GEGEN DIE ERKLÄRUNG ZUM NATURSCHUTZGEBIET / AGAINST THE NATURE RESERVE AND ITS WORLD [DEU/ENG]

GEGEN DIE ERKLÄRUNG ZUM NATURSCHUTZGEBIET
UND DIE WELT AUS DER SIE KOMMT

Kürzlich versammelten sich einige Bürokrat*innen, um zu versuchen über die Zukunft des Hambi zu entscheiden. Und sie reden davon, hier ein Naturschutzgebiet einzurichten! Offensichtlich haben diese Leute zu viel Zeit in ihren stickigen Büros verbracht und reden jetzt autoritär über Dinge, von denen sie nichts wissen. Habt ihr denn nicht gehört? Der Hambi ist SCHON LÄNGST ein Naturschutzgebiet! Im Jahr 2012 wurde er besetzt, um zu verhindern, dass er durch Europas größte Giftgrube zerstört wird. Die letzten 14 Jahren schützten wir diesen Ort: vor RWE, vor der Forstwirtschaft, vor Jägern – was immer kam. Aber wir sprechen nicht die Sprache des Staates und das wollen wir auch gar nicht. Deshalb tun die Bürokrat*innen gerne so, als wären wir überhaupt nicht da.

Hast du sie sagen hören, sie wollten den Hambi frei von menschlichen Eingriffen? Das ist der Klang von Lügen, die sie dir in dein Gesicht sagen. Macht euch nichts vor: Es geht nicht um die Wahl ob Menschen hier Einfluss haben oder nicht. Es geht nur darum WELCHE Menschen den Einfluss haben. Da könnt ihr entweder die Menschen haben, die hier Jahr und Tag leben, die diesen Ort lieben und respektieren und die weiterhin mit allem, was sie haben, dafür kämpfen ihn zu verteidigen. Oder ihr könnt da eine Gruppe von Bürokrat*innen und Beamt*innen haben, die wenig oder gar nichts über diesen Wald wissen, sondern nur ihre abstrakte Welt aus Statistiken und Lehrbüchern kennen.

Wir werden dem Staat niemals mit der Umsetzung dieses „Naturschutzgebiets“ vertrauen. Werden sie gesunde Bäume fällen, nur weil sie diese als nicht heimisch in dieser Region einstufen? Werden sie Rehe und Wildschweine ausrotten, die hier leben? Werden sie die Schotterwege entfernen, die RWE hier einplanierte und die der Wald bereits zurückerobert? Werden sie für ihren Radweg asphaltierte Straßen und Schneisen durch den Wald bauen? Die Besetzung aufzugeben hieße, uns machtlos zu machen in all diesen und weiteren Fragen.

Wenn der Staat hier den Begriff „Naturschutzgebiet“ verwendet, ist das in Wahrheit nur ein Codewort für zwei Dinge. Zum Einen die Fortführung der Ausbeutung dieses ohnehin schon verwüsteten Waldes. Ausgerechnet als Mittelpunkt eines Ecotourism-Resorts unter der Leitung der Neuland Hambach (die nichts als eine Marionette von RWE ist). Zum Anderen der Versuch, Legitimität für eine weitere Räumung der Waldschützer*innen zu konstruieren. Schließlich haben die Bürokraten GROSSE PLÄNE für diese Region. Rechenzentren, ein Solarpark und ein Yachthafen, ganz zu schweigen von einer Oase mit Seeblick für neokoloniale Tech-Firmen in Morschenich-Alt.

Die aktuellen Verlautbarungen sind eine reine Absichtserklärung (die wieder jede Gelegenheit nutzt die Vorherrschaft von RWE zu sichern), hier bis 2035 ein Naturschutzgebiet einzurichten. Aber welchen Wert hat eine solche Vereinbarung, die von der Institution stammt, die selbst die Gesetze erlässt? Dass Politiker*innen jetzt über die Wiedereinführung der Kernenergie diskutieren, beantwortet diese Frage. Ein Regierungswechsel, ein weiterer militärischer Konflikt oder eine Energiekrise würden schon reichen, damit der vermeintlich sichere Kohleausstieg erneut verschoben oder gänzlich aufgegeben wird. Über riesigen Vorkommen von fossilem Brennstoff gewachsen, wird der Hambi niemals sicher sein solange der Kapitalismus herrscht.

Wir kämpfen hier nicht nur gegen eine Kohlemine. Und auch nicht nur gegen die Yuppifizierung der Region unter dem Vorwand von Ökologie. Wir stehen gegen die autoritäre Weltordnung im Allgemeinen, das heißt auch gegen die Denkweise, ein Wald könne überhaupt „besessen“ werden. Lasst euch nicht täuschen, der Hambi gehöre RWE. Alles, was sie haben, ist ein Stück Papier, auf dem ihr Name mit etwas verbunden ist, über das sie schon lange die Kontrolle verloren haben. Der Wald gehört allen und niemandem. Vergesst das, was sie „öffentliches Eigentum“ nennen – der Hambi steht bereits allen offen, die ihn und seine Bewohner*innen respektieren.

Staat und RWE würden tatsächlich soweit gehen, den Rhein zu entwässern für ihre unsinnigen Pläne für das rheinische Braunkohlerevier. Viel Glück mit eurem giftigen See! Vorher müsstet ihr uns erst einmal loswerden! Und ihr wisst aus Erfahrung, dass wir nicht ohne Kampf zu Boden gehen.

IMMER NOCH WILD, IMMER NOCH FREI!!!
einige Wald-verteidiger*innen


AGAINST THE NATURE RESERVE AND ITS WORLD

Recently a bunch of bureaucrats got together to try and decide the future of the Hambi. And they talk of establishing a nature reserve here! Clearly these people have been spending too much time in their stuffy offices, talking authoritatively of things they don’t know about. Didn’t you hear? The Hambi is ALREADY a nature reserve. In 2012 it was occupied to stop it getting destroyed by Europe’s largest toxic pit. For the last 14 years, we have been protecting the place: from RWE, forestry, hunters, you name it. But we don’t speak the language of the state and we don’t want to. So the bureaucrats like to pretend we’re not even here.

Did you hear them say they want the Hambi free of human interference? That’s the sound of them lying to you. Make no mistake, it isn’t a choice between whether or not humans will be involved here. It is a question of WHICH humans will be involved. Either you can have the humans who have been living here through the seasons, who love and respect it, and continue to fight with everything they have to defend the place. Or else you can have a bunch of officials who know little or nothing of this forest, only of their abstract world of statistics and textbooks.

We will never trust the state to implement their “nature reserve”. Will they cut down healthy trees, on the basis that they are classified as non-native to the region? Will they exterminate the deer and the wild boar who roam here? Will they remove the gravel paths which RWE dumped here, and the forest has since reclaimed? Will they build tarmac roads through the forest for their cycle route? To give up the occupation is to make ourselves powerless on all of these issues and more.

What the state calls a “nature reserve” is a codeword for two things. Firstly, further exploitation of this already ravaged forest by making it the centrepoint of an eco-tourist resort, under the direction of Neuland Hambach (which is anyway a puppet of RWE). Secondly, trying to establish legitimacy for yet another eviction of the forest-defenders. After all, the bureacrats have BIG PLANS for this region. Data centers, a solar park, and a yacht harbour, not to mention a lakeside haven for neocolonial tech firms in Morschenich-Alt.

The recent news amounts to a statement of intent (which takes every opportunity to affirm the supremacy of RWE) to establish a nature reserve here by 2035. But what worth is such an agreement, when issued by the institution which makes the laws? The fact politicians are discussing reinstating nuclear power at the moment answers that question. All it would take is a change in government, or another military conflict or energy crisis, for the supposed coal-exit to be extended again or else completely renounced. Sitting on top of massive reserves of fossil fuels, the Hambi will never be safe for as long as capitalism continues.

We are not only fighting against a coal mine. Nor against the yuppification of the region in the name of ecology. We take issue with the authoritarian world-order generally, including the mentality that a forest can be “owned” in the first place. Don’t be fooled into thinking the Hambi belongs to RWE. All they have to their name is a scrap of paper with their name linked to something they lost control of long ago. The forest belongs to everyone and no one. Forget about what they call “public ownership”, the Hambi is already open to all who respect it and its inhabitants.

The state and RWE will go so far as draining the Rhine to realise their nonsense plans for the region. Good luck with your toxic lake! You will have to get rid of us first. And you know from past experience that we won’t go down without a fight.

STILL WILD, STILL FREE!!!

some forest defenders

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weitere Gedanken zum Naturschutzgebiet – further notes on the planned nature reserve

english below

Der Wald ist nicht gerettet. Der Hambi war 2018 nicht gerettet, er war zu keinem Zeitpunkt seitdem gerettet und er ist heute nicht gerettet. Auch die neuste Entscheidung, den Wald langfristig in Naturschutzgebiet umzuwandeln, für die sich jetzt alle Beteiligten munter auf die Schulter klopfen, bedeutet nicht, dass der Wald gerettet ist. Höchstwahrscheinlich bedeutet dieser Plan das genaue Gegenteil und ist nur der neuste Streich in der sehr, sehr langen Geschichte an Manipulationen und Tricksereien von Seiten RWEs.

Nachdem RWE und Exective 2018 einsehen musste, dass der Widerstand im Hambi zu groß war, um mit den gängigen Mitteln Räumung und Repression bekämpft zu werden, gaben sie nicht auf, sondern änderten lediglich ihre Taktik.
Seitdem baggerten sie weiter um den Wald herum und zerstörten somit die überlebenswichtige Grundwasserversorgung der Bäume. Als Folge dessen und des durch die Kohlegrube veränderten Mikroklimas stirbt der Wald seit 2018 langsam aber sicher ab. Doch nicht nur der Wald, auch die Besetzung des Waldes, wurde seitdem mit stilleren, aber nicht weniger drastischen Mitteln weiter bekämpft.

Immer wieder gab es Übergriffe, Strukturen sind abgebrannt, Abkommen zwischen RWE und staatlichen Stellen wurden geschlossen und Willen bekundet, dass wir aus dem Wald vertrieben werden sollen. Geklappt hat das bisher nicht. Aber es zeigt, dass das Leben hier nicht einfach ist. Wir befinden uns immer noch in einem umkämpften Gebiet, welches wir besetzt halten. Weil es notwendig ist – nicht weil das Leben hier bequem oder einfach wäre.

Ein Teil von RWEs neuer Strategie ist, der Öffentlichkeit zu verkaufen, der Wald sei gerettet. Nur so kann die Solidarität und das Interesse am Schicksal des Waldes an der Quelle versiegen und der immer noch stattfindende Widerstand gleichzeitig als realitätsfern verkauft werden.

Aber das was faktisch passiert, hat mehr Gewicht, als Worte, PR-Gerede und irgendwelche Abkommen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Und was passiert faktisch? Der Wald stirbt. Besser gesagt: er wird getötet. Und zwar von RWE, die mit ihrer Grube jeden Tag die Gesundheit des Waldes im wahrsten Sinne des Wortes untergraben. Die Bäume leiden an Wassermangel, weil für die Grube täglich das Grundwasser abgepumpt wird. Die meisten alten Bäume sind todkrank. Wer das nicht anerkennt und das Problem mit der Wasserversogung des Waldes nicht angeht (was nicht mit dem Weiterbetrieb der Kohlegrube, aber auch der nahen Kiesgruben, vereinbar wäre), kann kein aufrichtiges Interesse am langfristigen Wohlergehen des Waldes haben. Deshalb sind RWEs Pläne der Wildnisentwicklung ein Hohn. Mit Kohlegrube kein gesunder Wald. Ohne Wald keine Wildnisentwicklung.

