Räumungsdrohung für die Wiese ab 12.06. Weitere Infos hier

Erlebnisbericht von der Inhaftierung und Polizeigewalt am 25.12

TRIGGERWARNUNG! Es wird Polizeigewalt geschidert!

Es ist der 25 Dezember 2013. Für manche ein hoher Feiertag – für mich und viele andere aktive ein Tag wie viele. Zu zweit auf dem Weg mit dem Fahrrad durch die Gegend zu fahren ist ja normalerweise kein Problem. Nur wenn du in der Gegend um den Hambacher Forst durch das oberflächliche Raster der RWE-Securitons gefallen bist, müssen wir scheinbar auf Überwachung und Verfolgung gefasst sein. Das weiß auch ich jetzt. Wir fuhren die Hambachbahn entlang und bemerkten unsere Verfolger das erste Mal und da wir nicht so gerne überwacht werden, versuchten wir sie abzuhängen und fuhren in großen Bögen durch und um Manheim herum. Nach mehreren Stunden teilten wir uns auf und ich fuhr allein immer im Kreis durch Manheim. Mit der Zeit wurde der eine Securitonwagen von einem zweiten unterstützt und meine Versuche ihnen über ein Feld zu entkommen, schlugen immer mehr fehl. Als ich ein weiteres Mal nach Manheim hineinfuhr, kam mir die Polizei entgegen und ich wurde von einem Polizeiwagen und einem Securitonfahrzeug gestoppt. Sie wollten eine allgemeine Personenkontrolle bei mir durchführen und begründeten dies damit, das ich an einer Straftat beteiligt gewesen sein soll. Da ich keinen Pass herausgeben wollte und auch keinen mit mir führte, forderte mich der Cop ein weiteres Mal auf, dass er bis 3 zählen würde und ich ihm in der Zeit meinen Ausweis geben solle. Da ich nicht auf sein Zahlenspiel reagierte, zerrte er mich vom Rad und legte mich auf den Boden. Sie tasteten mich ab und stellten fest, dass ich keinen Ausweis bei mir hatte. Danach packten sie mich ins Auto und brachten mich nach Kerpen um eine Identitätsfeststellung machen zu können. Sie schleiften mich in eine Zelle und sperrten mich ein. Nach einer Weile kamen sie wieder und forderten mich auf, meine Kleidung abzulegen. Dieser Aufforderung kam ich nicht nach. Sie versuchten, mir meine Kleidung auszuziehen, was ich durch Versteifen und mich Winden zu verhindern versuchte. Sie saßen zu 4 oder zu 5 auf mir und verdrehten mir Arme und Beine und würgten mich, indem sie meinen Hals im Kniegelenk eines Bullen einklemmten und Druck ausübten. Meine untersten Kleidungsschichten zerschnitten sie. Mein Kopf wurde mehrmals auf den Boden fallen gelassen und als sie bei meinen Handschuhen angelangt waren schlug einer der Bullen meine Faust mehrmals an die Wand und brüllte mich an, ich solle nicht nach der Polizei schlagen. Nach einer langen Zeit hatten sie Erfolg und ich lag nur noch in der Unterhose am Boden der Zelle. Sie ließen von mir ab und nach einer Weile schlief ich in der zelle ein. Ich vertrieb mir die Zeit erst mit Pfeifen, später mit lautem Singen und fasste wieder etwas Mut. Irgendwann, als es dunkel war, kamen die Bullen wieder mit zwei Frauen in Zivil die von sich behaupteten von der Kripo zu sein. Da ich meine Fingerabdrücke nicht freiwillig abgeben wollte, zerrten sie mich von der Pritsche und das Biegen, Ziehen und Zerren an meinem Körper ging von vorne los. Es war endlos, doch irgendwann hatten sie meine Finger aus meiner Hand herausgebogen und sie steckten mir spitze Gegenstände unter meine Fingernägel um mich am bewegen meiner Finger zu hindern. Nach einem langen auswegslosen Kampf hatten sie, was sie wollten und sie ließen mich heulend und verschwitzt am Boden liegen. Ich war vollkommen fertig mit der Welt. Ich verbrachte noch einige Zeit in der Zelle und hörte irgendwann den Radau den meine Freunde und Freundinnen vor der Wache machten und wusste es ist so weit, ich bin nicht allein. Ich komme hier wieder raus. Nach einer weiteren Weile kamen die Bullen wieder und sprachen mich mit meinem Namen an. Sie boten mir an, mit meinem Vater zu telefonieren, was ich in diesem Moment ablehnte, und ließen mich bald darauf gehen.

