits Erfolge in den USA genossen, und teilweise auch schon gute Dienste in der EU geleistet.  RWE soll – zusammen mit anderen interessierten Konzernen – einen solchen Koalitions-Ansatz initiieren.“
Der Name der sich ausgedacht wurde für dieses Aktionsteam ist European Sound Climate Policy Coalition. (www.lobbycontrol.de) 2005 kam es ebenfalls zu einem Treffen von Chris Horner und RWE-Leuten in Brüssel, auf dem eine Power-Point Präsentation zu diesem vorgeschlagenen „Aktionsteam“ gehalten wurde. RWE’s Brüsseler Chef-Lobbyisten, Markus Becker sagt zu diesem Treffen RWE habe die Pflicht sich mit ihren Stakeholdern zu unterhalten.
Ob es zum Aufbau eines Aktionsteams von verschiedenen interessierten Konzernen und Lobbyverbänden unter der Führung von RWE kam oder nicht, ist nicht belegt. Interessant aber ist, dass nur ein Jahr nach diesem Treffen EIKE gegründet wurde. Das „Europäische Institut für Energie und Klima“, das bis heute wichtigste Sammelbecken für Klimaskeptiker_innen in Deutschland. Besondere Bedeutung haben die jährlichen Kongresse, die EIKE organisiert. „Auf dem vierten Klimaskeptiker-Kongress im November 2011 ist RWE-Mann Vahrenholt zu Gast. Als Referent mit dabei ist auch wieder Chris Horner.“ http://blog.greenpeace.de/blog/author/ksmid/page/2/Aber nicht nur das: Von diesem Zeitpunkt an gründete sich fast wöchentlich irgendein weiterer kruder Vereine und Blogs mit dem Ziel zu beweisen, dass der Klimawandel ein großer Schwindel sei. Zig Bücher mit den immerselber „Argumenten“ werden verfasst. Immer in verschiedenen Ausprägungen und verschiedenem politischen Hintergrund. Mal in der marktradikalen Version, mal in verschwörungstheoretischer, mal mit rechtem Hintergrund. Anfangs wird also auf jene Milieus abgezielt die stets dabei sind, wenn es darum geht gesellschaftliche Analysen durch einfache Weltbilder zu ersetzen.

Der Filz der Klimaskeptiker_innen
Zu nennen, als wichtige Akteurin des Klimaskeptiker_innenfilzes ist die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP-nahe, marktliberale Stiftung, heute umbeannt in Stiftung der Freiheit). Diese unterstützt EIKE finanziell, beteiligt sich an ihren jährlichen Kongressen und organisiert eigene klimaskeptische Veranstaltungen. Die FDP und die Klimaskeptiker_innen ist ein Thema für sich. Eine andere zentrale Stelle ist der Vorsitzende von EIKE, das Jenaer CDU-Mitglied Holger Thuss. Das Postfach von EIKE (kein Institut, sondern ein Postfachverein) läuft über seinen Namen. Auch zwei weitere klimaskeptische Vereine, beide nicht ohne Relevanz in dieser Szenerie laufen auf dasselbe Jenaer Postfach: Das Commitee for a Constructive Tomorrow (CFACT) und der Thuss & van Riesen Verlag (TvR), ein fast ausschlieslicher Klimaskeptiker_innen-Verlag.


Michael’s Climate Blog
Das „CFACT ist ein rechtskonservativer US Think Tank, der durch besonders aggressive Antiklima-Rhetorik auffällt und sich großzügiger Finanzierung durch Exxon Mobil & Co. Erfreut.“ http://michaelsclimate.wordpress.com/tag/holger-thuss/

Die Überschneidungen von CFACT und EIKE sind immens, wie dieses Schaubild zeigt:


Michael’s Climate Blog
Ein nicht unrelevantes Mitgileid von EIKE ist übrigens Helmut Alt, Professor für Elektrotechnik an der FH Aachen, der lange zeit für RWE arbeitete, dessen Schwerpunktthema aber eher die Atomkraft ist (natürlich mit einer Pro-Atom-Position).
Wie schon erwähnt entstehen seit 2007 neue klimaskeptische Blogs in atemberaubendem Tempo. Auch Bücher zu diesem Thema überschwemmen regelrecht den Markt. Um einige dieser Blogs zu nennen: klima-ueberaschung seit 2007.
klimanotitzen und science-skeptical seit 2008, naeb.info seit 2009, und so weiter und so fort.