Nachdem die Rodung des Sündenwäldchens (und die damit verbundene Vertreibung der letzten Bewohner*innen aus Manheim) in aller Deutlichkeit gezeigt hat, dass RWE hier immer noch den Wald tötet und somit die Erzählung um den vermeintlich gerettetet Wald und RWEs Greenwashing ad absurdum geführt hat, muss RWE jetzt schnell dagegensteuern.

Die Entscheidung um das „Wildnisentwicklungsgebiet“ kommt also zum genau richtigen Zeitpunkt für RWEs Propaganda-Maschine. Sie dient für RWE gleich mehreren Zwecken.
Sie sagen der Öffentlichkeit damit: macht die Augen zu, seid beruhigt, vertraut den Verantwortlichen. Implizit bitten sie damit um das Recht, unbehelligt von Widerstand, Protest und Beschwerden, ihr dreckiges Geschäft weitermachen zu dürfen. Weniger implizit befehlen sie uns, der Besetzung, damit: Verlasst den Wald, denn der Kampf ist vorbei. Denjenigen, die mit der Besetzung solidarisch sein könnten, sagen sie: wer jetzt noch im Wald bleibt, hat dafür weder Grund noch Berechtigung.

Sie haben gelernt, dass eine Räumung entgegen der öffentlichen Meinung, wie sie 2018 stattfand, zu einer PR-Katastrophe und nicht zu Erfolg führen wird. Deshalb wollen sie uns nun zuerst kommunikativ in die Ecke drängen, uns als Gefahr für die Natur framen und somit jegliche Solidarität aus der Gesellschaft ausmerzen. Als nächstes folgt dann die Räumung, aber in einem von RWE sorgfältig vorbereiteten Klima, in dem selbst gemäßigtere Umweltschützer*innen auf Seiten RWEs und der Räumung stehen sollen, anstatt auf Seiten des Waldes und der Besetzung. Das ist weder überraschend noch schockierend. Schockierend ist nur, mit welcher Leichtigkeit und Freude besagte „Umweltschützer*innen“ bei diesem Plan mitmachen, ohne zu merken, dass sie von RWE instrumentalisiert und hinters Licht geführt werden.

Wir können nur spekulieren, was die Gründe der besagten NGOs und ihrer Vertreter*innen sind. Womöglich wollen sie sich anderen Themen zuwenden, die gerade mehr Spendengelder und Aufmerksamkeit versprechen und daher kommt die Gelegenheit günstig, den Hambi als abgehakt (und darüber hinaus als Erfolg, den sie auf ihre Flagge schreiben können) zu verkaufen. Jedenfalls stellen wir schockiert fest, wie bereitwillig hier die Umwelt-NGOs die Augen vor Fakten verschließen und die Lügen der ehemaligen Gegner, derer, die mit ihrer Kohlemine erst die riesige Schäden an Klima, dem Wald, der sauberer Luft und dem Grundwasser angerichtet haben und weiterhin aktiv anrichten, dankbar fressen. (Vgl. z.B. die Posts des BUND auf Facebook zum Thema).

Wir haben von der Geschichte gelernt, dass man RWE nicht glauben kann. Deshalb sind wir skeptisch, was die Glaubwürdigkeit ihrer neusten Versprechungen angeht. Wer sagt, dass sie in einem Jahrzehnt tatsächlich tun werden, was sie jetzt versprechen? Falls sie das nicht tun werden, dann ist die aktuelle Entwicklung die perfekte Vorbereitung dafür. Möglicherweise deklarieren sie den Wald dann als unreparierbar kaputt und geben der Besetzung die Schuld. Sie könnten sagen: „hier gibt es jetzt leider nichts mehr zu schützen, wir können den Wald daher guten Gewissens doch noch abbaggern. Wir wollten ja ein Naturschutzgebiet einrichten, aber die Besetzung hat das leider verhindert.“ Ihre eigene Schuld am Sterben des Waldes werden sie natürlich ausblenden.

Wer das für übertriebene Schwarzmalerei hält, sollte sich klar machen, dass die Geschichte RWEs und des Kohleabbaus eine Geschichte der gebrochenen Versprechungen ist.

Fakt ist, dass die Besetzung durch die neuste Entwicklung in eine Zwickmühle gebracht wird, aus der es nur einen Ausweg gibt: wir selbst, aber auch alle potenziellen Verbündeten, also andere Umweltschützer*innen weigern sich, die Täter-Opfer-Umkehr-Spielchen von RWE mitzumachen und stehen stattdessen weiterhin geschlossen hinter der Besetzung. Waldschutz heißt Besetzungsschutz. Waldschutz kann niemals bedeuten, Kompromisse mit RWE und dem inhärenten Profitzwang der dahinter steht zu schließen. RWE ist und bleibt ein Killerkonzern, den nichts interessiert, als Profite und der dafür ohne mit der Wimper zu zucken, das Leben auf dem Planeten gefährdet.

Solange es nicht 100% feststeht, dass der Wald nicht nur vor weiterem Raubbau geschützt ist (was er nicht ist und niemals sein kann, solange RWE weiterbaggern darf) und darüber hinaus wirksame Programme zu seiner Rettung vor Austrocknung umgesetzt werden (was ebenfalls nicht möglich ist, solange RWE weiterbaggert), gibt es keine bessere Sicherheit, keinen wirksameren Schutz des Waldes als die Besetzung vor Ort. Wir kriegen mit, was RWE dem Wald antut, wir versuchen den Schaden zu begrenzen und pflegen den Wald, wir lenken Aufmerksamkeit auf die dreckigen Geschäfte, die RWE lieber unter den Teppich kehren würde und wir treten ein, wenn RWE mal wieder eine Grenze übertritt (wie beim Sündenwäldchen). Wir sind und bleiben ein Dorn im Auge RWEs, sonst würden sie uns nicht so vehement loswerden wollen. Der Wald und seine Gesundheit hingegen interessiert RWE absolut nicht. Sonst hätten sie nicht bereits 90% dieses einmaligen undomestizierten Habitats unwiederbringlich zerstört und nicht immer wieder versucht, die verbliebenen 10% auch noch zu zerstören.
RWE will nur eins: in Ruhe weiterbaggern und genau dafür soll die Besetzung weg.

Fassen wir zusammen: RWE will den Wald zerstören und braucht deshalb (momentan) das Märchen, dass der Wald gerettet wäre. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird diese Lügengeschichte eines Tages nahtlos von der nächsten abgelöst werden, die besagt, dass der Wald sowieso irreparabel kaputt und daher auch nicht mehr wertvoll und schützenswerte wäre.
NGOs wollen Kompromisse mit RWE schließen und brauchen dafür auch eine Geschichte. Diese Geschichte besagt, dass es für die Natur und für den Wald besser wäre, wenn die Besetzung endlich gehen würden. Auf den ersten Blick klingt vielleicht das logisch. Auf den zweiten ist es mehr als perfide. Gucken wir uns dieses Argument mal genauer an.

Warum gilt es denn als selbstverständlich, dass menschliche Bewohnung und gesunde Wildnis unvereinbar sind? Die Basis dieses Glaubens ist die Annahme, dass der Mensch der Natur immer und zwangsläufig schaden würde. Ein gesundes Ko-existieren zwischen Mensch und Umwelt wird von Vorneherein ausgeschlossen, geschweige denn die Möglichkeit, dass der Mensch der Natur sogar helfen könnte, sich zu regenerieren und zu entwickeln. Das offenbart einen falschen Widerspruch zwischen Mensch und Natur, der die Basis der industriellen Zivilisation ausmacht. Wildnis gilt als die Abwesenheit von Menschen.
Wir wollen aus diesem Widerspruch ausbrechen. Wir sagen: Wildnis ist nicht die Abwesenheit von Menschen, sondern kann Menschen umfassen, wenn diese Menschen wieder lernen, sich als ein Teil von ihr zu begreifen und so zu handeln.
Wir müssen den falschen Gegensatz zwischen Mensch und Natur aufheben und stattdessen Wege finden, wie Menschen so leben können, dass sie eine tiefe Verbindung mit der Natur spüren und ihr Handeln und Leben der Natur nicht schadet. Das ist der einzige Weg in die Zukunft. Nicht die grünkapitalistische Ideologie, die uns Staat und Konzerne als Klimaschutz verkaufen wollen. Sondern eine tiefgreifende Wiederannäherung zwischen Mensch und Natur. Wir sagen nicht, dass dies im Hambi immer einwandfrei funktioniert. Aber immerhin kann ein solches Leben hier ausprobiert und angestrebt werden. Wo sonst soll der Mensch lernen, im Einklang mit der Natur zu leben als in der Natur?

Doch das System will, dass wir glauben, der Mensch selbst und seine angeblich angeborene Unfähigkeit, mit anstatt gegen die Natur zu leben, sei das Problem. Denn das ist eine perfekte Ablenkung von dem wirklichen Problem: das naturvernichtende und weltenfressende Wirtschaftssystem und seine Maschinen. Diese perfide Verschiebung von Verantwortung findet ihren Höhepunkt, wenn die Waldbesetzung als Problem deklariert wird, während RWE weiterbaggern darf und deren Funktionär, die in Betonvillen leben und durch die Welt jetten, jetzt als Umweltschützer gefeiert werden, weil sie Menschen im Namen der „Wildnis“ aus einem Wald vertreiben.

Diejenigen, die Kompromisse mit RWE machen, unterschreiben genau das: Dass RWE weiterbaggern darf, während wir, die den Wald geschützt haben, die ihn lieben und kennen, ihn pflegen und bewahren wollen, aus ihm vertrieben werden sollen. Es ist schwierig, die Absurdität eines framings in Worte zu fassen, welches RWE das Recht einräumt, die größte Kohlegrube Europas Tag um Tag weiter zu betreiben und gleichzeitig aber ein paar Menschen in den Bäumen als Gefahr für die Natur darstellt. Jedes Kind würde erkennen, wer hier die Gefahr für die Natur ist.

Selbst wenn RWE tatsächlich das Beste für den Wald wollen würde (und wie oben dargelegt haben wir guten Grund, das nicht zu glauben), wäre es falsch, daraus zu schließen, dass die Besetzung den Wald verlassen muss.

Das Märchen von den guten und schlechten Aktivisti

Was wir in den letzten Tagen immer wieder hören und lesen mussten, ist die Erzählungen von den „guten“ und „schlechten“ Waldbesetzer*innen. Die früheren Waldbesetzer*innen, so wird jetzt verkündet, die seien ja noch okay gewesen. Die wollten noch den Wald schützen und waren sich einig, ihn zu verlassen, sobald der aktive Kampf vorbei sei. Aber die heutigen Aktivisti, die seien eine Plage. Den gehe es ja gar nicht mehr um Klimaschutz oder den Wald, sondern lediglich um das „Ausprobieren alternativer Lebensentwürfe“.

Hier werden also die vermeintlich guten, früheren Aktivist*innen, mit dem vermeintlich bösen aktuellen Aktivist*innen ebenso gegenübergestellt und gegeneinander ausgespielt, wie Waldschutz und das Ausprobieren alternativer Lebensentwürfe als zwei völlig verschiedene Dinge dargestellt werden.

Als ob es im Hamacher Wald nicht schon immer um beides gegangen wäre.

