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RWE hat mit Ihrem gesamten Vermögen für die Verfüllung des Tagebaus Hambach einzustehen!

„05.04.2019

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Laschet, sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender des Gesamtkonzerns RWE AG, sehr geehrter Herr Schmitz,

auch wenn der Gesamtkonzern der RWE AG es gestern nur durch das „Provinzblatt“, der Neuen Grevenbroicher Zeitung (NGZ) hat erklären lassen – die Zeitung mag mir den etwas saloppen Zungenschlag verzeihen -, ist es jetzt auch konzernamtlich:

Nicht nur die RWE Power AG steht mit dem Vermögen ihres Teilkonzerns und mit ihren ca. 8.000 Mitarbeitern für die Verfüllung des  Tagebaurestloches Hambach mit Nordseesand ein, sondern auch der Gesamtkonzern der RWE AG mit dem Vermögen von rund 80 Milliarden Euro, mit seinen künftigen Gewinnen und mit seinen rund 60.000 Mitarbeitern.

Nach Angaben des Pressesprechers des Gesamtkonzerns der RWE AG haftet dieser „in vollem Maße“ für die Erfüllung der Verpflichtungen aus Rekultivierung und Wasserwirtschaft.

Das bedeutet in Stichworten:  Wiederherstellung und Erhalt des Grundwassers in seiner ursprünglichen Qualität als Trinkwasser für künftige Jahrhunderte und Generationen – Grundsätzliche Verfüllung des Tagebaurestloches Hambach mit (Nordsee-) Sand oder gleichwertig anstelle der Zulassung des Hambach-Sees – Wiederherstellung der vormals bestehenden Grundwasserströme und der vormals bestehenden Filterfunktionen der gewachsenen Sandstrukturen – Sofortige Wiederherstellung einer ordnungsmäßigen forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung des bestehenden Hambacher Forstes durch Wiederaufforstung der Waldflächen, die RWE bereits dem Verfall preisgegeben hat – Sofortige Wiederaufforstung der bereits gerodeten Flächen des Hambacher Forstes im sogenannten Tagebauvorfeld – Rückverbringung der auf der Sophienhöhe zwischengelagerten Abbaumassen in das Tagebaurestloch –  Wiederherstellung der zur Lagerung von Abbaumaterial zweckentfremdeten land- und forstwirtschaftlichen Flächen unter der Sophienhöhe – Wiederherstellung des Hambacher Forstes in seiner ursprünglichen Größe.

Die für dieses Programm erforderlichen Rückstellungen des Konzerns sind entsprechend in Milliardenhöhe im zweistelligen Bereich anzupassen, die bisherigen Rückstellungen erscheinen nur als „Peanuts“. Diese massive Erhöhung der Rückstellungen mindert den Gewinn der RWE AG. Mindert sich der Gewinn des Konzerns, mindert sich zugleich auch die auf den Gewinn des Konzerns entfallende Steuer. In Höhe dieses Steuerausfalls ist der Fiskus an der Finanzierung der Wiederherstellung des Hambacher Forstes beteiligt, das heißt: bis zu 50% und mehr.

Das bedeutet: RWE und der NRW-Fiskus teilen sich die Kosten je bis zur Hälfte und mehr. Dies scheint auch angebracht, da beide jahrzehntelang gemeinsame Sache gemacht haben, wofür sie nach der rechts- und verfassungsmäßigen Ordnung ohnehin die Verantwortung zu übernehmen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Claßen“

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Lieber Herr Claßen,
    Sie sind toll! Sie sind klug und sie kämpfen mit vielen und guten Mitteln!
    Danke für Ihren Widerstand!
    Seien Sie ut geschützt.
    Herzliche Grüße, Gesa

    http://www.mein-grundeinkommen.de

  2. besser geht`s nicht

  3. Herr Claßen, das ist MEGA! Richtig gut formuliert. Danke!

    Wir wollen endlich, dass die Konzerne für die Umweltschäden zur Rechenschaft gezogen werden, dass sie endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und mit ihrem über Jahrzehnte auf Kosten unseres Planeten erwirtschafteten Vermögens einstehen.

    Das Geld muss dort herkommen, wo es ist!

    Her mit dem Geld der Großkonzerne.

    Und wer jetzt sagt, dass die Großkonzernen doch auch uns alle versorgen, und für alle Menschen eine wichtige Rolle spielen, weltweit, dem möchte ich antworten: Natürlich sind WIR auch Großkonzerne, bzw. wir haben alle einen Anteil daran (und davon). Aber es ist doch so, dass WIR, die Menschen, UNSEREN PLANETEN retten müssen. Und das tun wir eben mit den Mitteln, die wir haben. Und die besten unserer Mittel, geldtechnisch, das sind im Moment die Großkonzerne.

    Und wer jetzt sagt: „Moment mal, die Großkonzernen gehören aber nicht allen Menschen, sondern den Aktionären.“, dem möchte ich jetzt sagen: „Was willst Du? Das die Zerstörung bei allen Menschen bleibt, aber der Profit bei den Aktionären?“

    Wer konsequent argumentieren will, der darf nicht nur dann darauf verweisen, dass die Konzerne eigentlich uns allen gehören und für uns alle da sind, wenn es darum geht, die KOnzerne zu schützen, sondern der muss es auch dann einsehen, wenn es darum geht, was UNSERE KONZERNE jetzt gefälligst FÜR UNS tun sollen!

    UNSERE KONZERNE MÜSSEN JETZT UNSEREN PLANETEN SCHÜTZEN.

