BRAND III – Widerstand im reichen Land

Filmpremiere, 120 min

Im November 2012 beendete ein Aktivist mit einer aufwändigen Tunnel-verschanzung im Hambacher Forst die Stille um die seit 1972 betriebene Abholzung dieses ehemals gigantischen Waldgebietes im Städtedreieck, Köln, Düsseldorf und Aachen. Weit über die lokalen Grenzen hinaus wurde dadurch die Rodung der uralten Hambacher Wälder durch den Energiekonzern RWE bekannt. Heute stehen nur noch 10% dieses Waldes. AktivistInnen verschiedener Gruppen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, das Rheinische Braunkohlenrevier zu einem Kristallisationspunkt für den Kampf gegen Kohleverstromung zu machen. 5 Jahre später waren im Sommer und Herbst 2017 zusammen über 10000 Menschen an Protestaktionen rund um die Tagebaue beteiligt.

Susanne Fasbender blickt In BRAND III zurück auf erste Klimacamps im Rheinland, besuchte engagierte BürgerInnen gegen Gesundheitsschäden durch Braunkohleverstromung und erzählt die Geschichte der Waldbesetzung im Hambacher Forst. Sie hat in Kooperation mit dem Hambacher Forst Filmkollektiv über mehrere Jahre einige der vielen Ereignisse des Widerstandes begleitet, um diese individuellen Grenzüberschreitungen nicht nur zu dokumentieren, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem dahinter liegende Konzepte erklärt werden und persönliche Gedanken zu Wort kommen. AktivistInnen sprechen von Taktiken und Motivation, von ihren Erfahrungen damit, im Wald zu leben und sich gleichzeitig mit ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft einer antiökologischen Aufstandsbekämpfung mit unsicherem Ausgang auszusetzen.

Freitag, 11.5.2018, 20 Uhr
Eintritt frei
Es wird einen kleinen Spendenaufruf geben

Filmclub 813
Kino 813 in der BRÜCKE
Hahnenstraße 6, 50667 Köln (Open Street Map)
http://filmclub-813.de/
www.brandfilme.org

Standing Rock Besuch: Presseschau

Begrüßung: https://youtu.be/9Cd2T6eDUvA

Interview: https://youtu.be/IjruVTvnlQc

Schluss: https://youtu.be/PT8S4IlAf0Q

Fotosammlung:
https://www.flickr.com/photos/148272514@N02/sets/72157684576979335/with/35013801826/

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1053067.standing-rock-im-hambacher-forst.html

http://www.ksta.de/region/rhein-erft/kerpen/widerstand-gegen-us-pipeline-und-trump-lakota-indianer-zu-gast-im-hambacher-forst-27035730

Private Gedanken in den frühen Morgenstunden auf dem Baumhaus

Jeder Mensch ist wie ein Baum, der seinen Platz braucht.
Oh ja, Platz ist genug da auf der Erde, doch benennbare Personen, die die Macht innehaben, fallen so oft immer wieder auf die eigenen „sieben Todsünden“ herein. Manche zerstören die durch die Natur entstandenen Lebensräume, die ein selbstbestimmtes und würdiges Leben möglich machen auch für arme Menschen; sie pferchen Menschen in riesige, gleichförmige Container hinein und lügen ihnen etwas vor, mißbrauchen die Kräfte dieser Individuen, die dann zu einem scheinbaren Nichts erstarren und letztlich entsetzlich leiden. Oft, ohne es selbst zu wissen.
Ich sitze hier in einem Baumhaus der Waldbesetzer des Hambacher Forstes, schaue in die Baumkronen, in das Meer von Lichtdurchfluteten Blättern – einer Welt, die ja eigentlich nicht für den Menschen geschaffen ist.
Es ist so schön hier, daß mir die Tränen herunterlaufen.
Die Vögel zwitschern.
Das Baumhaus ist in eine Eiche gebaut. Unglaublich, was die Menschen des Hambacher Waldes hier geschafft haben.
Und als ständige Geräuschkulisse das Dröhnen der Bagger und der Kohle-Förderbänder des Braunkohle-Tagebaus.
Von Mechtild Lohmanns
Bildende Künstlerin
7. Mai 2017

Einladung zur Karfreitag-Tanzparty

Anmerkung: Der folgende Beitrag stellt nicht zwangsläufig die Meinung aller Menschen die sich auf der Besetzung aufhalten oder sich dem Widerstand im Hambacher Forst zugehörig fühlen dar.

Liebe Menschen: Wir laden euch heute am Karfreitag den 14.04. herzlich zu einer Tanzparty im Wald ein. Einerseits wollen wir zwischen all den Workshops am Skillsharing-Camp auch noch Zeit zum feiern finden, andererseits wollen wir mit dieser Party unsere Solidarität mit denen bekennen die sich gegen die religiöse Bevormundung wehren die durch Maßnahmen wie ein Tanzverbot stattfindet. Die Party beginnt vorraussichtlich um 21:00 am Drug Space (am Waldrand direkt bei der Wiese).

Gegen aufgezwungene Frömmigkeit!
Against all Authority!

Ankündigung: Der queere Hambacher Forst Aktivisti Erotik-Kalender 2018

Bekannterweise freuen wir uns immer sehr über Spenden. Um den Braunkohlewiderstand weiter finanziell zu unterstützen haben wir uns ein neues Projekt überlegt: Für nächstes Jahr erscheint der erste Hambacher Forst Aktivisti Erotik Kalender! Ein Kalender für das Jahr 2018 mit erotischen Bildern von Menschen aus dem Braunkohlewiderstand. Der Anspruch den wir an uns setzen ist es einerseits mit diesem Kalender Leute ästhetisch anzusprechen und andererseits KEINE sexistischen, heteronormativen oder cisnormativen Normen zu reproduzieren. Außerdem wollen wir so eine neue Seite des Braunkohlewiderstand im Hambacher Forst zeigen. Infos über Vorbestellungen werden rechtzeitig auf diesem Blog erscheinen. Freut euch drauf 😉

Nist-„saison“

Die Schuhe der Waldaktivisten sterben nicht, sondern setzen den Verteidigungskampf des Waldes fort, indem sie ein Lebensraum für Vögel werden.

Dieses Rewilding*)-Projekt wurde aufgestellt, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Nist-„saison“ mit der Schaffung von Lebensräumen beginnt, was ein Prozess ist, der im Hambacher Wald 12.000 Jahre lang gebraucht hat. Es sind besonders die älteren und die noch stehenden toten Bäume, die für ihre Biodiversität entscheidend sind, um allen Lebensformen, von Mikroben und Insekten bis hin zu Vögeln und Säugetieren, Zuflucht zu bieten. Weil diese und die jüngeren Bäume gefällt werden und der Wald „gesäubert wird“, spielt es keine Rolle, ob dies außerhalb der Brutsaison stattfindet, da die meisten Vögel Spezialisten sind, die eine bestimmte Nische und Territorium benötigen, um zu überleben und sich nicht aus dem Wald auf die Felder bewegen können oder in kleine fragmentierte Waldflecken. Töten und Zerstören eines Waldes und seiner Bewohner ist genau das, egal in welchem Zeitrahmen es stattfindet oder welche Rechtfertigung verwendet wird.
_________________
*Rewilding ist eine direkte, radikale Wiederherstellung von Lebensräumen durch die Pflanzung von Bäumen, um Asphalt und Beton zu ersetzen und Biodiversität und Lebensräume in gestörte Ökone zurückzubringen. Wenn du helfen möchtest, dann bring doch bitte irgendwelche Wanderschuhe auf die Wiese, die du vielleicht herum liegen hast.