Mensch von Baum gestürzt und gestorben – Aktivistis fordern sofortigen Einsatzstopp im Hambacher Forst

Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.

Wir sind zutiefst erschüttert. Alle unsere Gedanken und Wünsche sind bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und Menschen, die sich betroffen fühlen.

Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden.

Was jetzt nötig ist, ist ein Moment der Ruhe.

Auch wenn euch das momentan schwer fällt, genauso wie es uns schwerfällt so sachliche Hinweise zu geben: Wir empfehlen euch zum Schutz aller Aktivist*innen keine Aussagen, auch keine Zeugenaussagen bei der Polizei zu machen. Der Unfall muss und wird aufgearbeitet werden, aber die Polizei ist nicht der richtige Ort dafür. Ihr Interesse ist es, Aktivistis Schuld zuzuschieben.

Ticker ab 18. September

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Schaut auch auf die Twitter Accounts: @HambiBleibt @HambiEA #HambacherForst #HambiBleibt

Livestreams: @anettselle

 

19.September

 

21:53 Nach Informationen des EA werden – entgegen der Ankündigung der Polizei – NICHT alle rausgelassen.

20:20 Die Polizei kontrolliert weiterhin Personen auf dem Weg zur Wiese. Es wurden Schlafsäcke und Isomatten beschlagnahmt.

17:47 Die Person ist ums Leben gekommen

16:45 Polizei sagt die Person ist am Leben und wurde per Rettungshubschrauber abtransportiert

16:10 Situation unklar. An der Unfallstelle erst Tumult, jetzt großes Schweigen und Trauer

15:46 In Beechtown ist ein Mensch von einer Traverse gefallen.

14.20 Zwei weitere Festnahmen, jeweils Cosytown und Beechtown. Immer wieder Sprechrufe HambiBleibt! von verbliebenen AktivistInnen auf den Bäumen.

14:15 Malacadonia ist geräumt.

13:36 Das Baumhaus Bambule ist geräumt, die letzte Person wird gewaltsam aus der Krone entfernt

13:10 Schreie aus Cozytown, bei einer der angeketteten Personen wird gerade Gewalt angewendet

13:02 In Cosytown wurden alle Räumungsarbeiten eingestellt.

12:59 In Malacadonia wird das Lock-On jetzt bearbeitet

12:55 ACHTUNG, POLIZEI! Unter Baumhaus Lump im Dorf Cosy Town ist ein Tunnelstollen. Befahren des Bereichs mit schweren Maschinen gefährdet Menschenleben!

12.20 Festnahme in Cosytown. Sanitäter wurden hinzugezogen. Es scheint dem Aktivisten jedoch gut zu gehen.

12:05 Bambule wird geräumt, das Haus ist voller Menschen, eins davon ungesichert in der Krone

12.03 Am Rande von Beech-Town begleiten Menschen die Räumung mit klassischer Musik.

11.35 In Beech-Town hat der Abbau eines Baumhauses durch die Polizei begonnen. Die Aktivist*innen hängen an Traversen außerhalb der Häuser.

11:35 Sitzblockade bei Cosytown gerade geräumt. Schneise zu Lump fast fertig.

11:30 SEK jetzt auf Baumhaus Malacadonia

11:06 In Cosytown wird auch geräumt. Hebebühne rangiert

10:58 Kran fährt wieder runter

10:55 Kran geht hoch in Beechtown, darauf befindet sich Polizei mit Schilden

10:40 Live aus Beechtown

10:33 Im westen des Waldes wird das Tagebauvorfeld von Baumstümpfen befreit.

10:24 Kran und Hebebühnen in Beechtown. Räumung wird vorbereitet.

10:19 Hambi Twitter: cutting to defenders with 6 people holding out surrounded by a ground sitting blockade of 80+ activists. Need legal, press observers & support as the otherroad is to have faster way to remove the blockades with everyday now

10:11 SEK, Kletterpolizei und RWE Arbeiter begutachten Beechtown. Scheint bald loszugehen mit den Arbeiten hier.

10:10 Ein Finger (Ein Teil) der Aktion Unterholz ist an der Mahnwache angekommen.

xx:xx Unterstützt die Gefangenen! 4 Personen in Haft – info auf abcrhineland.blackblogs.org

9:57 Gerade wurde ein Mensch an der Mahnwache brutal von der Polizei zusammengeschlagen. Video

9:50 Am Kleingartenverein und in Lorien ist viel Polizei aber keine Presse

8:37 Die Wiese wird richtung Wald von Polizei abgeriegelt

8:30 50 Menschen der Aktion Unterholz wurden auf den Feldern südlich von Lorien gekesselt. 20 weitere machen vor Lump in Cosytown eine Sitzblockade. Räumungskräfte sind vor Ort, Räumungsverfügung wurde verlesen.

