Einladung: Strafprozess wegen rechtswidriger Hambiräumung am 21.10.

Anfang September – mitten im Wahlkampf – erklärte das VG Köln die Räumung des Hambacher Forsts für rechtswidrig, eine schwere Schlappe für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Die offizielle Begründung, Brandschutzmängel, war nach Ansicht des Gerichts offensichtlich nur vorgeschoben.

Das Aktivisti, das die Klage geführt und erstinstanzlich gewonnen hat, ist am Donnerstag selbst angeklagt – ihm wird vorgeworfen, an einem Baumhaus angekettet gewesen zu sein. Es muss es sich nun auch schon in der zweiten Instanz gegen diesen Vorwurf verteidigen. Aber nun, nach dem VG-Urteil zur Räumung, stehen die Chancen besser – Widerstand gegen rechtswidrige Polizeimaßnahmen ist nach § 113 II StGB nicht strafbar.

Dass die Verhandlung kurioserweise am Geburtstag des Angeklagten stattfinden soll, wird die Aktivistis nicht vom Feiern abhalten. Das Angeklagte meint dazu: „Denn wir haben Spaß, alles was die haben, sind Knarren – und solange du mehr Spaß als die hast, solange hast du nicht verloren.“

Die Verhandlung findet statt am Landgericht Aachen, 21.10.2021 ab 11:30 Uhr. Eine Kundgebung vor dem Gericht ist in Planung.

Für Rückfragen und Interviews stehen Angeklagtes und Verteidigung bereit unter legalsupporthambi@nullriseup.net, ab 19.10. auch telefonisch unter 015212895619.

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RÄUMUNG VON NORA 219 A HAT BEGONNEN

Heute morgen hat die Räumung der Waldbesetzung im Süden Polens begonnen.

Bisher wurden nur Bodenstrukturen entfernt, noch keine Luftstrukturen, es ist unklar, wie es weitergeht. Es wird dringend Unterstützung gebraucht!

ANREISE:

Von Rzeszow und Warschau aus fährt ein Bus nach Ustrzyki dolne und von dort aus ein Bus nach Muzcne.

Ihr könnt auch die Mail des Kollektivs kontaktieren. Vielleicht können die euch eine Mitfahrgelegenheit organisieren.

VORSICHT! :

Die Bestzung liegt an der Grenze zur Ukraine. Boarder-Guards sind unterwegs und ID-Verweigerung deswegen schwer. Wer Boarder-Guards keine ID-zeigt, wird mitgenommen. Niemand weiß, was dann passiert. Offiziell tauschen Cops, Boarder-Guards und Forest-Guards keine Personendaten aus, inoffiziell wissen wir nichts genaues.

AUF ALLEN KANÄLEN TEILEN

https://nora219a.blackblogs.org/en/

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EVICTION OF 219A STARTED TODAY:

the forest occupation in the south of poland started today. So far they only evicted ground structures, no air structures, it is unclear how they will continue.

Support is really needed!

HOW TO GET THERE:

there is a bus going from rzeszow and warsaw to ustrzyki dolne and there another one to muzcne.

You can also contact the collective’s mailadress. Maybe they can organize a ride.

BE CAREFUL:

The Occupation is next to the ukrainien boarder. So there are often boarder guards who check your ID. If you don’t show ID, they can take you with them. We don’t know what is happening then. Officially boarder-guards, forest-guards and police don’t exchange data about people, we don’t know how it looks like unofficially.

SHARE EVERYWHERE

https://nora219a.blackblogs.org/en/

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+++ Aktionswoche „Alle Bäume Bleiben“

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+++ Auftakt der Rodungsverhinderungssaison +++ 29.09.-06.10.21 +++

Ab dem 01.10. beginnt auch in der ZAD Rheinland die Rodungssaison.In Lützerath will RWE weiter Fakten schaffen und die Bäume fällen. 650 Mio Tonnen Kohle sollen hier noch verfeuert werden, die Klimakrise weiter angefacht werden. Dies werden wir verhindern!

Die Braunkohle bereichert Wenige, die erzeugten Emmisionen jedoch bedrohen
viele Millionen Leben weltweit. Heute UND in der Zukunft!
Wir werden aktiv vor Ort, sind Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Wir stellen uns den zu erwartenden Rodungsarbeiten entschieden in den Weg und werden nicht zulassen, dass internationationale Großuternehmen (wie RWE) weiter die Klimakrise anheizen.