Die rechten Klimaskeptiker_innen als Sprungbrett zur diskursiven Relevanz
Eine besondere Relevanz kommt folgenden Internetforen und Milieus zu: Die Rassist_innen um die Seiten „Achse des Guten“ und „Political Incorrect“ stiegen massiv auf den Zug der Klimaskepsis auf. Michael Mirsch und Dirk Maxeiner, die beiden nach M. Broder wichtigsten Schreiberlinge der „Achse des Guten“, schreiben dort regelmäßig Artikel in denen sie den menschengemachten Klimawandel verneinen, schreiben aber auch für die Seite von EIKE. M. Broder ist ein offener Rassist, der zum Beispiel bei jeder Gelegenheit die genetischen Thesen Sarrazins verteidigt, und zum Beispiel mit der „Welt“ und anderen rechts-konservativen Zeitungen „Antiislamisierungskongresse“ organisiert (es ist absurd, dass er von, sich selbst als links sehenden Zeitungen wie der konkret, dennoch hoch geschätzt ist und dort auch publiziert). Mirsch und Maxeiner stehen ihm in nichts nach, genauso wie die meisten Autoren von „AchGut“, von denen übrigens sehr viele auch klimaskeptisch schreiben. Vera Lengsfeld zum Beispiel, die auch auf einer EIKE Konferenz eine Rede (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bei_der_erloesung_des_klimas_stoert_der_mensch/) hielt, erhielt dort für ihre Thesen, die vorgeschlagene Lösungen gegen den Klimawandel in die Nähe der Eugenik brachte langanhaltenden Applaus. Sie sagte: „In gefährlicher Nähe zur Eugenik bewegt sich auch Umweltminister Röttgens Vorschlag, jedem Menschen ein CO2- Kontingent zuzumessen.“ Auch wenn eine Kritik des autoritären Klimaschutzes geteilt werden kann, genauso wie Lengsfelds Kritik an Geburtenkontrollen; das mit der nationalsozialistischen Eugenik zu vergleichen, wie Lengsfeld es tut, ist einfach nur geschichtsrelativierend. Der Rest von Lengsfelds Rede ist ziemlich absurd, so wird der real existierende westliche Wohlstand zur Notwendigkeit für die Befreiung autoritärer Politik verdreht. Der Kabarettist Vince Ebert schreibt für EIKE und die Achse des Guten klimaskeptisch, und moderiert gerne zum Beispiel Veranstaltungen von Thyssen Krupp, wie den Jahresempfang von „Ideen Park“ mit Thomas Gottschalk zusammen.
Ein weiterer einflussreicher Klimaskeptiker von der Achse des Guten ist Ulli Kulke http://de.wikipedia.org/wiki/Ulli_Kulke, Redakteur bei der „Welt“. Er führt einen klimaskeptischen Blog auf „welt online“ namens „Donner und Doria“. Auch der ehemalige Chefredakteur der „Welt“ und ebenfalls des „Ciceros“ Wolfram Weimer, schreibt für die Achse des Guten.
So ist es bezeichnenderweise der rechts-konservative Flügel der Klimaskeptiker_innen der die Skepsis gegenüber dem menschengemachten Klimawandel in die großen Zeitungen bringt. Offener rechtsradikal und im Tonfall noch aggressiver sind die Klimaskeptiker_innen von PI-news: http://www.pi-news.net/category/klimaschwindel/

Klimaskepsis auf dem Weg zum Mainstream
Diese Sammlung an klimaskeptischen Beiträgen in bürgerlichen Medien, über die sich EIKE freut, zeigt wie die Strategie derjenigen aufgeht, die die Klimaskeptiker_innen als nützliche Idiot_innen für ihre profitablen Interessen einsetzten. Das Ziel ist es den Diskurs über den menschengemachten Klimawandel soweit zu verwirren, dass dieser nicht mehr als Fakt erscheint, sondern als Streitpunkt unter Wissenschaftler_innen (weiter unten wird darauf aus einer wissenschaftskritischen Sicht näher eingegangen).
Die zwielichtigen Millieus konservativ-rechter und verschwörungstheoretischer Gruppen sowie neoliberalen Think-Tanks waren notwendig als Fundament, in dem der klimaskeptische Diskurs anfangen konnte zu zirkulieren. Sobald dieses Fundament stand wurde die nächste Phase eingeleutet. Mit „seriöseren“ Akteur_innen soll der gesellschaftliche Mainstream getroffen werden.

