Diversity of Tactics endlich ernstnehmen!

Dieser Beitrag ist eine Einzelmeinung einer Einzelperson.

Anfang des Jahres gab es hier und auf indy einen Text zur Kritik an Ankettaktionen. Seitdem haben wir selbst oft die Aktionen des „Aufstand der letzten Generation“ kritisiert. Der „A“dlG ist halt auch hochproblematisch. Erst seit kurzem verstehe ich mein Unbehagen mit dem oben verlinkten Text und weiteren dogmatisierten Militanzforderungen (wie letztens auch bei nitter.42l.fr/AnarchistsLue gesehen). Deshalb jetzt hier: Eine Sammlung von Gegenthesen. Erklärung folgt unten, Fachbegriffe ganz am Ende.

  1. Versucht, die Mittel und Motivationen der Polizei u.a. Gegner sowie Dynamiken realistisch einzuschätzen.
  2. Versteht, dass verschiedene Menschen verschiedene Bedürfnisse haben, und wie verschiedene Strategien dazu (nicht) passen.
  3. Gruppendruck ist schädlich.
  4. Safety by numbers funktioniert.
  5. Diversity of Tactics endlich ernstnehmen!

1. Versucht, die Mittel und Motivationen der Polizei u.a. Gegner realistisch einzuschätzen.

Motivation

Die Polizei – auch die deutsche – tötet und gefährdet täglich Menschen. Sie hat die Mittel dazu. Aber: Es ist nicht ihr Ziel.

Der Staat sperrt uns ein, fügt uns Schmerzen zu, nimmt uns Dinge und Räume und traumatisiert uns bewusst und gezielt. Schwere, gefährliche oder tödliche körperliche Verletzungen sind in Deutschland aber fast immer Folge von Inkompetenz, vor allem, wenn die verletzte Person weiß ist. Mir sind durchaus Ausnahmen bekannt, aber in Deutschland ist die Regel, dass private Security, Werksfeuerwehren etc. gefährlicher, brutaler und skrupelloser sind, während schwere und gefährliche Verletzungen durch die Polizei fast immer Fahrlässigkeit sind, meist einfache, manchmal grobe Fahrlässigkeit.

Schon in Frankreich sieht das anders aus, da würde ich im Regelfall von grober Fahrlässigkeit und gelegentlich von bedingtem Vorsatz ausgehen.

In Tschechien ist es wieder ganz anders. Die Bereitschaftscops sind da eher ekliger als hier, die Schlagstöcke härter, aber das SEK traut sich laut eigener Aussage nicht zu, Kletterräumungen sicher durchzuführen und lässt es deshalb einfach bleiben. Daraus entsteht dann die tschechische Tradition, im Winter auf Dächern rumzusitzen. Besetzte Häuser werden da üblicherweise im Winter geräumt, und enden prinzipiell in einer Belagerung, weil das Dach als unräumbar angesehen wird. Gleiches gilt, wenn eins auf Kohlebagger klettert – es gab noch keine Räumung, die klettern erfordert hätte.

Mittel

Sie können und wollen uns einsperren. Ja. Aber sie können uns nicht alle einsperren.

In ganz NRW existieren zwischen 10 und 20 Gewahrsamszellen, die für ein verlängertes Gewahrsam tauglich/zugelassen sind. Es gab in NRW seit Inkrafttreten des neuen PolG einige Aktionen, bei denen teils viele Menschen mit präparierten Fingerkuppen Personalien verweigert haben. Meines Wissens nach sind noch nie mehr als 14 Menschen gleichzeitig nach dem Lex Hambi in Gewahrsam gewesen.

Anderes Beispiel: Ende Gelände 2016 in der Lausitz. Eine Person landete in Brandenburg in U-Haft für Widerstand/Körperverletzung und Personalienverweigerung in U-Haft, nachdem ein Bulle beim Wegtragen der Person offenbar eine Berührung am Knie verspürte. Einen Tag später wurden um die 100 Menschen mit teils deutlich schwereren Vorwürfen festgenommen – alle davon kamen noch in derselben Nacht wieder frei, die meisten anonym.

Übrigens: Dass die Hambiräumung am 19.9.2018 für einige Tage „ausgesetzt“ wurde, lag wahrscheinlich nur nebensächlich daran, dass Steffen abgestürzt ist, und mehr am akuten Mangel an Hebebühnen.