  4. …dass die Großkonzernen doch auch uns alle versorgen, und für alle Menschen eine wichtige Rolle spielen, weltweit,…
    Die Großkonzerne versorgen uns nicht. Die verkaufen uns das was wir brauchen, oder wovon wir glauben, dass wir es brauchen, mit enormen Profiten.
    Und es ist sogar so verrückt, dass wir die Produkte der Konzerne nicht nur bezahlen, sondern die Konzerne auch noch mit unseren Steuergeldern subventionieren. Beispiele: Schenkung der Braunkohlelagerstätten, Abwrackprämie (Autoindustrie), Steuerbefreiung von Kerosin, Subventionierung der industriellen Landwirtschaft usw.

  5. die Sophienhöhe soll zum verfüllen genutzt werden?

  6. Ist das irgendwie ne Frage die zensiert werden muss, ob die Sophienhöhe abgetragen wird um das loch zu verfüllen ?!?

    1. Nö, aber wir sitzen auch nicht den ganzen Tag vor dem Compouter und warten darauf, dass wir ein neues Kommentar freischalten können 🙂

  7. Klar, jetzt soll die Sophienhöhe mit dem Vorhandenen Baumbestand und ihrem Artenreichtum platt gemacht werden. Echt toll.

  8. Die Sophienhöhe wieder ins Loch zurückzuführen wäre vielleicht richtig, mal angesehen von der damit verbundenen Rodung des Baumbestandes und der Vernichtung von Lebensraum vieler Wildtiere. Aber das hätte unter Umständen fatale Folgen für die geologische Stabilität im weiteren Umfeld.
    Wie uns auf dem letzten Waldspaziergang erklärt wurde, könnte die Entlastung der Erdoberfläche an dieser Stelle zu Erdbewegungen an anderen Stellen führen. U.A. in Jülich (KFA).
    Dem Waldbestand gebe ich aber trotzdem wenig Chancen, weil dieser Wald nicht auf einem natürlich gewachsenen Boden gründet. Wasser versickert dort wesentlich schneller in für die Wurzeln unerreichbare Tiefen, weshalb dieser Wald auch ständig bewässert werden muß. Irgendwann höret RWE aber auf, das Grundwasser abzupumpen, und damit hört wohl auch die Bewässerung der Sophienhöhe auf. Das wars dann mit dem Wald.

    1. Die Sophienhöhe wird nicht bewässert und es ist auch keine Bewässerung nötig. Die geht aus einer Anfrage der Grünen an die Landesregierung hervor. Siehe hier:
      landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-4815.pdf

  9. „Die Sophienhöhe wird nicht bewässert und es ist auch keine Bewässerung nötig.“
    sagt: Der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.
    Na, der muß es ja wissen. Auch wenn ich zu diesem Thema eigentlich niemandem mehr glaube, gilt für mich folgendes:
    Stehe ich am Rand des Braunkohle Tagebaus, so brauche ich keine Gutachten um zu wissen, dass es absolut nicht richtig sein kann, unserer Erde derartige Wunden zuzufügen.
    Und wenn ich einen Berg sehe, wo vorher keiner war, dann brauche ich ebenfalls keine Gutachten um zu wissen, dass es absolut nicht richtig sein kann, auf unsere Erde partiell solchen zusätzlichen Druck auszusetzen.
    Die bereits entstandenen Schäden sind entgegen der Beteuerungen der Energiekonzerne im Prinzip nicht mehr zu korrigieren. Aber es ist dringend geboten, jede weitere Beschädigung sofort zu stoppen.

  10. Moment mal. Wieso denn die Sophienhöhe? Herr Claßen will, dass Nordseesand in das Tagebauloch gefüllt wird. Und bestimmt will er nicht, dass auf der Sophienhöhe Bäume gefällt oder weggemacht werden … Aber dort gibt es doch bestimmt noch Abraum, der noch nicht bewachsen ist. Und den könnte mensch doch verwenden?

    Die Wiederherstellung des alten Zustands bzw. eines naturnahen Zustands, der auch einen Waldbewuchs wieder möglich macht, bzw. die Aufforstung möglich macht, das müssten sich richtige Fachmenschis überlegen. Umweltingenieuris und Landschaftsplaneris. Her mit den Fachleuten!

    1. Welches Material kann/ soll in die unterste Schicht? Wo bekommt mensch es am einfachsten her?
    2. Was kommt dann darüber? Wo soll dieses Material herkommen?
    3. Welcher Bereich wird wieder Wald? Wie hoch soll das Gelände liegen? Muss das Loch vollständig verfüllt werden oder genügt ein Talkessel mit einem höheren Boden für Grundwasserschutz und Wiederaufforstung?

  11. RWE soll für die Folgekosten haften? Nicht in unserem Universum. Die Versorger werden die Ewigkeitskosten der AKWs, der Steinkohle und der Braunkohle mit Hilfe der korrupten Politiker auf ihrer Gehaltsliste auf den Steuerzahler abwälzen. Interessant ist die Begründung:

    „Die Reaktion des Energiekonzerns Eon auf den ersten Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums zur Sicherung der Atomrücklagen ist vorsichtig, aber eindeutig. „Der Entwurf für ein sogenanntes Konzernnachhaftungsgesetz dürfte einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten“, sagt Eon-Sprecher Carsten Thomsen-Bendixen. Das gelte „insbesondere für die vorgesehene zeitlich und betragsmäßig unbegrenzte Haftung“. Sollte das Gesetz „in dieser Form verabschiedet werden, müssten wir aller Voraussicht nach Rechtsmittel einlegen“, sagt Thomsen-Bendixen weiter.“
    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/folgekosten-der-kernenergie-atomindustrie-droht-mit-klage/12275364.html

    Jeder Bürger haftet für Schäden, die er anrichtet, unbegrenzt. Energieversorger, die riesige Gebiete verseuchen und unbewohnbar machen, geben einfach den Schlüssel ab und ziehen weiter. Erinnert mich irgendwie an Mietnomaden.

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