Was tun wenns brennt? Oder wie wir gemeinsam Räumung und Rodung verhindern

Die Stimmung ist angespannt. Wenn RWE die geplante Rodung durchsetzten will, müssten sie die meisten Baumhäuser zerstören. Zu gleich sind wir mehr denn je, lauter denn je und vielseitiger denn je. Das ist unsere Chance die Rodung zu verhindern, und damit ein eindeutiges Zeichen gegen Braunkohleabbau und Ausbeutung und für Klimagerechtigkeit und herrschaftsfreien Widerstand zu setzten. Dafür müssen wir viele sein!
Um informiert zu werden, wenn geräumt wird, trag dich auf unserem SMS- Verteiler ein und bleib über den Blog auf dem Laufenden. Aber was tun, wenn die SMS ankommt? Dieser Text hilft , dich auf eine Räumung im Hambacher Forst vorzubereiten, damit wir diese gemeinsam verhindern können!
Für fast alle Handlungsoptionen ist es hilfreich, eine Bezuggruppe zu haben. Ideal wäre es, wenn du dich in deiner Stadt mit Menschen organisierst, um gemeinsam die Waldbesetzung zu unterstützen. Es gibt schon viele Gruppen die zu Thema Klimagerechtigkeit arbeiten, wie zum Beispiel die Gruppen aus dem Ende Gelände Bündnis.

Es kann zu verschiedenen Polizeieinsätzen im Hambacher Forst kommen:

1. Barrikadenräumungen oder Räumung von temporären Baumbesetzungen

Was du hier vor allem tun kannst, ist Informationen zu multiplizieren. Gerade temporäre Besetzungen mit mobilen Plattformen in dem Gebiet, in dem gerodet wird, sollen Aufmerksamkeit auf die Abholzung und die Umweltzerstörung durch Braunkohle richten. Bei Barrikadenräumungen kam es in der Vergangenheit oft zu Polizeigewalt. Auch auf diese wollen wir aufmerksam machen. Dabei könnt ihr helfen, indem ihr unsere Infos und Bilder sowie Presseartikel verbreitet (auf facebook teilt, Rundmails schreibt, an Wände malt…). Es kann auch helfen, bei Pressevertrer*innen anzurufen und sich Berichterstattung aus dem Hambacher Wald zu wünschen. Außerdem sind dann alle öffentlichkeitswirksamen Soliaktionen (Demos, Banner, Kundgebungen…) wertvoll.

2. Beginn der Rodungsarbeiten

Die letzte Rodungssaison hat gezeigt, dass 2-3 Wochen reichen, um etwa 70 ha Wald zu zerstören. Wenn du hörst, dass die Rodungsarbeiten beginnen und du die Möglichkeit hast, für die nächsten Wochen vorbei zu kommen, dann tu es! Du wirst hier mehr gebraucht denn je. Hier vor Ort brauchen wir Menschen, die das Rodungsgebiet so großflächig wie möglich besetzen. Dafür ist es hilfreich, klettern zu können und temporäre Baumbesetzungen durchzuführen. Temporäre Baumbesetzungen mit mobilen Plattformen werden wir vorbereiten und dir alles Material und alle Ausrüstung, die du dafür brauchst, zur Verfügung stellen. Aber auch Menschen, die bei der Versorgung der Baumhäuser, bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit helfen und emotionale Unterstützung bieten können, sind unglaublich wichtig. Eine Packliste findest du hier. Da es sein kann, dass vor allem werktags Polizei im Wald präsent ist, kannst du vorher anrufen um zu fragen ob es möglich ist, ohne Polizeikontrollen in den Wald zu kommen. Jeden Sonntag um 9:00 beginnt eine Aktions- und Klettereinführung. Treffpunkt ist das Rundhaus auf der Wiese.

Wenn es für dich nicht möglich ist, für eine Woche oder länger vorbei zu kommen, gibt es trotzdem die Möglichkeit, für eine Aktion vorbeizukommen. Du könntest mit einer Bezugsgruppe zum Beispiel eine Blockade auf den Zufahrtsstraßen, durch die die Räumfahrzeuge kommen, vorbereiten.

Wenn du überhaupt keine Zeit hast vorbeizukommen, gibt es trotzdem Unterstützungsmöglichkeiten. Sachspenden werden dringend für die Rodungssaison benötigt. Du kannst auch einen Rucksack für temporäre Besetzungen packen und herschicken.
Außerdem ist auch während der Rodung wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und die Ereignisse möglichst weit aus dem Wald hinauszutragen (siehe Barrikadenräumung oder Räumung von temporären Besetzungen).
Wenn die Rodungsarbeiten beginnen, bevor Baumhäuser geräumt wurden, dann bedeutet das, dass die Räumung bald kommen wird. Du solltest also mit der Vorbereitung der Räumungsverhinderung beginnen.

