Hambi-Rede auf dem Waldspaziergang 30.09.2018

UPDATE: Inzwischen wurde vom Oberverwaltungsgericht in Münster die diesjährige Rodungssaison untersagt. Schlagartig scheint auch die Präsenz von Polizei „zur Gefahrenabwehr“ nicht mehr nötig zu sein. Natürlich hat das aber nichts miteinander zu tun.

30.09.2018 – Beim heutigen Waldspaziergang wurde unter anderem diese Rede von einem Menschen aus dem Wald gehalten. Wie schön, endlich mal wieder viele nicht-uniformierte Menschen auf der „Secu-Straße“ (aka L276) zu sehen! Vielen Dank auch allen anderen Redner*innen für die bunte Vielfalt an Beiträgen. (Und auch danke an einige andere Hambi-Aktivisti*, von deren spontaneren Beiträgen wir leider kein Videomaterial haben.)

Ihr könnt die Rede anschauen und/oder hier lesen:

 

Seit 16 Tagen räumt die Polizei die Besetzungen im Hambacher Forst.

16 Tage lang war dieser Wald ununterbrochen von zig Hundertschaften, Räumpanzern, Hebebühnen und dem SEK belagert. Seit 16 Tagen fährt der Staat seine ganze Übermacht auf, um ein Paar hundert Anarchas die Botschaft einzuprügeln, dass ein widerständiges, wildes und freies Leben hier nicht toleriert wird.

16 Tage Räumung haben die Besetzung noch lange nicht klein gekriegt. In den letzten Tagen ist in Ghosttown nahe des Wiesencamps ein neues Baumhausdorf entstanden. Und um das letzte alte Baumhaus, Paragraph11, wachsen in diesem Moment die Barrikaden.

Diese Räumung hat eine Aufmerksamkeit her gebracht, die noch vor zwei Jahren unmöglich erschienen wäre. Die Welt schaut dem deutschen Staat auf die Finger. Und sie sieht, was der angebliche Musterschüler in Sachen Umweltschutz, was die angebliche „Klimakanzlerin“ für einen Dreck am Stecken haben. Das allein ist ein riesiger Erfolg.

Aber die Räumung ist noch nicht zu ende. Und wenn sie dieser Tage zu ende gehen sollte, dann fängt der Kampf erst richtig an. In der kommenden Rodungssaison will RWE mit dem Wald kurzen Prozess machen. Dafür war die Räumung nur eine Vorbereitung. Wenn sie anfangen zu roden, dann ist es für uns Hambis natürlich viel schwieriger einzugreifen, weil wir nicht mehr im Wald wohnen, sondern erstmal an der Polizei vorbei müssen, um das Rodungsgebiet überhaupt zu sehen.

Deshalb werden wir, um den Wald retten zu können, jeden erdenklichen Einsatz von der ganzen Bewegung brauchen. Viele von Euch waren vielleicht dieser Tage die ersten Male im Wald und haben die ersten Male mitbekommen, was es bedeutet, wenn der Rechtsstaat seine Zähne zeigt.

Ich hoffe, dass Ihr noch Atem habt, denn der Überlebenskampf, den wir für diesen Wald führen müssen, fängt Mitte Oktober erst richtig an.

Dieser Wald ist ein Symbol des Widerstands geworden. Unser Protest ist eine Aussage: Wir lassen uns von den Machteliten in Politik und Wirtschaft nicht mehr eine Wirtschaftsweise vorsetzen, die unseren Planeten zu Grunde richtet! Dieser Wald, und der Widerstand zu seiner Rettung, ist das Ausrufezeichen hinter dieser Aussage. Ich hoffe Ihr habt noch Atem, im Oktober immer wieder zu kommen – auch unter der Woche! – und Euch vor das Ausrufezeichen zu stellen. Wir brauchen den Wald, und jetzt braucht der Wald uns!

Ich komme bei Großdemonstrationen leicht in Feierlaune, in einen emotionalen Höhenflug nach dem Motto: Wir sind so viele, wir haben doch fast gewonnen, das können sie nicht ignorieren. Falls es euch ähnlich geht, tut es mir Leid, da stören zu müssen: Doch, sie können uns ignorieren. Armin Laschet und Herbert Reul interessieren sich leider einen Scheißdreck, wie viele Menschen für die Rettung des Waldes auf die Straße gehen. Sie werden uns -wie immer- so lange ignorieren, bis wir sie zum Einhalten zwingen.

