Viel Kultur und ohne Kohle | Die Kuloko vom 02. – 22. August im Rheinland

Kunst & Kultur statt Kohle & Zerstörung

„Kultur ohne Kohle – eine rheinische Landpartie“ ist ein kostenloses, dezentral organisiertes Festival rund um die Dörfer am Tagebau Garzweiler II.

Trotz der Tatsache, dass Energie durch Braunkohle eine längst überholte Technologie ist, die die Klimakrise massiv antreibt, soll sich der Tagebau weiter durch die Landschaft im Rheinland fressen und damit das Zuhause von tausenden Menschen zerstören. Deswegen setzen sich hier seit Jahrzehnten Menschen für eine klimagerechte, braunkohlefreie Zukunft ein. Dazu wollen wir was beitragen!

Daher lädt Kultur ohne Kohle Menschen dazu ein, in diskriminierungsarmen Räumen den Widerstand der Dörfer gegen die Braunkohle und weltweite Klimaungerechtigkeit zu stärken und zu feiern. Kultur ohne Kohle möchte versuchen im Kleinen die Utopie einer lebenswerten, gerechten Gesellschaft zu leben, sich tauschlogikfrei zu organisieren und somit Teilhabe für alle zu gewährleisten.

Wir wollen die von der Umsiedlung bedrohten Dörfer zu Orten voller Leben, Kunst, Kultur und Widerstand Werden lassen. Wir wollen vor Ort gemeinsam mit den Bewohner*innen ihre Heimat mit neuem Leben füllen und solidarisch mit den widerständigen Menschen feiern.

Weiter Infos: kultur-ohne-kohle.de

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Kein Lama. Nur Drama!

*Content warning: In diesem Text werden persönliche Gefühle miteingebaut. Der bildliche Sprachstil könnte selbstverletzendes Verhalten auslösen.
**persönliche Meinung

Computerspiele. Serien.Techno. Drogen. Langeweile. Drama. Ein Ort zum abkacken. Sich gegenseitig abfucken. Ahnt ihr´s schon um was es geht? Fängt mit W an und hört mit AA auf. Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen – kurz WAA. Ein fettes Haus mit fettem Garten in Düren Gürzenich, Kallsgasse 20. Ich liebe sie und hasse sie. Ich hasse sie, weil ich mich manchmal dort sehr einsam und ausgeschlossen fühle. Oft bleiben die ganzen Alltagsdinge (Essen holen, kochen, Geschirr waschen, emotionale Gespräche…) an Wenigen hängen oder sie bleiben ganz auf der Strecke. Am meisten stresst aber der interne Druck, von den Macker*innen der Besetzung und die immer wiederkehrenden Gerüchte über einen Verkauf der WAA.

Auf der anderen Seite liebe ich die WAA, weil sie ein offener Ort ist, an dem ich einfach hingehen kann. Sie ist sehr dynamisch und lebendig, eine Plattform der politischen Vernetzung und der Auseinandersetzung. Und die Alltagsdinge werden auch immer wieder von allen übernommen. Ich liebe sie, weil sie offen für Veränderung ist und keinen Leistungsdruck erzeugt. Es ist gerade der Ort in der Besetzung des Hambacher Forstes, an dem ich mich am wenigsten unwohl fühle. Hier haben wir weder viel Geld noch Macht. Jetzt müssen wir erstmal die Dramen der vergangenen Wochen verarbeiten (Rauswürfe und Co.), uns kennenlernen und anfangen zu organisieren. Dabei stecken wir gut ein. Hier ein Stich und dort einer. Unser Herz blutet.

Kein Lama. Nur Drama.

Menschen nutzen ihre Machtpositionen in der Besetzung, um uns ihre Vorstellungen von dem Ort aufzudrücken. „Ihr wollt Besetzungsgeld? Geht mal arbeiten und selber Gelder aquirieren. Außerdem macht ihr alles kaputt. Nichtmal Bildungsseminare kann mensch bei euch abhalten. Alles viel zu vermüllt. So kriegt ihr keine bürgerlichen Leute…“. So was müssen wir uns dann anhören. Super motivierend. Nochmal danke für nix!

