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Hambi gerettet, Dörfer verloren? Noch lange nicht!

Hambi gerettet?Siehe auch die Presseerklärung dazu

UPDATE 21 Januar: Nach einem Protest des NRW Wirtschaftsministers Pinkwart hat RWE eine neue Karte veröffentlicht, siehe ganz unten. Fragt sich natürlich. ob dieses Theater vorher abgesprochen war. Denn jetzt gefällt sich die NRW Landesregierung in der Retterrolle von Morschenich und Hambi.

Die Aachener Nachrichten titelten heute: „Hambi gerettet, Dörfer verloren!“
Auf der Seite drei wurde ein Bild dazu veröffentlicht, wie wir uns das vorzustellen haben. (Größere Darstellung am Ende dieses Artikels.) Laut Plan soll also auch hinten um den Wald herum gebaggert werden und übrig bleibt ein 400 M hoher Hügel mit darauf der Rest eines Flachlandwaldes. Der verdurstet dann.
Upps! Dann baggern wir den Rest eben auch noch weg. Schade!

Schade auch um die vielen Arbeitsplätze in der Windenergie-Branche, die durch den nicht-Ausstieg schon jetzt weggefallen sind in einer Zahl, die höher ist als die Beschäftigtenzahl im Braunkohlebergbau.

Oder müssen wir das so interpretieren, dass momentan sehr hoch gepokert wird, damit dann die Entschädigungen eben auch hoch ausfallen? Interessant sind dazu einige Zahlen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft hat einmal in einer Studie für Greenpeace die versteckten Kosten der Braunkohle für die Allgemeinheit auf 26 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Außerdem bekommt die Braunkohleindustrie bis heute staatliche Förderungen in Höhe von fast zwei Milliarden Euro pro Jahr, davon allein schon 1,5 Milliarden Steuervergünstigungen. Und jetzt soll ihnen der sowieso anstehende Ausstieg auch noch mit vier Milliarden vergoldet werden. Stellen wir uns nur mal vor, was diese Summen für die Forschung nach und Förderung von Alternativen bedeuten würden.

Es kann sein, dass RWE gar nicht ernsthaft daran denkt, diesen Plan 1:1 umzusetzen, wie er auf der Karte vorgestellt wird. Sondern eher, dass sie sich wieder mal dafür bezahlen lassen wollen, etwas NICHT zu tun. Denn sie haben schon angegeben, mit diesem Plan an die Grenze des machbaren gegangen zu sein. Mit anderen Worten, dass der Staat alles darüber hinausgehende bezahlen muss.

Und es kann ja nicht schaden, wenn die Dörfer weg sind, auch wenn da dann doch nicht gebaggert wird. Denn mit dem Geld aus den verschiedenen Töpfen kann dann Industrie angesiedelt werden. Die Rheinisch Westfälische Eigentumsgesellschaft (RWE) ist dann natürlich gut aufgestellt. So haben wir uns also den Kohleausstieg vorzustellen: ein weiteres leeres Versprechen und Business as usual.

Also sind wir noch lange nicht fertig mit RWE. Wir werden uns noch begegnen. Hambi gerettet, Dörfer verloren? Noch lange nicht! Beides!

Legende der Karte
Sohienhöhe: Abraumhalde mit Kunstwald
Hambacher Forst: soll auf einem 400 M hoher Berg stehen. Die Fledermäuse freuen sich schon auf den Ausblick!
Morschenich & Manheim: teilweise schon ruinierte Dörfer
Möglicher Verlauf angepasste Oberkante: Nach den neueren Angaben von RWE

Hambi gerettet?

Diese Karte wurde ebenfalls in den Aachener Nachrichten veöffentlicht, nach den Angaben von RWE:
Hambi gerettet?

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Was für ein hirnrissiger, erbärmlicher Plan.
    Gier frisst Verstand und Herz und findet in der Politik ihre Handlanger.
    Gier zerstört alles.

    Lasst uns weiter machen, jeder auf seine Weise, damit alle Dörfer bleiben, der Hambi überlebt, Datteln 4 nicht ans Netz geht und usw, und usw…

  2. Auch wenn ich mich freue, daß der Hambi bleibt, so ist das kein Verdienst von Armin Laschet. Er hat sich bestimmt nicht für den Erhalt des Waldes eingesetzt, weil er den Hambi so erhaltenswert findet, sondern weil die Rodung ihm keine gute Werbung für seine potentielle Kanzlerschaft gebracht hätte.
    Ja, der Hambi ist auf dem Papier gerettet, wie er jedoch die nächsten Jahre überleben wird werden wir sehen. Weiteres Abbaggern rundherum um den Wald, weiteres Abpumpen des Grundwassers, und weitere heiße und trockene Sommer werden ihren Tribut fordern. Ich hoffe, daß es nicht zum Schlimmsten kommen wird. Dafür müssen wir weiterhin kämpfen.