Wir bauen den Widerstand weiter aus um die Kohle im Boden zu halten. Lützerath ist das Letzte, was RWE und ihrem Streben nach Profit durch Zerstörung im Weg ist, bevor sich die Bagger auf Jahre weiter durchs Land fressen können.
Bei der Aktionswoche ALLE BÄUME BLEIBEN bereiten wir uns mit verschiedenen Skillshares von Bau- und Kletterworkshops bis zu Legal- und Aktionstrainings gemeinsam darauf vor, die zu erwartenden Rodungen zu verhindern. Mit den erlernten Skills läuten wir die Rodungsverhinderungssaison ein!
Damit wollen wir der Gesellschaft eine Chance geben, das im Paris
festgelegte 1,5°-Limit einzuhalten.

Haltet euch gerne über unsere Website, ende-gelaende.org/ende-gelaende-goes-luetzerath und unsere Social Media Kanäle auf dem Laufenden.
Wir sehen uns in Lützerath auf der Straße, in der Blockade und auf den Bäumen! Wir handeln jetzt!

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3. Jahrgedächtnis Steffen Meyn /Sonne

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Wir dokumentieren mit Anteilnahme das 3. Jahresgedächtnis an Steffen Meyn/Sonne, welches am 18.09.2021 veröffentlicht wurde:

 

3 Jahre – ohne DICH

In liebevoller Erinnerung an unseren geliebten, wunderbaren, offenherzigen Sohn
Steffen Meyn,
die Sonne unseres Lebens.

* 11. September 1991
† 19. September 2018

Jetzt auch amtlich vom Verwaltungsgericht Köln bestätigt: Die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Wald im September 2018 war rechtswidrig.

Verantwortungsloses, menschenverachtendes Handeln von Armin Laschet und Herbert Reul
Wir können das Unfassbare nicht fassen.

Geliebter Sohn – DU könntest noch leben.
Unendlich – die Sehnsucht nach DIR;
Unglaublich – schwer das Leben ohne DICH;
Unermesslich – traurig – inspiriert – wütend;
Für immer – DEIN Platz in unseren Herzen;
Unauslöschlich – die Erinnerung an DICH, jede Minute, jede Stunde, jeder Tag;
Dankbar – für DEINE Lebensfreude und DEIN Lachen, DEINE Liebe, DEINE Güte und Geduld, DEINE außergewöhnliche Menschlichkeit, DEINE Weisheit.

In ewiger Liebe, Mama und Papa

Das Jahrgedächtnis wird am Sonntag, dem 3. Oktober 2021 um 12.00 Uhr in der kath. Kirche St. Martin in Langenfeld-Richrath, Kaiserstraße 28, gehalten.
Eine Anmeldung ist erforderlich; Online oder unter der Telefonnummer 02173/499610.

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Einladung zum öffentlichen Gedenken für Steffen Meyn/Sonne (Sa, 18.9. 15Uhr)
Einladung zum Gedenken an Steffen Meyn/Sonne am Sa, 18.9.21 um 15 Uhr an der Gedenkstätte in Beechtown im Hambacher Wald

Einladung zum öffentlichen Gedenken für Steffen Meyn/Sonne (Sa, 18.9. 15Uhr)

 

Gemeinsam mit Allen möchten wir am Samstag, den 18. September um 15 Uhr an der Gedenkstätte in Beechtown im Hambacher Wald zusammenkommen. Wir gedenken Steffen Meyn/Sonne, unserem Freund, Sohn, Familienmitglied und Wegbegleiter.

Sehr willkommen sind kulturelle Beiträge wie Musik oder Gedichte. Auch über kleine (gerne anonyme) Texte mit Gedanken zu Steffen auf A5-Papier freuen wir uns. Diese werden wir laminieren und dauerhaft an der Gedenkstätte aushängen.

Unser Zusammenkommen wird draußen sein, es wird darum gebeten sich vorher zu testen und Masken zu tragen wo Abstände eng werden.

Wir gedenken auch unseren weiteren Freund_innen, die nicht mehr unter uns sind, darunter Elf, Waka, Anna Campbell, Mogli und Mike.

 

Update: Für die gelingende Anreise gibt es hier zwei Weg-Vorschläge: Autos können auf dem Schotterweg beim Waldeingang beim Kollas Kieswerk geparkt werden. Der gelbe Weg ist fast komplett mit Schotter bedeckt, der grüne Weg ist erst Schotterweg und dann schmaler Waldweg. Gute Anreise!