Es tut mir Leid, wenn ich irgendwem die Feierlaune stören muss, aber wie gesagt, der Kampf fängt gerade erst an, und wir sollten ehrlich darüber reden, was uns erwartet.

Ich will hier nicht mehr Panik verbreiten als nötig – auch in der kommenden Rodungssaison werdet Ihr meistens einen gewissen Einfluss darauf haben, wieviel Repression Ihr zu spüren bekommt. Aber manche haben auch Pech, sind zur falschen Zeit am falschen Ort und treffen auf den falschen Bullen, der Spaß daran hat, sich mal austoben zu können.

Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht jetzt uns – aber wir müssen dabei auch wach sein, auf uns aufpassen, und aufeinander aufpassen.

Ich störe nur ungern eine Party, aber ehrlich gesagt ist mir persönlich noch gar nicht so richtig nach Feiern zumute. Diese Räumung läuft noch, und sie wird in den letzten Zügen wahrscheinlich nicht freundlicher werden. Und diese Räumung, und das Vorgehen der Polizei, haben mich unglaublich wütend gemacht.

Sie haben Abgase in besetzte Tunnel geleitet. Sie haben gedroht Seile zu kappen, an denen Menschenleben hingen. Sie haben Tripods mitsamt Besetzer*innen durch die Gegend getragen. Sie haben ganze Gruppen von Aktivist*innen gegen Barrikaden geschubst; gegen Barrikaden, in denen teilweise Menschen am Hals fest gekettet waren. Sie wurden immer wieder davor gewarnt, dass ihr rücksichtsloses Verhalten Menschenleben gefährdet. Sie haben alle Warnungen in den Wind geschlagen. Und diese Liste ist noch lange nicht vollständig.

Aber wir – sind immer noch im Wald.

Sie haben geprügelt, Platzverweise erteilt, Brillen zertreten, geprügelt, die Presse fern gehalten, Gefangene nicht aufs Klo oder telefonieren lassen, geprügelt, Arme gebrochen, eingesperrt, und von vorne angefangen.

Aber für unsere Gegner – ist immer noch unsere Gewalt das Hauptproblem.

In vielen Solidaritätsbekundungen und freundlich gesinnten Presseartikeln ist vom „gewaltfreien Protest“ im Hambacher Forst die Rede. Wie gesagtm ich störe nur ungern – aber das ist ein Bisschen Unsinn. Was stimmt ist: Die Gewaltexzesse der Polizei standen nie in irgendeinem Verhältnis zur teilweise militanten Gegenwehr, die es im Wald immer wieder gab.

Der Punkt ist: Wenn die Besetzungen von Anfang an konsequent friedlich gewesen wären, dann hätten sie die ersten drei Jahre nicht überlebt. Ihr habt gesehen, wozu die Polizei und die RWE-Sicherheitsdienste fähig sind – und das war von Anfang an so.

Die Besetzungen im Hambacher Forst hatten bewusst nie einen gewaltfreien Aktionskonsens. Die letzten Wochen haben hoffentlich allen hier den Grund dafür verdeutlicht:

Wir leben ja auch nicht in einem gewaltfreien Staat.

Wir leben nicht in einem funktionierenden Rechtsstaat, wenn es so etwas denn geben kann.

Wir leben nicht in einem Staat, der auch nur versucht, sich seinen Anspruch auf ein „Gewaltmonopol“ würdig zu verdienen.

Zu diesem Zeitpunkt sind vier von unseren Freund*innen und Weggefährt*innen in Untersuchungshaft, und eine weitere [rechtskräftig zu neun Monaten verurteilt] wegen „rhytmischer Unterstützung“ von Böllerwerfer*innen [mit einem Tamburin].

Mit ihrer Einknastung sind wir alle gemeint! Also lasst uns unsere Gefangenen nie vergessen: Bitte schaut auf den Blog von abc-rhineland, findet ihre Knastadressen und schreibt schreibt schreibt Briefe!