Als ob es nicht immer um beides gehen müsste, wenn man sich gegen die Zerstörung der Welt engagiert.

Wir können die globale Umweltkrise nicht mit oberflächlicher Symptombekämpfung in den Griff kriegen. Die einzige Lösung – und das bestätigen alle von den indigenen Weisen bis zur Klimawissenschaft – ist ein radikales Umschwenken unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Und dazu gehören natürlich auch unsere persönlichen Lebensweisen. Ohne das Ausprobieren alternativer Lebensentwürfe, kein systemischer Wandel und ohne diesen keine Lösung der Klimakrise.

Wie oben bereits gesagt: wir müssen neue Wege zurück zum Leben mit der Natur, statt gegen sie finden. Die Besetzung im Hambi war von Anfang an und ist immer noch mehr als Widerstand gegen RWE. Sie ist ein lebendiges Labor für Leben, welches weder Herrschaft über die Natur noch über andere Menschen duldet.

Klimaschutz und alternative Lebenswege sind keine gegensätzlichen Anliegen, sondern gehören untrennbar zusammen.

Widerstand ja, aber bitte nicht zu radikal

Das Beschimpfen der „bösen“ Aktivisti, die die Frechheit besäßen im Wald zu bleiben und nach alternativen Lebenswegen zu suchen, ist symptomatisch für ein System, das vor allem eins will: dass die ganzen Krisen und Probleme, die es auslöst, immer schön isoliert betrachtet und angegangen werden. Politisches Engagement ist akzeptabel, solange bloß nicht das System grundlegend in Frage gestellt wird. Den Wald retten wollen? Schön und gut. Sagen, dass RWE und Kapitalismus grundsätzlich problematisch sind? Fragwürdig. Das eigene Leben und Wirken einem System entziehen wollen, welches nur Zerstörung und Tod produziert und sich stattdessen wieder mit der Natur zu verbinden? Das ist Tabu.

Vielleicht ist an dieser Stelle ein zentrales Misverständis die Unterscheidung zwischen zivilem Ungehorsam und Widerstand. Ziviler Ungehorsam will geltendes Recht verteidigen und überschreitet dafür gesetzliche Grenzen. Aber nicht um etwas fundamental Neues aufzubauen, sondern um dem Staat aufzuzeigen, wo er seine eigenen Regeln überschreitet. Dahinter steckt ein tiefer Glaube an und eine fromme Treue gegenüber den Gesetzen jenes Staates. Wir dagegen wollen nicht geltendes Recht verteidigen, sondern hinterfragen. Dieses System, welches Umweltzerstörung legalisiert und Widerstand dagegen kriminalisiert, hat uns nichts zu bieten. Natürlich wollen wir andere Systeme finden und wir stehen in kompromisslosen Widerstand gegen das herrschende System.

Aber während ZU noch als einigermaßen tolerabel gilt, wird echte Systemkritik von allen Seiten sanktioniert. Aber ohne Systemkritik werden wir die Krisen dieses Systems nicht lösen.

Wer jetzt behauptet, das beste für den Wald zu wollen und sagt die Besetzung muss weg und der Widerstand darf nicht zu radikal sein, blendet völlig aus, dass der Wald nicht gerettet wurde, weil die Besetzung gemäßigt war und Kompromisse geschlossen hat. Wenn das der Fall gewesen wäre, wäre der Wald bereits weg. Der Wald steht nur, weil wir radikal und kompromisslos gewesen sind. Wer der früheren Besetzung im Nachhinein ihre Radikalität abspricht, um der aktuellen Besetzung ihre Radikalität austreiben, hat keine Ahnung von der Geschichte dieses Ortes.

Widerstand und Leben mit der Wildnis gehören zusammen

Was heute im Hambi passiert, ist eingebettet in eine lange kontinuierliche Geschichte. Die Lügen, mit denen wir heute zu tun haben, sind so alt wie die Zivilisation selbst. Seit Jahrtausenden wird Naturzerstörung als normaler Lauf der Dinge angesehen und Naturverbundenheit als Gefahr deklariert.

Gleichzeitig wissen Menschen, die die Natur verteidigen, schon immer, dass der Kampf für die Wildnis mit der Rückkehr in die Wildnis zusammenhängt. Das ist einerseits logisch, weil wer die Natur ausreichend liebt, um für sie zu kämpfen, auch mit ihr leben will. Wir wollen die Trennung zwischen Mensch und Natur überbrücken. Warum sollten wir sie weiter aufmachen, indem wir sagen „okay wir haben das Land verteidigt, dann gehen wir halt jetzt zurück in unsere entfremdete Stadtleben und tun weiterhin so als hätten Mensch und Natur nichts miteinander zu tun“?

Außerdem ist es strategisch sinnvoll. Denn nur wenn wir unseren Widerstand gegen das System mit dem Aufbau eines Lebens außerhalb des Systems verbinden, können wir dieses System langfristig hinter uns lassen. Daraus ergibt sich die Gefahr für das System und deshalb bekämpft es diejenigen mit besonderer Schärfe, die es wagen, nicht nur politischen Einzelziele zu verfolgen, sondern wirkliche Wegen abseits des Systems zu finden.

RWE baggert und tötet den Wald und langfristig alle seine Bewohner*innen. Wir dagegen kennen die Eichhörnchen bei Namen und leben in Frieden mit den Wildschweinen. RWE zerstört seit Jahrzehnten das globale Klima und hat nicht vor, damit bald aufzuhören. Wir kämpfen für globale Klimagerechtigkeit und der Hambi ist nur ein Schauplatz unseres Kampfes. RWE kennt nur die Sprache der Vertreibung, haben unzähligen Tieren und Menschen bereits den Lebensraum genommen und wollen ihn nun auch uns weiterhin nehmen. Vor uns dagegen rennen die Rehe nicht weg, weil sie wissen, dass wir sie nie vertreiben werden.

Es gibt hier nur eine Bedrohung für den Wald und die Wildnis. Und das ist nicht die Besetzung. Die Bedrohung heißt immer noch RWE.


The forest isn’t saved. Hambi wasn’t saved in 2018; it hasn’t been saved at any point since then, and it isn’t saved today. Even the latest decision to convert the forest into a nature reserve in the long term—a decision for which all parties involved are now cheerfully patting themselves on the back—doesn’t mean the forest is saved. Most likely, this plan means exactly the opposite and is just the latest stunt in the very, very long history of manipulation and trickery on the part of RWE.

After RWE and the executive realized in 2018 that the resistance in Hambi was too strong to be overcome by the usual means of eviction and repression, they did not give up but simply changed their tactics.
Since then, they have continued to excavate around the forest, thereby destroying the trees’ vital groundwater supply. As a result of this—and of the microclimate altered by the coal mine—the forest has been slowly but surely dying since 2018. But it is not only the forest itself; the occupation of the forest has also continued to be combated since then by quieter, though no less drastic, means.

There have been repeated attacks; structures have been burned down; agreements have been signed between RWE and government agencies; and intentions have been expressed to drive us out of the forest. So far, that hasn’t worked. But it shows that life here isn’t easy. We are still in a contested area that we continue to hold. Because it’s necessary—not because life here is comfortable or easy.

Part of RWE’s new strategy is to convince the public that the forest has been saved. Only in this way can solidarity and interest in the forest’s fate be nipped in the bud, while at the same time portraying the resistance that is still taking place as out of touch with reality.

But what is actually happening carries more weight than words, PR rhetoric, and any agreements that aren’t worth the paper they’re written on. And what is actually happening? The forest is dying. Or rather: it is being killed. Specifically by RWE, whose mine is literally undermining the health of the forest every day. The trees are suffering from a lack of water because groundwater is pumped out daily for the mine. Most of the old trees are terminally ill. Anyone who fails to acknowledge this and does not address the problem with the forest’s water supply (which would be incompatible not only with the continued operation of the coal mine but also with the nearby gravel pits) cannot have a sincere interest in the long-term well-being of the forest.

That is why RWE’s plans for wilderness development are a mockery. You can’t have a healthy forest with a coal mine. Without a forest, there can be no wilderness development.

Now that the clearing of the Sündenwäldchen (and the resulting displacement of the last residents of Manheim) has made it abundantly clear that RWE is still destroying the forest here—thereby reducing the narrative of the supposedly saved forest and RWE’s greenwashing to absurdity—RWE must now take swift countermeasures.

The decision regarding the “wilderness development area” thus comes at exactly the right time for RWE’s propaganda machine. It serves several purposes for RWE at once.
They’re telling the public: turn a blind eye, stay calm, trust those in charge. Implicitly, they’re asking for the right to continue their dirty business unhindered by resistance, protests, and complaints. Less implicitly, they’re ordering us—the occupation—to leave the forest, „because the fight is over“.

To those who might show solidarity with the occupation, they say: Anyone who remains in the forest now has neither a reason nor a justification for doing so.

They have learned that an eviction with the public opinion on the side of the occupation like the one that took place in 2018 will lead to a PR disaster rather than success. That is why they now want to first corner us through their messaging, frame us as a threat to nature, and thus eradicate any solidarity from society.

Next comes the eviction, but in an atmosphere carefully orchestrated by RWE, in which even moderate environmentalists are expected to side with RWE and the eviction rather than with the forest and the occupation. This is neither surprising nor shocking. What is shocking, however, is the ease and enthusiasm with which these so-called “environmentalists” are going along with this plan, without realizing that they are being exploited and duped by RWE.

We can only speculate as to the motives of these NGOs and their representatives. Perhaps they want to turn their attention to other issues that currently promise more donations and attention, and so this is a convenient opportunity to write off the Hambi (and, moreover, to claim it as a success they can add to their list of achievements). In any case, we are shocked to see how willingly these environmental NGOs are turning a blind eye to the facts and gratefully swallowing the lies of their former opponents—those very people whose coal mine has caused, and continues to actively cause, massive damage to the climate, the forest, clean air, and groundwater. (See, for example, BUND’s Facebook posts on the subject.)

We’ve learned from history that RWE cannot be trusted. That’s why we’re skeptical about the credibility of their latest promises. Who’s to say they’ll actually do in a decade what they’re promising now? If they don’t, then the current situation is the perfect setup for that. They may then declare the forest irreparably destroyed and blame the occupation. They could say: “Unfortunately, there’s nothing left to protect here now, so we can go ahead and clear the forest with a clear conscience. We did want to establish a nature reserve, but the occupation unfortunately prevented that.” Of course, they’ll gloss over their own role in the forest’s demise.

Anyone who thinks this is an exaggerated doomsday scenario should realize that the history of RWE and coal mining is a history of broken promises.

The fact is that the latest developments have put the occupation in a dilemma from which there is only one way out: we ourselves, as well as all potential allies—that is, other environmental activists—must refuse to play along with RWE’s “victim-perpetrator reversal” games and instead continue to stand united behind the occupation. Protecting the forest means protecting the occupation. Protecting the forest can never mean making compromises with RWE and the inherent profit-driven imperative behind it. RWE is and remains a killer corporation that cares about nothing but profits and, to that end, endangers life on the planet without batting an eye.

As long as it is not 100% certain that the forest is not only protected from further overexploitation (which it is not and can never be as long as RWE is allowed to continue excavating) and, furthermore, effective programs to save it from drying out are implemented (which is also impossible as long as RWE continues to excavate), there is no better assurance, no more effective protection for the forest than the on-site occupation. We witness what RWE is doing to the forest; we try to limit the damage and care for the forest; we draw attention to the dirty dealings that RWE would rather sweep under the rug; and we step in when RWE once again crosses a line (like in the Sündenwäldchen).