Kein Lama. Nur Drama.

In letzter Zeit war die Resignation groß, wenn es innerhalb der Besetzung um die WAA ging. Kritisiert wurde unter anderem, dass
– sie für viele nicht zugänglich ist
– die Stimmung zu mackrig ist
– es viel Drama gab und dafür Menschen aus dem Wald kommen mussten, um die „Brände“ zu löschen
– Gelder für die WAA angefragt werden und dafür Besetzungsgeld draufgeht

Aus diesen und sicherlich noch anderen Gründen wurde die WAA als Ort nur noch von Einzelnen supportet, aber im Großen und Ganzen abgeschrieben. Sie wurde genutzt und abgenutzt. Ein Teufelskreis entstand, aus dem es schwer ist auszubrechen. Aber es ist möglich, das hat die Vergangenheit gezeigt. Vor gut 3 Jahren stand es weitaus schlimmer um die WAA. Random Plena u.a. in Beechtown entschieden die WAA zu verkaufen. Am Ende gab es eine kleine Gruppe, die den Anstoß für einen Umschwung gab, bei dem sich mehr und mehr anschlossen. So wurde die WAA wieder zu einem Ort der von unterschiedlichen Menschen aus der Besetzung besucht wurde. Die große Vielfalt rettete nicht nur den Ort, sondern stellte definitiv einen großen Gewinn für die gesamte Besetzung dar. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die Räumung des Hambacher Forstes im Herbst 2018. Der Ort wurde von unterschiedlichen Gruppen genutzt u.a. einer Kochgruppe. Nach den ersten Baumhausräumungen und Razzien auf dem Wiesencamp wurde die WAA von vielen als Zwischenstation nach der Zeit im Polizeigewahrsam genutzt. Zeitweise waren 50-100 Menschen vor Ort,das Haus platzte aus allen Nähten und der Garten war ein einziges Zeltlager.

Nach der Räumung nutzten einige den Ort, um auf die traumatischen Erfahrungen klarzukommen. Alle,die das selbst erfahren haben oder sich mit emotionalen Themen beschäftigen, wissen, dass das ein individueller Prozess ist,der bei allen unterschiedlich verläuft. Bei manchen geht das „normale“ Leben relativ schnell wieder weiter. Andere knabbern den Rest ihres Lebens an den Folgen. Nun gibt es leider diese, vom Leistungsgedanken Besessenen, die sagen „wir“ hätten keine Kapazitäten, um uns längerfristig um emotionale Repressionsfolgen zu kümmern. Die, die davon betroffen sind, sollen andere Szeneorte benutzen (welche eigentlich?) und nicht die WAA. Die negativen Folgen sollen möglichst weit von der Besetzung weggeschoben werden und damit unsichtbar für die Aktivisti vor Ort. Übrig bleibt dann nur noch der wahre Aktivismus: Bäume besetzen, auf die Cops warten und sich verhaften lassen. Freundlich in die Kamera lächeln und eine bürgerlich-freundliche Atmosphäre schaffen. Verhandlungen mit Bürgermeistern führen und wichtige Vernetzungsveranstaltungen organisieren. Und verwalten. Finanzen, Homepage und Besetzungsmail werden bürokratisch verwaltet. Für all das gibt es Kapazitäten. Aber nicht für (langfristigen) emotionalen Support?

Kein Lama, das euch in eure Hackfressen spuckt.
Nur unsichtbar gemachte Dramen.
Tränen, die zu oft vereinzelte Tropfen sind, als das sie einen reißenden Strom bilden könnten.
Narben verschließen Wunden oberflächlich, aber darunter schmerzt es weiter.

Die fehlende Aufarbeitung der Räumung beeinflusst wie Konflikte geführt wurden. Wenn der Raum für Emotionales fehlt, ist es nicht verwunderlich, wenn Konflikte eskalativer geführt werden. Unsere Gefühle haben in der Besetzung zu wenig Platz, um sich auszuleben. Emotionale Arbeit wird, wenn sie stattfindet meistens von FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Nonbinär, Trans, Asexuell…) – Personen übernommen. Das ist einfach zu wenig!