 

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Nicht nur Rechtswidrig – die Hambi-Räumung mit Toten und Verletzten war politisch gewollt

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Das Verwaltungsgericht Köln hat uns heute bestätigt, dass die Räumung unserer Baumhäuser im Hambacher Forst 2018 rechtswidrig war. Wir wollen noch einmal an die Folgen dieser Räumung erinnern. Diese Räumung war politisch so sehr gewollt, dass Rechtmäßigkeit und Sicherheit der Beteiligten vernachlässigt wurde.

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Lützerath Calling: Verteidigt mit uns die #ZADRheinland +++ Aufruf, Termine & Mobimaterial

Liebe Freund*innen,

Wir haben in Lützerath die ZAD Rheinland ausgerufen! In dieser widerständigen Zone kämpfen wir für unsere Utopie und gegen ein zerstörerisches System.
(Warum erfahrt ihr in diesem Video: https://twitter.com/LuetziBleibt/status/1424747308315340809 )

Ab jetzt und besonders im Herbst brauchen wir EURE Unterstützung! 
Denn ab dem 01.Oktober will RWE in Lützerath sämtliche Bäume fällen und ab November das Dorf des gelebten Widerstands angreifen – doch gemeinsam mit euch werden wir sie stoppen!

Was ihr tun könnt:
Kommt nach Lützerath zu den geplanten Terminen und bleibt in den nächsten Monaten hier.
Teilt unseren Aufruf über eure Netzwerke (siehe unten)
Bestellt Mobimaterial und verbreitet es in euren Lieblingscafés, AZs, Unis, bei euren Freund*innen. Schreibt uns eine Mail an mobi@nullluetzerathlebt.info mit Adresse und Paketgröße (kleines Mobipaket etwa 15 Sticker, 20 Flyer, 5 Plakate/ großes Mobipaket etwa 30 Sticker,50 Flyer, 10 Plakate)

Was wir planen:
01.09. Dezentrale Plakatieraktion in deiner Stadt
29.09.- 06.10. Anti-Rodungs-Skillshare „Alle Bäume bleiben“
01.10. Beginn der Rodungssaison mit „Platznehmen“Aktion von Alle Dörfer bleiben
10.10. Dorfspaziergang
29.10.-05.11. Anti-Abriss-Skillshare und Unräumbar-Festival mit Protestcamp
01.11. voraussichtlicher Räumungsbeginn

Mehr Infos zur Anreise, News und Terminen findet ihr unter: luetzerathlebt.info
Widerständige Grüße aus der ZAD Rheinland – wir sehen uns in den Dörfern!

+++Aufruf zum Weiterleiten und Teilen, Teilen, Teilen+++

Aufruf zur Verteidigung von Lützerath

Seit über einem Jahr leben und kämpfen Aktivist_innen in Lützerath, einem kleinen Dorf direkt an der Kante des Tagebaus Garzweiler im Rheinland. Was von Lützerath noch übrig ist, soll diesen Herbst RWEs kapitalistischer Zerstörungswut zum Opfer fallen, damit der Konzern weiter Braunkohle verfeuern kann.

Hört sich bekannt an? Ist es auch!

Viele von uns kämpften im Hambacher Forst und sorgten dafür, dass er erhalten bleibt. Jetzt liegt es wieder an uns, den Konzern und seine Verwertungslogik in die Schranken zu weisen. Wenn sie diesen Herbst Lützerath zerstören wollen, legen sie sich mit einer Bewegung an, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Wir stehen vor dem letzten Showdown um die Kohle im Rheinland!

Und dafür brauchen wir dich jetzt! Wir haben hier einen Ort des widerständigen Lebens geschaffen. Hier versuchen wir uns ohne kapitalistische Leistungszwänge zu bilden und unsere Autonomie in der Praxis umzusetzen. Dieses zu verteidigende Gebiete nennen wir nach dem Vorbild französischer Kämpfe “Zone a defendre”, oder ZAD. Denn Lützerath ist bedroht und wird von RWE und Polizei angegriffen. Ab Oktober kommen hier Rodungs- und Räumungsmaschinen. Deswegen kommt vorbei – verteidigen wir gemeinsam die ZADRheinland. Wir haben den Hambi verteidigt – wir werden auch Lützerath verteidigen! Die 1,5 Grad-Grenze verläuft vor Lützerath und wir werden hier ihre Einhaltung durchsetzen. Wir haben schon Kraftwerke lahmgelegt, RWE Millionen gekostet und mehr als einmal gezeigt, was wir von einem Staat und System halten, der Profite über Menschen stellt. In den Bäumen oder im Hüttendorf verhandeln wir nicht mehr, denn die Klimakrise kennt keine Kompromisse.
Also: Klettergurt und Werkzeug einpacken und sich auf einen Herbst des Wiederstandes vorbereiten. Dir fehlen die Skills? Kein Problem; Lützerath ist ein Ort des gemeinsamen Lernens, des aufeinander Achtens und des sich Weiterbildens. Also komm her und schließ dich uns an!