Und schon wieder das RWE
Diese gesuchten „seriösen“ Akteure wurden gefunden in Fritz Varenholt und Sebastian Lüning, die zusammen das Buch „Die kalte Sonne“ verfassten. Fritz Varenholt galt einst als Vorkämpfer in Sachen Umweltschutz. Durch diese Vergangenheit sollen seine Thesen also seriös wirken. Einziger Schönheitsfehler bei der Sache: Dass beide bei RWE in Lohn und Brot stehen lässt doch etwas an der Glaubwürdigkeit zweifeln. In einem Vorwort des Buches schreibt Fritz Varenholt, dass er stets an die „Hockey Stick Theorie“ (eine Parabel die die Parallelität des Anstiegs von CO2 und globaler Erwärmung anzeigt) geglaubt habe und sie in eigenen Vorträgen verwendete, bis es ihm wie Schuppen von den Augen fiel, dass das ja gar nicht möglich wäre, wo es doch schon frühere Warmzeiten gegeben hätte. Die Frage die offen bleibt ist die, ob nicht auch der erste Gehaltsscheck vom RWE zur Sinneswandlung beitrug.

Fritz Varenholt war sogar zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung Vorstandsvorsitzender der RWE Innogy, der auf erneuerbare Energien fokussierten „Umweltsparte“ von RWE. Im Jahr 2012 wurde er als Vorstandvorsitzeder abgelöst und übernahm den Aufsichtsratsvorsitz von RWE Innogy. Während RWE die gesamte Landschaft mit Großplakaten beglückt, auf denen RWE als Klimaschützer angepriesen wird, glaubt der wichtigste Mensch der Umweltsparte nicht an den Klimawandel. Es könnte also die Frage gestellt werden, wozu es diese Sparte überhaupt gibt. Folgerichtig schraubte RWE seine Investitionen für die Folgejahre in dieser Sparte massiv herunter.

Der eigentliche Skandal
Nun lässt es sich nach unseren bisherig vorliegenden Informationen nicht eindeutig nachweisen, dass das RWE beteiligt ist, an der Umsetzung einer gezielten Strategie Klimaskeptiker_innen zu finanzieren und zu fördern, oder Strukturen selber aufzubauen, um den Diskurs des menschengemachten Klimawandels zu diskreditieren. Das Strategiepapier von Chris Horner, an RWE gerichtet, die darauffolgende Entstehung all dessen was in diesem Papier steht, und das anschließende An-die-Spitze-der-klimaskepischen-Bewegung-stellen zweier hochrangigen RWE-Angestellte lässt aber einiges vermuten. Wir werden weiterhin versuchen mehr Material zu sammeln um die Verstrickung des RWEs belegen zu können. Dabei hoffen wir auch auf mithilfe. Material kann auch anonym in folgendes Kontaktformular eingestellt werden:

Ob das RWE nun direkt verstrickt ist, oder nicht; wir dürfen den eigentlichen Skandal nicht vergessen: Nämlich dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es für Unternehmen wie RWE in der kapitalistischen Binnenlogik rationelles Handeln bedeutet, einen Diskurs zu sabotieren, der notwendig ist, um die Rettung dieses Planeten anzugehen.

