Aufruf- die alte A4 der Natur zurückgeben!

[ english version below ]

Wir haben es erkämpft, dass RWE und die Landesregierung von NRW erklärt haben, dass der Hambacher Wald nicht mehr für den Braunkohleabbau „in Anspruch genommen“ wird.

Das ist ein Erfolg unseres gemeinsamen, jahrelangen Kampfes.

„Gerettet“ ist der Wald aber nicht: Die Wunden, die dem Wald zugefügt worden sind, sind schwer.

Eine Wunde von vielen, die unübersehbar ist, ist die Trasse der alten A4, die vom Secu-Point Richtung Osten wie eine breite Narbe durch den Wald führt. Sie ist eine ökologische Wüste, eine breite Schneise ohne Bewuchs, mit vielen nachteiligen Folgen für den Wald und die Tiere.

Auch eine Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Hochschule Eberswalde empfiehlt zur Rettung des Hambacher Waldes: „Die Trasse der ehemaligen Autobahn ist schnellstmöglich zu rekultivieren und wiederzubewalden.“ (Seite 22, siehe https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/hambacher_forst.pdf, siehe auch: https://taz.de/Studie-zu-Tagebau-und-Waldsterben/!5618305/).

Wenn der Wald tatsächlich nicht mehr gerodet werden soll, müsste diese Kiesstraße von RWE aus dem Wald entfernt werden.

Sie ist ein „waldfremder Gegenstand“, der so sehr geräumt werden muss, wie RWE und Polizei in Anspruch nehmen, „waldfremde Gegenstände“ entfernen zu müssen.

Wir wollen aber nicht erst in ferner Zukunft, abhängig von RWE, sondern schon jetzt ein Zeichen setzen: Wir wollen schon jetzt selbst aktiv werden und anfangen, die Trasse der alten A4 der Natur zurückzugeben.

Wir wollen die Initiative ergreifen, in gemeinsamer Handarbeit diese wüste Trasse wieder mit Leben zu füllen, mit Pflanzen und Tieren, die diese nutzen können. Lasst uns mit Hacken, Spaten und Schubkarren, dieses ökologische Verbrechen am Wald aufreißen und mit Pionierpflanzen beleben. Wir haben schon angefangen – kommt gern dazu (natürlich mit dem entsprechenden Corona-Sicherheits-Abstand 😉)

Vielleicht können wir auch Gärtnereien und Baumschulen motivieren, uns zu helfen, mit LKW, Baggern (ja, da wären sie endlich mal sinnvoll) Erde und Wasser ranzuschaffen und über einen längeren Zeitraum Stück für Stück der Natur zu helfen, diese Wunde im Wald zu heilen.

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Call for Action: Let’s give back the former A4 to nature!

We successfully fought against RWE and NRW‘s state government to not clearcut the forest. They declared that the Hambach Forest will not be used for brown coal mining any more.

This is a success of our common fight that has been going on for several years.

However, this forest has not been „saved“: The wounds that have been caused to the forest are deep.

One of these many wounds that is very visible is the former highway A4 that goes from the Secu-Point to the East of the forest like a scar. It is an ecological desert, a broad stripe without any plants, with many negative impacts on the forest and its animals.

Also, a research paper published by the Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) and the Hochschule Eberswalde demands for rescuing the Hambach Forest: „The former highway A4 is to be recultivated and re-planted with forest as soon as possible.“ (see https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/hambacher_forst.pdf, see also: https://taz.de/Studie-zu-Tagebau-und-Waldsterben/!5618305/).

If the forest is really not to be cut down any more, this road must be removed from the forest by RWE.

It is an „object that does not belong to the forest“ (as RWE says), and therefore should be removed from the forest.

However, we do not want to wait for RWE to do something maybe at some point in the future (if at all), but to become active ourselves and to begin to give back the former A4 to nature.

We want to start to replant this empty desert road with our hands‘ work, to fill it again with plants and animals that can use it. Let us work together with basic tools to change this ecological crime and to replant the former A4 with pioneer plants. We have already started- just join us (keeping Corona safety distance, of course).

Maybe we can also motivate gardening centers and tree schools to help us bringing soil and water with trucks in order to step by step help nature to heal this wound in the forest.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Viviane Pfitzner

    Liebe Freunde,
    Aus der Ferne in England habe ich dieses Verbrechen, das RWE jahrelang hier durchgefuehrt hat, mitverfolgt. Ueber dessen Ausmass war ich, wie jeder Andere auch, entsetzt und so moechte ich Euch herzlich zum Erfolg ueber den unermuedlichen Kampf mit RWE gratulieren.
    Ich finde jedoch, dass es mehr als Recht waere, RWE an der Beteiligung und Wiederherstellung dieses alten Waldes aufzufordern, denn sie sind ja auch einzig und alleine fuer die Zerstoerung des Waldes auch verantwortlich.
    Bitte schlagt doch dieses einmal der Leitung von RWE zu. Ein Bericht darueber in einer grossen
    Tageszeitung waere auch sehr angebracht.
    Freundliche Gruesse.

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