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Kuloko von Garzweiler bis Hambach und überall hin!

Es gibt Programm am HambiCamp vom 12.8. bis zum 15.8.

Donnerstag 12.8.

– Ankommen und Willkommen
– Film, Lagerfeuer, Stockbrot


Freitag 13.8.

– Wieso eigentlich Hambicamp 2.0?
– Dorfspaziergang durch den „Ort der Zukunft“
– Utopien und alternative Möglichkeiten dazu
– Legal Input: Vortrag zum neuen Polizeigesetz
Abendprogramm: Film


Samstag 14.8.

– KompostKlos wie funktioniert denn das?
– Dörrte unser Dörrautomat
– FLINTA* Schweißen Workshop
– praktische Möbel aus Paletten bauen
– Computer und Kryptosprechstunde
– Solarenergie und Freifunk Internet
Abendprogramm: Musik und Feuershow, open stage


Sonntag 15.8.

– Spaziergang zum Hambacher Wald mit Vortrag zum Ökosystem Wald
– Sommerfest mit Spiel und Spaß


Es gibt alle Tage Küfa-Verpflegung (Küche für alle), weil Essen wichtig und lecker ist und es ohne Mampf kein Kampf gibt.

Falls ihr übernachten wollt gibts genug Platz für eure Zelte und Wägen.

Wegen Covid-19 wärs uns wichtig dass ihr euch vorher und nachher selbstverantwortlich testet. Am Besten ihr bringt euch selber Antigen-Schnell-Tests mit und bringt gerne solidarische Tests für andere mit.
Ansonsten sind wir ja draußen, trotzdem bitte Maske tragen, öfter Mal Hände waschen und desinfizieren, Abstand halten und in selbst abgesprochenen „Infektionsgruppen“ bleiben.

Kommt vorbei.
Wir freuen uns auf euch.

P.S. Das ist eine Einladung

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Viel Kultur und ohne Kohle | Die Kuloko vom 02. – 22. August im Rheinland

Kunst & Kultur statt Kohle & Zerstörung

„Kultur ohne Kohle – eine rheinische Landpartie“ ist ein kostenloses, dezentral organisiertes Festival rund um die Dörfer am Tagebau Garzweiler II.

Trotz der Tatsache, dass Energie durch Braunkohle eine längst überholte Technologie ist, die die Klimakrise massiv antreibt, soll sich der Tagebau weiter durch die Landschaft im Rheinland fressen und damit das Zuhause von tausenden Menschen zerstören. Deswegen setzen sich hier seit Jahrzehnten Menschen für eine klimagerechte, braunkohlefreie Zukunft ein. Dazu wollen wir was beitragen!

Daher lädt Kultur ohne Kohle Menschen dazu ein, in diskriminierungsarmen Räumen den Widerstand der Dörfer gegen die Braunkohle und weltweite Klimaungerechtigkeit zu stärken und zu feiern. Kultur ohne Kohle möchte versuchen im Kleinen die Utopie einer lebenswerten, gerechten Gesellschaft zu leben, sich tauschlogikfrei zu organisieren und somit Teilhabe für alle zu gewährleisten.

Wir wollen die von der Umsiedlung bedrohten Dörfer zu Orten voller Leben, Kunst, Kultur und Widerstand Werden lassen. Wir wollen vor Ort gemeinsam mit den Bewohner*innen ihre Heimat mit neuem Leben füllen und solidarisch mit den widerständigen Menschen feiern.

Weiter Infos: kultur-ohne-kohle.de

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Kein Lama. Nur Drama!