WIR SIND NICHT ALLE – ES FEHLEN DIE GEFANGENEN!

Was im Hambacher Forst in den letzten Wochen passiert ist, ist kein versehentlicher Ausrutscher. Die massive Gewalt, die viele von Euch am eigenen Leib erlebt haben; die Einschränkungen der Pressefreiheit; das Gelächter über die Erinnerung an Menschenrechte; die Verlogenheit und der abgrundtiefe Zynismus ihrer Verlautbarungen; die erfundenen und überzogenen Anschuldigungen, mit denen sie Freiheitskämpfer*innen in den Knast stecken; die völlige Blindheit für Augenmaß und Deeskalation;

All das sind wir in den Besetzungen seit sechs Jahren gewohnt. Das ist der Standard dieses Staates für die, die nicht nur bitten, sonder fordern. Die nicht nur protestieren, sondern sich effektiv in den Weg stellen.

All das ist übrigens auch schon immer der Standard dieses Staates für Geflüchtete, insgesamt für nicht weiße Menschen, Sexarbeiter*innen, Leute die als psychisch krank abgestempelt werden, Obdachlose und andere mit sehr wenig Geld, Punks, und viele andere diskriminierte Gruppen.

Dieser Staat kennt keine Rücksichtnahme. Nicht einmal nach dem tödlichen Absturz unseres Freundes Steffen hat die Staatsmacht auch nur einen Tag Ruhe gegeben. Es wurde behauptet, der Räumungseinsatz sei gestoppt – aber selbst in Beechtown, wo der Unfall passierte, liefen noch in derselben Nacht die Generatoren und Flutlichter.

Stellt Euch vor, die Polizei ist gerade dabei, Euch aus Eurem zu Hause zu schmeißen. In dieser Situation stirbt ein Freund, woran auch immer – und dann stellen die Bullen Flutlichter vor jedes Eurer Fenster, und lassen sie die ganze Nacht durchlaufen.

Das ist nur ein kleiner, vielsagender Ausschnitt des Psychoterrors, mit dem sie schon seit Wochen versuchen, die Menschen im Wald mürbe zu machen.

Wenn es ein Gutes geben soll an der Brutalität dieses Einsatzes, der immer noch läuft, dann ist es dies: Die alltägliche Brutalität der Polizei ist um Einiges sichtbarer geworden. Das Vertrauen in den Staat ist bei Vielen ins Wackeln gekommen.

Und vielleicht gärt bei Vielen auch die trotzige Einsicht: Diesen Staat, der mit solch einer Gewalt an seinem rasanten Kurs auf den Abgrund festhält, werden wir nicht allein mit untertänigen Appellen zum Umdenken kriegen.

Dieser Staat erlaubt relativ viele Demonstrationen einzig deshalb, weil sie ihn nicht allzu sehr stören. Aber dieser Staat wird nur dann seinen Kurs wechseln, wenn wir ihn mit Entschlossenheit, langem Atem, und allen sinnvollen Mitteln dazu zwingen.

Wir sehen uns in der Rodungssaison!

WIR SIND HIER, UND WIR SIND LAUT, WEIL MAN UNS DEN HAMBI KLAUT!

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Presseerklärung 27.09.18

LORIEN WEITERHIN WIDERSTÄNDIG, REUL WEITERHIN WIDERLICH

Ein weiterer Tag in dieser zähen, wochenlang andauernden Räumung durch Polizei und Staatsapparat für die Profite von RWE und der Kohlelobby ist vorbei.

Nach der Zerstörung von Oaktown, Gallien, Cozytown, Beechtown und Kleingartenverein ist Lorien die letzte Großbesetzung, um die noch gekämpft wird. Seit Tagen versucht die Polizei dort, die Menschen aus ihren Baumhäusern zu räumen.

Aber durch die große Unterstützung von Sitzblockaden, Stehblockaden und der Präsenz von vielen Menschen vor Ort haben wir erreicht, dass fast alle Baumhäuser noch stehen. TakaTuka ist das einzige Baumhaus, von wo die Kletterpolizei heute mit Hubsteigern Menschen “gerettet” hat

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Hambacher Forst – friedlicher Widerstand?

