RWE gibt Kraftwerksschließung bekannt

Die im Juni beschlossene Vereinbarung von RWE mit Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister hat RWE nun offiziell bekannt gegeben:

„Das Kraftwerk Frimmersdorf sowie Teile der Kraftwerke Niederaußem und Neurath sollen bis 2019 in die Kapazitätsreserve überführt und danach endgültig stillgelegt werden.

Wie RWE-Power-Pressesprecher Lothar Lambertz am Freitag bestätigte, werden das Kraftwerk Frimmersdorf sowie Teile der Kraftwerke Niederaußem und Neurath mit einer Gesamtleitung von 1,5 Gigawatt schrittweise zwischen 2017 und 2019 in die Kapazitätsreserve überführt und danach im Verlauf von vier Jahren endgültig stillgelegt.

Bis zu 1.000 der rund 10.000 Arbeitsplätze im Revier sollen schrittweise abgebaut werden. Das soll sozialverträglich geschehen.

Bei den betroffenen Kraftwerksteilen handelt es sich jeweils um Blöcke mit einer Leistung von 300 Megawatt. Die beiden verbliebenen Einheiten in Frimmersdorf werden ebenso abgeschaltet wie zwei von vier Anlagen in Niederaußem und eine von drei in Neurath. Die Strommeiler sind allesamt zwischen 1966 und 1973 errichtet worden und damit die ältesten Teile, die der RWE-Kraftwerkspark im Revier zu bieten hat. Weitere sechs 300-MW-Blöcke bleiben am Netz, und zwar je zwei in Weisweiler, Neurath und Niederaußem.

Insgesamt sollen in Deutschland so 2,7 Gigawatt aus Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden.“

Quelle: Stilllegung in Rhein-Erft: Kraftwerksblöcke sollen abgeschaltet werden (KStA)

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5 Kommentare

  1. So einfach kann und darf sich RWE nicht aus der Affäre ziehen, es sei denn, die Stilllegung des Kraftwerks Frimmersdorf sowie Teile der Kraftwerke Niederaußem und Neurath sei der Anfang vom Ende des Tagebaus Hambach und zugleich der Beginn der Rückverlegung der A 4.

    RWE hat ja bereits weitere Vorbereitungsmaßnahmen zur Rückverlegung der A 4 auf ihre alte Trasse getroffen, indem letzte Woche die Unterführung unter der alten Trasse der A 4 von Morschenich zum seinerzeitigen Forsthaus im Hambacher Forst beseitigt wurde, dieses Forsthaus besteht nicht mehr.

    Diese Brücke ist für die Rückverlegung der A 4 ebenso entbehrlich wie die Unterführung der stillgelegten Eisenbahnstrecke Düren – Neuß. Diese Unterführung sollte daher ebenfalls noch gesprengt werden.

    Wenn dann auch noch die Hochführungstrasse über diese beiden Brücken beseitigt wird, kann die Rückverlegung der A 4 in diesem Bereich ebenerdig und damit wesentlich kostengünstiger durchgeführt werden als über die beiden bisherigen Brückenbauwerke und die Hochführungstrasse.

    Kurt Claßen
    26.10.2015

  2. Irgendwie bekomme ich das Thema der Rückvelegung nicht in den Kopf. Am umweltverträglichsten ist doch die Aufforstung der alten Trasse und der ehemals durch die Trasse getrennte Forst kann wieder zusammen geführt werden, vorausgesetzt die Rodung kann gestoppt werden…

  3. Aufforstung der alten Trasse hieße zugleich: Die neue Trasse bliebe da, wo sie ist.

    Da, wo die neue Trasse der A 4 jetzt ist, belastet sie die Menschen in Buir auf ewig. Da, wo die alte Trasse der A 4 war und wieder sein sollte, beseitigt sie die Belastungswirkung der Menschen in Buir auf ewig.

    Wenn „am Umweltverträglichsten“ die Variante wäre, die den Menschen am Stärksten belastet, dann wäre die Aufforstung der alten Trasse die „umweltverträglichste“ Variante, dies ist indessen nicht nachvollziehbar.

    Selbst wenn im Übrigen die alte Trasse der A 4 wieder „aufgeforstet“ und die Rodung gestoppt würde, könnte der „ehemals getrennte Forst“ von rd. 85 Quadrathkilometern nicht „wieder zusammengeführt werden, dieser ehemalige Hambacher Forst besteht nicht mehr, ist im Tagebauloch untergegangen (worden).

    Ein (gerichtsfester) Stop der Rodung nördlich der A 4 würde die Verlegung der A 4 gegenstandslos machen. Die Inanspruchnahme der alten Trasse der A 4 für den Tagebau wäre durch die davor liegende Sperre des zu erhaltenden Restbestandes des Hambacher Forstes unmöglich gemacht, der Rückverlegung der A 4 stünde dann erst recht nichts mehr entgegen.

    Dessen ungeachtet ist zentraler Gegenstand der Klage vor dem VG Köln die Rückverlegung der A 4 auf ihre alte Trasse. Der weitest mögliche Erhalt des Hambacher Forstes ist in diesem Klageziel enthalten, aber nicht Voraussetzung für die Klage.

    Die Klagebefugnis bleibt auch dann bestehen, wenn der Tagebaubetreiber an der Totalzerstörung des Hambacher Forstes, der alten Trasse der A 4, der Landschaft und des Bodens sowie des Grundwassers festhalten sollte und weiterhin von NRW gedeckt wird.

    … schon die bloße Rückverlegung der A 4 wird dann aber richtig teuer für die Umweltsünder RWE und NRW: Sofortstop des Tagebaus Hambach, Wiederauffüllung des Tagebaus bis zur Wiederherstellung der alten Trasse der A 4, Schadensersatz von 30-40.000 Euro für jeden zu Unrecht gefällten „Alleebaum“ des Hambacher Forstes (vgl. S 21 in Stuttgart), Neubau der A 4 auf ihrer alten Trasse, Rückbau der neuen Trasse der A 4 bei Buir.

    Die Rechnung würde der RWE AG bereits auf der nächsten Hauptversammlung im April 2016 präsentiert mit gigantischen Rückstellungsforderungen mit Insolvenzantragspflicht.

    Im Falle des Widerstrebens würden dem auf der Hauptversammlung anwesenden Notar die rechtlichen Bedenken gegen die Entlastung des Vorstandes zu Protokoll gegeben. Einen Monat später würde Klage erhoben. Die RWE AG hätte die Erhebung der Klage im Bundesanzeiger zu veröffentlichen und das Spiel ging erst richtig los…

    Wieviel „preiswerter“ ist demgegenüber für RWE/NRW der Sofortstop der Rodung und des Tagebaus Hambach sowie die Rückverlegung der A 4.

    Kurt Claßen
    27.10.2015

  4. An anderer Stelle auf dieser Webseite, unter Bedrohte Tierarten, findet sich ein weiteres wichtiges Argument für die Rückverlegung der Autobahn: Die neue Trasse geht durch das Gebiet der Bechsteinfledermaus, einer äußerst seltenen Fledermausart, die dadurch an den Rand der Ausrottung gerät. An warmen Sommerabenden, wenn die Straßendecke noch warm ist und viele Insekten darüber fliegen, kann es gut sein, dass auf einmal eine Fledermaus an der Windschutzscheibe klebt. Aber wie gesagt, die Gefahr ist recht klein, die Tierchen sind eh fast ausgestorben.
    Die gewalttätigen Ökoterroristen sitzen in den RWE-Türmen in Essen!

  5. Die Stilllegung von „15% der Kraftwerkskapazität im Rheinischen Braunkohlenrevier“ erlaubt tiefe Einblicke in die „Schrottpolitik“ der Bundes- und Landes-SPD, vertreten durch Sigmar Gabriel und die MP´in NRW, Hannelore Kraft, und deren Ausnutzung durch die „Füchse“ der RWE AG, vertreten durch Peter Therium, Vorstandsvorsitzender des Gesamtkonzerns der RWE AG.

    Eine substanziierte Stellungnahme wird baldmöglich folgen!

    Kurt Claßen
    01.11.2015

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