Augenzeug*enbericht der Barrikadenräumungen

Die Person, die uns diesen Bericht geschickt hat, gehört zum Kreis der Menschen aus dem Umkreis, die uns unterstützen
Ich bin gegen 8.00 im Wald angekommen. Als ich am Tripod (Jesuspoint) richtung Gallien wollte kamen 3 Polizisten (Vermutlich Soko Hambach) Sie haben abfällige und beleidigende Äußerungen gegenüber den Aktivis*innen getätigt. Als ich dann in Gallien ankam habe ich mehrere andere Bürger*innen getroffen. In Gallien befanden sich ca 14 Polizist*innen der Beweissicherungseinheiten, Sie haben Fotos und Videos gemacht. (Anmerkung: Diese wurden später bei der Vorbereitung von Baumhausräumungen und andern größeren Aktionen verwendet)
Als sie fertig waren sind sie zurück Richtung Secustraße gegangen. Wir sind ihnen gefolgt. An dem Tripod am der Secustraße war die Situation sehr entspannt. Die Besetzer*innen haben Gesungen und oder das Geschehen kommentiert. Die Polizei hat mit der Feuerwehr gemeinsam versucht die Person die über dem Tripod hing zu bergen. Nach einer Weile kamen dann die Abgeordneten der SPD an begleitet von mindestens einem Dutzend zusätzlichen Polizisten. Die Abgeordneten wurden von RWE Mitarbeiter*innen und Führungskräften der Polizei, darunter Polizeipräsident Herr Weinspach, durch den Wald und die Besetzungen geführt. In Oaktown hat ein Abgeordneter mit einigen Besetzer*innen und Bürger*innen sich kontrovers unterhalten.

Auf drängen der Polizei ging man dann weiter nach Gallien. „Zivilisten“ durften nicht in der Delegation mitgehen und sollten 20 Meter Abstand halten. Der letzte Punkt der Führung war der Tripod am Jesuspoint, dort machten die Abgeordneten ein Gruppenfoto vor einer Barrikade und gingen dann zur Abbruchkante. Auf dem weg hat sich Herr Weinspach mit einer Bürgerin intensiv unterhalten und hat ihr gegenüber seine Sicht auf den Einsatz begründet. Die Abgeordneten sind schließlich mit einem RWE-LKW abtransportiert wurden. Als die Abgeordneten weg waren rückten sehr viele Polizisten von der Abbruchkante Richtung Jesuspoint vor, gefolgt von den Geräten und Arbeitern zum Abtransport der Barrikaden. Zuerst wurde der Monopod vor dem Tripod geräumt und dann abgerissen. Der Waldweg wurde von einem massivem Polizeiaufgebot geschützt, die alle Behelmt waren. Die Lage blieb wie auch zuvor aber friedlich. Es gab zwar ein kleines Katz und Maus Spiel zwischen den Beamt*innen und den Besetzer*innen aber das ist ja nichts neues. Es kamen ca 5 neue Bürger*innen dazu darunter auch Oliver Krischer (MdB). Nach einer Weile tauchte ein Helikopter auf und zusätzliche Polizeieinheiten dazu und die Lage spannte sich etwas an, die Polizist*innen wirkten nervöser. Dann kam eine gruppe Personen erneut unter massivem Polizeischutz heran und schaute sich die besetzten Barrikaden an.

Später stellte sich heraus das es sich dabei um AfD Abgeordnete handelte. Die Waldarbeiter von RWE hatten unterdessen angefangen eine Schneise zu schlage, dazu wurden mehrere junge Bäume und Sträucher abgesägt. Dann fuhren sie mit einem großem Bagger die Schneise hindurch was sämtliche Vegetation zerstörte.

Später begründete die Polizei das damit dass für einen Aktivisten Lebensgefahr bestanden hätte, Augenzeugen haben mir versichert das die Person gelächelt habe und nicht in Gefahr stand. Ich bin dann zwischen 13:00-14:00 Richtung Buirer Bahnhof gegangen. Auf dem Weg habe ich noch 6 Wannen der Polizei und 4 Pferdetransporter Richtung Forst fahren sehen.


Waren Sie auch im Wald dabei und wollen uns darüber berichten? Schreiben Sie uns bitte:
hambacherforst at riseup.net

Die Anwesenheit, Unterstützung und Dokumentation von Personen von außen wirken deeskalierend auf die Brutalität von Polizei- und Sicherheitskräften, die zu einer langen Liste von Verletzungen in den letzten 7 Jahren der Waldbesetzung geführt hat.

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