Disclaimer: Der Text ist von Einzelpersonen geschrieben und drückt nicht die Meinung der ganzen Besetzung aus. Es ist wichtig, alle Formen des Widerstands dieser Besetzung zu zeigen und nicht bestimmten Aktionsformen kein Gehör zu geben. Gefunden auf: https://de.indymedia.org/node/24651
Der Hambacher Forst steht im Fokus der Medien, seit Donnerstag den 13.09. werden die Baumhäuser mit einem Großaufgebot der Bullen inklusive SEK geräumt. Es gibt verschiedenste Arten des Widerstands aber gerade die linke Presse und NGOs berichten gerne von gewaltlosen Widerstand um den Protest für sich vereinnahmen zu können. Wir möchten uns in unserem Bericht auf die Militanz konzentrieren, auch wenn wir sie nicht als einzigen wichtigen Bestandteil des Protests sehen. Hier folgt eine Chronik der Militanz, Widerstand und Repression im Hambacher Forst aus dem letzten Wochen. Natürlich ist die Chronik unvollständig, da viele Aktionen in Kleingruppen durchgeführt werden und wir nur von denen wissen, die uns mitgeteilt wurden.
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27. Sept.: Jetzt erst recht! Demo für den Erhalt des Hambacher Forsts und den sofortigen Ausstieg aus fossilen Energien

Jetzt erst recht!
Demonstration für den Erhalt des Hambacher Forsts und den sofortigen Ausstieg aus fossilen Energien

Donnerstag, 27.09.2018, Bahnhof Buir mit Auftaktkundgebung
Start der Demonstration: 17:00

Seit dem 13.09.2018 versuchen RWE und die Landesregierung mit einem massiven Polizeieinsatz, die Baumhäuser im Hambacher Forst unter fadenscheinigen Begründungen zu räumen. Zehntausende Menschen haben sich diesem Wahnsinn mit Demonstrationen, Sitzblockaden, Unterschriftenlisten, Waldspaziergängen sowie Gleis- und Kraftwerksbesetzungen entgegen gestellt.

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Ticker 25.9 – 1.10.

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Ihr müsst dafür auch keinen eigenen Twitteraccount haben!

heutige Streams: @anettselle @imageschaden

1. Oktober

20:47 Um Ghost-Town stehen mittlerweile 4 Flutlichter und 2 Räumpanzer.
20:00 Ein parlamentarischer Beobachter ist auf dem Weg nach Ghost-Town.
18:52 Presse nach Ghost-Town bitte! Polizei lässt kein Wasser rein, Flaschen werden vor Augen der Besetzer*innen ausgeleert und in den Wald geworfen. Einsatzleiter: Wer trinken will muss erst raus hinter die Absperrung.
17:00 Der Einsatz ist beendet und die Wiese füllt sich wieder mit Menschen.
16:11 RWE richtet auf der Wiese massive Zerstörung an.

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Mensch von Baum gestürzt und gestorben – Aktivistis fordern sofortigen Einsatzstopp im Hambacher Forst

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Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.

Wir sind zutiefst erschüttert. Alle unsere Gedanken und Wünsche sind bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und Menschen, die sich betroffen fühlen.

Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden.

Was jetzt nötig ist, ist ein Moment der Ruhe.

Auch wenn euch das momentan schwer fällt, genauso wie es uns schwerfällt so sachliche Hinweise zu geben: Wir empfehlen euch zum Schutz aller Aktivist*innen keine Aussagen, auch keine Zeugenaussagen bei der Polizei zu machen. Der Unfall muss und wird aufgearbeitet werden, aber die Polizei ist nicht der richtige Ort dafür. Ihr Interesse ist es, Aktivistis Schuld zuzuschieben.

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Gefährlicher Ort? Von Wegen!

Seit einiger Zeit gilt der Hambacher Forst und ein beträchtlicher Teil drumherum als ‚Gefährlicher Ort‘ in welchem es der Polizei ermöglicht wird, Personalien festzustellen, Durchsuchung von Mensch und Fahrzeugen vorzunehmen und Dinge zu beschlagnahmen.

Gegen diesen ‚Gefährlichen Ort‘ als solchen ist juristisch erstmal wenig zu machen ABER gegen jede einzelne Polizeimaßnahme kann sehr wohl vorgegangen werden.