We are and will remain a thorn in RWE’s side; otherwise, they wouldn’t be so determined to get rid of us. RWE, on the other hand, couldn’t care less about the forest and its health. Otherwise, they wouldn’t have already irretrievably destroyed 90% of this unique, undisturbed habitat—and wouldn’t keep trying to destroy the remaining 10% as well.
RWE wants only one thing: to continue excavating undisturbed, and that is precisely why the occupation must end.

Let’s summarize: RWE wants to destroy the forest and therefore (for now) needs the fairy tale that the forest has been saved. In all likelihood, this tall tale will one day be seamlessly replaced by the next one, which will claim that the forest is irreparably damaged anyway and therefore no longer valuable or worth protecting.
NGOs want to strike deals with RWE and need a narrative to do so. This narrative claims that it would be better for nature and for the forest if the occupiers would finally leave. At first glance, this might sound logical. On closer inspection, it’s downright insidious. Let’s take a closer look at this argument.

Why is it taken for granted that human habitation and healthy wilderness are incompatible? The basis of this belief is the assumption that humans will always and inevitably harm nature.

A healthy coexistence between humans and the environment is ruled out from the outset, let alone the possibility that humans could even help nature to regenerate and develop. This reveals a false contradiction between humans and nature, which forms the basis of industrial civilization. Wilderness is regarded as the absence of humans.
We want to break free from this contradiction. We say: Wilderness is not the absence of humans, but can include humans if they learn once again to see themselves as part of it and act accordingly.
We must overcome the false dichotomy between humans and nature and instead find ways for humans to live in a way that allows them to feel a deep connection with nature and ensures that their actions and lives do not harm nature. This is the only path to the future. Not the green-capitalist ideology that the state and corporations want to sell us as climate protection. But rather a profound reconciliation between humans and nature. We’re not saying that this always works flawlessly in the Hambi. But at least such a way of life can be tried out and strived for here. Where else should humans learn to live in harmony with nature if not in nature itself?

Yet the system wants us to believe that human beings themselves—and their supposedly innate inability to live with nature rather than against it—are the problem. For this is a perfect distraction from the real problem: the nature-destroying, world-devouring economic system and its machines. This insidious shifting of responsibility reaches its peak when the forest occupation is declared a problem, while RWE is allowed to continue digging, and its executives—who live in concrete mansions and jet around the world—are now celebrated as environmentalists because they are driving people out of a forest in the name of “wilderness.”

Those who compromise with RWE are signing off on exactly that: that RWE is allowed to continue mining, while we—who have protected the forest, who love and know it, and who want to care for and preserve it—are to be driven out of it. It’s difficult to put into words the absurdity of a narrative that grants RWE the right to continue operating Europe’s largest coal mine day after day, while at the same time portraying a few people in the trees as a threat to nature. Any child would recognize who the real threat to nature is here.

Even if RWE truly wanted what’s best for the forest (and as explained above, we have good reason not to believe that), it would be wrong to conclude that the occupation must leave the forest.

The Fairy Tale of the Good and Bad Activists

What we’ve had to hear and read over and over again in recent days are the stories about the “good” and “bad” forest occupiers. The earlier forest occupiers, it’s now being claimed, were actually okay. They still wanted to protect the forest and agreed to leave it as soon as the active struggle was over. But today’s activists, they say, are a nuisance. They’re no longer concerned with climate protection or the forest at all, but merely with “experimenting with alternative lifestyles.”

So here, the supposedly “good” former activists are pitted against the supposedly “bad” current activists, just as forest conservation and experimenting with alternative lifestyles are portrayed as two completely different things.

As if the Hamacher Forest hadn’t always been about both.

As if it didn’t always have to be about both when you’re fighting against the destruction of the world.

We cannot get the global environmental crisis under control by merely treating its symptoms superficially. The only solution—and this is confirmed by everyone from indigenous elders to climate scientists—is a radical overhaul of our social and economic systems. And, of course, this also includes our personal lifestyles. Without experimenting with alternative ways of life, there can be no systemic change; and without that, there can be no solution to the climate crisis.

As mentioned above: we must find new ways to live in harmony with nature, rather than against it. From the very beginning, the occupation at Hambi has been—and still is—more than just resistance against RWE. It is a living laboratory for a way of life that tolerates neither domination over nature nor over other people.

Climate protection and alternative ways of life are not conflicting concerns; rather, they are inextricably linked.

Resistance, yes—but please, not too radical

Complaining about the “evil” activists who have the audacity to stay in the forest and seek alternative ways of life is symptomatic of a system that wants one thing above all else: that all the crises and problems it triggers be viewed and addressed in isolation. Political activism is acceptable, as long as the system itself isn’t fundamentally questioned. Want to save the forest? Fine. Say that RWE and capitalism are fundamentally problematic? Questionable. Want to withdraw your own life and actions from a system that produces nothing but destruction and death, and instead reconnect with nature? That’s taboo.

Perhaps a key misunderstanding here is the distinction between civil disobedience and resistance. Civil disobedience seeks to defend existing law and, to that end, crosses legal boundaries—not to build something fundamentally new, but to show the state where it is overstepping its own rules. Behind this lies a deep belief in and pious loyalty to the laws of that state. We, on the other hand, do not seek to defend existing law, but to question it. This system, which legalizes environmental destruction and criminalizes resistance against it, has nothing to offer us. Of course, we want to find other systems, and we stand in uncompromising resistance against the ruling system.

But while civil disobedience is still considered somewhat tolerable, genuine criticism of the system is punished from all sides. Yet without such criticism, we will not resolve the crises of this system.

Anyone who now claims to want what’s best for the forest and says the occupation must end and that resistance must not be too radical is completely ignoring the fact that the forest was not saved because the occupation was moderate and made compromises. If that had been the case, the forest would already be gone. The forest stands only because we were radical and uncompromising. Anyone who, in hindsight, denies the radical nature of the earlier occupation in order to drive that radicalism out of the current occupation has no idea about the history of this place.

Resistance and living with the wilderness go hand in hand

What is happening in Hambi today is part of a long, continuous history. The lies we face today are as old as civilization itself. For millennia, the destruction of nature has been viewed as the normal course of events, while a connection to nature has been declared a threat.

At the same time, people who defend nature have always known that the fight for the wilderness is connected to a return to the wilderness. On the one hand, this is logical, because anyone who loves nature enough to fight for it also wants to live with it. We want to bridge the divide between humans and nature. Why should we widen it further by saying, “Okay, we’ve defended the land; now let’s just go back to our alienated city lives and continue pretending that humans and nature have nothing to do with each other”?

Moreover, it makes strategic sense. For only by combining our resistance to the system with the building of a life outside the system can we leave this system behind in the long term. This poses a threat to the system, which is why it fights with particular ferocity against those who dare not only to pursue individual political goals but also to find real paths away from the system.

RWE is clearing and destroying the forest—and, in the long run, all its inhabitants. We, on the other hand, know the squirrels by name and live in peace with the wild boars. RWE has been destroying the global climate for decades and has no intention of stopping anytime soon. We are fighting for global climate justice, and Hambi is just one battleground in our struggle. RWE knows only the language of displacement; it has already taken away the habitat of countless animals and people, and now it wants to continue taking it away from us as well. The deer, on the other hand, don’t run away from us because they know we’ll never drive them away.

There is only one threat to the forest and the wilderness here. And it’s not the occupation. The threat is still RWE.

Weiterlesenweitere Gedanken zum Naturschutzgebiet – further notes on the planned nature reserve

Hambi Update, 30. April 2026 [DEU/ENG]

EIN UPDATE AUS DEM WALD:

Kürzlich hatte die Besetzung des Hambacher Waldes ihren 14. Geburtstag. Feierlich brannten zu dieser Gelegenheit die Barrikaden und es wurde (wie früher) ein paar Runden „Chaos Ball“ gespielt.

Die Geburtstagsfeier fand statt inmitten der Hambi (Re)Building Days. Das 10-tagige Event war ein Anlass der viele von uns zurück in den Wald brachte, lange waren wir hier nicht mehr so viele. Während der Tage wurden Strukturen abgebaut, andere renoviert und ein Container voll Müll entsorgt, der nicht im Wald verbleiben soll. Wir senden einen warmen Dank an alle die auf die eine oder andere Art an diesem großartigem Beitrag beteiligt waren. Vielleicht ist dies der Anfang einer neuen Zeit für diesen Ort.

In Zeiten geopolitischer Krisen und einer sich immer weiter zuspitzenden Energiekrise ist die deutsche Ökonomie unter erneutem Druck lokale fossile Energien bereitzustellen. Wir hören also die Regierung (wieder einmal) über das Verzögern des Kohleausstiegs. Die einzig sinnvolle Reaktion darauf ist es die Barrikaden hoch zu stapeln, unsere Baumhäuser dick genug zu dämmen, so dass sie noch viele Winter standhalten. Mit dem Hambi besetzen wir ein riesiges Reservoir Braunkohle und so lange der Kapitalismus andauert wird der Wald niemals sicher sein.

Trotz aller Höhen und Tiefen des Ortes ist der besetzte Wald nie einen Kompromiss mit dem Staat eingegangen. Der Wald bleibt eine der größten autonomen Zonen, die wir als antikapitalistische & radikal ökologischen Bewegung ausleben können. Tausende von uns haben über die Jahre für den Hambi gekämpft. Lasst uns immer fortfahren mit dieser einzigartigen Möglichkeit uns hier zu treffen, nah mit den Bäumen zu leben und den Kampf in den kommenden Jahren weiter gehen zu lassen.

Mit diesen Worten laden wir euch ein zu den Hambi (Re)Building Days #2, 18.-24. Juni 2026.

Lang lebe der Hambi!

Einige Waldwesen

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AN UPDATE FROM THE FOREST:

Recently the occupied Hambacher Forest celebrated its 14th birthday. The occasion was met with flaming barricades and a few rounds of a game which the people here call “chaos ball”.

The birthday took place in the middle of the Hambi (Re)Building Days, and there were more of us here during the 10-day event than in quite some time. Structures were deconstructed, others were renovated, and one container was filled with old trash. We extend a warm thank you to everyone who contributed to this great effort in one way or another. Maybe it will be the beginning of a new phase for the place.

During times of ever-spiraling energy crises and geopolitical conflicts, the German economy faces renewed pressures for inputs of local fossil fuels. We hear the government talking (yet again) about extending the coal-exit. The only sensible response is to stack our barricades high, and insulate our treehouses thick enough for many more winters to come. Sitting on top of huge reserves of brown coal, the Hambi will never be safe for as long as capitalism continues.

Amidst the ups and downs of this place, the occupied forest never compromised with the state. It remains the largest autonomous space which the broader anti-capitalist/radical ecological movement in the German territory has to play with. Thousands of us have fought over the years to defend and maintain the Hambi. Let’s continue to enjoy this precious opportunity to come together, live close to the trees, and keep up the fight for years to come.

In this spirit, we invite you to the Hambi (Re)Building Days #2, June 18-24, 2026.

Long live the Hambi!

Some forest critters.

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Antwort auf 2 Blogposts Sommer 2025 [DE]

Jede Veröffentlichung aus dem Hambi drückt nur die Meinung einzelner Wesen, nicht die der gesamten Besetzung oder des gesamten Waldes aus.