8:00 Jetzt ca 3-4 Hundertschaften am Flugplatz.

7:58 2 WaWes, 1 Räumpanzer und eine Hundertschaft die Secustraße runter. Eine Hundertschaft richtung Wiese.

7:45 Stimmung bei der Sitzblockade ist gut, es wird gesungen

7:30 Sitzblockade hat begonnen

 

18. September

 

21:00 Korrektur: Auf Whydah sind noch Menschen im Lock-on!

20:50 Whydah und Nonames sind komplett geräumt – letzte Personen wurden im Gefangenentransporter abtransportiert.

20:44 Keine Arbeiten mehr in Cozytown oder Beechtown. Trotzdem wird der Flutscheinwerfer auf Beechtown gerichtet. Polizei steht dumm daneben

20:40 Am Punkpod gibt es jetzt ein spontanes Pianokonzert Weiter lesen!

Der Widerstand lebt von Vielfalt und Eigeninitiative

In letzter Zeit erreichen uns immer wieder anfragen mit „könnte man mal nicht so und so eine Aktion/Demo/Soliparty/Kampange machen?“ Oder Leute fragen uns wen sie ansprechen müssen um bei uns dabei zu sein. Hier nochmal eine kurze Erklärung dazu:

Der Widerstand im Hambacher Forst ist keine Organisation, Gruppe, NGO oder Bündnis sondern eine Plattform für autonom handelnde Gruppen und Einzelpersonen. Das heißt du musst niemanden um Erlaubnis fragen um dabei zu sein sondern einfach nur kommen und machen was du für richtig hälst. Wir haben niemanden der für uns Entscheidungen fällt, auch kein Plenum das in einem demokratischen Prinzip oder einem Konsensprinzip entscheidet.

Du bist der Meinung dass jetzt eine ganz bestimmte friedliche oder militante Aktion passieren soll? Dann such dir Leute und führ sie durch!
Du bist der Meinung dass es jetzt eine ganz bestimmte Demo braucht? Dann bewerbe sie und mach sie!
Du glaubst dass eine Soliparty mit einem bestimmten Thema jetzt hilfreich wäre? Organisier sie!

Was uns immer stark gemacht hat ist unsere Vielfalt an Methoden und die daraus resultierende Unberechenbarkeit. Und wenn dir irgendjemand sagt, um aktiv zu werden musst du jetzt zu der und der Demo gehen oder dich an den und den Aktionskonsens halten, dann glaub ihm kein Wort. Du bist die einzige Autorität für dein Handeln!

Gefährlicher Ort? Von Wegen!

Seit einiger Zeit gilt der Hambacher Forst und ein beträchtlicher Teil drumherum als ‚Gefährlicher Ort‘ in welchem es der Polizei ermöglicht wird, Personalien festzustellen, Durchsuchung von Mensch und Fahrzeugen vorzunehmen und Dinge zu beschlagnahmen.

Gegen diesen ‚Gefährlichen Ort‘ als solchen ist juristisch erstmal wenig zu machen ABER gegen jede einzelne Polizeimaßnahme kann sehr wohl vorgegangen werden.

Warum sollte es gefährlich sein, wenn ich in Buir an der Tankstelle eine Packung Kaugummi kaufe?

Warum sollte ich nicht auf der Landstraße L257 zur Arbeit fahren können ohne jedesmal meinen Kofferraum öffnen zu müssen?

Warum sollte ich meine Personalien angeben wenn ich zu einer angemeldeten Mahnwache möchte?

Und warum werde ich jedem Abend bei meiner Hunde-Gassirunde nach meinem Ausweis gefragt und soll mich auch noch nach dem letzten Leckerli in meiner Tasche durchsuchen; im schlimmsten Fall abtasten lassen?

Wir sagen: Schluss mit dem ‚Gefährlichen Ort‘! Wir wissen, dass dieser völlig überzogen ist und hunderte Menschen in ihrer Freiheit einschränkt – übrigens ein realistischer Ausblick auf das, was uns allen blüht, wenn Innenminister Reul das neue Polizeigesetz durchbringt. Was wir noch nicht wissen ist, was das Gericht dazu sagt … folgen Richter*innen dieser nur auf Einschüchterung und Abschreckung ausgelegten zugrundeliegenden Gefahrenprognose der Polizei? Und wenn nicht: wie können die realen Auswirkungen maximal beschränkt werden?