Warum sollte es gefährlich sein, wenn ich in Buir an der Tankstelle eine Packung Kaugummi kaufe?

Warum sollte ich nicht auf der Landstraße L257 zur Arbeit fahren können ohne jedesmal meinen Kofferraum öffnen zu müssen?

Warum sollte ich meine Personalien angeben wenn ich zu einer angemeldeten Mahnwache möchte?

Und warum werde ich jedem Abend bei meiner Hunde-Gassirunde nach meinem Ausweis gefragt und soll mich auch noch nach dem letzten Leckerli in meiner Tasche durchsuchen; im schlimmsten Fall abtasten lassen?

Wir sagen: Schluss mit dem ‚Gefährlichen Ort‘! Wir wissen, dass dieser völlig überzogen ist und hunderte Menschen in ihrer Freiheit einschränkt – übrigens ein realistischer Ausblick auf das, was uns allen blüht, wenn Innenminister Reul das neue Polizeigesetz durchbringt. Was wir noch nicht wissen ist, was das Gericht dazu sagt … folgen Richter*innen dieser nur auf Einschüchterung und Abschreckung ausgelegten zugrundeliegenden Gefahrenprognose der Polizei? Und wenn nicht: wie können die realen Auswirkungen maximal beschränkt werden?

Für alle Menschen die sich gegen polizeiliche Maßnahmen innerhalb des ‚Gefährlichen Ortes‘ zwischen Morschenich, Wald, Manheim und Ortsgrenzen Buir vor Gericht wehren wollen, haben wir hier eine kleine Anleitung:

  • meldet euch bitte beim EA (legalsupporthambi@nullriseup.net) oder bei RA Mertens (kanzlei@nullra-mertens.com)
  • erhaltet von uns Tipps und Kniffe für euer Schreiben ans Verwaltungsgericht
  • nehmt eure Empörung gern mit in eure Klage auf
  • überlegt euch vorher gut ob das ein Schritt für euch ist… Klagen müssen begründet werden; für Menschen die gern nichts über sich sagen wollen, vielleicht nicht das passende Mittel
  • schreibt uns auch wenn ihr Lust drauf habt zu eurer Klage mehr zu sagen und das eventuell auch öffentlich gegenüber Medienvertreter*innen.

Klagen kosten Geld (wenn ihr welches habt; mehr Tipps unter: http://vonunskriegtihrnix.blogsport.eu/) und sind auch Aufwand – wenn ihr euch zwar nicht vorstellen könnt selbst zu klagen, dann habt ihr vielleicht noch eine Münze übrig und könnt so Klage-Pat*innen werden. Meldet euch auch dann bitte beim EA.

Still not loving ‚gefährliche Orte‘

Euer Hambi EA plus Supporter*innen

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Ticker 18.-24. September

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ab 25. September

Schaut auch auf die Twitter Accounts: @HambiBleibt @HambiEA #HambacherForst #HambiBleibt
Ihr müsst dafür auch keinen eigenen Twitteraccount haben!
Solange der @HambiEA technische Probleme mit Twitter hat, wird @HambiChaos dessen Tweets verbreiten.

Livestreams: @anettselle @LilithWittmann

ab 25. September

24.September

20:19 aktueller Stand Kleingartenverein. Letzte Maschinen ziehen ab. Alle Baumhausreste sind geräumt. 1 Baumhaus steht noch mit mehreren Menschen und vereinzelt noch Menschen auf Traversen/Bäumen. Polizei mit einem Flutlicht und ca 50 Cops vor Ort.
19:50 Polizei kündigt an, Feierabend für heute im KGV zu machen. Was auch immer es da zu feiern gibt…
19:29 Im KGV noch immer Räumung mit Flutlicht am Gange.

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PRESSEMITTEILUNG 17.09.18

RÄUMUNG IN OSTEN UND WESTEN, SOLIKONZERT VORM WALD

Mit müden Augen schreiben wir diese heutige Pressemitteilung. Das Baumhausdorf Gallien wird seit heute Morgen geräumt. Mit vier Hebebühnen versuchte die Polizei die Menschen aus den Traversen und Baumhäusern einzusammeln, aber durch Lockons, gute und motivierte Laune der Aktivsti und Unterstützer*innen sind immer noch vier von neun Baumhäusern besetzt und unzerstört. Die Räumung von Gallien läuft nun seit ganzen zwei Tagen und die Polizei hat noch viel zu tun, um die Aktivisti komplett zu räumen.