Der absolute Gefühlstod ist der Leistungsdruck und die Bürokratie. Was wir als Besetzung dringend brauchen ist: kein Leistungsdruck, keine Bürokratie und mehr Wertschätzung für zeitintensive (nicht effektive) unsichtbare, emotionale Arbeit. Das gilt natürlich auch für die WAA selbst. Wenn sich mehr beteiligen, brennen Einzelne nicht so schnell aus und die (emotionale) Arbeit ist verteilt. Dadurch wären auch mehr motiviert vorbeizukommen, und könnten so wieder mehr Vielfalt reinbringen. Wir brauchen nur die geeignete emotionale Verfassung, dann können wir eine Menge schaffen.

Kein Lama. Nur Drama.

Wenn wir jetzt mal nach vorne schauen, sehen wir potenzielle Hausdurchsuchungen. Wir sehen die Arroganz mancher Besetzungschefs. Wir sehen Hierarchie, Autorität und Unterdrückung. Auf der anderen Seite sehen wir ermutigende Gegenwehr und Menschen, die uns unterstützen. Die uns Woche für Woche zeigen was Solidarität bedeutet. Darauf können wir aufbauen. Sollen doch die Besetzungschefs in den „nur“ 20.000€-Besetzungsgeld ertrinken. Wir sind lieber pleite als davon abhängig.

Wenn wir nach vorne blicken, sehen wir am Horizont die unabhängige Zukunft. Sie scheint weit weg, aber doch ist sie zum Greifen nah! Wenn wir nach vorne blicken, sehen wir einen Ort, an dem sich die Ausgeschlossenen der Gesellschaft aufhalten können. Seien es Psychatrie-Erfahrene, Traumatisierte, Wohnungslose, FLINTA*-Menschen, PoC … Es gibt bereits genügend Szeneorte, die bürgerlich-freundlich gestaltet werden. Da braucht es in der Szene nicht noch mehr davon, erst recht nicht, wenn es auf Kosten der Nicht-Privilegierten geht.

Wenn du verstehst was in diesem Text angesprochen wird, bist du dazu eingeladen, uns in diesem Prozess auf vielfältige, individuelle und kreative Art zu unterstützen. Die WAA braucht dich und du kannst sie mit uns zusammen gestalten. Komm vorbei. Für das Lama!

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Im Besten Fall belanglos

Der folgende Text wurde uns zugesandt und einige Menschen finden ihn empfehlenswert:

Im besten Fall belanglos: Gedanken zu Forschung über Aktivismus

Anlässlich mehrerer Aufrufe von verschiedenen Studis an vor allem Klimagerechtigkeitsaktivist*innen Fragebögen auszufüllen, in denen es um Forschung zu Waldbesetzungen, zivilem Ungehorsam oder Klimaprotesten geht, widmen wir uns in diesem Text einer grundsätzlichen Kritik an solchen Erhebungen und Forschungen.

Wir schreiben diesen Text aus einer wissenschaftskritischen Perspektive. Damit meinen wir, dass wir ganz allgemein am Vorhandensein von „Objektivität“ in der Forschung zweifeln. Wir glauben ja auch nicht, dass Menschen politisch „neutral“ sein können, auch wenn das viele oft von sich behaupten. Wir zweifeln an der vorherrschenden Auffassung, komplexe Sachverhalte ließen sich sinnvoll durch Fragebögen erfassen. Nicht nur die Deutung, sondern auch die Erhebung von Daten ist hochgradig abhängig vom Standpunkt der Forschenden (Geschlecht, Alter, Herkunft, Klasse etc) und auch ein Bewusstsein über diese Tatsache ändert diesen Zustand nicht. Dazu kommt, dass Forschungsergebnisse oft so veröffentlicht werden, dass sie nur für einen kleinen Kreis Eingeweihter zugänglich und verständlich sind. Darüber hinaus haben wir mit Forschung über Bewegung jedoch noch ganz konkrete Bauchschmerzen, um die es hier gehen soll.