Hier eine Rückmeldung zu ein paar seltsamen Positionen, die über den Blog verbreitet wurden. Wir beziehen uns auf diese beiden Posts:

„Irre“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/06/25/irre/)
„Manheim soll weichen – für die Inseln der Reichen“ (https://hambacherforst.org/blog/2025/08/09/manheim-soll-weichen-fuer-die-insel-der-reichen/)

Die grundsätzliche Idee, die sich durch diese beiden Blogposts zieht, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es gibt „böse, böse Leute“, die aus egoistischer Gier unseren Planeten verpesten wollen. Dieser falsch vereinfachten Position möchten wir widersprechen. Den „Bösewichten“ wird weiterhin auch gleich noch eine psychische Krankheit unterstellt, was überhaupt nichts mit der Realität von psychischen Störungen zu tun hat und hier auch einfach ziemlich unpassend wirkt. Die gesamte Welt wird von einem ökonomischen System beherrscht, dass sich Kapitalismus nennt. Einzelne Personen können sich dafür oder dagegen entscheiden dabei mitzuspielen, aber ein dahingeschriebener Angriff auf irgendwelche „Systemlinge“ wird das System nicht ins Wanken bringen, es basiert nämlich auf ökonomischen Gesetzen, die Einzelne dazu bringen, dass sie z. B. die Umwelt verschmutzen. RWE hat den Auftrag von den Anteilseignern der AG so viel Gewinn wie möglich zu erwirtschaften, da spielt der Hambi oder die Umwelt keine Rolle.
Sind die RWE-Bosse schlechte Menschen? Vielleicht. Aber ihre Privat-Person spielt hier keine Rolle, sondern ihre Rolle als Manager, die von den Anteilseignern eingesetzt werden. Wenn sie also nicht dem kurzfristigen Gewinninteresse der Anteilseigner folgen, werden sie ersetzt. Das ist halt die Logik, die hinter diesem System steht. Da spielt die Moral einzelner Individuen keine Rolle, sonst können wir uns gleich erhängen, weil wir alle mal Schokolade gekauft haben, die von versklavten Kindern angebaut wurde. Die Kapitaleigner und ihre Knechte haben sicherlich mehr Schuld auf sich geladen als der Durchschnittskonsument, aber wir sind hier nicht Teil der katholischen Kirche – Schuldig sind wir alle, wir könnten sicherlich irgendwo noch moralischer handeln, als wir es eh schon tun.
Diese ewige Suche nach Sündenböcken ist kontraproduktiv und führt nur zu Sektierertum und Dogmatismus. Wer sich der Freiheit Aller entgegenstellt, muss mit Gewalt rechnen. Dieser Mensch ist ein Knecht der jetzigen Ordnung, aber deswegen nicht gleich ein „Sünder“. Er ist ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung und muss aus dem Weg geschafft werden (d. h. diese Person zur Aufgabe ihrer Rolle zu bringen oder sich nicht von ihr behindern lassen) wenn es auf die freundliche Art nicht klappt, dann zur Not auch mit Gewalt . Wir haben nichts gegen ihn persönlich, sondern gegen die Rolle, die er gerade einnimmt. Legt er diese Rolle ab, so kann uns seine Schuld relativ egal sein – Hass und Rachedurst kann Menschen zerfressen und ist zumeist nicht gerade hilfreich. Es ist meist effektiver den Weg zu beschreiten, der uns alle zur Befreiung führt, als den eigenen Verletzungen hinterherzulaufen. Natürlich ist dieser Hass gegen den Unterdrücker sehr verständlich und ein toter Politiker mehr oder weniger ist auch nicht weiter schlimm, in Anbetracht all der Millionen Toten die durch ihre Entscheidungen geopfert wurden. Doch sollten wir nicht vergessen, dass der Hydra immer neue Köpfe nachwuchsen, wenn einer abgeschnitten wurde. Sie wurde besiegt, indem ihr Rückgrat gebrochen wurde. Die „Bestie“ Kapitalismus kann auch nur gebrochen werden, wenn der ganze Apparat, das System dahinter, ausgeschaltet wird – auf welche Art und Weise ist dann natürlich eine andere Frage, die wir hier nicht beantworten können.
Wir sind keine Ökopriester und suchen keine Sünder, um ihnen Spendengelder abzupressen. In diesem Sinne ist es wohl auch ein guter Apell an alle Menschen, denen die Umwelt am Herzen liegt, sich nicht auf das müßige „Blame-Game“ einzulassen, sondern an tatsächlichen Alternativen und Experimenten mitzuarbeiten. Dieser Wald ist eines dieser Experimente und steht allen Menschen offen, sich an diesem Experiment zu beteiligen. (Solange ihr euch nicht in den Weg der Befreiung stellt und diesen Wald für Forstwirtschaft, Wissenschaft oder Tourismus etc. ausbeuten wollt.)

Freiheit kann nur erreicht werden, wenn Alle die Freiheit haben, zu wachsen und nach eigenem Empfinden ihr Leben zu gestalten – ob Mensch, Tier oder die Natur als Ganzes!

WeiterlesenAntwort auf 2 Blogposts Sommer 2025 [DE]

Practical infos / Praktische Informationen [ENG/DEU]

How to get here

– you can take the S19 train from Cologne main station and get off at buir, 2 stops before the end of the line. It is possible to ride with out a ticket but there are frequent controlls so it is better to stay alert

– If you are arriving by hitchhiking gas stations in Frechen are a good point to get off the A4 highway. You can walk to Frechen-Königsdorf train station from there

– From buir station, exit left at the bottom of the stairs, walking away from the town. Cross the bridge over motorway. Continue on road until you get to a junction between two asphalt roads and turn left there. Take next right down a dirt track, where there is a big blue sign. Follow that track straight, past a gravel works on your left, until you get to the main forest entrance. Continue straight until you get to Jpoint.

– Please look at this out of date map for help. Best idea is to arrive at Jesuspoint:

https://hambacherforst.org/wp-content/uploads/2019/01/Barrios.jpg

What to bring

– at the moment theres a very small capacity in sleeping spaces we can offer, so it would be great if people bring sleeping/camping stuff

– we have no idea how many people will show up so please bring some vegan food for the communcal kitchen if you are able

– your climbing equipment if you have

– a waterproof jacket and shoes, a warm sleeping bag and a headlamp are always a good idea

– there is also a lot of pollen in the forest around this time of the year so if you have allergies bring your medicine

– POLY PROP !

This is a self organised event

– it is important that people participate in dumpster diving and bringing water for the duration of the event

– self organised doesn’t mean self cleaning, please bring your trash with you when you leave

Staying in the forest

– beyond the human occupants of this place there are also wild animals that share the space with us and it is important to respect their needs

– there will be designated camping areas. Please use paths instead of cutting through the forest

– if you have red light better to use that instead of white both human and nonhuman animals will appreciate it

– it is possible that you will meet boars in the night. They are as scared of you as you are of them. You can softly clap your hands and talk to them, they will move away and give you space. There is no need to scare them further, scream at them or blind them with your light

Identification

– there is a possibility that there will be police controls in the area, in that case updates will be on the blog

– people can think beforehand if they would choose to identify themselves or not and plan accordingly, e.g. carry or not carry ID with them

– leave your phones in your tents and outside communal areas

SEXIST, RACIST & TRANSPHOBIC ATTITUDES WILL NOT BE TOLERATED

nonhuman friends are always welcome 🙂

more questions? mail@nullhambacherforst.org (PGP is welcome)


Anreise

– Zug: S19 von Köln, aussteigen in Buir (Kerpen). Fahren ohne Ticket ist möglich, aber es wird oft kontrolliert, deshalb empfehlen wir Wachsamkeit

– Trämpen: Tankstelle in Frechen ist eine gute Möglichkeit von der Autobahn (A4) zu kommen, von da S19 Frechen-Königsdorf

– Von Buir Bf: Abgang links unten an der Treppe, weg von der Stadt. Überquere die Brücke über die Autobahn. Weiter auf der Straße, bis du zu einer Kreuzung zwischen Asphaltstraßen kommst, dann links ab biegen. Als nächstes rechts auf einem Schotterweg, wo ein großes blaues Schild steht. Diesem Weg geradeaus folgen, vorbei an einem Kieswerk auf der linken Seite, bis zum Haupteingang des Waldes. Geradeaus weiter, bis du zu Jpoint kommst.

– Schau dir am besten diese veraltete Karte an, um Hilfe zu bekommen. Die beste Idee ist, zu Jesuspoint zu gelangen:

https://hambacherforst.org/wp-content/uploads/2019/01/Barrios.jpg

Was mitbringen

– es gibt gerade nicht so viele Schlafplätze die wir anbieten können, deshalb wäre es gut wenn du mitbringst, was du dafür brauchst, z.b. ein Zelt oder Hängematte + Plane

– Wir haben keine Ahnung, wie viele Leute kommen werden, also bring bitte veganes Essen für die Gemeinschaftsküche mit, wenn du kannst.

– Kletterausrüstung wenn du welchen hast

– wasserdichte Jacke & Schuhe, warmer Schlafsack, Kopflampe

– Gerade gibt es viel Pollenflug, wenn du allergisch darauf reagierst entsprechende Medikamente

– POLY PROP !

Die Veranstaltung ist selbstorganisiert

– es ist wichtig, dass Leute sich an Containern, Wasserholen, Kochen enw. Beteiligen

– bitte kümmere dich um deinen Müll

Aufenthalt im Wald

– neben den menschlichen Bewohner*innen dieses Ortes gibt es auch wilde Tiere die diesen Ort mit uns teilen und auf deren Bedürfnisse zu achten ist wichtig

– es wird ausgewiesene Campingplätze geben. Bitte nutzt Wege, anstatt durch den Wald zu schneiden

– wenn möglich verwende bei deiner Kopflampe das rote statt den weißen Licht, sowohl Menschen als auch nicht-menschliche Tiere werden sich darüber freuen

– es kann passiern, dass man Wildschweinen begegnet. Diese haben Angst von dir so wie du Angst vor ihnen hast. Leichtes Händeklatschen oder Zureden reicht um sie auf dich aufmerksam zu machen, sie werden dann wahrscheinlich gehen. Es ist nicht notwendig, sie zu anschreien oder mit der Lampe zu blenden

Polizei & co

– im Umfeld der Veranstaltung, kann es passieren, dass die Polizei Kontrollen durchführt. In diesen Fall werden wir versuchen, auf den Blog aktuelle Information zu teilen

– wir empfehlen, dass du dir vorher überlegst, ob du der Polizei angaben zu deiner Identität machen möchtest und entsprechend deiner Entscheidung deine Tasche packst (also ob du Dinge mitnimmst, anhand derer sich deine Identität belegen oder herausfinden lässt, z.b. Personalausweiss

– mach dir Gedanken über di Übermachungs Möglichkeiten, die dein Smartphone bietet, welche Auswirkungen das auf die Leute um dich herum haben könnte

SEXISTISCHE, RASSISTISCHE & TRANSPHOBE EINSTELLUNGEN WERDEN NICHT TOLERIERT

nicht-menschliche Freund*innen sind immer wilkommen 🙂

noch fragen? mail@nullhambacherforst.org (gerne verschlüsselt)

WeiterlesenPractical infos / Praktische Informationen [ENG/DEU]

HAMBI (RE)BUILDING DAYS [RUSSISCH/DEU/ENG/ESP]

Дни Стройки

Апрель 10 – 19
Мегамашина должнапостоянно двигаться дальше, иначе она развалится. Именно так и Хамбахский лес (Hambacher Forst), уже являвшийся остатком некогда гораздо более обширного древнего лесногомассива, был почти полностью уничтожен расширением огромного угольного карьера— крупнейшего в Европе. Лишь небольшая часть флоры и фауны была сохраненаблагодаря движению сопротивлению в ожесточённых противостояниях имногочисленных оккупациях леса, начавшихся в 2012 году.





