Prozessergebnis

Der Prozess gestern (05.12.), gegen die Aktivistin, die Anfang des Jahres unter dem Namen „Fledermaus“ in Untersuchungshaft war, endete mit einer Verurteilung wegen einfachem Landfriedensbruch zu 3 Wochen Dauerarrest, die durch die 4 Wochen U-Haft bereits abgesessen wurden. Die Vorwürfe der Körperverletzung, des schweren Landfriedensbruch und der gefährlichen Körperverletzung konnten nicht bestätigt werden, die Zeug*innen des RWE-Sicherheitsdienstes konnten sich scheinbar nicht mehr gut genug an die Geschichten erinnern, die sie in der polizeilichen Vernehmung erzählt haben.

Wald- und Ex-Wald-Führung am Sonntag


An der ehemaligen Müllkippe endet der Wald, wie wir ihn kannten

„Guten Tag zusammen,

Hambacher Forst, das Thema bleibt uns erhalten. Kaum ein Tag ohne Meldungen rund um den Braunkohletagebau, die Rodungen, Polizeieinsätze, die Eskalation…

Seit mehr als zweieinhalb Jahren biete ich die monatlichen Führungen im Hambacher Wald an. Das Echo ist überwältigend, insgesamt 5296 Menschem haben bisher daran teilgenommen und sich selber ein Bild gemacht, unabhängig von Presse- und Polizeiberichten und Verlautbarungen der RWE-Pressestelle.

Sehr unterschiedliche Menschen waren mit mir im Wald unterwegs, vom jugendlichen Klimaaktivisten bis zum Gewerkschafter, von RWE-Mitarbeitern bis zu Politikern verschiedenster Parteien, von SchülerInnen bis zu ganzen Familien…, ein Querschnitt durch die Gesellschaft und genauso ein Querschnitt unterschiedlichster Meinungen. Und was mir besonders am Herzen liegt, Menschen sollen miteinander sprechen. Egal, wie der Standpunkt ist, Gespräche und Verständnis füreinander sind für mich der einzige Weg, aus der Sackgasse und den gewohnten Gräben herauszukommen und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

Lange Rede kurzer Sinn, es ist wieder soweit.

SONNTAG, 11. DEZEMBER, WALD STATT KOHLE, DIE 33. MONATLICHE FÜHRUNG IM HAMBACHER WALD – DER HAMBACHER FORST – ODER WAS DAVON NOCH ÜBRIG IST UND VIELLEICHT GERETTET WERDEN KANN? (WEITERE TERMINE 15. JANUAR, 19. FEBRUAR, 19. MÄRZ,…)
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Der Jesus Point im Hambacher Forst

Ich bin heute morgen nahe des Protestcamps in eine Personalienkontrolle geraten. Diese wurden festgestellt. Während dessen wollte ich Fotos von den vier PolizistInnen machen. Einer der Menschen versuchte, mir die Kamera au der Hand zu reißen und drohte: „Wenn Sie jetzt Fotos machen, dann kommen Sie in Gewahrsamnahme.“ Der Anwalt wurde angerufen und nach etwas Hin und Her durfte ich Fotos machen.

Am Jesus Point standen zwei Polizeiwannen und nachdem ich den Personalausweis abgegeben habe, wurde mir, als ich ein Foto machte, die Kamera mit Gewalt aus der Hand gerissen, obwohl der Anwalt am Telefon war. Dann einigten wir uns darauf, dass doch Fotos gemacht werden dürfen und es wurde sogar ein kleines Filmchen gedreht. Einen Namen hat mir keiner der anwesenden PolizistInnen genannt.

Am Jesus Point wurden nicht fünf sondern sechs Bäume gefällt. Einer der Bäume steht so fern von dem riesigen Baum weg, der angeblich morsch war, dass er gar nichts mit der seltsamen Begründung zu tun gehabt haben kann, die von der Polizei und RWE geäußert wurde.

Gestern hieß es, dass RWE für Sonntag eine Ausnahmegenehmigung hat und unter Polizeischutz weiter Bäume roden darf. Es ist seltsam ruhig im Wald. Sie wollten aber nicht heute fertig werden, sondern meinten wohl, dass sie noch ein paar Tage mehr brauchen.

Die Rodungssaison endet am 28. Februar 2017. In der letzten Rodungssaison wurden noch am 29. Februar unter massivem Polizeischutz viele Bäume geodet. RWE-ArbeiterInnen hatten viele Wochen vorher die Rodungssaison für beendet erklärt und davon gibt es Beweisaufnahmen.

Aktivist Thymian

05.12.2016: Der Hambacher Forst Chor am Jesus Point

Thymians Kreuz

Der „Hambacher Forst Chor“ hat am morgigen Montag, 05.12.2016 gegen 14.30 Uhr einen Auftritt am Jesus Point im Hambacher Forst. Mensch & Hund sind herzlich eingeladen, sich diesem ganz besonderen Chor anzuschließen und gemeinsam am neu errichteten Kreuz Weihnachtslieder zu singen.

Zum Jesus Point findet Ihr, wenn Ihr der Einfahrt zu Collas Kies auf der Straße zwischen Buir und Morschenich folgt und den sich direkt anschließenden Waldweg benutzt. Achtung: Es ist viel Polizei im Wald. Prinzipiell soll der Wald begehbar sein, es ist aber mit Ausweis- und Taschenkontrollen zu rechnen.

Lasst Euch davon nicht abhalten – kommt zahlreich!