Für alle Menschen die sich gegen polizeiliche Maßnahmen innerhalb des ‚Gefährlichen Ortes‘ zwischen Morschenich, Wald, Manheim und Ortsgrenzen Buir vor Gericht wehren wollen, haben wir hier eine kleine Anleitung:

  • meldet euch bitte beim EA (legalsupporthambi@nullriseup.net) oder bei RA Mertens (kanzlei@nullra-mertens.com)
  • erhaltet von uns Tipps und Kniffe für euer Schreiben ans Verwaltungsgericht
  • nehmt eure Empörung gern mit in eure Klage auf
  • überlegt euch vorher gut ob das ein Schritt für euch ist… Klagen müssen begründet werden; für Menschen die gern nichts über sich sagen wollen, vielleicht nicht das passende Mittel
  • schreibt uns auch wenn ihr Lust drauf habt zu eurer Klage mehr zu sagen und das eventuell auch öffentlich gegenüber Medienvertreter*innen.

Klagen kosten Geld (wenn ihr welches habt; mehr Tipps unter: http://vonunskriegtihrnix.blogsport.eu/) und sind auch Aufwand – wenn ihr euch zwar nicht vorstellen könnt selbst zu klagen, dann habt ihr vielleicht noch eine Münze übrig und könnt so Klage-Pat*innen werden. Meldet euch auch dann bitte beim EA.

Still not loving ‚gefährliche Orte‘

Euer Hambi EA plus Supporter*innen

Ticker & aktuelle Infos zum Aktiv werden!

Die Rodungs- und Räumungssaison 2018 im Hambacher Forst hat offiziell angefangen! Tag X ist da!

Am Mi, 12. September um 20:35 Uhr wurde die sofortige Räumung des Hambacher Forstes angeordnet. Weitere Informationen zum aktuellen Stand im
TICKER ab 18. September | 14.-17. September | 1.-13. September | Die letzten Augusttage |

Soliaktionen und Demonstrationen Werdet aktiv in euren Städten! Überall!

Wichtige Informationen Alles zu Telefonnummern, Presse, Mahnwachen… zum Durchlesen bevor ihr vorbeikommt!

Wie werde ich aktiv?Orgastress?! Alles zu Support und Solidarität

Aktuelle Sachspenden: Wir brauchen neues Klettermaterial und Kommunikationsausrüstung – Danke für eure großartige Unterstützung!

Das Skillsharing-Camp findet weiterhin statt! Am 22.9. (in 3 Tagen) geht es los!

Aktuelle Infos zum Skillsharingcamp

Wie ihr sicher mitbekommen habt, geht es bei uns gerade ziemlich drunter und drüber. Unter Anderem lässt die Polizei gerade regelmäßig Leute nicht in den Wald oder auf die Wiese. Das hält uns aber NICHT davon ab unser halbjährliches Skillshare-Camp zu veranstalten.
Wir mussten aber ein bisschen umdisponieren: Ein Großteil der Workshops, Veranstaltungen und Konzerte wird dieses Jahr auf dem „Wald retten – Klima schützen – Camp“, auch bekannt als „Hambi-Camp-Manheim“, stattfinden. Dort stehen auch Schlafplätze zur Verfügung. Für diese Unterstützung einen großen Dank von uns an dieses Camp! Solidarity is a Weapon!

Das Skillsharingcamp findet auch weiterhin vom 22.09. bis zum 03.10. statt. Menschen sind willkommen, ob mit oder ohne Zelt (auch wenn mit natürlich praktisch ist). Das Ganze funktioniert auf Spendenbasis. Kein Geld haben ist also kein Hinderungsgrund. Im Gegenteil! Für Wasser und Verpflegung ist gesorgt. Auch Menschen mit Kindern sind selbstverständlich willkommen.

Wenn ihr Rückfragen habt oder selber einen Workshop anbieten wollt, schreibt doch an skillsharing.hambacherforst@nullriseup.net .

Rassismus, Sexismus, Transfeindlichkeit und jegliche andere Formen von Diskriminierung und beschissenem Verhalten sind natürlich nicht willkommen!

Die Termine aller Workshops und Veranstaltungen findet ihr hier.

Und die ursprüngliche Einladung findet ihr hier.

Aktuelle Sachspenden VI

Während der Räumung ist es schwierig, Sachspenden in den Wald zu bringen. Aber die Wiese (Spenden im Zweifel an der Mahnwache abgeben), die Mahnwache in Buir und der Gesasupport in Aachen haben ein paar Wünsche:

An allen Punkten freuen sich Menschen über veganes Essen und Getränke (Wasser!)