Хамби сталцентром антикапиталистической и радикально-экологической борьбы в Европе.Возникшая здесь автономная зона сопоставима по масштабу с ZAD в Нотр-Дам-де-Ланд (Notre-Dame-des-Landes) и Экзархией (Exarcheia) в Афинах. Хамби также стал важнымпредшественником для многих других противостояний вокруг среды обитания в однойтолько Германии. Лютцерат (Lützerath) и Данненрёдер Вальд (Dannenröder Forst) среди них — лишьдва наиболее известных примера.





Эти очагисопротивления с тех пор уже погашены. Хамби же остаётся автономным по сей день— местом за рамками закона, где мы можем делать то, что хотим. Хамби не былзачищен, он был скорее забыт — как товарищ*ками, так и широкой общественностью— после объявления в Германии так называемого отказа от угля (Kohleausstieg). Это было бы слишком лёгким окончанием борьбы,если бы лес просто так утратил значимость.





Хамби не был«спасён». Вместо прямой вырубки его приговорили к медленной смерти: грунтовыеводы откачиваются токсичным карьером, который продолжает расширяться.Существуют планы дальнейшей эксплуатации региона путём превращения его в эко-глэмпинг-туристическийкурорт с яхтенной гаванью. А в условиях милитаризации и растущей нехваткиресурсов государству достаточно лишь одного цикла парламентских выборов, чтобызабыть о стратегии отказа от угля и завершить уничтожение оставшегося леса.





Более того,карьер Хамбах оказался в центре переделки власти, называемой самими еёпредставителями «от угля к искусственному интеллекту». Microsoft строит несколько дата-центров навосточной стороне карьера в попытке создать «Силиконовую долину Европы». Назападной стороне, в Юлихе, недавно был установлен самый мощный компьютер вЕвропе, символизирующий вступление Германии в гонку вооружений в области ИИ.Ещё ближе к оккупации, в Моршених-Альт, местный мэр рассуждает о строительстве«деревни будущего» — точки притяжения неоколониальных технологических компаний.





Сейчас не времязабывать о Хамби. Мы призываем старых и новых друзей присоединиться к намздесь, обосноваться и поучаствовать в возрождении оккупации. Жизнь в лесу напротяжении всего года сопряжена с трудностями. Но это также уникальная возможность жить там, где структуры — как социальные, так и материальные —могут создаваться вне правил, навязываемых внешним миром.





Наши двери всегдаоткрыты для приезжих. Однако этим приглашениме мы призываем вас в особенностина событие этой весной. Сейчас подходящий момент для ремонта построек, разборкитех, которые в этом нуждаются, и, возможно, строительства чего-то нового. Естьи мусор, который нужно собрать, в том числе на когда-то оккупированных домах-деревьях.





Как мы уженеоднократно делали на здешних скиллшеринг-встречах, можно будет так же предлагатьвокшопы и другие мероприятия. Это прекрасная возможность обсудить видениябудущего оккупации. А 14 апреля мы отметим её 14-ю годовщину!





Пожертвования ввиде строительных материалов были бы очень кстати. Брезент (по типу LKW-Planen) и инструменты тоже пригодятся. Привозите веганскойеды для коллективной кухни.





Да здравствует анархия, да здравствует государственная измена!





некоторыеобитатели и обитательницы леса





P.S. Призываем вас переводить ираспространять это приглашение как можно шире!


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APRIL 10-19, 2026

Die Megamaschine muss sich stetig ausbreiten, sonst kollabiert sie. So kam es, dass der Hambacher Wald (an sich schon ein Überbleibsel eines viel größeren, alten Waldes) durch die Ausbreitung eines riesigen Kohletagebaus fast komplett zerstört wurde. Nur ein kleiner Teil des Ökosystems blieb übrig, und auch das nur auf Grund des starken Widerstandes, der sich um die Waldbesetzung seit 2012 etablierte.

Der Hambi ist ein zentraler Ort für antikapitalistische und radikale Umweltkämpfe in Europa gewesen. Die hier entstandene Besetzte Zone, ist in ihrer Größe vergleichbar mit der ZAD Notre-Dame-des Landes oder mit Exarcheia in Athen. Auch diente der Hambi als Ausgangspunkt für viele andere Landkämpfe in Deutschland, wovon Lützerath oder der Dannenröder Wald die bekanntesten Beispiele sind.

All diese hier genannten Orte des Widerstands wurden seit dem geräumt. Aber der Hambi ist bis heute ein autonomer, gesetzloser Raum wo wir tun was wir wollen. Statt von außen zerschlagen zu werden, wurde der Hambi schlicht vergessen – sowohl von Gefährt*innen als auch von der Gesellschaft – seitdem der angebliche Kohleausstieg verkündet wurde. Es wäre ein komischer Schluss für diesen Kampf in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Der Hambi wurde nie “gerettet”. Statt direkt gefällt zu werden, ist er verurteilt zu einem langsamen Tod. Angrenzend befindet sich der größte Tagebau ganz Europas, der sich stetig weiter ausgebreitet und dem Wald das Grundwasser stiehlt. Die Region soll weiter ausgebeutet werden & in ein Öko-Yuppie-Resort verwandelt werden, sogar mit einem Yachthafen. Und außerdem ist der Staat, in Zeiten der Militarisierung und verstärkter Gier nach Ressourcen, nur eine Wahl davon entfernt den Kohleausstieg zu vergessen und den Rest des Waldes platt zu machen.

“Von der Kohle zur KI” betitelt die Umstrukturierung der Macht, die sich in der Region rund um den Hambacher Tagebau abspielt . Microsoft baut mehrere Rechenzentren an der Ostseite des Tagebaus und versucht damit das “Silicon Valley Europas” zu etablieren.[1] In Jülich, auf der Westseite des Tagebaus, wurde vor kurzem Europas leistungsfähigster Computer eingeweiht – ein Symbol für Deutschlands Einstieg in das Rennen der KI-Aufrüstung.[2] Noch näher an der Besetzung, in Morschenich-Alt, träumt der lokale Bürgermeister davon den “Ort der Zukunft” zu bauen, einen Hotspot für neokoloniale Tech-Firmen.

Jetzt ist nicht die Zeit den Hambi zu vergessen. Wir rufen alte und neue Freund*innen auf zu uns zu kommen: Zieht her, beteiligt euch am Wiederaufbau der Besetzung. Das Leben im Wald mit allem Wandel in den Jahreszeiten kann herausfordernd sein. Aber es bietet auch einmalige Möglichkeiten soziale & physische Strukturen aufzubauen, befreit von den Regeln die von uns in der Außenwelt abverlangt werden.

Unsere Tür ist immer offen. Mit diesem Aufruf laden wir euch aber besonders zu einem Event diesen Frühling ein. Dort wollen wir Strukturen renovieren, die Strukturen abbauen, die abgebaut werden müssen, und vielleicht etwas Neues bauen, abhängig von unseren Bedürfnissen zu dieser Zeit. Auch werden wir Müll einsammeln im Wald und von den Bäumen die einmal besetzt waren.

Wie bei unseren vielen Skillshares soll es auch dieses Mal Raum geben für Workshops, Beiträge und was sonst noch geteilt sein will. Es ist auch eine gute Gelegenheit über unsere Vorstellung für die Zukunft der Besetzung zu reden. Und am 14. April gibt es guten Grund zu Feiern: den 14. Geburtstag der Besetzung!

Tolle Mitbringsel für uns sind: Baumaterialspenden, besonders Planen (LKW-Planen, keine Gewebe-Planen, die vergiften wenn sie sich zersetzten den Wald), Werkzeug und natürlich veganes Essen für die KÜFA.

Für Anarchie und Hochverrat!

einige Waldbewohner*innen

p.s.: Wir laden euch ein, den Aufruf zu Übersetzten und in weiter Ferne zu verbreiten.

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The megamachine must expand constantly or else collapse. So it came to be that the Hambacher Forest, already a leftover from a much vaster ancient woodland, was almost completely destroyed by the expansion of a huge coalmine, the largest in Europe. Only a small portion of the habitat was spared, owing to fierce resistance centred around numerous occupations of the forest, starting in 2012.

The Hambi has been a focal point for anti-capitalist and radical ecological struggle in Europe. The autonomous zone opened up here is comparable in size to the ZAD of Notre-Dame-des-Landes and Exarcheia in Athens. Hambi also served as a key predecessor for many other land struggles in Germany alone, of which Lützerath and the Dannenröder Wald are but the two best known examples.

All the sites of resistance explicitly mentioned here, however, have since been evicted. Yet Hambi remains autonomous to this day, a lawless place where we can do what we want. Rather than being crushed outright, Hambi has mostly been forgotten about – both by comrades and broader society – since the supposed coal-exit was announced. It would be a strange conclusion for this struggle to wither into irrelevance.

The Hambi was never “saved”. Instead of being logged directly, it was sentenced to the slow-death of having its ground water stolen by a toxic pit which continues to expand. There are plans to further exploit the region by turning it into an eco-yuppie tourist resort, complete with a yacht harbour. And in times of militarisation and increased resource scarcity, the state is only an election away from forgetting about the coal-exit and finishing off what remains of the woodland.

Moreover, the Hambach Mine is at the centre of power’s restructuring, in its own words “from coal to AI”. Microsoft is building multiple data centres on the east side of the mine, attempting to establish what some are calling the “Silicon Valley of Europe”.[3] On the west side, in Jülich, the most powerful computer in Europe has recently been installed, symbolising Germany’s entry into the AI arms race.[4] Even closer to the occupation, in Morschenich-Alt, the local mayor rattles on about building the “village of the future”, a hotspot for neocolonial tech firms.

Now is not the time to forget about the Hambi. We are calling on friends old and new to join us here, settle in, and participate in the regeneration of the occupation. There are challenges to living in a forest through the seasons. But it is also a unique living opportunity, in which structures – social structures as well as physical infrastructure – can be built free from the rules imposed by the outside world.

The door is always open to outsiders. Though with this call we invite you specifically to an event this Spring. It would be a great moment to renovate structures, deconstruct those which need it, and maybe also to build something new, depending on our priorities at the time. There is trash to collect, too, including from trees which were once occupied.

This will also be a moment to propose workshops and other happenings, as we have done at skillshares here many times before. It would be a good opportunity to talk about visions for the future of the occupation. And on April 14th, we have the 14th anniversary of the occupation itself to celebrate.

Donations of building materials would be great, especially tarps (truck tarps, no woven tarps please, they poison the forest). Tools would also be nice. Feel free to bring some vegan food for the collective kitchen.

For anarchy and high treason!

some forest dwellers

p.s. We invite you to translate and spread this call far and wide.

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Los días de (re)construcción en Hambi
10-19 de abril 2026

La megamáquina conoce solamente dos opciones: crecer o sufrir un colapso. Por eso el bosque de Hambach, que ya era un resto pequeño de un bosque gigantesco inmemorable, fue destruido casi complatamente por la expansión de una mina de carbón, la mayor de Europa. Solamente una área pequeña del hábitat fue dejada gracias a resistencia violenta concentrada en numerosos ocupaciones y sus alrededores, a partir del 2012.

