Räumungsdrohung für die Wiese ab 12.06. Weitere Infos hier

Hambi BDSM-Erotik-Kalender Februar: Konzepte für sexuellen Konsens

In den kommenden Monaten wollen wir die Texte und Bilder des Hambi BDSM-Erotik-Kalenders auf diesem Blog veröffentlichen. Hier findet ihr das Februar-Motiv und den dazugehörigen Text. Und für alle, die noch keinen haben, ein paar Kalender sind noch übrig! Den Kalender gibt es auf deutsch und auf englisch für 9 Euro bei Black Mosquito. [Beim Januar-Kalender-Artikel hatte Meike sich in den Kommentaren eine Triggerwarnung für BDSM gewünscht. Wir fänden es diskriminierend für eine sexuelle Orientierung eine Triggerwarnung zu machen. Um trotzdem Menschen die Wahl zu lassen, ob sie sich mit BDSM beschäftigen möchten, haben wir im Titel BDSM benannt.]

Bei sexuellem Konsens geht es darum, dass alle Beteiligten damit einverstanden sind was passiert. Dafür sollten drei Grundlagen erfüllt sein:
1) Alle können jeder Zeit stoppen was passiert.
2) Bevor etwas passiert sind alle klar darüber informiert, was passieren wird/ könnte und was die Risiken sind.
3) Es wird die ganze Zeit über kommuniziert.
Oft kann es helfen, sich vor sexuellem Kontakt darüber auszutauschen, wie leicht oder schwer es dem Gegenüber fällt, ein „Nein“ zu kommunizieren, und ob es etwas gibt, was dabei helfen kann.
Hier ein paar Ideen dazu, wie Konsens praktisch umgesetzt werden kann. Viele davon stammen aus der BDSM-Szene.
Safeword: In manchen Spielen kann es Teil der Absprache sein, laut „Nein!“ zu stöhnen – ohne das tatsächlich ernst zu meinen. Um dann ein wirkliches “Nein” zu unterscheiden, kann ein beliebiges, nicht ins Spiel passendes Wort vereinbart werden, wie z.B. Mayday oder Leuchtturm. Auch mit Abstufungen von “sofort stoppen” über “mach bitte weiter, aber weniger doll” zu “alles in Ordnung” möglich.
Abklopfen: Wenn die Worte gerade fehlen, kann mit einem Abklopfen – wie aus dem Kampfsport – signalisiert werden, dass es gerade zu weit geht.
Ja-Nein-Vielleicht-Listen: Im Internet finden sich Listen mit verschiedensten sexuellen Praktiken. Ihr könnt ankreuzen was euch gefällt, was ihr schon gemacht habt, ausprobieren möchtet oder was absolut gar nicht geht.
Armbänder: Auf Partys kann mit verschiedenfarbigen Armbändern signalisiert werden, ob mensch gerade kontaktfreudig ist oder in Ruhe gelassen werden möchte.
Kerzen: An einem bestimmten Ort stehen immer Kerzen bereit. Wenn eine Person Lust auf Sex hat signalisiert sie das dadurch, dass sie ihre Kerze anzündet. Haben weitere Personen Lust können diese auch ihre jeweiligen Kerzen anzünden.
Spaghetti-Deal: Wenn Menschen sich regelmäßiger zum Sex treffen, kann es enttäuschend sein, wenn eine der Personen mal nicht will. Deshalb gibt’s immer Spaghetti und nach den Spaghetti gibt es keinen Sex mehr. Also kann mensch sich entweder darüber freuen direkt Spaghetti zu bekommen oder darüber Sex zu haben.
Alternativen Vorschlagen: Wird nur eine Option vorgeschlagen kann es das für dein Gegenüber schwieriger sein “Nein” zu sagen. Stattdessen könntest Du auch eine Auswahl von verschiedenen Ideen vorschlagen, z.B. “Wir könnten einen Spaziergang machen, oder Plätzchen backen, oder rumfummeln, oder Kampfsport trainieren, oder einen Bullenwagen klauen und die Innenstadt demolieren.” Wenn Dein gegenüber bei so einer Auswahl noch rumfummeln antwortet, dann weißt Du, dass es von Herzen kommt.
Konsens unter Drogeneinfluss: Die These, eine nicht nüchterne Person könne grundsätzlich nicht zustimmen, hat bevormundenden Charakter. Das soll nicht leugnen/ verharmlosen, wie viele Übergriffe Drogeneinfluss gezielt ausnutzen. Dennoch gibt es ebenso Menschen, die Drogen gezielt und bewusst wegen der enthemmenden und/ oder luststeigernden Wirkung oder jedenfalls bewusst dennoch nehmen. Was sind überhaupt Drogen? Welche davon haben sex- bzw nähe-relevante Wirkung? Mate? Kaffee? Schokolade? Speed? Zimt? Schlafentzug? MDMA? Alkohol? Darf ich mit einer Person, die ein Bier getrunken hat nicht rumknutschen/ flirten?

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen