Erneut Aktivistis aus dem Hambacher Forst in U-Haft

Zwei unserer Compas befinden sich seit dem 23. Oktober 2015 in U-Haft. Ihnen wird Körperverletzung vorgeworfen.
Am 22. Oktober 2015 begannen die jährlichen Rodungsarbeiten im Hambacher Forst. Eine autonome Zweiergruppe, die an diesem Tag im Wald unterwegs war, kehrte nicht zurück. Erst am darauf folgenden Morgen erreichte uns die Information, dass sich die beiden vermissten Personen in Gewahrsam befanden. Eine der beiden Personen befände sich in Hürth, zur zweiten Person machte die Polizei keine Angaben, da diese angeblich einen Anwalt ablehnte. Im Laufe des Tages erfuhren wir, dass beide Personen nun in Kerpen dem Haftrichter vorgeführt werden. Der physische Zustand beider Personen war uns weiterhin unbekannt. Erst am Abend wurde uns mitgeteilt, dass beide Personen nun in U-Haft gekommen sind, mit dem Vorwurf, RWE Mitarbeiter/innen angegriffen zu haben. Bei der Festnahme wurde einem der beiden Menschen die Nase gebrochen.

Seit 1947 zerstört RWE im Rheinland die Natur und siedelt ganze Dörfer um, nimmt Mensch und Tier den Lebensraum, um an einen der schmutzigsten Energieträger unserer Zeit zu gelangen: Braunkohle. Ein lebender Wald wird getötet für einen sterbenden Energieträger. Von ehemals 5000 Hektar Wald sind nun nur noch 600 übrig, von denen dieses Jahr weitere 68 Hektar gerodet werden sollen.
Um dagegen Widerstand zu leisten, existiert seit 2012 die Waldbesetzung im Hambacher Forst, die 2013 durch eine Wiesenbesetzung ergänzt wurde.

Obwohl wir Repression leider schon gewöhnt sind, vermissen wir unsere Freunde! Statt mit Person Nase Briefe an Gefangene zu schreiben, müssen wir nun ihm schreiben. Statt uns die sarkastischen Kommentare von Person yx anzuhören, müssen wir uns nun mit dem beißenden Sarkasmus dieser Situation auseinandersetzen. Weiterhin denken wir da auch an unseren Compa Mr. Blue, der sich nun schon seit über zwei Wochen in Haft befindet.

Auch wenn inzwischen drei unserer Compas inhaftiert wurden, geht der Kampf hier vor Ort weiter!
Wir wollen jede*n einladen, Teil des Widerstandes zu werden. Kommt vorbei, schreibt Briefe an die Gefangenen und besucht unseren Blog für weitere Infos.

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3 Kommentare

  1. Wer Straftaten begeht muss sich in einem RechtstAat nicht wundern wenn RWE Ihr Hausrecht durchsetzt!?
    Euch noch viel Kraft!

  2. hey 🙂
    habt ihr schon die adresse der beiden zwecks briefe schreiben??
    würde mich über eine veröffentlichung freuen!
    ganz viel kraft und solidarität!

  3. @ Kimba: noch ist nicht klar, ob wirklich eine Straftat begangen wurde. Aber ganz unabhängig davon: wir alle haben die Gesetze dieses sogenannten Rechtsstaates nicht unterschrieben, niemand hat gefragt, ob wir damit einverstanden sind. Einen fairen Vertrag stellt das mit den Gesetzen also nicht dar…

    Aus meiner Sicht sollte eigentlich der Kohleabbau, die Waldrodung und Zwangsumsiedlungen verboten sein – wenn es überhaupt gesetze geben sollte. wer so viel schaden anrichtet wie rwe, muss sich nicht wundern, wenn sich menschen mit den ihnen noch zur verfügung stehenden mitteln wehren.
    wenn recht zu unrecht wird wird widerstand zur pflicht.

    Ich mach mich jetzt ans Briefe schreiben für die drei!! Euch im Wald wünsch ich viel Kraft und hoffe, dass ihr euch von der Respression nicht unterkriegen lasst!

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