Polizeigewalt nun auch bei Nacht. Ein Aktivist berichtet was ihm persönlich widerfuhr.

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7 Kommentare

  1. Wann tritt Herr Reul zurück?

    Dass so etwas in Deutschland passiert, ist einfach schrecklich.

    Polizisten außer Rand und Band, die Rache üben für Barrikaden und Molotow-Cocktails, nachts Baumbewohner jagen, diese körperlich verletzen, mitnehmen und dann ohne Rückfahrhilfe einfach „raussetzen“, nachdem sich herausgestellt hat, dass es einfach nur ein Baumbewohner ist, der sich nicht gewehrt hat und vorliegend außerdem seine Personalien auch freiwillig herausgegeben hat …. Und das soll ohne Anordnung von oben geschehen sein? Kann ich nicht glauben. Ich kann nicht glauben, dass da ein paar emotional überlastete Polizisten einfach mal die Sau rausgelassen haben … es sieht eher so aus, als wäre das „harte Vorgehen“ von oben gewünscht. Und das ist ein klarer Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit des Verwaltungshandelns. Frage zur Absicherung: Ist das so, Herr Reul? Was tun Sie gegen oder für solche Erscheinungsformen der Polizeigewalt in Ihrem Laden?

    Nächtliche Rachefahrt im Hambi – zur Einschüchterung, wahrscheinlich, damit die Aktivisten nicht übermütig werden?

    Das nennt mensch repressives Vorgehen.

    Furchtbar.

  2. Ich kann deinen Schmerz und deine Empörung vollkommen nachvollziehen. Die Konsequenz muss sein die sprachliche und physische Aggression auf BEIDEN Seiten zu reduzieren. Wenn Polizisten Hass und Verachtung entgegengebracht wird, dann geben sie das bisweilen zurück. Du hast das vermutlich nicht gemacht, aber andere. Das rechtfertigt nicht das geschilderte Verhalten der Polizei, aber es hat dort seine Wurzeln. Und nicht in einer faschistischen Grundhaltung der Beamten o.ä., wie möglicherweise andere vermuten…

    • @Tede Rolf

      Deine Worte klingen für mich freundlich und auch oberflächlich betrachtet schüssig.
      Polizist/in ist ein Beruf. Es ist eine bewußte Entscheidung sich „Aufgaben und Anforderungen“ zu stellen. Ärzte haben sich bewust entschieden ihren Klienten medizinisch zu helfen.
      Auch wenn es natürlich ist, das sich Lebebwesen von anderen zu Handlungen provozieren lassen (z.B die armen Stiere beim Stierkampf in der Arena in Spanien), erwarte ich von „Polizei“ reflektieteres und überdurchschnittlich „humanes“ Verhalten, unabhängig vom Verhalten der Klienten und allen Anderen.
      „Stierkampf“ läuft, weil es Menschen gibt, die es sich was kosten lassen zuzuschauen, wie das Tier mit minimaler Chance um sein Leben (Freiheit)kämpft und weil es Menschen gibt die das Tier provozieren, quälen…es läuft wegen der Freude an Gewalt/gewalttätigen Handlungen und ohne politischen Hintergrund.
      Wer so tickt und zur Polizei geht hat dort seine „Arena“ gefunden
      und wird auch noch wegen „Berufsstanddünkel“ gedeckt und beschützt.

    • @ Tede Wolf
      „Wenn Polizisten Hass und Verachtung entgegengebracht wird, dann geben sie das bisweilen zurück.“
      Ich unterstreiche die Argumentation von Ink: Die Executive in unserem Staat soll aufgrund von Gesetzen und Verstößen angemessen handeln. Die Aufgabe ist der Schutz der Bürger, der Menschen und deren Leben und Unversehrtheit.
      Wenn Polizisten ihre Uniform anziehen und mit einem Streifenwagen losziehen um Druck abzulassen oder Vergeltung zu üben, dann sind sie dienstuntauglich.
      So ein Benehmen vermute ich bei Hooligans oder früher bei Schützenfesten im Sauerland wo sich rivalisierende Gruppen prügeln. (Siehe auch: Krieg der Knöpfe)
      Aber kommen wir auf den einleitenden Satz zuück und drehen den Spieß um: „Wenn Menschen Hass und Verachtung von der Polizei entgegengebracht wird, dann geben sie das bisweilen zurück.“
      Und da diese Menschen nicht das hoheitliche Amt der Polizei haben mit entsprechenden Kontroll und Personalentwicklungsstrukturen – kann das eher als eine Begründung für das Verhalten von Aktivisten sein. Denn die Ohnmacht, einer der tiefsten Emotionen, hat ein Ventil: Wut

    • Umgekehrt ist das allerdings genauso. Wenn Polizisten mir Gewalt und Verachtung entgegen bringen, sehe ich sie auch nicht mehr durch die rosarote Brille. Im Übrigen finde ich es merkwürdig, dass du davon ausgehst, die Aktivisten wären es, die diesen Kreislauf gestartet haben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das anders herum ist. Man geht auf Demonstrationen, macht Sitzblockaden, alles vollkommen gewaltfrei und wird dafür niedergeknüppelt, gewürgt und angeschrien… und dort hat die Gewalt ihre Wurzeln.

  3. Danke für dieses Video.

    Es zeigt klar, dass zumindest einige Menschen, die für die Polizei arbeiten, sich nicht an ihre eigenen Regeln halten. Dass das neue Polizeigesetz in NRW ebenso verfassungswidrig ist wie das in Bayern oder einem anderen Bundesland mit neuem Polizeigesetz, ist dabei auch klar.

    So oder so würde ich der Polizei keinen Angriffspunkt für irgendeine Art von Rechtfertigungsversuch geben. Es mag sein, dass Menschen, die für die Polizei arbeiten, dann selbst einen erfinden… aber dann ist dieser zumindest einfacher widerlegbar.

  4. Schon vor zwanzig Jahren hat mir eine damalige „Alt-68erin“ gesagt, dass die Polizei bei Einsätzen gegen „links“ mit Brutalität und unverhältnismäßiger Gewalt vorgeht und dass wir in Wahrheit in einem Polizeistaat leben.

    Geändert hat sich daran bis heute: Nichts.

    Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht. Deshalb sehen die meisten nur das halbwegs freundliche Gesicht der Polizei bzw. haben es nur mit denjenigen Beamten zu tun, die nicht als „Aufräumdienst“ gegen politisch aktive Bürgerinnen und Bürger eingesetzt werden….

    Hier in Dresden genügt es manchmal schon, auf der Gegendemo von Pegida dabei zu sein. Da reiten Polizisten auf hohem Ross schon mal mitten in die Gegendemonstranten hinein….

    Im Hambi hat es für manche Omi schon genügt, beim sonntäglichen Waldspaziergang dabei zu sein, um mit Polizeiknüppeln geschlagen zu werden.

    Im Hambi genügt es, abends unterwegs zu sein. Da nützt es nichts, stehen zu bleiben und sich nicht zu wehren, mensch wird trotzdem niedergeknüppelt und brutal am Kopf und am Körper geschlagen, und das alles zur „Personalienfeststellung“.

    Und das soll kein eklatanter Missstand sein?

    Es interessiert die Mehrheit der Bevölkerung offensichtlich nicht, und zwar weil sich die Mehrheit nicht für politisches Engagement interessiert und auch nicht dafür, wie sich die Polizei auf ihren Einsätzen so verhält …

    Ich begreife es nicht.

    Wir haben den Spiegel, wir haben die taz, wir haben Amnesty International …. und sie berichten nicht darüber.

    Ich kann es immer noch nicht verstehen.

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