*Content warning: In diesem Text werden persönliche Gefühle miteingebaut. Der bildliche Sprachstil könnte selbstverletzendes Verhalten auslösen.
**persönliche Meinung

Computerspiele. Serien.Techno. Drogen. Langeweile. Drama. Ein Ort zum abkacken. Sich gegenseitig abfucken. Ahnt ihr´s schon um was es geht? Fängt mit W an und hört mit AA auf. Die Werkstatt für Aktionen und Alternativen – kurz WAA. Ein fettes Haus mit fettem Garten in Düren Gürzenich, Kallsgasse 20. Ich liebe sie und hasse sie. Ich hasse sie, weil ich mich manchmal dort sehr einsam und ausgeschlossen fühle. Oft bleiben die ganzen Alltagsdinge (Essen holen, kochen, Geschirr waschen, emotionale Gespräche…) an Wenigen hängen oder sie bleiben ganz auf der Strecke. Am meisten stresst aber der interne Druck, von den Macker*innen der Besetzung und die immer wiederkehrenden Gerüchte über einen Verkauf der WAA.

Auf der anderen Seite liebe ich die WAA, weil sie ein offener Ort ist, an dem ich einfach hingehen kann. Sie ist sehr dynamisch und lebendig, eine Plattform der politischen Vernetzung und der Auseinandersetzung. Und die Alltagsdinge werden auch immer wieder von allen übernommen. Ich liebe sie, weil sie offen für Veränderung ist und keinen Leistungsdruck erzeugt. Es ist gerade der Ort in der Besetzung des Hambacher Forstes, an dem ich mich am wenigsten unwohl fühle. Hier haben wir weder viel Geld noch Macht. Jetzt müssen wir erstmal die Dramen der vergangenen Wochen verarbeiten (Rauswürfe und Co.), uns kennenlernen und anfangen zu organisieren. Dabei stecken wir gut ein. Hier ein Stich und dort einer. Unser Herz blutet.

Kein Lama. Nur Drama.

Menschen nutzen ihre Machtpositionen in der Besetzung, um uns ihre Vorstellungen von dem Ort aufzudrücken. „Ihr wollt Besetzungsgeld? Geht mal arbeiten und selber Gelder aquirieren. Außerdem macht ihr alles kaputt. Nichtmal Bildungsseminare kann mensch bei euch abhalten. Alles viel zu vermüllt. So kriegt ihr keine bürgerlichen Leute…“. So was müssen wir uns dann anhören. Super motivierend. Nochmal danke für nix!

Kein Lama. Nur Drama.

In letzter Zeit war die Resignation groß, wenn es innerhalb der Besetzung um die WAA ging. Kritisiert wurde unter anderem, dass
– sie für viele nicht zugänglich ist
– die Stimmung zu mackrig ist
– es viel Drama gab und dafür Menschen aus dem Wald kommen mussten, um die „Brände“ zu löschen
– Gelder für die WAA angefragt werden und dafür Besetzungsgeld draufgeht

Aus diesen und sicherlich noch anderen Gründen wurde die WAA als Ort nur noch von Einzelnen supportet, aber im Großen und Ganzen abgeschrieben. Sie wurde genutzt und abgenutzt. Ein Teufelskreis entstand, aus dem es schwer ist auszubrechen. Aber es ist möglich, das hat die Vergangenheit gezeigt. Vor gut 3 Jahren stand es weitaus schlimmer um die WAA. Random Plena u.a. in Beechtown entschieden die WAA zu verkaufen. Am Ende gab es eine kleine Gruppe, die den Anstoß für einen Umschwung gab, bei dem sich mehr und mehr anschlossen. So wurde die WAA wieder zu einem Ort der von unterschiedlichen Menschen aus der Besetzung besucht wurde. Die große Vielfalt rettete nicht nur den Ort, sondern stellte definitiv einen großen Gewinn für die gesamte Besetzung dar. Der Höhepunkt dieser Entwicklung war die Räumung des Hambacher Forstes im Herbst 2018. Der Ort wurde von unterschiedlichen Gruppen genutzt u.a. einer Kochgruppe. Nach den ersten Baumhausräumungen und Razzien auf dem Wiesencamp wurde die WAA von vielen als Zwischenstation nach der Zeit im Polizeigewahrsam genutzt. Zeitweise waren 50-100 Menschen vor Ort,das Haus platzte aus allen Nähten und der Garten war ein einziges Zeltlager.