Im Gefahrengebiet werden Menstruationshygieneartikel gewünscht. Menstruationstassen sind umweltfreundlicher als Binden und Tampons!

Ebenfalls für’s Gefahrengebiet (Mahnwache und Wiese) wird Kochsalzlösung (gibt es z.B. bei Kontaktlinsen in der Drogerie), vermutlich auf der Mahnwache werden Sonnensegel und Regenschirme gewünscht.

Die Leute vom GesaSupport Aachen wünschen sich dringend ein digitales Diktiergerät.

Ansonsten werden in den nächsten Wochen Repressionskosten in Höhe von mehreren Tausend Euro auflaufen. Dafür gibt es das Spenden&Aktionen-Konto:

Konto: Spenden & Aktionen
IBAN: DE 29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VBMHDE5FXXX
Verwendungszweck: Hambacher Forst

Das mit uns befreundete Projekt Alf Partout braucht gerade auch viel Geld, um bei der Durchsuchung des Aktionsbusses abhanden gekommenes Material und den seit der Durchsuchung stark beschädigten Bus zu reparieren bzw. zu ersetzen. Dafür nutzt dasselbe Konto mit dem Verwendungszweck „Alf partout“

Waldspaziergang diesen Sonntag (am 23. September) oder auch jeden Tag!

Jede Person hat das Recht Natur zu erleben, Bäume zu sehen, den mit Blättern bedeckten Waldboden unter den Füßen zu spüren und die ruhige Stimmung des Waldes zu genießen. Gerade wird jedoch genau dieses Recht unterbunden! Im 12.000 Jahre alten Hambacher Forst macht die Polizei dieses für junge und ältere Naturliebhaber*innen sehr hart.
Die ganze Gegend in und um den Hambacher Forst wurde offiziell als “Gefahrengebiet” deklariert. Damit haben Polizeikräften das Recht zur Identitätenkontrolle und jede Person, die das Gebiet betritt, zu durchsuchen. Im Zuge dieser Kontrollen wurden manche Menschen gezwungen das “Gefahrengebiet” zu verlassen und durch einen Platzverweis von bis zu vier Monaten daran gehindert, den Wald zu betreten bevor dieser von RWE abgeholzt werden soll.
Doch trotz der großen Polizeipräsenz werden wir jede Chance nutzen diesen wunderschönen und einzigartigen Wald zu besuchen! Diesen Sonntag (23. September) werden Michael Zobel und Eva Töller wieder einen ihrer wöchentlichen Waldspaziergänge veranstalten. Dort werden sie den mitlaufenden Waldgänger*innen über die einzigartigen Ökosysteme im Hambacher Forst und Geschichten der Klimagerechtigkeitsbewegung für den Erhalt des Waldes erzählen. Wir empfehlen allen Naturliebhaber*innen, Familien ohne (oder jetzt mit!) Sonntagsplänen, Klimaaktivisti und Journalist*innen vorbeizuschauen! Erlebt die Wunder der letzten Urwaldes in Zentraleuropa! Die Veranstaltung wird um 11:30h beginnen. Der Ort wird kurzfristig auf der Website http://naturfuehrung.com/ bekanntgegeben.
Alle Menschen, die diesen Sonntag nicht die Möglichkeit haben, im Wald spazierenzugehen oder sowie dem Hambacher Forst einen Besuch abstatten wollen, empfehlen wir jede Chance zu nutzen, die sich euch bietet, den Wald zu betreten! Polizei und RWE-Arbeiter*innen zerstören in diesem Moment bereits große Teile des Waldes, um die Klimagerechtigkeitsaktivisti in der Besetzung zu räumen. Die Polizeiaktionen der letzten Wochen haben uns gezeigt, dass wenn sich viele Menschen dieser ungerechte Arbeit entgegenstellen, können wir die Zerstörung dieses einzigartigen Stückes Natur erschweren und verzögern.
Die Botschaft ist also klar: Kommt vorbei, erlebt diesen Wald und zeigt eure Solidarität!

Skillshare Timetable

Um das nochmal zu betonen: Das Skillsharing-Camp wird auch unter den aktuellen erschwerten Umständen stattfinden. Hier der vorläufige Plan von Workshops und Veranstaltungen. Wie ihr seht, sind vor allem die Vormittage noch recht leer. Deshalb freuen wir uns sehr, wenn noch weitere Leute Workshops anmelden. Dafür einfach eine Mail an skillsharing.hambacherforst@nullriseup.net
Der Plan wird regelmäßig aktualisiert. Der Erfahrung nach kommen aber auch viele Workshops spontan während dem Camp dazu.