Dynamik

Cops werden gefährlicher, wenn sie gestresst sind. Das heißt auf gar keinen Fall, dass wir sie nicht stressen sollten, im Gegenteil. Diese geringe Stresstoleranz wäre selbst dann unverzeilich, wenn man die Existenz der Institution Polizei akzeptieren würde. Aber wir können damit rechnen.

Ankettaktionen sind in Deutschland hoch ritualisiert: Die Polizei weiß ziemlich genau, dass sie angekettete Leute nicht mit Schmerzgriffen oder Pfefferspray da weg kriegt. Klar gibt es gelegentlich sadistische Cops, die einfach aus Spaß Schmerzgriffe anwenden, aber die Meisten bilden sich dabei ein, dass das irgendwie sinnvoll und verhältnismäßig wäre. Sind Menschen offensichtlich angekettet, wartet man halt auf die TMÖL, was nicht selten Cops sind, die Lockons als technische Herausforderung mögen. Und ja, auch hier gibt es Fälle, wo Bullen eher Rambo spielen und versuchen, ein Lockon ohne TMÖL zu lösen, aber insgesamt halte ich Lock-on-Aktionen für weniger gefährlich als einfache Sitzblockaden, denn hier haben die Rambobullen freie Hand.

Und das ist die Überleitung zu Punkt 2:

2. Bedürfnisse und dazu passende Strategien

Manche Menschen brauchen Planbarkeit, andere sind ok mit sich dynamisch entwickelnden Situationen.

Manchen Menschen macht ein Gesaaufenthalt nichts aus, manche werden schon von Polizeikontakt getriggert oder (re)traumatisiert.

Manche Menschen können schweigen wie ein Grab, andere brauchen die Möglichkeit, über Aktionen zu reden.

Manche Menschen haben Höhenangst, andere fühlen sich gerade wohl in der Höhe.

Manche Menschen haben genug Wut, um die Verletzung von Cops, Secus oder Nazis zu wollen oder in Kauf zu nehmen, andere haben dafür zu viel Empathie auch mit den eigenen Feind*innen, oder ethische Standards, die das nicht zulassen.

Und all das ist ok.

Aber es macht verschiedene Aktionsformen für verschiedene Menschen nötig.

  •  A kann sich nicht leisten, Polizeikontakt zu haben, und macht lieber Hintergrundarbeit.
  • B findet Sozialdynamiken und Überraschungen überfordernd, kann mit vorher eingeplanten Gesaaufenthalten aber gut umgehen, also könnte für ihn ein Lock-On die ideale Aktionsform sein.
  • C fühlt sich am wohlsten im Schutz einer großen Gruppe und ist deshalb Teil großer Sitzblockaden.
  • D braucht eine Gruppendynamik, um die Militanz, die es richtig und wichtig findet, auch umzusetzen.
  • E will Repression vermeiden, kann aber ohne Probleme über lange Zeit eine Legende aufrechterhalten und sorgfältig arbeiten – Sie sollte sich der klandestinen Sabotage widmen.
  • F ist weiß und gesund genug, auch eine gewaltsame Festnahme weitgehend unbeschadet zu überstehen, und drängt sich deshalb der Polizeikette offensiv auf, um durch die eigene Festnahme Kapazitäten zu binden und so dem illegalisierten G ein Entkommen zu ermöglichen.
  • H ist auf Bewährung, will aber die Comrades nicht im Stich lassen, und meldet deshalb Demos an und sitzt auch mal tagelang vor einer Gesa, leistet Emotionale Erste Hilfe und Öffentlichkeitsarbeit.
  • I mag Technik generell mehr als Menschen und entwickelt effektiveres Material und Infrastruktur für Besetzungen, verpisst sich aber beim ersten Anzeichen von Stress.
  • J mag Papierkrieg und ist von Strafverfahren weniger gestresst als vom Wissen, nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel gegen die Cops aufgewendet zu haben: J geht in Aktionen mit dem Ziel, am nächsten Tag eine Verwaltungsklage zu schreiben und gibt deshalb (irgendwann) Personalien an.

