116 Mrd. Euro Gewinn aus der Braunkohle …

Wir haben die hierunter stehende Mail erhalten.
Erinnern wir uns: Am 1. Dezember 2015 kündigte RWE an, den Konzern neu zu strukturieren. Es war absehbar, dass die Stromerzeugung aus Kohle zu Ende gehen würde. Sie wurde darum in einem eigenen Geschäftsbereich gebündelt: RWE Power AG.
Wenn wir den Mutterkonzern, die RWE Gruppe, mit einem Bauern vergleichen, dann ist die RWE Power AG eine Milchkuh, die einmal sehr viel Milch geliefert hat und die jetzt noch mal eine Weile kräftig ausgemolken werden soll, bis sie tot umfällt.
Für die Entsorgung des ausgemergelten Kadavers darf dann die Allgemeinheit aufkommen: Die Beschäftigten, die ihre Arbeitsplätze verlieren, ohne dass rechtzeitig für Ersatz gesorgt wurde, die Grubenranddörfer, die ein giftiges Loch vor der Nase haben, dessen zu steilen Böschungen in einem von Erdbeben und zunehmenden plötzlichen Niederschlägen gefährdeten Gebiet ein Problem für sich bilden, die Tausenden von Umgesiedelten in ihren seelenlosen Neudörfern, die Steuerzahler*innen, das Weltklima und so weiter.

Wie dieses zu Tode melken funktioniert, lesen Sie in dieser Mail:

… dafür lässt NRW eine ganze Region zur Wüste machen!
… „Spielkapital für das Kapital“?!?

Der Gewinn von rd. 116 Mrd. Euro wurde ermittelt aus den verdeckten Gewinnen, die der RWE-Konzern nach der geplanten Laufzeit der Tagebaue in der Zeit von 2018-2045 (= 27 Jahre) aus der Gewinnung und Verstromung der Braunkohle im „Rheinischen Revier“ erzielen dürfte.

Zur Ermittlung der verdeckten Gewinne wurde ausgegangen von den Gewinnverlagerungen der RWE Power AG, dem Tagebauunternehmen des RWE-Konzerns, im Jahre 2014 in die RWE Supply & Trading GmbH und in die RWE Vertrieb AG.

Die Verlagerung der Gewinne erfolgte durch Gewährung übermäßiger Zwischenhändler-Margen von rd. 2,5351 Mrd. Euro pro Jahr an die RWE Supply & Trading GmbH und von rd. 1,7548 Mrd. Euro pro Jahr an die RWE Vertrieb AG, entsprechend Zwischenhändler-Margen insgesamt von 4,2899 Mrd. Euro pro Jahr x planmäßiger Laufzeit der Tagebaue von 27 Jahren = 115,8273 Mrd. Euro = rd. 116 Mrd. Euro.

RWE Supply & Trading GmbH hat den Strom an so gut wie nur einen Abnehmer weiterverkauft: an die RWE Vertrieb AG. Dafür hat sie von der RWE Power AG eine Marge von 2,5351 Mrd. Euro erhalten. Das erscheint offenkundig unangemessen überhöht im Verhältnis zu den Personalkosten von nur 243,3 Mio. Euro, die nach der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung bei der RWE Supply & Trading GmbH entstanden sind. Die Marge der RWE Supply & Trading GmbH von 2,5351 Mrd. beläuft sich auf mehr als das 10-fache der gesamten Personalkosten, die bei der RWE Supply & Trading GmbH entstanden sind.

Ebenso scheint die Marge von 1,7548 Mrd. Euro, die die RWE Vertrieb AG für den Weiterverkauf des an die Endkunden gelieferten Stromes erhalten hat, offenkundig unangemessen überhöht sowohl im Verhältnis zu den Personalkosten von nur 141,9 Mio. Euro als auch im Verhältnis zu dem Sachanlagevermögen der RWE Vertriebs AG von nur 3,0 Mio. Euro, die nach der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung der RWE Vertrieb AG entstanden sind.

Der Umfang der verdeckten Verlagerung von Gewinne der RWE Power AG in andere Gesellschaften des Konzerns wurde auf der Grundlage der Verhältnisse des Jahres 2014 ermittelt. Zwischenzeitlich wurde der Konzern grundlegend umstrukturiert, so dass entsprechende Vergleichszahlen für die Folgejahre nicht vorliegen. Es ist indessen aufgrund bestimmter Umstände davon auszugehen, dass auch in den Jahren ab 2015 ähnliche hohe Gewinne aus der Braunkohle entstanden und weiterhin verlagert worden sind und bis zum Jahre 2045 weiter bestehen werden.

Der RWE-Konzern sei aufgefordert, darzulegen, wofür die aus der RWE Power AG in andere Gesellschaften des Konzerns verlagerten Gewinne bislang verwendet worden sind und wofür künftig entsprechende Gewinne und etwaige eigene Gewinne der RWE Power AG verwendet werden sollen.

09.09.2017
Kurt Claßen“

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