    Erschreckend finde ich, wie kaltschnäuzig für den Hambi die Dörfer geopfert werden. Hier geht es um Menschen, die ihre Heimat verlieren. Ich frage mich, wie ein Landesvater so etwas verantworten kann. Aber nicht nur die Menschen werden vertrieben, auch fruchtbarster Ackerboden (der fruchtbarste Ackerboden von ganz Deutschland!), alte Kirchen, Kulturgüter und der Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten werden zerstört, vernichtet.

    Ich bin unglaublich wütend und traurig, was dieser Kohleausstiegs-Beschluss in Wirklichkeit bedeutet. Alles wird kaputt gemacht, die Dörfer, die Landschaft und indirekt auch der Hambi. Zusätzlich wird auch weiterhin das Klima gekillt, was weltweite Zerstörung zur Folge hat.
    Darum lasst uns weiterhin gegen diese Ignoranz angehen und für den Wald, die Dörfer und das Klima kämpfen. Es lohnt sich!

    Hambi bleibt!
    Alle Dörfer bleiben!
    Wir bleiben!

  3. Klimaschutz bleibt Handarbeit! Hambi UND Dörfer bleiben! Das ist nicht verhandelbar. Wir werden euch weiterhin mit allen Kräften unterstützen, der bürgerliche support steht. Ihr haltet für uns alle den Kopf hin und schützt den Hambi. Wir lassen uns nicht aufspalten und wir fallen auf die infamen Lügen und durchsichtigen Manöver von NRWE nicht herein. Kohleausstieg sofort! 2020 wird das Jahr des noch größeren Widerstands!

  4. Kann es sein, daß Politiker die Menschen verarschen.

  5. In Sachsen geht es sogar in den noch halberwegs gesunden Wald… Holts raus, Holz raus. Borkenkäfer sind in Sachsen drinnen, aber nicht soviel, wie Holz rausgeholt wird. Diese Gesellschaftsordnung hat eine Abfahrt verdient.

  6. …ich glaub eher an die Schwangerschaft des Mannes…als an unsere Poliker*innen⏳

    1. Kannst du mit deiner transfeindlichen Scheiße bitte auf neurechte Blogs verschwinden wo es Leute gibt die das lesen wollen? Danke.

  7. Also soll Manheim weggebaggert werden? Das kann nicht sein. Die Welt brennt, und wir baggern Dörfer für Kohle ab.

    Außerdem: Der Prozess um den Hambacher Wald sollte noch zu einer Entscheidung geführt werden, und zwar vor dem OVG Münster. Wenn dort nämlich endlich festgestellt wird, dass der Hambacher Wald ein FFH-Gebiet war (und ist), dann ergeben sich daraus bestimmt ganz viele rechtliche Konsequenzen. Dann muss RWE das FFH-Gebiet wieder herstellen.

    Und noch mal zum Grundwasser: Es ist doch noch überhaupt nicht geklärt, wie erreicht werden soll, dass das Grundwasser in seiner Quantität und Qualität im Bereich des Tagebaus (und darum herum) erhalten bleibt bzw. wiederhergestellt wird. Und das Tagebauloch einfach zulaufen lassen, das kann es ja wohl nicht sein.

    Ich finde, dass die Gerichte jetzt endlich einmal richtig arbeiten sollten. Das OVG Münster hat viel zu lange stillgehalten (wohl in der Hoffnung auf eine „politische Lösung“). Wofür werden die Richter dort eigentlich mit Steuergeldern bezahlt? Her mit den richtigen Entscheidungen, bitte. Und denkt dabei an Eure Kinder, liebe Richter*is.

  8. Wenn ich hier auch mal ausserhalb des allgemeinen Hornes, in das geblasen wird, etwas sagen darf. Wenn dort nicht die Braunkohle abgebaggert wird und verstromt wird ändert das am Klimawandel nichts was alle wissen, der Einfluss am Co2 Ausstoß Deutschlands liegt weit unter 1%. Was nicht heisst, dass ich den Ausstieg aus der Kohlverstromung in einem verträglichen Zeitrahmen nicht auch unterstütze. Ich finde zudem, dass ihr auch mal einen Vorschlag machen könntet, wie ein vernünftiger Plan von RWE aussehen sollte. Das Sie nicht die Nullvariante fahren können, sollte Jedem klar sein. Das wäre so, als wenn du für eine gute Sache dein Haus oder deinen Job ersatzlos aufgeben solltest. Weiterhin finde ich, dass die Bewohner des Hambacher Forstes (80 – 120 Menschen !!! zu viele für den kleinen Wald) ein Szenario überlegen sollten, wann sie den Wald wieder verlassen wollen, um diesen, den schützenswerten Tieren, die nur mit der Nahrung, die der Wald bereit hält dort leben können und wollen wieder alleinig zur Verfügung stehen kann. Allein schon der Glaubwürdigkeit halber würde ich so etwas begrüssen, denn man könnte ansonsten den Anschein haben, dass es um den Erhalt des Waldes nie gegangen ist, sondern eher um das alternative Wohnen ohne nennenswerte Kosten. Zuletzt gebe ich den meisten hier recht in der Hinsicht das es ein wirklich nachhaltiges Folgekonzept für den Tagebau an dieser Stelle zeitnah geben sollte. Das bisher angedachte, die Grube mit Fremdwasser zu fluten, ist ökologisch völliger Unsinn.