El Hambi era un centro de movimiento anticapitalista y radical ecológico en Europa. El tamaño de la zona autónoma que se abrió es comparable con la ZAD de Notre-Dame-des-Landes o Exarcheia en Atenas. Hambi también servió de predecesor clave para muchas luchas por tierras solamente en Alemania. El bosque de Dannenrod y Lützerath son los ejemplos más conocidos.

Todos los lugares de resistencia mencionadas explícitamente aquí, sin embargo, fueron desahuciados mientras tanto. Pero Hambi queda autónomo hasta la fecha, un espacio donde no rige la ley y nosotros podemos hacer lo que queremos. Hambi no fue aplastado sino más olvidado, tanto por compañeres como por la sociedad en general – desde el presunto abandono del uso del carbón fue anunciado. Sería una conclusión extraña si esta lucha se desvaneciera en irrelevancia.

El Hambi nunca fue salvado. En vez de ser cortado directamente fue condenado a muerta lenta de ser robado de sus aguas subterráneas por la mina tóxica que continua de expansionar. Existen planes de explotar la región más transformándola en un centro turístico pseudoecológico para capitalistas urbanes jóvenes, completado con un puerto de yates. Y en tiempos de militarización y mayor escasez de recursos el estado solamente necesita el voto para olvidarse del abandono del uso del carbón y acabar con lo que ha quedado del bosque.

Además, la mina de Hambach está en el centro de la reestructuración del poder; en sus propias palabras: del carbón a inteligencia artificial. Microsoft está construyendo múltiples centros de datos al este de la mina, intentando establecer lo que algunes nombran el Silicon Valley de Europa [1][3]. Al oeste, en Jülich, el ordenador más poderoso de Europa fue instalado, simbolizando la entrada de Alemania a la carrera armamentista de inteligencia artificial [2][4]. Aún más próximo a la ocupación, en Morschenich-Alt, el alcalde local parlotea de erigir „el pueblo del futuro“, una acumulación de empresas tecnológicas neocoloniales.

Ahora no es el tiempo para olvidarse del Hambi. Estamos invitando a amigues viejes y nueves a que se unan a nosotres aquí, se instalen, y participen en la renovación de la ocupación. Vivir en el bosque todo el año constituye un reto. Pero también es una oportunidad, un espacio singular en que existe la posibilidad de construir estructuras – tanto estructuras sociales como edificios físicos – sin las reglas impuestas por el mundo exterior.

La puerta siempre está abierta para personas de fuera. No obstante con esta llamamiento os invitamos explícitamente a un acontecimiento esta primavera. Para aquellos días proponemos renovar edificios, deconstruir edificios que lo necesitan y construir algo nuevo, dependiente de nuestras prioridades en aquel tiempo. Otra tarea potencial es recoger basura, incluyendo de árboles que antes estaban ocupados.

También se presentará la posibilidad de organizar talleres u otras actividades como en muchos eventos locales anteriores. Será una buena oportunidad de hablar de visiones del futuro de la ocupación. Y en el catorce de abril vamos a celebrar el decimocuarto aniversario de la ocupación.

Nos alegraríamos por donativos de materiales para la construcción, especialmente lonas para camión (por favor no lonas tejidas, se disuelven rápidamente y distribuyen trozos de plástico en el bosque). Herramientas también estarían bien. Podéis traer comestibles veganos para la cocina común.

¡Viva anarquía y alta traición!

alguna gente que vive en el bosque

P. D.: Os invitamos a traducir y repartir este llamamiento en todas partes.

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[1] https://news.microsoft.com/de-de/ki-rechenzentren-fuer-das-rheinische-revier-und-ganz-deutschland-microsoft-stellt-plaene-in-nrw-vor-und-startet-qualifizierungsoffensive/

[2] https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/pressemitteilungen/2025/supercomputer-jupiter-erreicht-rekord-rechenleistung-in-europa

[3] https://www.datacenterdynamics.com/en/news/microsoft-to-build-data-center-in-elsdorf-germany/

[4] https://www.fz-juelich.de/en/news/archive/press-release/2025/jupiter-supercomputer-propels-european-computing-power

WeiterlesenHAMBI (RE)BUILDING DAYS [RUSSISCH/DEU/ENG/ESP]

Spendenaufruf / appeal for donations / llamamiento solicitando donativos [DE/EN/ES]

Spendenaufruf
Um sperrigen Müll in größeren Mengen loszuwerden, planen wir, zu den kommenden Bau-Tagen (10.-19.04.) einen Müllcontainer zu bestellen. Um das zu finanzieren, rufen wir zu Spenden auf:

Konto: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VB­MH­DE5FXXX
Bank: Volksbank Mittelhessen
Verwendungszweck (notwendig): Hambacher Forst

Falls mehr Geld eingenommen wird, als dafür benötigt, nutzen wir es anderweitig zugunsten der Besetzung, z. B. um Klettermaterialien zu kaufen.

Aufruf Bau-Tage: https://hambacherforst.org/blog/2026/01/09/hambi-rebuilding-days/

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Appeal for donations
To get rid of bulky trash in large amounts we plan to order a trash container for the upcoming (re)building-days (10.-19.04.). To pay for this we appeal for donations:

Account: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VB­MH­DE5FXXX
Bank: Volksbank Mittelhessen
Reference (necessary): Hambacher Forst

If we receive more money than necessary, we will use it for the occupation in other ways, e. g. to buy climbing equipment.

call (re)building days: https://hambacherforst.org/blog/2026/01/09/hambi-rebuilding-days/

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Llamamiento solicitando donativos
Para deshacernos de mucha basura voluminosa pensamos pedir un contenedor en los días de (re)construcción (10.-19.04.). Para financiarlo pedimos donativos:

Cuenta: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VB­MH­DE5FXXX
Banco: Volksbank Mittelhessen
Concepto de la transferencia (necesario): Hambacher Forst

Si recibimos más dinero que es necesario, vamos a usarlo para otras necesidades de la ocupación, por ejemplo comprar equipamiento de escalar.

llamamiento los días de (re)construcción: https://hambacherforst.org/blog/2026/01/09/hambi-rebuilding-days/

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Jede Veröffentlichung auf dem Blog drückt die Meinung der jeweiligen Autor*innen aus, nicht der gesamten Besetzung.

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HAMBI (RE)BUILDING DAYS [DEU/ENG/ESP]

APRIL 10-19, 2026

Die Megamaschine muss sich stetig ausbreiten, sonst kollabiert sie. So kam es, dass der Hambacher Wald (an sich schon ein Überbleibsel eines viel größeren, alten Waldes) durch die Ausbreitung eines riesigen Kohletagebaus fast komplett zerstört wurde. Nur ein kleiner Teil des Ökosystems blieb übrig, und auch das nur auf Grund des starken Widerstandes, der sich um die Waldbesetzung seit 2012 etablierte.

Der Hambi ist ein zentraler Ort für antikapitalistische und radikale Umweltkämpfe in Europa gewesen. Die hier entstandene Besetzte Zone, ist in ihrer Größe vergleichbar mit der ZAD Notre-Dame-des Landes oder mit Exarcheia in Athen. Auch diente der Hambi als Ausgangspunkt für viele andere Landkämpfe in Deutschland, wovon Lützerath oder der Dannenröder Wald die bekanntesten Beispiele sind.

All diese hier genannten Orte des Widerstands wurden seit dem geräumt. Aber der Hambi ist bis heute ein autonomer, gesetzloser Raum wo wir tun was wir wollen. Statt von außen zerschlagen zu werden, wurde der Hambi schlicht vergessen – sowohl von Gefährt*innen als auch von der Gesellschaft – seitdem der angebliche Kohleausstieg verkündet wurde. Es wäre ein komischer Schluss für diesen Kampf in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Der Hambi wurde nie “gerettet”. Statt direkt gefällt zu werden, ist er verurteilt zu einem langsamen Tod. Angrenzend befindet sich der größte Tagebau ganz Europas, der sich stetig weiter ausgebreitet und dem Wald das Grundwasser stiehlt. Die Region soll weiter ausgebeutet werden & in ein Öko-Yuppie-Resort verwandelt werden, sogar mit einem Yachthafen. Und außerdem ist der Staat, in Zeiten der Militarisierung und verstärkter Gier nach Ressourcen, nur eine Wahl davon entfernt den Kohleausstieg zu vergessen und den Rest des Waldes platt zu machen.

“Von der Kohle zur KI” betitelt die Umstrukturierung der Macht, die sich in der Region rund um den Hambacher Tagebau abspielt . Microsoft baut mehrere Rechenzentren an der Ostseite des Tagebaus und versucht damit das “Silicon Valley Europas” zu etablieren.[1] In Jülich, auf der Westseite des Tagebaus, wurde vor kurzem Europas leistungsfähigster Computer eingeweiht – ein Symbol für Deutschlands Einstieg in das Rennen der KI-Aufrüstung.[2] Noch näher an der Besetzung, in Morschenich-Alt, träumt der lokale Bürgermeister davon den “Ort der Zukunft” zu bauen, einen Hotspot für neokoloniale Tech-Firmen.

Jetzt ist nicht die Zeit den Hambi zu vergessen. Wir rufen alte und neue Freund*innen auf zu uns zu kommen: Zieht her, beteiligt euch am Wiederaufbau der Besetzung. Das Leben im Wald mit allem Wandel in den Jahreszeiten kann herausfordernd sein. Aber es bietet auch einmalige Möglichkeiten soziale & physische Strukturen aufzubauen, befreit von den Regeln die von uns in der Außenwelt abverlangt werden.

Unsere Tür ist immer offen. Mit diesem Aufruf laden wir euch aber besonders zu einem Event diesen Frühling ein. Dort wollen wir Strukturen renovieren, die Strukturen abbauen, die abgebaut werden müssen, und vielleicht etwas Neues bauen, abhängig von unseren Bedürfnissen zu dieser Zeit. Auch werden wir Müll einsammeln im Wald und von den Bäumen die einmal besetzt waren.

Wie bei unseren vielen Skillshares soll es auch dieses Mal Raum geben für Workshops, Beiträge und was sonst noch geteilt sein will. Es ist auch eine gute Gelegenheit über unsere Vorstellung für die Zukunft der Besetzung zu reden. Und am 14. April gibt es guten Grund zu Feiern: den 14. Geburtstag der Besetzung!

Tolle Mitbringsel für uns sind: Baumaterialspenden, besonders Planen (LKW-Planen, keine Gewebe-Planen, die vergiften wenn sie sich zersetzten den Wald), Werkzeug und natürlich veganes Essen für die KÜFA.

Für Anarchie und Hochverrat!

einige Waldbewohner*innen

p.s.: Wir laden euch ein, den Aufruf zu Übersetzten und in weiter Ferne zu verbreiten.

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The megamachine must expand constantly or else collapse. So it came to be that the Hambacher Forest, already a leftover from a much vaster ancient woodland, was almost completely destroyed by the expansion of a huge coalmine, the largest in Europe. Only a small portion of the habitat was spared, owing to fierce resistance centred around numerous occupations of the forest, starting in 2012.

The Hambi has been a focal point for anti-capitalist and radical ecological struggle in Europe. The autonomous zone opened up here is comparable in size to the ZAD of Notre-Dame-des-Landes and Exarcheia in Athens. Hambi also served as a key predecessor for many other land struggles in Germany alone, of which Lützerath and the Dannenröder Wald are but the two best known examples.

