Aktivist vom Turm in U-Haft

Update 30. Juli 2015: Solidaritätsgrüße für Jus aus Barcelona!

Laut der uns vor kurzem erreichenden Meldung wurde der gestern gefangene Aktivist gegen 18:10 Uhr in einem Polizeifahrzeug mit Kölner Kennzeichen vom Gelände des Polizeireviers Kerpen in Richtung Köln-Össendorf gebracht.

Kurz darauf wurde die Information von seinem Anwalt bestätigt.

Laut der Aussage eines Unterstützers welcher mit dem Anwalt sprach wird er wohl mindestens bis zum Haftprüfungstermin (was einige Wochen dauern kann) in der JVA Köln-Ossendorf verbringen müssen. Ihm wird der Tatvorwurf der versuchten Körperverletzung zur Last gelegt. Der Haftgrund sei wohl eine fehlende Meldeadresse. Somit ist ein weiterer Compa den Repressionen gegen die Aktivisten des Hambacher Forstes zum Opfer gefallen. Auch wenn ihn unsere solidarischen Grüße bis jetzt noch nicht erreichen werden wünschen wir ihm viel Kraft und Glück, auf dass er bald wieder in Freiheit ist.

Briefmarken, Briefe und englischsprachige Bücher sind dem Gefangenen als Unterstützung sehr willkommen. Um seinen Klarnamen zu schützen, werden Briefe über die Wiese gesammelt und an eine ihm besonders vertraute Person geschickt, die alles dann weiterleitet. Sie weiß auch, welche speziellen Bücher gewünscht sind (bitte nachfragen!). Wir klären das noch genau.

Post geht über die WAA

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4 Kommentare

  1. Götz von Berlichingen

    Auch von mir ganz herzlichen Dank für das mutige Ausharren auf der Turm-Blockade. Hoffentlich kommst Du bald wieder frei, damit der Turm noch größer und schöner wieder aufgebaut werden kann!

  2. Den Kleinen hängt man, die Großen vom Braunkohlenausschuss & Co. lässt man laufen, die dem Land NRW den Hambacher Forst geraubt und RWE ohne jegliche Entschädigung geschenkt haben

    … zur Zwangsvertreibung tausender Bürger aus Ihrer Heimat, für Autobahn- und Tagebauterror, zur chemischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung mit CO2, Feinstaub, Blei und sonstigen verbotenen Elementen.

    Change System, not Climate! Das ist das zentrale Motiv der Protest- und Widerstandsbewegung und nicht der schnöde Mammom, wie die Regierungspresse aus dem Hause Dumont-Schaumberg glauben machen will.

    Lasst uns dieses dekadente System ändern, dem nichts mehr heilig ist, schon gar nicht Gesetz und Recht und die Verfassung, wie das jüngste Willkürurteil des 10. Senates des Finanzgerichts Köln haarklein nachweist.

    Dem inhaftierten Aktivisten wird der Prozess gemacht, obwohl er nur das Protest- und Demonstrationsrecht im Hambacher Forst schützen wollte, friedlich und ohne Waffen, es sei denn, eine Vase sei eine Waffe im Sinne des Versammlungsr4echt (Art. 8 GG).

    Mit dieser Vase soll der Aktivist einen Bagger angegriffen haben, der ihm mit Unterstützung der Polizei das Demonstrationsrecht streitig machen wollte, dies sei versuchte Körperverletzung (eines Baggers?.

    Originalton KStA vom heutigen Tage, Rhein-Erft, Seite 29:
    „Der Mann soll (nach inoffiziellen Quellen)von oben Gegenstände auf Polizeibeamte geworfen haben, die aber unverletzt blieben. Er habe auch eine größere Tonvase auf die Scheibe eines bei der Räumung eingesetzten Baggers geschmettert. Deahalb werde nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt, hieß.“

    Objektive Zeugen für diese Vorgänge gibt es nicht. Die Presse war – entgegen sonstiger Übung – komplett ausgesperrt worden. Persönlich anwesenden wurde mir durch Großgeräte und durch menschliche Sichtschilde jegliche Einsicht in das Geschehen verwehrt. Dafür wird es wohl Gründe gegeben haben.

    Wann wird endlich dieses dekadente System beseitigt?!?

    Kurt Claßen
    24.07.2015

  3. Gute Gedanken und solidarische Grüße für den Menschen in der JVA.

  4. Hätte nur allzu gerne an der Solidaritäts-Kundgebung teilgenommen, erfahre auch gerade erst davon, werde von Justiz und Verwaltung leider zu stark drangsaliert, bin seit Monaten überlastet.

    Meine allerherzlichsten Grüße an den Gefangenen, der bereits Tage vor dem Räumungsprozess alleine und nur auf sich gestellt eine genehmigungsfreie Ein-Mann-Dauer-Demonstration mit aufmerksamkeitsheischender Bären- oder Wolfsmütze gegen die Räumung des Protest- und Widerstandscamps auf der Wiese abgehalten hat.

    Niemand hat diese Ein-Mann-Demonstration in Frage gestellt, die Schaffung eines Rettungsweges ist doch offenkundig nur vorgeschoben, die ganze Aktion eine Köpenickiade des Forstamtsleiters, nach dessen Pfeife (= NRW = RWE) offenbar Polizei, Höhenrettungsteam, Sondereinsatzkräfte und Zivilpolizei in Nobelkarosse sowie Feuerwehr Kerpen nur allzu willig getanzt haben.

    Kurt Claßen
    25.07.2015

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