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Postkarte an Joe Biden: Lasst Leonard Peltier frei!

Diese Site wurde ins Leben gerufen als Unterstützung in unserem Kampf für die Erhaltung des Hambacher Waldes. Das ist noch lange nicht geschafft. Der globale Kampf für Klimagerechtigkeit geht logischerweise Hand in Hand mit dem Kampf für Gerechtigkeit überhaupt. Schon sehr lange aktiv da Leonard Peltier, der deswegen, auf Grund einer mehr als dürftigen Beweislage, schon seit Jahrzehnten in USAmerikanischen Gefängnissen sitzt. Sein einziges „Verbrechen“ ist sein Kampf für die Rechte der „ersten Amerikaner“. Jetzt sitzt in Washington ein Präsident, der die Menschenrechte als wichtig in seine Fahne geschrieben hat. Schicken wir ihm eine Postkarte und erinnern wir ihn daran. Leonard hat mehr als genug gelitten.

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Forest Anti-Spe Days 2021!

INTERNATIONAL CALLOUT!

JOIN US FOR ANOTHER GATHERING FOR ANIMAL LIBERATION

During the pandemic many people started to think that online-activism is the best way of resisting…

The Hambacher Forest is a long-standing autonomous zone fighting the biggest opencast coalmine in so-called Europe. Meet us here this summer for a weekend of exchanging knowledge on the topic of direct action for animal liberation.

Many animal rights groups have become a hotbed for fascist/patriarchal/transphobic/homophobic/white-suprematist views and behaviors. Others offer a smug vegan capitalism promising to save the world if only we change our consumption habits. At this event we want to appeal to our comrades and not the masses: this is a space for like-minded individuals to share skills and perspectives on anti-speciesist struggles, outside and against bureaucratic campaigns and organizations, uncompromising in our rejection of the state, capitalism and all forms of oppression.

No liberal campaigning or protesting. No pacifist cop-hugging. No saviour complex “rescuing”. It’s time to meet, plan and make trouble!

A list of workshops will be soon announced. They will mostly be practical, along with broader discussions on animal liberation strategy. (You are also warmly invited to propose/provide your own!)

Pack your sleeping bag, get a ride, and join us in July!

forestantispedays[at]riseup.net

https://forestantispedays.noblogs.org

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Kommuniqué der EZLN: Weg nach Europa …

Comisión Sexta der EZLN. Mexiko.
Übersetzung: lisa-colectivo malíntzin
amerika21

10. April 2021.
An die Personen, Gruppen, Kollektive, Organisationen, Bewegungen, Koordinierungskreise und Pueblos originarios1 in Europa, die unseren Besuch erwarten:
An die Sexta Nacional und Internacional:
An die Netzwerke des Widerstands und der Rebellion:
An den Congreso Nacional Indígena:
An die Pueblos der Welt:

Geschwister und Compañer@s,

An diesem 10. April 2021 haben sich im „Saatfeld Comandanta Ramona“ die Companer@s versammelt, die Teil der ersten Gruppe der Delegierten unserer Überfahrt Für das Leben – Kapitel Europa bilden. Es handelt sich hierbei um die Delegation zur See.
(dieser Text ist zuerst hier erschienen)

Mit einer kleinen Zeremonie, gemäß unserer usos y costumbres, unserer Tradition und Kultur2 hat die Delegation das Mandat der zapatistischen Pueblos erhalten, um unser Denken, das heißt unser Herz, weit weg zu tragen.

Unsere Delegierten werden ein großes Herz mitbringen. Nicht nur um diejenigen zu umarmen, die auf dem europäischen Kontinent rebellieren und Widerstand leisten, sondern auch um ihren Geschichten, ihren Geographien, Kalendern und Modi zuzuhören und von ihnen zu lernen. Diese Delegation wird jetzt zwei Wochen in Quarantäne verbleiben, im „Saatfeld“ isoliert, um zu garantieren, dass sie nicht mit Covid-19 angesteckt sind und damit sie sich so auf die [lange] Dauer ihrer Meeres-Überfahrt vorbereiten. Während dieser zwei Wochen werden sie innerhalb der Nachbildung eines Schiffs, das wir dafür im „Saatfeld“ gebaut haben, leben.

