1. Oktober: Gemeinsamer Start in die Rodungsverhinderungssaison

Am Sonntag ist der offizielle Beginn der Rodungssaison. Auch wenn RWE nicht genau an diesem Tag anfangen wird, Bäume zu fällen, so haben sie ab dem ersten Oktober doch das Gesetz auf ihrer Seite, um dieses uralte und komplexe Ökosystem zu zerstören.Aber Rodung beginnt nicht erst mit dem Fällen von Bäumen. Seit über vierzig Jahren läuft die Zerstörung jeden Tag und die weiteren Vorbereitungen laufen. Deswegen bereiten wir uns auch vor.
Lasst uns gemeinsam in die Rodungsverhinderungssaison starten, gemeinsam mit euch, gemeinsam mit allen, die Wald und Klima beschützen wollen!

Deswegen laden wir am Sonntag ein. Es wird einen radikalen Waldspaziergang geben, gemeinsames Essen am Lagerfeuer und vor allem viel Raum für Ideen, Visionen, Ängste und Wünsche im Bezug auf die kommenden Monate. Denn eins ist klar: wenn sie uns brechen wollen, müssen wir enger zusammen rücken. Am Sonntag können auch Menschen, die ihren Platz im Widerstand noch nicht gefunden haben, Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Wir wollen uns miteinander vernetzen und symbolisch die Bäume an der Rodungskante mit Bändern, Schnüren und Schildern verbinden um eine Grenze zu ziehen. Eine Grenze aus Solidarität und gegen Ausbeutung. Mit jedem Baum der fällt, mit jeder Minute in der Menschen und andere Spezien ausgebeutet, vertrieben und getötet werden, mit jeder Art die unwiderruflich ausstirbt, ohne dass wir handeln verletzten wir unseren Sinn für Gerechtigkeit. Nur in dem wir aktiv werden, in dem wir aufbäumen, wenn etwas ungerechtes passiert, können wir uns erhalten.

Lasst uns deswegen gemeinsam handeln!

Um 15:00 treffen wir uns am Parkplatz Manheimer Bürge und beginnen einen gemeinsamen Spaziergang durch den Wald, an dem relevante Orte gezeigt werden und verschiedene Aktuere zu Wort kommen. Anschließend gibt es Essen und Gesprächsrunden an der Rodungskante. Bringt veganes Essen, Bilder, Bänder und Texte mit, um die Bäume an der Rodungskante damit zu verbinden. Wenn ihr nicht kommen könnt, aber Baumschutzbilder, Banner oder andere Nachrichten habt, dann lasst sie uns zu kommen.
Für einen bunten, widerständigen Winter, in dem kein Baum fällt.

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4 Kommentare

  1. Aktuelle Stellungnahme der RWE-Pressesprecherin, Frau Stephanie Buchloh, zu den „schwerwiegenden Folgen“ des sofortigen Rodungsstopps für den RWE Konzern in der Lokalzeit des WDR Aachen vom 29.09.2017, 00:02:48:

    „Ja, also …: Ein Tagebau ist ein hochkomplexes System und man kann ihn nicht mal eben kurz stoppen oder auch um den Wald drum herum baggern.

    Immerhin kommen 5% des deutschen Stroms und 15% des Stroms in NRW aus dem Tagebau Hamabach und – würde die Rodung gestoppt werden – würde auch der Tagebau zum Erliegen kommen und damit die Kraftwerke nicht weiter mit ausreichend Kohle versorgt werden“.

    … so weit die tagaktuelle Position des RWE-Konzerns zu einem sofortigen Rodungsstopp, der ja ab dem 01.10. bis zum 24.10.2017 ohnehin schon besteht.

    30.09.2017
    Kurt Claßen

  2. Der von RWE behauptete Anteil des Tagebaus Hambach von 15% am Strom für NRW ist hochgradig „frisiert“ und „schmutzig manipuliert“.

    Dabei wird nämlich eine Reihenfolge des Stromverbrauchs in NRW unterstellt, die falsch ist. Es wird nämlich unterstellt, der Braunkohlestrom aus dem Tagebau Hambach werde

    1.) vorrangig vor dem Braunkohlestrom aus den Tagebauen Garzweiler und Inden und

    2.) vorrangig vor dem in NRW verfügbaren Strom aus erneuerbaren Energien

    in NRW verbraucht.

    Dies ist bezüglich des Braunkohlestroms aus den Tagebauen Garzweiler und Inden aus tatsächlichen Gründen, bezüglich des Stromes aus erneuerbaren Energien wegen deren Vorrang nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetzes falsch.

    Richtig ist vielmehr:

    In NRW werden 138,8 TWh Strom pro Jahr verbraucht (Bezugsjahr: 2010), 178,8 TWh Strom pro Jahr werden in NRW erzeugt (Bezugsjahr: 2010). Überproduktion von Strom in NRW pro Jahr: 40 TWh (= 178,8 TWh abzüglich 138,8 TWh Strom).

    Von dieser Überproduktion an Strom in NRW entfallen nach Angaben des RWE-Konzerns auf den Tagebau Hambach ca. 20,82 TWh Strom. Fällt dieser Strommenge weg, verbleibt immer noch eine Überproduktion von Strom in NRW von 19,18 TWh pro Jahr (= 40,0 TWh abzüglich 20,82 TWh).

    Die 20,82 TWh Strom aus dem Tagebau Hambach wurden auf der Grundlage des Bezugsjahres 2010 wie folgt ermittelt: Stromverbrauch 2010 in NRW insgesamt = 138,8 TWh, daovn 15% = 20,82 TWh.

    Würde die Rodung des Hambacher Forstes sofort gestoppt und würde der Tagebau Hambach sofort eingestellt, würde in NRW „kein einziges Licht ausgehen.“

    01.10.2017
    Kurt Claßen

  3. Zur Erinnerung an den ersten radikalen Waldspaziergang: Kommentar:

    „Wohl erstmals bei einem Waldspaziergang ist der westlichste Vorposten gegen den Tagebau angesteuert worden.

    Dieses Baumhaus war schon bei der vorangegangenen Waldrodung hermetisch und großräumig abgeriegelt,gleich mehrere Polizeistreifen patrouillierten von allen Zuwegen und auch quer durch den Wald. Rund um dieses Baumhaus: Absolutes Betretungsverbot und Sperrzone.

    Unterfällt das Baumhaus dem Schutz des Versammlungs- und Widerstandsrecht des Grundgesetzes, geht es mit dem Tagebau an dieser Stelle nicht mehr weiter. Das OVG NRW hat die Zusammenkunft der Aktivisten im Wald ausdrücklich als Versammlung dem Schutz des Grundgesetzes unterstellt.“

    01.10.2017
    Kurt Claßen“

  4. War eine schöne Waldführung gestern, entspannt und informativ.
    Richtig ein Bild von der Lage kann man sich nur machen, wenn man etwas aus erster Hand erfährt.
    Schön, dass sich mehrere von Euch gefunden haben, an den einzelnen Stationen etwas zu erzählen und zu erklären.

    Zum Glück scheint Ihr den Humor nicht leicht zu verlieren und aus Euren Augen spricht nicht der pure Hass.
    Aber wenn man Euch immer mehr in die Enge treibt, wird es irgendwann kritisch.
    Ich war ganz beeindruckt von den Schildern und Aufklebern, die eine Schülerin aus Westfalen für Euch erstellt hat.
    Einfach, aber nett. Genau wie die Aktion mit dem Bäumeverbinden.

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