Pressemitteilung von Lebenslaute nach erfolgreicher Baggerblockade

Pressemitteilung
Lebenslaute-Konzertblockade verlief erfolgreich
Braunkohleabbau stundenlang lahmgelegt

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Um 22:30 Uhr beendeten die MusikaktivistInnen von Lebenslaute ihre Konzertblockade im Braunkohletagebau Hambach. Über fünf Stunden lang standen alle Räder still. Bereits am Morgen hatte sich RWE aufgrund der angekündigten Proteste gezwungen gesehen, die Baggerarbeiten auf der ersten Ebene einzustellen. Als Orchester und Chor um 17:30 Uhr in das Gelände eindrangen und kurze Zeit später mit dem Konzert begannen, musste auch das Hauptförderband gestoppt werden.
Der Werkschutz von RWE und die Polizei waren schnell mit großen Kräften vor Ort, fanden aber keinen Weg, die Blockade zu vertretbaren Kosten zu beenden. „Unser entschlossenes Vorgehen und unsere Aktionsform haben den Sicherheitskräften keine Möglichkeit zum Eingreifen gegeben. Und kann es sich RWE leisten, ein 70köpfiges Orchester mit Chor von der Polizei räumen zu lassen? Offenbar nicht. Das ist ein Ergebnis des langjährigen, vielfältigen und immer breiter werdenden Protests gegen die klimaschädliche Kohle “, so Marcus Beyer von Lebenslaute. „Dazu gehören Bürgerinitiativen, Massenaktionen wie ‚Ende Gelände‘ und der tägliche Widerstand der AktivistInnen auf der Hambacher Wiese und im Forst.“
Gegen 20:30 machte RWE ein „Angebot“: Falls die Aktion sofort beendet würde, könnten Lebenslaute und ZuhörerInnen ohne die angekündigten Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gehen. Dieser Vorschlag wurde freundlich zurückgewiesen. Stattdessen wurde das Konzert nach einigen Hauptwerken mit Kammermusik fortgesetzt; es wurden u.a. ein Flötenquartett von Mozart gespielt und die erste Cello-Suite von Bach.
Als sich später erneut der große Chor formierte, setzte starker Regen ein. Aufgrund der massiven Polizeipräsenz war es Lebenslaute nicht möglich, zusätzlich zu zwei mitgebrachten Pavillons weiteren Regenschutz zum Tagebau zu bringen. Wegen des nicht nachlassenden Regens entschlossen sich die AktivistInnen, ihr Blockadekonzert mit zwei Chor-Stücken zu beenden. Den Rückweg nahmen sie zu genau dem Ort, an dem am Mittag bei der Abschlusskundgebung der Demonstration Polizeikräfte den Zugang zum Tagebau noch verstellt hatten. Auf dem Nachhauseweg sangen die MusikerInnen: „Es tönen die Lieder, wir kommen bald wieder. Wir singen und spielen, wo immer wir woll´n.“
Seit 1986 verbindet Lebenslaute klassische Musik mit politischer Aktion. Das 2014 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete, bundesweite Ensemble von MusikerInnen zwischen 16 und 80 Jahren führt klassische Musik dort auf, wo sie nicht erwartet wird, u.a. auf Militärübungsplätzen, vor Atomfabriken und auf Abschiebeflughäfen. Durch Zivilen Ungehorsam suchen die Konzerte von Lebenslaute die politische Konfrontation gerade dort, wo unter Berufung auf Gesetze Unrecht geschieht.

Aktuelle Fotos finden Sie auch auf: www.lebenslaute.net
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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. albert

    Es kann doch nicht sein , dass Ihr da reinmarschiert, euch da breit macht , sogar einen Pavillon aufbaut und den Betrieb stört. Und dann beschwert Ihr euch noch, dass Ihr abgeführt werdet. Das wäre das selbe wenn ich bei euch zuhause garten zelten würde und euch stören würde. Dann würdet ihr auch die polizei rufen und mich abführen lassen. Ihr seid echt ein witz. Die armen mitarbeiter die wahrscheinlich dadurch ihren job verlieren werden.

    Edit: Wenn du bei uns zu Hause (also auf der Wiesenbesetzung) vorbeikämst, wäre für dein Zelt sicherlich immer Platz (deine Freundlichkeit vorausgesetzt). Falls du ein Konzert machst (wie Lebenslaute in der Grube) um so mehr.
    Ansonsten hinkt dein Vergleich doch etwas, lieber Albert. Ursprünglich war das alles ja mal öffentlich zugängliche Landschaft, mit Feldern, Wäldern (Hambacher Forst!!!) und Ortschaften. Das wurde von rwe zerstört und nun durch die Aktivist_innen von Lebenslaute symbolisch für einige Zeit besetzt.
    Die Mitarbeiter werden ihren Job verlieren, weil rwe vor langer Zeit versäumt hat, auf zukunftsfähige Energieträger zu setzen. Die Bagger im Loch sind weit über 50 Jahre alt, die Energiepolitik von rwe scheint sich seitdem nicht groß geändert zu haben. Aber es gibt anderswo bessere Jobs, für die mensch nicht so viel zerstören muss.

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