Alle diese Strategien und Taktiken und noch viele andere sind valide. Herauszufinden, welche die Richtige für eine Person oder Bezugsgruppe ist, ist relevant für den Erfolg der Aktion. Habt ihr Vorbelastungen? psychische oder physische Erkrankungen oder Behinderungen? Spezialinteressen? Privilegien, die andere um euch nicht haben? Gefährdet oder schützt ihr die um euch, wenn ihr diese Privilegien einsetzt?

3. Gruppendruck ist schädlich

Viel zu sagen gibt es dazu nicht, nur: Jede Art von Gruppendruck und subkultureller Erwartung führt dazu, dass Menschen Aktionen machen, die nicht zu ihnen passen. (Siehe Punkt 2.)

„Wie, du trittst mit Klarnamen auf?“
„Wir lassen uns alle festnehmen, um blablabla.“
„Komm, wir gehen spontan eine Pumpstation abfackeln“

Stop it. All of this.

Sprecht darüber, was für wen in der Situation sinnvoll ist zu tun, und was dafür oder dagegen spricht, bestimmte Aktionsformen oder Antirepstrategien zu wählen. Aber Gruppendruck und Erwartungshaltungen sind für Aktionplanung mit das Schädlichste, was es gibt. (Mal ganz abgesehen davon, dass Spitzel eins wirklich gut können: Gruppendruck aufbauen.)

Während wir anerkennen müssen, dass es oft nur die Wahl zwischen Gewalt und Wirkungslosigkeit gibt, steht es niemand zu, zu bewerten, ob Menschen sich entscheiden, Gewalt gegen sich selbst anzuwenden (sog. „gewaltfreie Aktionen“), weil sie wissen, dass sie damit gut umgehen können, oder ob Menschen Gewalt gegen die Unterdrücker anwenden. Und diese Entscheidung aus sich selbst heraus, qualifiziert und frei treffen zu können, ist Vorraussetzung für gelingende Aktionen und erfolgreiche Bewegung.

4. Safety by Numbers funktioniert.

Ich hab unter 1. schonmal drüber geschrieben: Wenn viele Leute beteiligt sind, ist das Risiko für die einzelne Person geringer.

Wenn eine Handvoll Leute die Cops militant bekämpft, ist es leicht, diese herauszufinden und mit Repression zu überziehen. Wenn dutzende oder hunderte dasselbe tun, werden die Cops nur einen Teil bestrafen können – wenn überhaupt.

Wenn nur die Person ohne Aufenthaltstitel oder mit laufender Bewährung Personalien verweigert, ist es wahrscheinlich, dass sie lange festgehalten wird oder identifiziert wird. Wenn 20 Leute Personalien verweigern, und den Cops die ED-Behandlung so schwer machen wie möglich, kann es sein, dass sie irgendwann aufgeben. Wenn 100 dasselbe tun, ist es wahrscheinlich, dass sie nichtmal schaffen, Fotos von allen zu machen.

(Bei Lebenslaute 2021 in Garzweiler, während des Klimacamps, haben ~30 Persoverweigerungen gereicht, dass die Polizei Aachen nur die Hälfte von ihnen überhaupt ED-behandelt hat, die anderen wurden irgendwann einfach so rausgelassen. Von diesen 30 haben etwa 20 nur aus Solidarität Personalien verweigert, um genau diesen Effekt zu erzielen. Damit die, die sich kein Verfahren leisten konnten oder wollten, anonym rauskommen)

5. Fazit: Diversity of tactics endlich ernstnehmen!

Es nervt, wenn dogmatisch gewaltfreie Gruppen ihre Aktionsformen als die einzig wahren verkaufen wollen – sei es aus ethischen oder vermeintlich taktischen Erwägungen. Es nervt genauso, wenn Andere „gewaltfreie“ Taktiken und Aktionsformen per se schlechtreden und verwerfen wollen.

Aktionen sind problematisch, wenn sie neben sich keine anderen Aktion(sformen) zulassen, und Gruppen sind problematisch, wenn sie bestimmte Taktiken, Strategien und Organisations- wie Aktionsformen als einzig zulässig oder einzig möglich oder einzig wahr erklären oder (explizit oder implizit) verlangen. Einzige Ausnahme: Absprachen, die dazu dienen, dass alle Beteiligten planen können, worauf sie sich einlassen, und sich frei entscheiden können, ob sie es tun, sollten natürlich einen gewissen Rahmen an Aktionsformen verlangen – solange es immer die Möglichkeit gibt, nebendran andere Aktionen zu machen.