Nach der Räumung nutzten einige den Ort, um auf die traumatischen Erfahrungen klarzukommen. Alle,die das selbst erfahren haben oder sich mit emotionalen Themen beschäftigen, wissen, dass das ein individueller Prozess ist,der bei allen unterschiedlich verläuft. Bei manchen geht das „normale“ Leben relativ schnell wieder weiter. Andere knabbern den Rest ihres Lebens an den Folgen. Nun gibt es leider diese, vom Leistungsgedanken Besessenen, die sagen „wir“ hätten keine Kapazitäten, um uns längerfristig um emotionale Repressionsfolgen zu kümmern. Die, die davon betroffen sind, sollen andere Szeneorte benutzen (welche eigentlich?) und nicht die WAA. Die negativen Folgen sollen möglichst weit von der Besetzung weggeschoben werden und damit unsichtbar für die Aktivisti vor Ort. Übrig bleibt dann nur noch der wahre Aktivismus: Bäume besetzen, auf die Cops warten und sich verhaften lassen. Freundlich in die Kamera lächeln und eine bürgerlich-freundliche Atmosphäre schaffen. Verhandlungen mit Bürgermeistern führen und wichtige Vernetzungsveranstaltungen organisieren. Und verwalten. Finanzen, Homepage und Besetzungsmail werden bürokratisch verwaltet. Für all das gibt es Kapazitäten. Aber nicht für (langfristigen) emotionalen Support?

Kein Lama, das euch in eure Hackfressen spuckt.
Nur unsichtbar gemachte Dramen.
Tränen, die zu oft vereinzelte Tropfen sind, als das sie einen reißenden Strom bilden könnten.
Narben verschließen Wunden oberflächlich, aber darunter schmerzt es weiter.

Die fehlende Aufarbeitung der Räumung beeinflusst wie Konflikte geführt wurden. Wenn der Raum für Emotionales fehlt, ist es nicht verwunderlich, wenn Konflikte eskalativer geführt werden. Unsere Gefühle haben in der Besetzung zu wenig Platz, um sich auszuleben. Emotionale Arbeit wird, wenn sie stattfindet meistens von FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Nonbinär, Trans, Asexuell…) – Personen übernommen. Das ist einfach zu wenig!

Der absolute Gefühlstod ist der Leistungsdruck und die Bürokratie. Was wir als Besetzung dringend brauchen ist: kein Leistungsdruck, keine Bürokratie und mehr Wertschätzung für zeitintensive (nicht effektive) unsichtbare, emotionale Arbeit. Das gilt natürlich auch für die WAA selbst. Wenn sich mehr beteiligen, brennen Einzelne nicht so schnell aus und die (emotionale) Arbeit ist verteilt. Dadurch wären auch mehr motiviert vorbeizukommen, und könnten so wieder mehr Vielfalt reinbringen. Wir brauchen nur die geeignete emotionale Verfassung, dann können wir eine Menge schaffen.

Kein Lama. Nur Drama.

Wenn wir jetzt mal nach vorne schauen, sehen wir potenzielle Hausdurchsuchungen. Wir sehen die Arroganz mancher Besetzungschefs. Wir sehen Hierarchie, Autorität und Unterdrückung. Auf der anderen Seite sehen wir ermutigende Gegenwehr und Menschen, die uns unterstützen. Die uns Woche für Woche zeigen was Solidarität bedeutet. Darauf können wir aufbauen. Sollen doch die Besetzungschefs in den „nur“ 20.000€-Besetzungsgeld ertrinken. Wir sind lieber pleite als davon abhängig.

Wenn wir nach vorne blicken, sehen wir am Horizont die unabhängige Zukunft. Sie scheint weit weg, aber doch ist sie zum Greifen nah! Wenn wir nach vorne blicken, sehen wir einen Ort, an dem sich die Ausgeschlossenen der Gesellschaft aufhalten können. Seien es Psychatrie-Erfahrene, Traumatisierte, Wohnungslose, FLINTA*-Menschen, PoC … Es gibt bereits genügend Szeneorte, die bürgerlich-freundlich gestaltet werden. Da braucht es in der Szene nicht noch mehr davon, erst recht nicht, wenn es auf Kosten der Nicht-Privilegierten geht.

Wenn du verstehst was in diesem Text angesprochen wird, bist du dazu eingeladen, uns in diesem Prozess auf vielfältige, individuelle und kreative Art zu unterstützen. Die WAA braucht dich und du kannst sie mit uns zusammen gestalten. Komm vorbei. Für das Lama!

Weiterlesen Kein Lama. Nur Drama!