All the sites of resistance explicitly mentioned here, however, have since been evicted. Yet Hambi remains autonomous to this day, a lawless place where we can do what we want. Rather than being crushed outright, Hambi has mostly been forgotten about – both by comrades and broader society – since the supposed coal-exit was announced. It would be a strange conclusion for this struggle to wither into irrelevance.

The Hambi was never “saved”. Instead of being logged directly, it was sentenced to the slow-death of having its ground water stolen by a toxic pit which continues to expand. There are plans to further exploit the region by turning it into an eco-yuppie tourist resort, complete with a yacht harbour. And in times of militarisation and increased resource scarcity, the state is only an election away from forgetting about the coal-exit and finishing off what remains of the woodland.

Moreover, the Hambach Mine is at the centre of power’s restructuring, in its own words “from coal to AI”. Microsoft is building multiple data centres on the east side of the mine, attempting to establish what some are calling the “Silicon Valley of Europe”.[3] On the west side, in Jülich, the most powerful computer in Europe has recently been installed, symbolising Germany’s entry into the AI arms race.[4] Even closer to the occupation, in Morschenich-Alt, the local mayor rattles on about building the “village of the future”, a hotspot for neocolonial tech firms.

Now is not the time to forget about the Hambi. We are calling on friends old and new to join us here, settle in, and participate in the regeneration of the occupation. There are challenges to living in a forest through the seasons. But it is also a unique living opportunity, in which structures – social structures as well as physical infrastructure – can be built free from the rules imposed by the outside world.

The door is always open to outsiders. Though with this call we invite you specifically to an event this Spring. It would be a great moment to renovate structures, deconstruct those which need it, and maybe also to build something new, depending on our priorities at the time. There is trash to collect, too, including from trees which were once occupied.

This will also be a moment to propose workshops and other happenings, as we have done at skillshares here many times before. It would be a good opportunity to talk about visions for the future of the occupation. And on April 14th, we have the 14th anniversary of the occupation itself to celebrate.

Donations of building materials would be great, especially tarps (truck tarps, no woven tarps please, they poison the forest). Tools would also be nice. Feel free to bring some vegan food for the collective kitchen.

For anarchy and high treason!

some forest dwellers

p.s. We invite you to translate and spread this call far and wide.

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Los días de (re)construcción en Hambi
10-19 de abril 2026

La megamáquina conoce solamente dos opciones: crecer o sufrir un colapso. Por eso el bosque de Hambach, que ya era un resto pequeño de un bosque gigantesco inmemorable, fue destruido casi complatamente por la expansión de una mina de carbón, la mayor de Europa. Solamente una área pequeña del hábitat fue dejada gracias a resistencia violenta concentrada en numerosos ocupaciones y sus alrededores, a partir del 2012.

El Hambi era un centro de movimiento anticapitalista y radical ecológico en Europa. El tamaño de la zona autónoma que se abrió es comparable con la ZAD de Notre-Dame-des-Landes o Exarcheia en Atenas. Hambi también servió de predecesor clave para muchas luchas por tierras solamente en Alemania. El bosque de Dannenrod y Lützerath son los ejemplos más conocidos.

Todos los lugares de resistencia mencionadas explícitamente aquí, sin embargo, fueron desahuciados mientras tanto. Pero Hambi queda autónomo hasta la fecha, un espacio donde no rige la ley y nosotros podemos hacer lo que queremos. Hambi no fue aplastado sino más olvidado, tanto por compañeres como por la sociedad en general – desde el presunto abandono del uso del carbón fue anunciado. Sería una conclusión extraña si esta lucha se desvaneciera en irrelevancia.

El Hambi nunca fue salvado. En vez de ser cortado directamente fue condenado a muerta lenta de ser robado de sus aguas subterráneas por la mina tóxica que continua de expansionar. Existen planes de explotar la región más transformándola en un centro turístico pseudoecológico para capitalistas urbanes jóvenes, completado con un puerto de yates. Y en tiempos de militarización y mayor escasez de recursos el estado solamente necesita el voto para olvidarse del abandono del uso del carbón y acabar con lo que ha quedado del bosque.

Además, la mina de Hambach está en el centro de la reestructuración del poder; en sus propias palabras: del carbón a inteligencia artificial. Microsoft está construyendo múltiples centros de datos al este de la mina, intentando establecer lo que algunes nombran el Silicon Valley de Europa [1][3]. Al oeste, en Jülich, el ordenador más poderoso de Europa fue instalado, simbolizando la entrada de Alemania a la carrera armamentista de inteligencia artificial [2][4]. Aún más próximo a la ocupación, en Morschenich-Alt, el alcalde local parlotea de erigir „el pueblo del futuro“, una acumulación de empresas tecnológicas neocoloniales.

Ahora no es el tiempo para olvidarse del Hambi. Estamos invitando a amigues viejes y nueves a que se unan a nosotres aquí, se instalen, y participen en la renovación de la ocupación. Vivir en el bosque todo el año constituye un reto. Pero también es una oportunidad, un espacio singular en que existe la posibilidad de construir estructuras – tanto estructuras sociales como edificios físicos – sin las reglas impuestas por el mundo exterior.

La puerta siempre está abierta para personas de fuera. No obstante con esta llamamiento os invitamos explícitamente a un acontecimiento esta primavera. Para aquellos días proponemos renovar edificios, deconstruir edificios que lo necesitan y construir algo nuevo, dependiente de nuestras prioridades en aquel tiempo. Otra tarea potencial es recoger basura, incluyendo de árboles que antes estaban ocupados.

También se presentará la posibilidad de organizar talleres u otras actividades como en muchos eventos locales anteriores. Será una buena oportunidad de hablar de visiones del futuro de la ocupación. Y en el catorce de abril vamos a celebrar el decimocuarto aniversario de la ocupación.

Nos alegraríamos por donativos de materiales para la construcción, especialmente lonas para camión (por favor no lonas tejidas, se disuelven rápidamente y distribuyen trozos de plástico en el bosque). Herramientas también estarían bien. Podéis traer comestibles veganos para la cocina común.

¡Viva anarquía y alta traición!

alguna gente que vive en el bosque

P. D.: Os invitamos a traducir y repartir este llamamiento en todas partes.

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[1] https://news.microsoft.com/de-de/ki-rechenzentren-fuer-das-rheinische-revier-und-ganz-deutschland-microsoft-stellt-plaene-in-nrw-vor-und-startet-qualifizierungsoffensive/

[2] https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/pressemitteilungen/2025/supercomputer-jupiter-erreicht-rekord-rechenleistung-in-europa

[3] https://www.datacenterdynamics.com/en/news/microsoft-to-build-data-center-in-elsdorf-germany/

[4] https://www.fz-juelich.de/en/news/archive/press-release/2025/jupiter-supercomputer-propels-european-computing-power

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In die Mühlen der Behöden und Verwaltungen, Bürokratiehihi

Dass das Sündenwäldchen gerodet wurde soll nicht einfach ohne Konsequenzen bleiben! Die Rodung hat den Biotopverbund in der Jülich-Zülpicher Börde faktisch unterbrochen, das Baggern an der „Manheimer Bucht“, all die wüste Zerstörung von Obstwiese bis Fließ und was alles noch folgen soll…

Eigentlich müsste doch mittlerweile klar sein, dass das mit dem Hambacher Loch so nicht weiter gehen kann. Die Pläne sind veraltet, es gab zu Genehmigungszeiten viele Naturschutz und Klimaschutz relevanten Erkenntnisse noch nicht. Es gibt doch jetzt sogar schon Abkommen und Richtlinien und alles mögliche. Nichts davon wurde in die aktuelle Rahmenplan-Genehmigung einbezogen.
Also! Eventuell hat sich da eine Schwachstelle aufgetan! Einfach mal bei den Behörden beschweren.
Hier also wird eine Möglichkeit beschrieben, auf juristischem Weg Einfluss zu nehmen.
Jede Person, Initiative, Verband, egal ob mit oder ohne eigener Betroffenheit kann bei einer dieser Behörden etwas „anzeigen“ auf Grundlage von BNatSchG §17 Abs.8 und §21
und dem allgem. Verwaltungsrecht.

Es ist keine Klagebefugnis notwendig.
Die Behörde muss das prüfen und entscheiden.
Wenn sie ablehnen kann Widerspruch eingelegt werden und es ist eine Klage möglich!

Los gehts!

Stadt Kerpen, Amt 25.1
MSalewski@nullstadt-kerpen.de
APal@nullstadt-kerpen.de

Bezirksregierung Köln (höhere Naturschutzbehörde)
marco.schlaeger@nullbezreg-koeln.nrw.de
Tel: +49 221 147-2373

http://www.lanuk.nrw.de/
Servicenummer Öffentlichkeitsarbeit und Bürgertelefon:
Fon: 02361 305 1214
Fax: 02361 305 1641
buergeranfragen@nulllanuk.nrw.de

So kann es gehen:

Mail Empfänger: …

Betreff: Antrag auf behördliches Einschreiten (Naturschutzrecht)

Beispieltext:

Guten Tag,

ich/wir möchte Ihnen folgende Naturschutzfrevel bekannt machen:
Ein 6 ha großes Waldstück bei Manheim-Kerpen wurde am 30. und 31.1.2025 und der Rest am 18.11.2025 gerodet. Dies passierte im Auftrag von RWE unter Hilfeleistung der Polizei.
Weiter wird am Tagebau Hambach eine Schneise in Richtung Manheim gebaggert, die nicht für den weiteren Betrieb des Tagebaus, also zur Kohlegewinnung notwendig ist.
Die Biotopvernetzung zwischen Steinheide und Hambacher Wald wurde und wird damit zerstört. Auch die Rodung der Vegetation entlang des Manheimer Fließes, die die Trittsteinvegetation unter anderem für Fledermäuse, Vögel und Haselmäuse ist, stellt ein artenschutzrechtliches Vergehen dar.
Das wichtige, diverse, funktionierende Ökosystem des Sündenwaldes mit über 100 Fledermaus-Habitatbäumen ist vernichtet worden. Das waren Quartiere der Bechsteinfledermaus, einer streng geschützten Fledermausart, die unter besonderem Schutz in der EU steht und für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat.

Diese Naturshutzrechtlichen Vergehen werden hiermit bekannt gegeben und beinhalten auf folgender Rechtsgrundlage die Pflicht der Behörde tätig zu werden.

§17 Abs.8 BNatSchG
§21 BNatSchG
allgem. Verwaltungsrecht

Ein Zitat: „Das vorliegende integrierte Biotopverbundkonzept für das Rheinische Revier der drei Naturschutzverbände ergänzt das vorliegende Biotopverbundkonzept des Landes NRW. Es soll damit konkret helfen, die Biodiversitätsstrategie NRW, die Braunkohle-Leitentscheidung für das Rheinische Revier, die Klimaanpassungsstrategie des Landes NRW, die UN sustainable development goals sowie die internationale Vereinbarung zum Schutz der Natur („Kumming-Montreal Global Biodiversity Framework“ , 30% Ziel) umzusetzen.
https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/im-fokus/biotopverbund-rheinisches-revier/

Sie werden hiermit dazu aufgefordert im beschriebenen Sachverhalt tätig zu werden und mir/uns darüber Bericht zu erstatten.

MfG

 

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Jede Veröffentlichung auf dem Blog drückt die Meinung der jeweiligen Autor*innen aus, nicht der gesamten Besetzung.

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