Lasst uns lernen – von vergangenen oder eingeschlafenen sozialen Bewegungen, hier und anderswo. Dabei immer die innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen beachten, denn manches, das mal wo funktioniert hat, funktioniert hier und heute nicht. (Oder andersrum).

Aber gerade die deutsche Anti-Atom-Bewegung hatte so vieles übernehmenswerte, zB das explizite Streckenkonzept: Jede*r macht die Aktion, die eins für richtig hält, und kommt sich dabei nicht in die Quere. Als Label funktioniert so ein Strecken- oder Flächenkonzept zur Zeit nicht so richtig, aber den dahinterstehenden Konsens halte ich für erstrebenswert.

Und nicht alle Aktionen sind schlecht, nur weil eine grußlige Sekte namens Extinction „Rebellion“ oder „Aufstand“ der letzten Generation sie nutzt.

Fachbegriffe

Einfache Fahrlässigkeit: Der Täter hat nicht auf dem Schirm, dass seine Handlung zu (in dem Fall) Verletzungen führen kann.

Grobe Fahrlässigkeit: Der Täter weiß, dass seine Handlung gefährlich ist, hofft aber, dass es schon gut geht.

bedingter Vorsatz: Der Täter weiß, dass seine Handlung gefährlich ist, es ist ihm egal.

unbedingter Vorsatz: Der Täter will verletzen.

TMÖL: Technische Maßnahmen Öffnen und Lösen, Technische Einheit der Polizei (heißt überall bisschen anders, aber ich mag die Abkürzung TMÖL…)

Gesa: Gefangenensammelstelle. Ist ein polizeilicher Fachbegriff, im Bewegungssprech ist damit jeder Ort gemeint, an dem Menschen von Cops festgehalten werden, außer Gefängnisse.

klandestin: geheim, heimlich

ED-Behandlung: Erkennungsdienstliche Behandlung; Meist Gesichtsfotos und Fingerabdrücke, manchmal auch Erfassung von Größe, Gewicht, Narben, Tattoos, im schlimmsten Fall DNA-Entnahme, wobei das in Deutschland noch relativ selten ist und separat angeordnet werden muss.

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4. Jahrgedächtnis Steffen Meyn /Sonne

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Wir dokumentieren mit Anteilnahme das 4. Jahresgedächtnis an Steffen Meyn/Sonne:

 

4 Jahre – ohne DICH

In liebevoller Erinnerung an unseren geliebten, wunderbaren, offenherzigen Sohn
Steffen Meyn,
die Sonne unseres Lebens.

* 11. September 1991
† 19. September 2018

Jetzt auch amtlich vom Verwaltungsgericht Köln bestätigt: Die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Wald im September 2018 war rechtswidrig.

Verantwortungsloses, menschenverachtendes Handeln von Armin Laschet und Herbert Reul
Wir können das Unfassbare nicht fassen.

Geliebter Sohn – DU könntest noch leben.
Unendlich – die Sehnsucht nach DIR;
Unglaublich – schwer das Leben ohne DICH;
Unermesslich – traurig – inspiriert – wütend;
Für immer – DEIN Platz in unseren Herzen;
Unauslöschlich – die Erinnerung an DICH, jede Minute, jede Stunde, jeder Tag;
Dankbar – für DEINE Lebensfreude und DEIN Lachen, DEINE Liebe, DEINE Güte und Geduld, DEINE außergewöhnliche Menschlichkeit, DEINE Weisheit.

In ewiger Liebe, Mama und Papa

Das Jahrgedächtnis wird am Sonntag, dem 2. Oktober 2022 um 11:15 Uhr in der kath. Kirche St. Martin in Langenfeld-Richrath, Kaiserstraße 28, gehalten.