3. Räumung von Baumhäusern

Wenn möglich, schnapp dir deinen vorgepackten Rucksack und den Rest deiner Bezugsgruppe und komm in den Wald! Wenn geräumt wird, ist das Gebiet meist großflächig abgesperrt. Um Räumung zu be- und verhindern ist also der erste Schritt, durch die Polizeiabsperrung hindurch zu kommen. Dann könntet ihr versuchen, die Räumfahrzeuge aufzuhalten, zum Beispiel indem ihr Sitzblockaden davor macht, sie besetzt oder euch mit Fahrradschlössern an ihnen festkettet. Falls es unmöglich ist, in die Polizeiabsperrung zu kommen, könnt ihr auch die Zufahrtsstraßen blockieren. Für all diese Aktionen könnt ihr zum Beispiel auf Wissen von vergangen Aktionstrainings zurückgreifen oder ein neues organisieren. Außerdem sind auch Menschen mit Kameras, Transpis und Sprechchören hinter der Absperrung wichtig.
Falls die Baumbesetzungen lange von Polizei und Werkschutz belagert werden, kann es auch notwendig sein, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, um die Baumhäuser mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen oder Menschen auf dem Baum austauschen zu können.
Aber auch wenn ihr nicht vor Ort sein könnt, könnt ihr den Kampf um den Hambacher Forst unterstützen. Kletteraktionen überall in Deutschland können die Räumung verhindern oder verzögern, da die Anzahl von Kletterpolizist*innen in Deutschland begrenzt ist!< Wenn ihr also irgendeinen Teil der städtischen Infrastruktur durch eine Abseilaktion lahmlegt, muss diese erst einmal geräumt werden, bevor der Einsatz im Wald zu Ende geführt werden kann. Außerdem hat RWE überall in Deutschland Geschäftsstellen und Infrastruktur. Je mehr Aktionen gegen RWE und für eine (klima-)gerechte Welt am Tag der Räumung passieren, desto besser und desto größer wird die Medienaufmerksamkeit. Inspirationen für Aktionsideen gibt’s hier.
Last but not least: Multiplizieren. twittern, teilen, rundmailen, Transpis, Mahnwachen, mit deinen Bekannten reden…
Gemeinsam können wir die Zerstörung aufhalten!

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Gerade mal 1,5 Wochen nach erfolgreicher Ende Gelände-Aktion sowie all der anderen vielseitgen Protestaktivitäten vor und während der COP23 nun weitere gute Nachrichten für Klima- und Umweltaktivisten 🙂

    http://www.wz.de/lokales/nrw/klimaaktivisten-blockieren-braunkohle-kraftwerk-13-festnahmen-1.2556120

    http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/gelaende-am-kraftwerk-weisweiler-besetzt-100.html

    https://www.flickr.com/photos/153594030@N02/

    https://twitter.com/ende__gelaende?lang=de

  2. http://www.klimapilgern.de/unsere-pilgerwege/2018-alternative-energien-und-lebensstil/ 2018: Alternative Energien und verantwortlicher Lebensstil
    3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit
    Vom Rheinland bis nach Katowice/Polen, vorbei an Braunkohlerevieren Deutschlands und Polens.

    Status: Am 8.11.2017 haben wir uns in Bonn zur Konstituierung des Lenkungskreises getroffen. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern des Leipziger Missionswerks (LMW), der Pilgerbasis, der EKM, Brot für die Welt. Es wird erwartet, das weitere Vertreter von Misereor, der Klima-Allianz und der Diözese Magdeburg dazu kommen
    In Kürze erfolgt die Ausschreibung einer ganzen sowie zweier halben Stellen zur Unterstützung der Planung dieses Klimapilgerwegs.
    Nach Entscheidung des UNFCCC, für Kattowitz als Ausstragungsort der COP 24, 3.-14.Dezember 2018, hat die Überarbeitung des Klimapilgerweg für 2018 begonnen.
    Verschiedene Routenoptionen werden diskutiert.
    BISHER: 3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit
    Von Aachen bis Berlin, 1.400 km durch die Braunkohlereviere Deutschlands.

  3. ich kann nich kommen, aber wie wäre es damit?

    Die Demonstranten sollten schlicht ihren örtlichen Pfarrer bemühen und im Hambacher Forst einen Dauergottesdienst mit ihm abhalten. Jeder, der diesen Gottesdienst stört, kann nach § 167 StGB mit bis zu 3 Jahren Haft bestraft werden.
    Also auch Polizisten, Baggerfahrer etc.

    1. Gute Idee! Ich poste die Idee demnächst mal auf Twitter.

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