Die Aktivisti bleiben widerständig! Das war auch in Oaktown heute wieder einmal sichtbar: ein “climate-justice warrior” hält Oaktown am Leben. In seiner Hängematte liegend und nur mit einer Tasche voller Bücher hat er sich von den Polizeikräften nicht einschüchtern lassen. Stattdessen hat die Polizei es erst einmal aufgegeben, ihn aus dem Baum zu holen.

Im Westen der Besetzung wurden zum zweiten Mal die Räumungsbefehle vorgelesen und die Räumung weitergeführt. Durch mehrere Sitzblockaden und neu errichtete Barrikaden haben Aktivisti, auch von Aktion Unterholz, die Räumung erschwert und verzögert. RWE hat angefangen eine breite Schneise an Bäumen rund um Beechtown im Westen zu roden. Als Menschen laut “hört auf!” riefen, gab es tatsächlich den Moment, wo die Maschinen stoppten. Vielleicht hat das RWE Mitarbeiter*innen zum Nachdenken über ihr Handeln im 12.000 Jahre alten Hambacher Forst gebracht. In Cozytown hält sich die Laune der Aktivisti in den Bäumen trotz der gewaltsamen Zerstörung im Wald. Singend gebieten sie RWE und Polizei Einhalt und müssen doch die Zerstörung ihres Zuhauses und die Entführung ihrer Genossis mitansehen. Hier wird sich die Räumung wohl in die Nacht hineinziehen, da Polizei Scheinwerfer aufgestellt hat. Vier Baumhäuser sind hier noch besetzt.

Auch eine Cellospielerin hat heute ihre Solidarität mit den Besetzer*innen des Hambacher Forstes laut und deutlich gezeigt. Mit einer Sinfonie von Bach war sie in Cozytown ein Beispiel für die Diversität der Bewegung. Nur durch die Unterstützung von allen Seiten konnte die Räumung der Besetzung im Westen hinausgezögert werden.

Doch auch unsere punkigeren Unterstützer*innen sind heute zahlreich zum Wald gekommen. Mit einem Solikonzert haben die Punkbands Zen Mob und Mülheim Asozial, sowie Liedermacher Konny ihren Senf zu Umweltzerstörung und Klimagerechtigkeit gegeben. “Bier gegen Bagger, Bier gegen Deutschland, Bier gegen Bagger und Deutschland!” klang es durch die sonst ruhige Abendstimmung auf der Wiese.

Wir wollen noch eine Sache klar machen: Auch wenn die Situation in den Medien hier heute ruhiger als die Tage zuvor wirken mag, die irrsinnigen Räumungen gehen gewaltsam weiter! Pressevertreter*innen werden weiterhin aktiv von Polizeikräften von den Tatorten der Zerstörungswut von RWE ferngehalten. Es kommen die ganze Zeit neue Menschen an, die den Ökoterrorismus von RWE und Innenminister NRWs Herbert Reul (CDU) nicht länger zusehen wollen. Ihre Unterstützung und Präsenz gibt den Aktivisti in den Bäumen neue Kraft, Motivation und Mut für den gemeinsamen Kampf für Klimagerechtigkeit hier und heute.

Dank der starken Stimmung bei dem Solikonzert heute Abend sind wir bereit für die nächsten Tage, sind wir bereit uns RWE und der Polizei weiterhin entgegenstellen, um weiterhin an die Menschen da draußen das Zeichen zu setzen: Hambi bleibt, für heute und für immer!

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Tickerarchiv 1.-13. September

14.-17. Sept. | Alle Ticker |

13. September

21:27 Polizei spielt Gruselgeräusche über Lautsprecher ab
19:50 weitere 8 Wannen Richtung Norden
19:35 Rund 10 Wannen auf Kiesweg Richtung Norden, Lichtmasten wurden gesichtet (vermutet Einsatz über Nacht)

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