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Gedenkveranstaltung im Hambacher Wald für Steffen Meyn/“Sonne“ und weitere Freund:innen

Der Hambacher Wald ist seit 2012 besetzt, um gegen die Rodungspläne des Energiekonzerns RWE zu protestieren. Das Leben im besetzten Wald spielt sich seither vorwiegend in den Baumhäusern verschiedener Baumhausdörfer ab. Steffen Meyn dokumentierte dieses Leben und den Kampf für eine klimagerechte Welt seit 2017 im Rahmen seines Studiums an der Kunsthochschule für Medien Köln. Aus dieser Zeit stammt auch sein Waldname „Sonne“. Zahlreiche Interviews mit Waldbesetzer:innen vor Ort, Aufnahmen auch in Konfliktsituationen und der Einsatz einer 360-Grad-Kamera sollten den Betrachtenden seiner geplanten Dokumentation die Atmosphäre vom Leben und Kämpfen im Wald ganz nah bringen. 2018 dokumentierte er die oft gewaltvolle Räumung durch die Polizei. Dass er bereits klettern konnte ermöglichte ihm, die Geschehnisse vom Baumhausdorf aus zu dokumentieren. Doch während der Räumung des ersten Baumhauses in Beechtown stürzte Steffen von einer Hängebrücke und verunglückte tödlich.

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Call for Support

Hallo Aktivisti,

wir haben einen Hilferuf aus Polen bekommen.

Eine Gruppe Grasswurzel-Aktivisten hat im Nord-Westen von Polen ein Protestcamp aufgebaut.
Es richtet sich gegen die Rodungsarbeiten im urzeitlichen Wald Puszcza Borecka.

Vor kurzem ist diese Gruppe von Maskierten aufgesucht worden. Die Angreifenden haben versucht eine Person von einem Baum zu zerren, haben die Aufhängungen von einem Zelt zwischen Bäumen zerstört und sind dann mit einem Fahrzeug weggefahren.

Die Aktivisti, die derzeit die einzigen Protestierenden im Wald sind, wünschen sich Unterstützung in ihrem Kampf gegen die Rodungsarbeiten.

Deswegen kommt dieser Unterstützungsaufruf zu euch.

Wenn du dir vorstelllen kannst, dort persönlich hinzufahren, kannst du direkten Kontakt zu einem Menschen vor Ort herstellen:

lasoholik@nullprotonmail.com

Wenn dir das nicht möglich ist, sende diese Nachricht an deine Freund*innen weiter.
Natürlich kannst du auch eine Soliaktion machen.

Solidarität jetzt!

Es gab auch eine Veröffentlichung in einer polnischen Zeitung (auf english):

https://wyborcza.pl/7,173236,28830992,masked-thugs-attack-activists-occupying-a-primeval-forest-in.html

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When we heard about the recent events about Johannes Domhöver, we felt that it is important to show our solidarity with the affected people and their support groups, because we do not trust the political scene’s responses to outcalls about patriarchal violence.

We know that an outcall is often answered with repression against the people who expose perpetrators and their behavior.

We want to express our respect and our support, for the people who wrote, and published the outcall as well as their supportgroups. We understand this as a tool for protecting each other against this kind of violence.

We also stand in solidarity with the people suffering state repression as a result of the snitching by J. D.

STOP BACKING UP PERPETRATORS!

An antifascist scene that doesn’t fight patriarchy is a failure!

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FOREST ANTI-SPE DAYS #3 [ENG/DEU]

CHAOS AND RAGE, SMASH EVERY CAGE

BORDERLESS CALL:

JOIN US IN THE HAMBACHER FOREST FOR A GATHERING FOR ANIMAL LIBERATION!

In the factory farms and vivisection labs, our nonhuman comrades are already fighting back. The time is ripe – let’s share skills and perspectives on how to support their resistance! By “anti-speciesism” we don’t mean online activism, vegan capitalism or cop-hugging pacifism – we’re opening a space to plot against human supremacism, and we’ve no need for bureaucratic organizations of any kind.

Many animal rights groups have become a hotbed for fascist/homophobic/cissexist/macho/white supremacist/colonialist views and behaviour. Others promote liberalism, the state or single out human activists as animal “saviours”. We want to build on two years of anti-spe days explicitly pushing against these tendencies, uncompromising in our rejection of all forms of oppression and domestication. Let’s meet each other and make some trouble!

You can find us again in the Hambacher Forest, one of Europe’s largest autonomous spaces, still squatted after 10 years. (It’s a forest so be ready to camp).