Hinweis: Wir sind eine diverse Bewegung. Wir als Orga des Skillsharing-Camps stehen NICHT hinter jedem einzelnen Workshopinhalt, einigen stehen wir sogar ablehnend gegenüber. Die Beschreibungstexte sind teilweise von den Referentis und wurden wörtlich übernommen, auch hier stehen wir nicht hinter jeder Aussage.

Tägliches Programm:

09:00-10:00 Frühstück
Frühstück ist wichtig für die Revolution.

10:30-12:00 Krav Maga
Sport ist gesund für Körper und Seele. Deshalb gibt es als tägliche Sporteinheit einen Krav Maga Anfänger*innen-Kurs.

14:00-15:00 Mittagessen
Das Mittagessen wird im Großen und Ganzen kalt sein. Aber trotzdem gut!

14:30-15:00 Legal Team-Sprechstunde
In dem Zeitraum sind juristisch geschulte Vertreter*innen des Hambi-Legal Team für rechtliche Fragen ansprechbar.

15:00-16:00 Vorstellung von Radikale Therapie für Widerstandsnomad*innen

19:00-20:00 Abendessen
Zum Abend eine warme Mahlzeit bevor es zum Abendprogramm geht.

 

22.09.

12:00-19:00 Ankommen
Der erste Tag wird erstmal ein gemütlicher Anreisetag. Auch das tägliche Programm wird hier abgesehen vom Abendessen nicht stattfinden. Stattdessen erstmal ein gemütliches Anreißen und Kennenlernen.

20:00 Willkommenskonzert: Roim & Stroi-Fahrzoige
Als erste Abendveranstaltung spielt die Oi-Punk-Band „Roim & Stroi-Fahrzoige“ aus Berlin für uns.

 

23.09.

10:00-11:30 Gewaltfreie Kommunikation
Wir möchten den Hambi retten. Gegenüber Politikern und der Polizei stehen starke Bewertungen im Raum.
Welches Gefühl ist heute in uns lebendig? Ohnmacht? Wut?
Worum geht es Dir heute? Ist Gemeinschaft präsent? Geht es um den Mangel an Respekt., an Sicherheit, an Gesehen werden, an Wirksamkeit?
Neben dem Hambikonflikt können wir auch Eure lebendigen Konflikte aus Gruppe, Arbeitsplatz oder Familie ansehen.
Die einzelnen GFK-Workshops die heute stattfinden haben verschiedene Inhalte, bauen aber nicht direkt aufeinander auf. Sowohl der Besuch einzelner als auch aller ist möglich.

10:00-12:00 nicht-direktive Pädagogik – Alternativen zur Unterrichtsvollzugsanstalt
Schule ist blöd, aber muss das so sein? Hier wird über Alternativen geredet.

12:30-14:00 Gewaltfreie Kommunikation
Siehe oben

15:00-16:30 Konzert: FaulenzA+der Müll der letzten Tage
Warum sollten Konzerte nur abends sein? Heute spielt die queerfeministische Liedermacherin und Rapperin FaulenzA, sowie die Strassentruppe „Müll der letzten Tage“.

15:00-16:30 Gewaltfreie Kommunikation
Siehe oben

16:53-18:01 Was ist eigentlich das ABC und wie könnt ihr mitmachen und uns unterstützen
Hier stellt sich das Anarchist Black Cross, eine Gefangenenunterstützungsstruktur, die eng mit der Waldbesetzung zusammenarbeitet, vor.

17:30-19:00 Gewaltfreie Kommunikation
Siehe oben

20:00 Konzert: Kontraproduktiv
An diesem Abend spielt für uns Kontraproduktiv, eine feministische Liedermacherin aus dem Hambacher Forst.

 

24.09.

12:30-14:00 Ticketfrei – Der Blitzermelder für Fahrkartenkontrollettis. Bald auch in eurer Stadt?
U-Bahnen und Busse, für die man keine Tickets mehr braucht, sind eine faszinierende Idee. Wenn man U-Bahnen mit Steuern finanzieren würde, könnte man Kontrolleure arbeitslos machen. Doch noch treiben Kontrolleure ihr Unwesen. Wenn man nur wüsste, wann & wo kontrolliert wird, könnte man sich viel Geld sparen.
Mit Ticketfrei-Bots kann sich eine ganze Stadt gegenseitig warnen, wenn gerade Kontrolleure unterwegs sind. Überwache die Überwacher, und hol dir deine Infrastruktur zurück.
Dieser Workshop erklärt, was an politischen Zielen dahinter steht, und wie man sie erreichen kann. Wir erklären nicht nur, wie ihr Ticketfrei in eure Stadt holen könnt, sondern auch, wie wir den Bot entwickelt haben. Mit Code für eine bessere Welt zu kämpfen ist nämlich nicht schwer.

