Räumungsdrohung für die Wiese ab 12.06. Weitere Infos hier

Ausführlicher Bericht der Wiesen und WAA Razzia

Wiesen und WAA Razzia:

Gestern am 28.12.18 kam es im Hambacher Forst zu einer WAA- und Wiesen-„Durchsuchung”, die eher einer Razzia glich.
Um kurz vor Zehn hatten Polizeikräfte sich Zugriff auf die Wiese und die Werkstatt für Alternativen und Aktionen (WAA) verschafft, um nach Beweismitteln von den Vorfällen vor Weihnachten zu suchen.

Wiese:

Kurz vor Zehn betrat die Polizei das Gelände der Wiese, vorerst blieb es ruhig. Die Aktivist*Innen, die sich zu dem Zeitpunkt auf der Wiese aufhielten, wurden kollektiv festgesetzt und ihnen das Verlassen der Wiese nur gegen Angabe der Personalien ermöglicht.

Eine Eskalation der Gewalt seitens der Polizei hatte sich bei der “Durchsuchung” des sogenannten Fuchsbaus zugetragen, einer Behausung auf der Wiese. Dort hatten Anfangs drei Aktivistinnen verweigert ihr zu Hause zu verlassen, um den Cops Zutritt zu verschaffen. Die Polizei antwortete mit einem brutalen und völlig übertriebenen Akt der Gewalt, indem sie 9 ca. 200ml Pfefferspray in den geschlossenen Raum sprühten. Es können bei solchen Einsätzen massive zum Teil lebensgefährliche  gesundheitliche Probleme entstehen. Der Pfeffersprayeinsatz steht in keinem Verhältnis, zumal der sich im “Fuchsbau” aufhaltenden Aktivist*Innen. Insgesamt wurden drei Aktivist*Innen verhaftet.

Eine Aktivistin sagt: ”Mich haben die Schreie der Aktivistinnen echt getriggert, das sind Menschen!.”

Werkstatt für Alternativen und Aktionen (WAA)

Die WAA Razzia hatte zeitgleich mit der Durchsuchung der Wiese begonnen und endete um 16:40 Uhr.

Allen Aktivist*Innen wurde nach Abgabe der Personalien ein Platzverweis erteilt. Elmo Elbrecht, Vorstand des Trägervereins, wurde hierbei das Telefon abgenommen, mit welchem er Kontakt zu dem Anwalt hielt. Der Grund sei, dass er Daten vernichten könne.

Eine Zitat des Aktivisten Mike: “Man fühlt sich machtlos und überrumpelt. Ich möchte den Menschen sehen, der sich gut dabei fühlt, wenn 60 Vermummte mit Waffen vor einem stehen und sich Zutritt zu deinen “SaferSpace” verschaffen.“

Es wurden bei der WAA-Durchsuchung Festplatten, Privatgegenstände, sowie ganze Laptops und Handys beschlagnahmt. Eine noch unklare Situation gibt es bei der Beschlagnahmung der sogenannten “ Lock-on’s”. Diese teilen sich nun erstmal den Platz neben der Gartenlaube in der Asservatenkammer Aachen.

Weiter Information zu der Räumung der WAA:
http://waa.blogsport.de/2018/12/29/razzia-der-kallsgasse-20/

29.12.18

Alle Drei Aktivist*Innen die in Gewahrsamnahme waren sind wieder frei.

Fotos:

Twitter: @MomozumKreis
(Alle Rechte vorbehalten)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Scheiß Repression! Lasst euch nicht einschüchtern und abschrecken! Der vielfältige Widerstand ist legitim und nötig!

    viel Kraft euch & liebe Grüße aus Köln

  2. Ja, egal wo und wieviel Recht man hat – die Executive machen erstmal was sie wollen und später können Gerichte entscheiden ob das OK war. schade, dass auch unrechtmäßig beschaffte Beweismittel in Schland vor Gericht zulässig sein können.
    Für das Verhalten bei Hausdurchsuchungen gab es gerade beim 35C3 einen guten Beitrag:
    https://youtu.be/DweeWfW1cLg

  3. Erstmal ein frohes und repressionsarmes neues Jahr!

    Was den total unverhältnismäßigen Gewalteinsatz im Fuchsbau angeht, empfehle ich eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen die Polizei.
    Es gibt bei einer bekannten NGO eine Aktivistin, die regelmäßig den Rechtsweg durchzieht und am Ende Schmerzensgeld erhält.
    Kann zwar ein paar Jahre dauern, verschafft aber eine gewisse Genugtuung und hilft gegen Ohnmachtsgefühle.

    Ich hoffe, Ihr kommt gut durch den Winter und lasst Euch bitte vom Verstand leiten und nicht von (durchaus berechtigten) Haßgefühlen!

    Liebe Grüße an alle!

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