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Aufruf zur Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung +++ Offener Brief an die Linken Kräfte in Deutschland +++ Einladung zum Internationalistischen Jugendfestival in Lützerath 28.05.22 +++

Als Teil der linken Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland rufen wir dazu auf, sich mit dem Kampf der Kurdischen Freiheitsbewegung in allen 4 Teilen Kurdistans (Iran, Irak, Syrien und Türkei) zu solidarisieren. Um uns kennenzulernen und um der krisengeprägten Realität einen gemeinsamen Aufbruch entgegenzusetzen, laden wir euch alle zum internationalistischen Jugendfestival in Lützerath am 28. Mai 2022 ein! Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen, der revolutionären Perspektiven und des Austausches. Gemeinsam kämpfen heißt gefährlich zu werden.

Im Schatten des schrecklichen Krieges in der Ukraine hat das türkische Militär eine weitere Großoffensive vorbereitet, die am 17. April gestartet hat. Während der Aufschrei zu dem Angriffskrieg durch Russland in der Ukraine groß ist, wird über die Großoffensive der Türkei gegen Südkurdistan laut geschwiegen. Bei dem aktuellen Angriff zielt die faschistische türkische Armee nicht nur auf das Herz der Bewegung in den Bergen Südkurdistans (Irak): Auch Şengal, die Stadt, in der der IS 2014 einen Genozid an Ezid*innen begangen hat und Kobanê, welches 2015 vom IS befreit wurde, werden bombardiert.

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Kritik an der Kritik

Die Schwarz-Ruhr-Uni Bochum hat eine Kritik am Aufruf der anarchistischen 1.Mai-Demo Dortmund veröffentlicht.

Wir, das sind eine kleine Gruppe Menschen, die rund um die Besetzung des Hambacher Forstes aktiv waren oder sind, möchten hier reagieren. Dies ist nicht die Meinung der gesamten Besetzung. Wenn im Folgenden von „wir“ die Rede ist, ist diese kleine Gruppe gemeint, mit „ihr“ die Schwarze-Ruhr-Uni.

Immer noch binärer Feminismus

Aus unserer Sicht packt die Abkürzung FLINTA Kategorien/Identitäten in eine Kiste, die nicht in eine Kiste gehören.
Am Ende macht es halt wieder eine suuper binäre Unterscheidung auf, nur statt Männer vs. Frauen ist es jetzt cis-Männer gegen alle anderen.
Das wird weder der Realität patriarchaler Unterdrückung gerecht, noch ist es (im Falle von safer spaces) zielführend.

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10 Jahre Besetzung Hambacher Forst

+English below+

Wie immer äußern sich hier nur einige Menschen der Waldbesetzung und nie die gesamte Bewegung!

Bei der Waldbesetzung im Hambacher Wald gibt es am 14. April 2022 Grund zum Feiern,
denn an diesem Tag ist seit exakt 10 Jahren der Wald besetzt.
Am 14. April 2012 begann ein neuer Abschnitt im Anti-Braunkohle-Widerstand. Bei einem Waldfest, unter Beteiligung verschiedener Menschen und Gruppen, wurden die ersten Bäume besetzt und Baumhäuser gebaut.
Es war ein langer und zehrender Weg bis heute. Mit viel Repressionen seitens des Staates und viel Gewalt von der Polizei. Mit Versuchen die gesamten Protestbewegung zu kriminalisieren. So gab es seit Beginn zwar immer wieder Räumungen. Doch auf jeder Räumung folgte immer eine Wiederbesetzungen, sodass zu Recht gesagt werden kann: Der Wald ist seit 10 Jahren besetzt!

Warum das zehnjährige Jubiläum der Waldbesetzung ein Grund zum Feiern ist? Weil so lange durchgehalten wird, obwohl kein Ende in Sicht ist. Der lange Atem und das Durchhaltevermögen wird hier genauso gefeiert, wie die Verbindungen, die über Jahre hinweg geknüpft wurden. Wir wollen uns darauf besinnen, was passiert wenn Menschen sich zusammentun und gemeinsam aktiv werden. Wir wollen aber nicht vergessen, darum werden auch die Erinnerungen an Verluste und Schmerz aufrecht erhalten.
Der Kampf geht weiter.

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