Eine Anmerkung zur Debatte um die Wissenschaftlichkeit
In der Auseinandersetzung zwischen Vertreter_innen der Existenz eines menschengemachten Klimawandels und Klimaskeptiker_innen, dreht sich die Debatte meist darum, der Gegner_in vorzuwerfen nicht „wissenschaftlich“ zu sein, was meist in reinen Schlammschlachten ausartet. Genau diese Fokussierung auf die Debatte welche Seite eigentlich die „Wissenschaftlichkeit“ gepachtet hat, ist Teil der Strategie der Klimaskeptiker_innen. Denn sie führt erstens zu einer Depolitisierung der Debatte, und schließt zweitens einen Großteil der Menschen aus, da sie auf diesem Gebiet nur Laien sind. Drittens stützt es die Herrschaftsmethode „wissenschaftlicher Diskurse“
Depolitisierung: Die Fokusierung auf die Frage danach, wer wissenschaftlich im Recht ist, blendet schnell andere Fragen aus. Zum Beispiel welches Interesse eigentlich hinter welcher Position steht. „Wissenschaftlich“ lässt sich in einer kapitalisitisch organisierten Wissenschaft immer das belegen, was belegt werden soll. Deswegen ist die Frage nach dem Interesse viel interessanter. Es macht nämlich einen Unterschied, ob eine Position vertreten wird, aus dem Interesse weiterhin billig und massenhaft CO2 und andere Klimagase in die Luft pusten zu können, oder ob das Interesse ist, jetzt das notwendige zu versuchen, damit diese Erde auch noch in 60 Jahren ein lebensspendender Ort ist.
„Ausschluss von Laien“ und „Wissenschaftlichkeit als Herrschaftsmethode“: Durch das Verlagern der Debatte auf eine „wissenschaftliche Ebene“ wird ein Großteil der Menschen von der Debatte ausgeschlossen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse“ werden zur objektiven „Wahrheit“ gemacht. Wenn bedacht wird, dass Studien mit vorherbstimmten Ergebnissen „zu kaufen“ sind, ist auch „die Wahrheit“ zu kaufen. Alleine aus diesem Grunde empfielt es sich von vornherein wissenschaftskritisch an Debatten heranzugehen, um nicht gesellschaftlichen Eliten, die Deutungshoheit über alles Geschehen zu überlassen. Das bedeutet nicht, dass eine Erforschung des bevorstehenden Klimawandels nicht sinnvoll sei, sondern, dass es niemals objektive Erkenntnisse geben kann, und dass eine Wissenschaft immer in ihren Rahmenbedingungen betrachtet werden muss.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Anonym

    Vielen Dank für diesen sehr guten, wichtigen und super recherchierten
    Blogbeitrag!!!!

    Stirnrunzeln verursacht mir lediglich der letzte Absatz: Obwohl in der
    Intention richtig, wird sich hier, finde ich, an dem eigentlichen
    Problem mit der Wissenschaftlichkeit vorbeigemogelt. Die Argumentation
    zuendegedacht, landet man nämlich schnell bei: Alle haben andere
    Interessen, also andere „Wahrheiten“, also hat jeder seine eigene
    Wahrheit und damit auch jeder irgendwo für sich recht. Das ist aber
    wiederum eine Position, die sich bei Klimaskeptikern wiederfindet –
    vielleicht nicht bei denen im grauen Anzung mit Krawatte, sondern eher
    bei den Stammtisch-Klimaskeptikern, inclusive derjenigen mit
    Flugticket nach Südamerika in der Tasche und einer Tüte in der Hand…

    Der Wissenschaftbetrieb ist sicherlich von Interessen geformt, daraus
    sollte man aber nicht den Schluss ziehen, dass die Suche nach einer
    gemeinsamen Wahrheit irrelevant ist – wird auch schön in dem Text
    sichtbar, der ja gewisse wissenschaftliche Ergebnisse in den Dienst
    nimmt, um die besagten Interessen überhaupt identifizieren zu können.

    Leider findet man diese Form von Wissenschaftskritik im
    Wissenschaftsbetrieb selbst
    repräsentiert, und meist geht es da um
    Rivalitäten zwischen Fakultäten/Domänen, z.B. Sozialwissenschaften
    vs. Naturwissenschaften, letztendlich um Forschungsgelder und sozialen
    Status, und gar nicht primär um eine radikale politische Kritik am
    Tropf, an dem man selber hängt – letztere müsste, fürchte ich, erst
    einmal von außen an die Institutionen herangetragen werden.

    Um die Strategie von Leuten wie Christopher C. Horner zu kritisieren,
    ist gar keine radikale Wissenschaftskritik nötig, es reicht, auf
    geltende Normen für Wissenschaftlichkeit hinzuweisen. Trotzdem wird es
    irgendwann auf der Tagesordnung stehen müssen, die in die
    wissenschaftlichen Institutionen in Form von Habitus,
    klassenspezifischer Zugang zur Bildung, Demokratiemangel
    eingeschriebenen Machtverhältnisse radikal von links zu
    kritisieren. Diese Kritik wird dann auch die IPCC-mäßige
    Klimawissenschaft nicht aussparen können. Schon daran sieht man, dass
    sorgfältig analysiert und argumentiert werden muss, um das Kind nicht
    mit dem Bade auszuschütten.

    – anonym

Schreibe einen Kommentar