15:00-18:00 Wie läuft so ein Gerichtsprozess eigentlich ab und was für Möglichkeiten habe ich mich zu wehren – ein Überblick
Wir wollen euch hier einen groben Überblick darüber geben, wie ein Strafprozess abläuft und was für Möglichkeiten es darin gibt. Es handelt sich hier NICHT um ein vollwertiges Selbst/Laienverteidigungstraining sondern lediglich um einen Einstieg.

18:00-19:00 Von uns bekommt ihr nichts – wie wir es schaffen nicht zahlen zu müssen
Wenn eins längere Zeit politisch aktiv ist und entsprechend auch mit dem Staat oder politischen Gegnern aneinander gerät, lassen sich Geldforderungen oftmals nicht vermeiden. Aus Überforderung oder Unwissenheit werden solche Forderungen häufig beglichen, ohne über alternative Umgangsweisen nachgedacht zu haben. Dieser Workshop will Möglichkeiten vorstellen, die von einfachem Zahlen und Solipartys-Organisieren weggehen. Er soll auch Einblicke in ein Lebenskonzept geben, das von einigen Aktivistinnen bereits erfolgreich praktiziert wird. Es handelt sich nicht um einen hypothetischen Ansatz, sondern um einen praktischer Leitfaden von Aktivistis, die darin ihre Erfahrungen im Umgang mit Geldforderungen weitergeben wollen.
Vielleicht entschließt sich die eine oder der andere ja auch dazu, bei der nächsten Rechnung nicht mehr zu zahlen und die Gegenseite auf den Kosten sitzen zu lassen. Damit lässt sich nicht nur der Gegenseite ein Schnippchen schlagen; auch das gängige Konzept von Eigentum kommt ins Wanken, wenn eins sich davon emanzipiert.

 

25.09.

15:00-16:00 Soylant – das Cyberfood für die digitale Dystopie
Was essen wir nach der Apokalypse? Was kann sich selbst im Neoliberalen Käfig jede*r leisten? Was macht euch fit für das Wageslavelife? Kann es gesund sein, über Monate nur von einem Nährstoff-Pulver zu leben?

16:00-18:00 FAKTOR FÜNF – Energieberatungs-Crashkurs für Hausbesitzer und Waldbesetzer
Inhalt (auszugsweise):
a) Die klimatischen Sonderbedingungen im Rheinland
b) Die Wichtigkeit vom Energiesektor Haus-Wärme
c) Die Kosten-Nutzen-Aspekte zur Bezahlbarkeit
d1) bis d99) Umsetzung DIY, Hackordnung „Was-zuerst“, Einzelmaßnahmen A-bis-Z
x) Lötkurs

16:00-Open End – DIY or Die
Ob für das reparieren und anpassen von Kleidung, das Schneiden und Färben von Haaren oder das Stechen von Piercings und Tattoos, für das alles geben Menschen viel Geld aus. Dabei lässt sich das alles mit einfachen Mitteln auch selber machen. Hier lernt ihr wie.

 

26.09.

15:00-17:30  Tor & Tails – Per Anhalter durch das Darknet
In der allgegenwärtigen Überwachung anonym zu bleiben ist nicht einfach. Das effektivste Tool, das wir hierfür haben, ist das Tor-Netzwerk. Es gibt allerdings ein paar Sachen, die man bei der Benutzung beachten muss – wir klären auf und geben praktische Tipps.

 

27.09.

15:00-17:00 Raubkopieren – Rechtliche Lage & Austausch über Umsetzung.
Culture wants to be free – und zumindest das hat das Internet erreicht. Spätestens seit Kopien nichts mehr kosten, macht Kunst als Ware keinen Sinn mehr – ob Musik, Computerspiele, Filme, Serien, oder Bücher. Also: Ware & Wert dekonstruieren, einfach alles rumkopieren!
Wir erklären kurz die rechtliche Lage und tauschen uns dann gemeinsam aus, wie man am besten raubkopiert.

20:00 Konzert: Cyber-Mike
Konzert eines Liedermachers aus Nürnberg

 

28.09.