Das Recht mit meinem Anwalt zu telefonieren, wurde mir auch nach Aufforderungen verwehrt. Sie waren nur dazu bereit meinen Anwalt zu kontaktieren. Über all die dummen Witze die sie über mein Aussehen, meinen Geruch, meine Lebensweise und unseren Protest machten, berichte ich nicht mehr ausführlich es war einfach zu stumpf und ich hatte nichts anderes von ihnen erwartet. Ich wurde beleidigt, geschlagen, gequält und ausgelacht. Sie haben nun meinen Fingerabdrücke meinen Namen und eine Anschrift von mir – aber sie haben mich (noch) nicht gebrochen. Der kampf gegen RWE und das ganze scheiß Dreckssystem geht weiter bis zum Schluss.

Für ein leben in Freiheit, für die Anarchie!

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Schön, dass Du mal gemerkt hast, dass eine Republik das Eigentum schützt. Heul doch.
    Klar, bei Pol Pot würde es Dir viel besser gehen, dann könntest Du die vielen Ideologiefeinde knechten…

    Noch nie ist der Menscheheit so gut gegangen wie heute, ist euch Anarchis wohl ein Dorn im Auge. Noch nie haben so wenig Menschen sgehungert, noch nie war die Lebenserwartung so hoch. Scheiße aber auch, euer Gesülze von Teilhabe und Nachhaltigkeit will wirklich keiner hören. Ausgelacht? Hätte ich auch…

  2. Wo ist der Unterschied zu Putin und Russland?

    Der Unterschied liegt hier in der Dummheit der Menschen, die sich erst von einem kleinen durchgeknallten Österreicher verführen lassen und heute von einer perfekten Marketing-und Medienvearsche.

    Bestes Beispiel: Nur weil so eine armselige Kreatur wie ein Willi Stock sein Auskommen hat, ist die Welt in Ordnung.

    Ich hoffe, du wirst diese Misshandlungen gut überstehen und nicht aufgeben. Eine Pflicht, den Personalausweis mitzuführen gibt es nicht. Ob eine Anzeige gegen „unseren Freund und Helfer“ was bringt? Die halten zusammen, bis zur letzten Instanz. Da braucht es schon eine Medienkamagne wie beim Mollat. Der würde sonst immer noch der Klapse schmoren bis ans Ende seiner Tage.

  3. Willi Stock, Troll des Monats.

    Mein Beileid, hört sich furchtbar an.

  4. Scheiße!

    Bis heute habe ich auf der Wache nie körperlichen widerstand geleistet, obwohl ich es gewollt hätte. Ich hatte zu sehr Angst vor den Schmerzen.
    Nachdem ich dein erlebnisbericht jetzt lesen durfte macht es mir mut! Die Bullen müssen sich echt lächerlich gefühlt haben (im nachhinein).
    Einen Friedlichen Menschen wie dich so zuzurichten hinterlässt selbst bei diesen Robocops Gewissensbisse. Du trägst sicher einige Verletzungen davon aber dafür kannst du noch in den Spiegel schauen.

    Niemals werden sie uns Brechen!!!

    Es tut mir Leid nicht da zu sein in dieser Kalten Zeit.
    allerliebsten Grüße und Auf ein frohes neues Jahr voll widerstand!

    PS @ Willi „S“: sitzt dein „Stock“ so tief im Arsch, dass er deinen hohlen Schädel erreicht hat? 😉

  5. „Noch nie ist [es] der Menscheheit so gut gegangen wie heute, ist euch Anarchis wohl ein Dorn im Auge.“

    Mach doch mal die Augen auf Willi. Welchem Teil der Menschheit geht es denn gut? Der kleinen Spitze vom Eisberg, die sich jegliche Rechte herausnimmt und den Rest der Welt auf’s Übelste ausbeutet, überwacht und verschandelt. Der Menschheit kann es nicht gut gehen solange sie die Erde, das Klima und alles was uns umgibt und mit uns auf dem Planeten lebt, mit Füßen tritt.

    Scheiße aber auch, dein Gesülze von Wachstum, Wohlstand und Egoismus will wirklich keiner hören.

