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Ich bin traurig und wütend und wach

Ich bin traurig und wütend und wach. Vergangene Woche ist mein Studienkollege Steffen M. im Hambacher Forst ums Leben gekommen. Ein Text zu seinem Andenken:

oft denke ich, man kann ja nichts richtig machen, weil einfach die ganze welt so falsch ist. und trotzdem muss man es versuchen, zumindest diesen einen widerspruch gilt es auszuhalten, wenn man sonst schon nichts aushält. no way dass es jemals gut sein wird auf dieser welt, da ist nichts zu machen, aber deswegen lehn ich mich doch nicht zurück. ich warte nicht ab, bis das unrecht zündet und das system von alleine einstürzt. so verdrücken sich feige zyniker. umso mehr ich weiss, dass die welt im eimer ist, umso mehr will ich dagegen ankämpfen. steffen hat dagegen angekämpft, unermüdlich. er hat engagement gezeigt ohne naivität, hat friedlich gefightet, ohne verbitterung, ohne hass. er war schlau und witzig und schön. er hat alles richtig gemacht und einen fehltritt.

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Erklärung aus den Baumkronen nach den gestrigen Ereignissen (Do, 20. Sep 18)

(Dies ist das Statement einer Person aus dem Wald, nicht der ganzen Bewegung.)

In einer Geschichte unbarmherziger und brutaler Polizeieinsätze sahen sich die Besetzer*innen des von Hambacher Waldes gegen die ökologische Zerstörung und strukturelle Gewalt von RWE gezwungen, Zuflucht zu noch einfallsreicheren Methoden des gewaltlosen Widerstandes zu suchen, die oft ihre eigene Sicherheit gefährden.

Im Laufe der Jahre wurden viele von uns körperlich verletzt, strafrechtlich verfolgt verfolgt und ins Gefängnis gesteckt, weil sie das Leben im Hambacher Wald und darüber hinaus verteidigt hatten. Die Polizei hat uns unaufhörlich verfolgt (engl. „chased us down“, wörtl. etwa „niedergejagt“) – in diesem tödlichen Fall in tragisch wörtlichen Sinne.

Auch wenn kein direkter Zusammenhang zwischen Polizeiaktivitäten und Steffens tödlichem Sturz festgestellt werden kann, wurden während der laufenden Polizeioperation eine Reihe von lebensbedrohlichen Interventionen beobachtet, wie das Durchschneiden von Traversen mit Menschen darin und – Deutschland, was?! – die Emission von Kohlenmonoxid in einer unterirdischen Kammer.

Wie viele Knochenbrüche brauchen wir noch, wie viele Tote mehr, bis wir unsere Augen für die Realität der Polizeigewalt öffnen, für die Rolle der Polizei bei der Aufrechterhaltung der strukturellen Gewalt durch Massenzerstörer und für ihre institutionelle Funktion, die Interessen der Reichen zu Lasten der Unterdrückten zu schützen?

Der plötzliche Tod von Steffen hat unsere anfänglichen Beweggründe, hier zu sein, nicht verändert. So schamlos die Polizei auch vorgehen mag, die Hambacher Wald-Besatzung zu vertreiben, wir werden nicht zurückweichen, wir werden uns nicht ergeben – wir sind hier, und wenn wir müssen, werden wir zurückkommen.

Für den Wald und für Steffen.

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Presseerklärung 20.09.18: Tragischer Todesfall im Hambacher Forst

Am Mittwochnachmittag gegen 15:45 ist im Baumhausdorf Beechtown im Hambacher Forst der Bewegungsjournalist, Blogger und Aktivist Steffen Horst Meyn gestorben. Er stürzte beim Versuch, eine laufende Räumungsaktion durch das Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) zu dokumentieren, von einer Hängebrücke aus ca. 20 m Höhe. Rettungskräfte am Boden versuchten noch, ihn zu reanimieren. Nach unserem Informationsstand verstarb er jedoch wenig später, noch im Wald, in einem Rettungshelikopter.

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Gedenkkundgebung

Heute, 20.09.18., Bahnhof Buir, 17 Uhr


Gestern ist ein Freund, der uns seit längerem journalistisch begleitet
hat, bei einem Unfall in "Beechtown" ums Leben gekommen.
Wir sind zutiefst erschüttert und alle unsere Gedanken und Wünsche sind
bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und
Menschen, die sich betroffen fühlen.
Heute Nachmittag wollen wir einen kollektiven Ort schaffen, um der
Trauer und dem Mitgefühl in Ruhe einen Raum zu geben und beisammen zu sein.
Was nötig ist, ist ein Moment der Ruhe. Wir fordern die Polizei und RWE
auf, das zu respektieren und den Wald sofort zu verlassen.

Da die Kundgebung ein Moment des Gedenkens sein soll, bitten wir euch
die politischen Forderungen für den Moment zurück zu stellen und keine
Banner oder religiöse Symbole mitzubringen.

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Gedenken an den im Hambacher Forst verstorbenen Menschen.

Nach dem schrecklichen Unglück, dass sich heute während der Räumung ereignete, werden heute an verschiedenen Orten Gedenkveranstaltungen stattfinden.

Aus verschiedenen Quellen (v.a. social Media, E-Mail) haben wir von diesen Veranstaltungen erfahren:

Erste Nacht

Berlin, bis 2 Uhr, Friedrichstraße 95: Mahnwache in Gedenken

Do, 20. September

  • Nürnberg, 18 Uhr, an der Lorenzkirche/li>
  • Berlin, 18 Uhr, Hiroshimastraße 12: Mahnwache in Gedenken
  • Essen, ab morgens, Hauptbahnhof Ausgang Freiheit am Denkmal „Steile Lagerung“: Mahnwache
  • Jena, 20:00, vor der Stadtkirche: Mahnwache in Gedenken
  • Aachen, 18:00, vor dem Rathaus: Stilles Gedenken für den im Hambacher Forst ums Leben gekommenen Journalisten
  • Amsterdam, 20:00, voor het Duitse consulaat, in front of the german consulate

Steffen

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Mensch von Baum gestürzt und gestorben – Aktivistis fordern sofortigen Einsatzstopp im Hambacher Forst

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Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.

Wir sind zutiefst erschüttert. Alle unsere Gedanken und Wünsche sind bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und Menschen, die sich betroffen fühlen.

Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden.

Was jetzt nötig ist, ist ein Moment der Ruhe.

Auch wenn euch das momentan schwer fällt, genauso wie es uns schwerfällt so sachliche Hinweise zu geben: Wir empfehlen euch zum Schutz aller Aktivist*innen keine Aussagen, auch keine Zeugenaussagen bei der Polizei zu machen. Der Unfall muss und wird aufgearbeitet werden, aber die Polizei ist nicht der richtige Ort dafür. Ihr Interesse ist es, Aktivistis Schuld zuzuschieben.

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