Am 26. April 2021 werden sie in Richtung eines Hafens innerhalb der mexikanischen Republik aufbrechen, und dort spätestens am 30. April 2021 ankommen und an Bord des Schiffes gehen,welches wir „La Montaña – Der Berg“ getauft haben. Wahrend zwei oder drei Tagen und Nächten werden sie an Bord des Schiffes verbleiben, und am 3. Mai 2021, dem Día de la Santa Cruz, Chan Santa Cruz, Tag des Maikreuzes, wird die „La Montaña“ mit unseren Compañer@s auslaufen hin zu europäischen Küsten. Die Reise wird vermutlich sechs bis acht Wochen dauern, und sie werden, so wird kalkuliert, in der zweiten Hälfte des Monats Juni 2021 vor den europäischen Küsten sein.

Ab dem 15. April 2021 werden unsere Compañer@s Unterstützungsbasis [der EZLN] von den zwölf zapatistischen Caracoles aus ihre Aktivitäten umsetzen, um die zapatistische Delegation, die auf dem See- oder Luftweg hin zu einer Geographie namens „Europa“ reisen wird, zu verabschieden.

In diesem Teil [der Reise], den wir „Überfahrt für das Leben – Kapitel: Europa“ genannt haben, werden sich die zapatistischen Delegierten mit denjenigen treffen, die uns eingeladen haben – um über unsere jeweiligen Geschichten, Schmerzen, Wut, Erfolge und Misserfolge zu sprechen. Bis jetzt haben wir aus folgenden Geographien Einladungen erhalten und sie angenommen:

Baskenland
Belgien
Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Italien
Katalonien
Kroatien
Luxemburg
Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Russland
Sardinien
Schweden
Schweiz
Serbien
Slowenien
Spanien (Zentralstaat)
Türkei
Ukraine
Ungarn
Zypern

Ab diesem Tag [10. April 2021] wird der Subcomandante Insurgente Galeano eine Serie von Texten publizieren, in denen er Euch von denjenigen sprechen wird, die die zapatistische Delegation zur See bilden – und er wird Euch auch von den Arbeiten, die umgesetzt wurden, von einigen Problemen, mit denen wir konfrontiert waren und vom Et cetera erzählen.

Kurz und gut: Wir sind bereits auf dem Weg Richtung Europa. Das ist im Moment alles.

Aus den Bergen des Südosten Mexikos.

Subcomandante Insurgente Moisés.
Comisión Sexta der EZLN.
Mexiko, April 2021

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Bildquelle ist: Spendenaufruf: Die Zapatistas kommen zu uns!

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Ein Update aus dem Tagebau Garzweiler II (April/Mai 2021)

Anwohnende kritisieren Polizeigewalt gegen Kohle-Gegner*innen
Urteil des Verfassungsgerichts gibt Rückenwind für Kohleausstieg und Erhalt der Dörfer

30. April 2021

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ übt scharfe Kritik an dem gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen die fünf Kohle-Gegner*innen, die sich am Mittwoch an ein Förderband im Tagebau Garzweiler II gekettet hatten. Das Bündnis begrüßt zudem das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das Teile des Klimaschutzgesetzes von 2019 für grundrechtswidrig erklärt hat, und sieht seine Forderung nach einem schnellen Kohleausstieg dadurch bestätigt.

Bei der Räumung der Aktion zivilen Ungehorsams wurden die Teilnehmenden  von Polizisten geschlagen und gegen den Kopf getreten. Eine der betroffenen Personen musste darum wegen einer Schädelverletzung im Krankenhaus stationär behandelt werden. Die Ermittlungskommission Hambach hat strafrechtliche Ermittlungen gegen einen der diensthabenden Beamten aufgenommen. Die fünf Kohle-Gegner*innen befinden sich momentan auf den Polizeiwachen in Aachen und Mönchengladbach. Sie sollen bis zum 5. Mai zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam gehalten werden. Die ganze Aktionsgruppe befindet sich im Hungerstreik.