    Monkeys, stay strong! Much love and affection

  6. @willi

    soso die republik schützt also das eigentum. vor was? fahrradfahren? erklär doch bitte mal wo da ne gefährdung für eigentum besteht.
    weiters würd ich das hier beschriebene erlebte durchaus als folter definieren, welche doch in deinem ach so geliebten RECHTSstaat eigentlich verboten ist, aber bei politischen abweichlern is es dann doch ok? und du laberst von pol pot, eh mann du musst menschlich und geistig sowas von kaputt sein, eigentlich macht es glaub ich echt keinen sinn mit dir zu diskutieren aber ich werd jetzt trotzdem mal versuchen deinen offebar hohlen schädel mit ein paar informationen zu füllen:

    Derzeit leiden rund 842 Millionen Menschen auf der Erde unter Hunger. Das bedeutet, dass jeder achte Mensch nicht genügend zu Essen hat, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben jedes Jahr mehr Menschen als an HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. (quelle: welternährungsprogramm der UN, aber wahrscheinlich wirst du das einfach ignorieren, schließlich weisst du ja sicher das die UN eine sozialistische vorfeldorganisation der roten khmer ist)

    Im Jahr 2001 hatten nach Angaben der Weltbank (vorsicht schon wieder ökokommunistenpropaganda) 21 % der Weltbevölkerung weniger als ein US-Dollar, 50 % weniger als zwei US-Dollar in lokaler Kaufkraft pro Tag zur Verfügung und galten damit als extrem arm.

    so vielleicht denkst du ja mal darüber nach und verschonst uns in zukunft meit deinem geistigen dünnschiss.

    so und an die monkeys: ich bin jeden tag in gedanken bei euch, leider dauerts wohl noch ne weile bis ich auch physisch wieder da sein kann. lasst euch nicht unterkriegen!

    lots of love, respect and solidarity

  7. scheiße… beschissen soetwas zu lesen, zudem komm ich gerade von langer Reiserei „zurück“ in diese scheiß Verhältnisse (aus anderen, ebenso beschissenen Verhältnissen), schlage diese Seite, die ich regelmäßig weiterverfolgt habe, auf und…..

    Liebe und Solidarität mit dem betroffenen Menschen! Sie versuchen uns zu brechen, stunde für stunde, Tag für Tag. So eines Tages werden SIE blechen… Ihr System verrecken…und wir unsere Pläne aushecken…

    In tiefer Wut, M. (aka ….)

    @Willi-Stocksonstwo: Geh über den oder die *flussnameeinfügen* Selten mit mehr Zynismus und Brechreitzstimulanz in meinem Leben konfrontiert worden als nach dem Lesen dieses Kommentares

  8. Wenn ich mich recht entsinne, war „Willi Stock“ schon öfter mal mit solchen Ansichten hier in den Blogkommentaren.
    Interessanterweiße verlinkt ein Willi Stock (ich will nicht behaupten, dass dieser identisch mit jenem wäre, durch die inhaltliche Nähe liegt es aber nahe) auf seinem Blog (oder wie nennt man das?) auch auf „anarchistische“ Inhalte.
    Die Gänsefüßchen bei „anarchistisch“ sind bewusst gesetzt, denn beim näheren Hinsehen entpuppen sich die Seiten als anarchoKAPITALISTISCH, unter anderem unterstützt von den jungen Freiheitlichen (quasi JuLi der Schweiz, oder?) und der jungen SVP.
    Sollten dieser und jener WS identisch sein, dann freue ich mich über seine Erklärung, warum Opfer von Polizeigewalt „heulen“ sollen, andererseits aber eine Abschaffung des staatlichen Gewaltmonopols geboten ist?

  9. Vorab vielen Dank für Deinen ungeschminkten Bericht von den Gestapo-Foltermethoden in einem Staat, der sich allen Ernstes Rechtsstaat nennt. Was Du beschrieben hast, „durfte“ ich in meinem Leben schon mehrmals „genießen“. Angefangen hatte es bei mir in sehr jungen Jahren bei den Brockdorf-Demos und bei den Demos gegen die Startbahn-West. Als Carlo Giuliani 2001 in Genua bei den G8-Demos regelrecht hingerichtet wurde, feierten sie das anschließend auf den Polizeiwachen. Polizeigewalt – eine endlose Geschichte. Es wird immer schlimmer, denn wer außer den Rechtsradikalen geht denn heute noch zur Polizei und zur Bundeswehr? Aber auch die ohnmächtige Wut bei den aktiven Systemkritikern wird immer größer. Das scheinen sich die Täter allerdings nicht klar zu machen und mit großer Vorliebe stürzen sie sich weiterhin auf sehr junge Menschen. Sie glauben, daß sie junge Menschen noch am ehesten beeindrucken und von ihrem Aktivismus abschrecken können. Doch das Gegenteil ist der Fall: in den meisten Fällen werden die Opfer lebenslänglich radikalisiert. In nur sehr wenigen Fällen habe ich es erlebt, daß sich Menschen nach derartigen Foltermethoden aus dem Widerstand zurückgezogen haben. Ich wünsche Dir, daß Du aus Deinen Erlebnissen die einzig richtige Konsequenz ziehst: JETZT ERST RECHT!
    In diesem Sinne: für ein Leben in Frei­heit und für die Anarchie!