15:00-18:00 Tripods bauen
Tripods sind die letzten Jahre ein sekundäres Markenzeichen des Hambi geworden. Hier lernt ihr wie ihr sie baut.

 

29.09.

15:00-16:30: Drogen, Kultur und Veränderung
Workshop zu psychoaktiven Visionen und gesellschaftlichen Abhängigkeiten. Angesprochen werden Fragen wie: Deutschlands größtes Drogenfest? Drogenmündigkeit? Wer profitiert vom War on Drugs? Psychedelische Reisen? Drogen als Werkzeug? Drogen und Party? Drogen und Bewusstseinserweiterung? Drogen als Heilmittel? Drogen und Manipulation? Welches System braucht welche Droge? Was ist Deine Lieblingsdroge? Wie sieht die ideale Droge aus? … ?

17:00-19:00 Wie können wir Trans-Menschen uns Selbstbestimmung erkämpfen – Brainstorming und Austauschrunde
Um einen Schutzraum zu schaffen ist dieser Workshop nicht für Cis-geschlechtliche Menschen geöffnet.
Transgeschlechtlichen Menschen wird immer noch das Recht auf körperliche Selbstbestimmung (zb. bei HRT, OPs) vorenthalten. Wir wollen uns darüber austauschen, was wir tun können, um das zu ändern. My Body, My Choice!

20:00 Konzert: Inflatulenzia Präfinalia
Konzert einer Band aus Nürnberg.

 

30.09.

11:00-14:00 Ladendiebstahl lohnt sich – klau dir dein Leben zurück
Der Workshop besteht aus insgesamt drei Modulen, die je nach Wunsch der Gruppe jeweils länger oder kürzer ausfallen oder auch ganz weggelassen werden können. Im Ersten gibt es nach einem kurzen Text als Input eine Diskussionsrunde zum Thema der moralischen, ethischen und politischen Legitimität von Ladendiebstahl geben. Im Zweiten gibt es einen kleinen Input zu der rechtlichen Situation und möglichen Folgen. Im Dritten gibt es einen allgemeinen Austausch zur praktischen Umsetzung.

14:45-15:00: Create Free Spaces
Fotoausstellung zu Freiräumen weltweit + Impuls Vortrag zu den Hintergründen. Squats, Camps, Festivals, Aktionen, Projekte, … die andere Wege gehen.

15:00-17:00 Trampen, Schwarzfahren, Benzin schnorren – Austauschrunde über geldfreie Mobilität
Wie komme ich ohne Geld von Punkt A zu Punkt B? Für dieses Problem wurden schon viele verschiedene Lösungsansätze gefunden. Hier wollen wir uns genau darüber austauschen.

17:00-18:00 Lesung: Wenn die Sonne rauskommt fahr ich ohne Geld

22:00 Rave in die Rodungssaison
Wir lassen uns weder von RWE noch von der Polizei das Feiern verderben! Und deshalb wird auch unser traditioneller Rave in die Rodungssaison stattfinden.

 

01.10.

15:00-17:00 Clown-Spiele
Hier werden Methoden der CIRCA und allgemein der Spaßguerilla vorgestellt.

20:00 No-Talent-Show
Was soll denn eine No-Talent-Show sein? Nun ganz einfach, eine No-Talent-Show ist ein Raum in dem nichts peinlich sondern alles cool und lustig ist und in dem Menschen einfach mal Dinge vorführen dürfen von dem sie sonst der Meinung sind es „nicht zu können“. Egal ob Singen, Rappen, Theater spielen oder Strippen, alles hat hier Platz.

 

02.10.

15:00-17:00 Baumhäuser bauen
Baumhäuser sind DAS Markenzeichen des Hambacher Forstes. Hier lernt ihr, wie ihr sie baut.

18:00-20:00 Schleichen
Sich durch den Wald schleichen kann in vielen Lebenssituationen ein nützlicher Skill sein. Hier lernt ihr, wie es geht.

 

03.10.

Den ganzen Tag: gemütliches ausklingen lassen
Nach fast zwei Wochen voller Input lassen wir das Camp gemütlich ausklingen.

Beginn: Skillsharing im Treburer Wald
Der Hambi ist nicht die einzige Waldbesetzung, die es gibt und auch im Treburer Wald bei Frankfurt am Main gibt es ein Skillsharecamp, das genau dann losgeht, wenn unseres endet. Also noch eine Woche lang Lernen, Vernetzung und Spaß?