Britta Kox aus dem bedrohten Dorf Berverath kündigte an, dass sie Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Beamten einlegen wird, die an diesem Tag im Einsatz waren. „Wir fordern die Freilassung der mutigen Menschen, die sich mit ihren Körpern dem Kohleabbau entgegenstellen“, sagt Kox. „Unsere Gesellschaft sollte auf sie hören, anstatt sie ins Gefängnis zu sperren. Das Bundesverfassungsgericht hat gestern bestätigt, dass unzulänglicher Klimaschutz die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen verletzt. Das sehen wir als Rückenwind für unseren Kampf für Kohleausstieg und den Erhalt der Dörfer.“

„Wir begrüßen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, die die Rechte von kommenden Generationen schützt“, sagt David Dresen aus dem bedrohten Dorf Kuckum. „Doch die Klimakrise ist für viele Menschen bereits Gegenwart. Überflutungen, Dürren, Trinkwasserknappheit bedrohen Menschenrechte und Existenzen auch von heutigen Generationen. Darum kämpfen wir dafür, dass alle Dörfer bleiben – weltweit.“

Video vom Polizei-Einsatz:
https://sync.luckycloud.de/d/6e1f35c2fd514dbc89c1

Kontakt
Britta Kox: 01523 4330377
www.alle-doerfer-bleiben.de
www.twitter.com/AlleDoerfer

https://twitter.com/zucker_im

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Kommentar zum gestrigen Urteil des Verwaltungsgerichts Aachen

Am vergangenen Freitag, den 16. April, kam das Verwaltungsgericht Aachen zu der Entscheidung, dass eine Räumungsverfügung des Kreises Düren gegen das Wiesencamp rechtmäßig sei. Was für eine Überraschung.

In vielen Onlinezeitungen wird jetzt darüber berichtet, dass das Wiesencamp geräumt werden muss. Müssen tut hier erstmal niemand irgendetwas. Richter*innen, Bullen & Secus gehen jeden Tag völlig freiwillig zur Arbeit und konstruieren diese ganzen Sachzwänge, mit der sie diese Scheiße rechtfertigen. Dabei behaupten sie oft genug das auch noch gerne zu tun. Wenn dann in der Springerpresse der Artikel auch noch mit den Überresten eines abgebrannten Baumhauses bebildert wird, ist die Dramatisierung perfekt.
Fakt ist: Das Urteil ist nicht rechtskräftig und zunächst wird hier nichts geräumt.

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SOLIDARITÄT MIT LOCKE! GKM ABSCHAFFEN!

++ 12.04.2021 Amtsgericht Mannheim: 10 Uhr Kundgebung & 18 Uhr Demo ++

Letzten Sommer besetzten fünf Aktivist*innen unter dem Namen „GKM_abschaffen“ das
Großkraftwerk Mannheim (GKM). Daraufhin wurden sie von einem Sondereinsatzkommando
der Polizei Baden-Württemberg brutal geräumt und für fast zwei Tage zum Zwecke der
Identitätsfeststellung in den Polizeirevieren Mannheim und Heidelberg festgehalten und
körperlich sowie psychisch drangsaliert. Bei einem Aktivisten konnte die Identität festgestellt
werden. Nun sieht sich Locke mit den weithergeholten Vorwürfen der versuchten gefährlichen
Körperverletzung, welche auf dem Fund einer Nadel im Hosenbund basiert, dem Verstoß
gegen das Vermummungsverbot während einer Pandemie und Hausfriedensbruch
konfrontiert, weshalb er am 12.04.21 um 10.30 Uhr vor dem Amtsgericht Mannheim angeklagt
wird. Dies zeigt wieder einmal, welch abstruses Ausmaß die Kriminalisierungsversuche gegen
Klimaaktivist*innen annehmen und dass der Staat auf der Seite derer steht, die die Macht und
das Geld haben.
Zeigt euch mit Locke solidarisch und kommt am 12.04.2021 um 10 Uhr zur Kundgebung am
Amtsgericht Mannheim!

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