  10. Die örtlichen Büttel sind ein hoffnungsloser Fall – es ist kaum zu entscheiden was übler ist, die materielle Misshandlung oder die nachher über deren Enthüllung ausgegossene virtuelle Desinformation. Vorfälle wie dieser entwerten den vorgeblich vom Staat als unverletzlich anerkannten ersten Verfassungsartikel zu einer allseits bekannten Art Papier welche nicht einmal mehr für Stimmzettel taugt. Dazu kommt der Fallout der Reaktorschmelze der deutschen Staatspolitik welcher in Form völlig verstrahlter Versuche das Thema zu wechseln über der Gegenöffentlichkeit niedergeht. Die totalitäre Menschenrechtsverletzung gehört offensichtlich zur kapitalistischen Demokratie wie die Feinstaubtoten zur Kohlekraft. Wer sich diesem Risiko freiwillig aussetzt um daran etwas zu ändern, ist gut beraten sein Testament gemacht zu haben. Das bringt zwar die Feinde der Menschheit erst recht auf die Palme, aber wenn es ihnen nicht schmeckt dann sollen Sie halt Kohle fressen!

    Dem Gefährten die besten Wünsche zum Überleben des Vorfalls. Es hätte noch schlimmer ausgehen können: https://en.wikipedia.org/wiki/Miriam_Carey

  11. Trollanalyse 2: Heimtückischer noch als Pöbeleien ist vorgetäuschte Solidarität, so wie es schlimmer ist jemandem genmanipuliertes Essen aufzutischen als die Person in die Gemeinschaftsküche zu schicken. Hier sollte unbedingt alarmieren dass der sich selbst darstellende Kommentator mit Wertungen über das Erlebte herumdruckst welche seinen Tatsachenbehauptungen diametral widersprechen – der Wortlaut ist ein Pappkameradenmassaker mit Gänsefüßchen. Das deutet darauf hin dass offenbar kaum Vieraugengespräche geführt wurden welche eine lebensnähere Ausdrucksform mit sich brächten.

    Wer organisierte Erfahrungen mit „out of action“-Arbeit gemacht hat oder Vergleichbares über sich ergehen lassen musste wird in solch wichtigtuerischem Eifer eher einen grotesken Hilferuf aus einem fremdbestimmten Propagandakessel erkennen als einen Versuch geschwisterlichen Beistand zu leisten. Besonders verräterisch ist das Wort „es“, welches hier benutzt wird als wäre die Polizeigewalt von dem selbsterklärten Angriffsziel ausgegangen, obwohl es verglichen mit seiner Sprachlosigkeit zur eigenen Tatbewältigung ein geradezu detailverliebtes Feindbild skizziert. Auch die Gegenstandsanalyse bleibt banal.

    Nicht nur nimmt die Wortmeldung einen Lebenserfahrungsvorsprung für sich in Anspruch ohne diesen mit einer inhaltlichen Nutzlast einzulösen, der Kommentator degradiert die betroffene Person welche er wie einen Wehrpflichtigen anbrüllt auch zum „lebenslänglichen Opfer“ anstatt darin einen ebenbürtigen Verbündeten anzusprechen. Eine hoffnungslos schlecht ausgedachte Lügenaufstellung – die Zudringlichkeiten bezahlter Seelenschänder werden immer unwürdiger, ihre Nasen immer länger, und ihre angeblichen Beweggründe kommen nicht einmal mehr darin vor. Ihr leeres Geschwätz erschöpft sich in selbstbezüglichen Verhaltensmustern.

    Fazit: Wer sich derart mit Paternalismus besudelt sollte unverzüglich an Pussy Riot ausgeliefert werden.

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