  9. Ich finde, dass jede/r seine/ihre Meinung sagen können darf … und ich muss auch noch einmal, sozusagen aus aktuellem Anlass, auf die zweite Schiene des Klimaschutzes hinweisen. Die erste Schiene ist die Reduktion der CO2-Emissionen, dafür steht Hambi, dafür stehen ganz viele. Die zweite Schiene (desselben Gleises in eine menschen- und tierfreundliche Zukunft) ist die weltweite Erhöhung der Vegetationsdichte, sprich: Aufforstung.

    Donald Trump will sich jetzt dafür einsetzen, dass weltweit eine Billion neue Bäume gepflanzt werden. Das ist eine Idee, mit der sich offensichtlich auch hartnäckige Klimawandelleugner anfreunden können.

    Und da ich ganz sehr auch für diese zweite Schiene bin (neben der ersten):

    Wenn wir weltweit 5 Billionen Bäume pflanzen und die bestehenden Waldflächen schützen (was auch noch eine Baustelle ist), dann geht der CO2-Gehalt der Luft zurück, auch wenn der jährliche weltweite Ausstoß gleich bleibt.

    Also wäre 1 Billion neuer Bäume schon einmal ein guter Anfang.

    Es soll zur Zeit schon hunderte Organisationen weltweit geben, die sich für Aufforstung an verschiedensten Stellen der Erde einsetzen. Und mensch bedenke: Egal, wo der neue Baum steht, er trägt auf der ganzen Welt zur CO2-Speicherung bei, wegen des Effektes, dass sich Gase immer gleichmäßig um die Erde verteilen, also auch gleichmäßig reduziert werden.

    Und diese hunderten Organisationen wollen sich jetzt vernetzen. Das ist super. Denn die kleine Webseite, die ich einmal gegründet hatte, die hätte das nie alleine geschafft …. deswegen habe ich sie auch aufgegeben.

    Es geht aber nicht um Webseiten, sondern um Bäume.

    Und um es jetzt für jeden/jede, der/die viel Geld übrig hat (wohl eher nicht die Leserschaft hier, aber mensch weiß ja nie) zu wiederholen:

    Auf http://www.plant-for-the-planet.org kann mensch für 1 Euro pro Baum Bäume spenden. Die werden in Campeche/Mexiko gepflanzt, helfen dort hunderten von Pflanzerfamilien, es ist super-transparent (wem sagt der Name Felix Finkbeiner etwas?) mit jährlichem Rechenschaftsbericht und Lageplan der Pflanzflächen und so…. und es ist echt ein Hoffnungsschimmer in dieser schrecklichen Gegenwart.

    Je mehr Erfolg solche ehrlichen Pflanzinitiativen haben, desto größer ist der Schwung, der in die internationalen Anstrengungen fließt (siehe Trump und so) und dann verstärkt sich diese Baumpflanzgeschichte vielleicht selbst.

    Ach ja: Natürlich gibt es hier wieder die Kritiker. Es ist wirklich seltsam: Bäume tun praktisch nur Gutes, aber die Kritik ist genau hier am größten. Kein Mensch will Flüsse absenken und kein Mensch will öde Plantagen schaffen dort, wo eigentlich ein naturnaher und artenreicher Mischwald hingehört. Aber vielleicht muss es diese Unkenrufer einfach immer geben. Und es gibt Studien, wonach eine Milliarde Hektar zur Aufforstung unproblematisch zur Verfügung steht, v.a. in tropischen und suptropischen Gebieten. Dort – im Regenwald – sind diese vielen Flächen in den vergangenen Jahrzehnten durch Brandrodung und nachfolgende Ackerwirtschaft verödet worden. Es heißt, dass sich dort durchaus neuer Regenwald ansiedeln lässt (jetzt, wo die Flächen für die Landwirtschaft uninteressant geworden sind).

    Also: Auf zum Bäumepflanzen, z.B. mit Organisationen wie http://www.plant-for-the-planet.org oder privat. Ich spende jedes Jahr für 1000 neue Bäume plus das zugehörige Land (nochmal 200 Euro) plus ein bisschen für die Schüleris, die in jedem Land Bäume pflanzen. Kann jede/r machen, wie er/sie/div will……

    BÄUME für den Klimaschutz

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