Beginn: RabAZ Köln
Der Hambi ist nicht der einzige Freiraum in der Region, der bedroht ist. Auch das Kölner AZ und der Kölner Wagenplatz müssen um ihre Existenz kämpfen und machen deshalb RabAZ. Lasst uns sie supporten!

Der Kampf geht weiter!
Auch wenn das Skillsharingcamp endet geht unser Kampf weiter. Wir freuen uns über so viele Menschen wie möglich, die bleiben!

PRESSEMITTEILUNG 17.09.18

RÄUMUNG IN OSTEN UND WESTEN, SOLIKONZERT VORM WALD

Mit müden Augen schreiben wir diese heutige Pressemitteilung. Das Baumhausdorf Gallien wird seit heute Morgen geräumt. Mit vier Hebebühnen versuchte die Polizei die Menschen aus den Traversen und Baumhäusern einzusammeln, aber durch Lockons, gute und motivierte Laune der Aktivsti und Unterstützer*innen sind immer noch vier von neun Baumhäusern besetzt und unzerstört. Die Räumung von Gallien läuft nun seit ganzen zwei Tagen und die Polizei hat noch viel zu tun, um die Aktivisti komplett zu räumen.

Die Aktivisti bleiben widerständig! Das war auch in Oaktown heute wieder einmal sichtbar: ein “climate-justice warrior” hält Oaktown am Leben. In seiner Hängematte liegend und nur mit einer Tasche voller Bücher hat er sich von den Polizeikräften nicht einschüchtern lassen. Stattdessen hat die Polizei es erst einmal aufgegeben, ihn aus dem Baum zu holen.

Im Westen der Besetzung wurden zum zweiten Mal die Räumungsbefehle vorgelesen und die Räumung weitergeführt. Durch mehrere Sitzblockaden und neu errichtete Barrikaden haben Aktivisti, auch von Aktion Unterholz, die Räumung erschwert und verzögert. RWE hat angefangen eine breite Schneise an Bäumen rund um Beechtown im Westen zu roden. Als Menschen laut “hört auf!” riefen, gab es tatsächlich den Moment, wo die Maschinen stoppten. Vielleicht hat das RWE Mitarbeiter*innen zum Nachdenken über ihr Handeln im 12.000 Jahre alten Hambacher Forst gebracht. In Cozytown hält sich die Laune der Aktivisti in den Bäumen trotz der gewaltsamen Zerstörung im Wald. Singend gebieten sie RWE und Polizei Einhalt und müssen doch die Zerstörung ihres Zuhauses und die Entführung ihrer Genossis mitansehen. Hier wird sich die Räumung wohl in die Nacht hineinziehen, da Polizei Scheinwerfer aufgestellt hat. Vier Baumhäuser sind hier noch besetzt.

Auch eine Cellospielerin hat heute ihre Solidarität mit den Besetzer*innen des Hambacher Forstes laut und deutlich gezeigt. Mit einer Sinfonie von Bach war sie in Cozytown ein Beispiel für die Diversität der Bewegung. Nur durch die Unterstützung von allen Seiten konnte die Räumung der Besetzung im Westen hinausgezögert werden.

Doch auch unsere punkigeren Unterstützer*innen sind heute zahlreich zum Wald gekommen. Mit einem Solikonzert haben die Punkbands Zen Mob und Mülheim Asozial, sowie Liedermacher Konny ihren Senf zu Umweltzerstörung und Klimagerechtigkeit gegeben. “Bier gegen Bagger, Bier gegen Deutschland, Bier gegen Bagger und Deutschland!” klang es durch die sonst ruhige Abendstimmung auf der Wiese.

Wir wollen noch eine Sache klar machen: Auch wenn die Situation in den Medien hier heute ruhiger als die Tage zuvor wirken mag, die irrsinnigen Räumungen gehen gewaltsam weiter! Pressevertreter*innen werden weiterhin aktiv von Polizeikräften von den Tatorten der Zerstörungswut von RWE ferngehalten. Es kommen die ganze Zeit neue Menschen an, die den Ökoterrorismus von RWE und Innenminister NRWs Herbert Reul (CDU) nicht länger zusehen wollen. Ihre Unterstützung und Präsenz gibt den Aktivisti in den Bäumen neue Kraft, Motivation und Mut für den gemeinsamen Kampf für Klimagerechtigkeit hier und heute.

Dank der starken Stimmung bei dem Solikonzert heute Abend sind wir bereit für die nächsten Tage, sind wir bereit uns RWE und der Polizei weiterhin entgegenstellen, um weiterhin an die Menschen da draußen das Zeichen zu setzen: Hambi bleibt, für heute und für immer!