Jetzt: Rojava verteidigen! Berxwedan Jiyane!

Wiesen Geburtstag!

Heute vor genau drei Jahren besetzten etwa 15-20 Menschen die heute berühmt berüchtigte Wiese am Rande des Hambacher Forstes in Begleitung der Presse nach einer Pressekonferenz zu der vier Tage dauernden Räumung der ersten Waldbesetzung. In den ersten paar Tagen gab es mehrere Versuche der Polizei, die Wiese zu räumen, jedoch ohne Erfolg.


Festnahme des Besitzers

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Einmal nahmen sie sogar den Eigentümer, Kurt Classen fest und führten ihn in Handschellen ab mit der Begründung, er würde polizeiliche Maßnahmen stören. Dabei wollte er den Cops vor Ort seine Eigentumsunterlagen vorzeigen. Dafür wurde er fast 2 Stunden in einem Streifenwagen der Polizei festgehalten bis schließlich die Presse auftauchte und sich für die Festnahme interessierte. Daraufhin mussten die Cops Kurt Classen anhören und im Zuge dessen die Wiese (bei inzwischen eingetretener Dunkelheit) mit Taschenlampen ablaufen, nur um festzustellen, dass wir uns tatsächlich auf seinem Land befanden und sie nix machen konnten.
Ein anderes Mal kam die Polizei mit schweren Gerät von RWE und zerstörte die ersten provisorischen Bauwerke mit der Begründung, das Holz hätten wir aus dem Wald, welcher Eigentum von RWE ist, und damit gestohlen. In den darauf folgenden Tagen kamen viele Menschen und halfen uns, den ersten Teil der heutigen Küche aufzubauen, hinterließen sogar ihren Namen und Telefonnummer auf Papier in der Küche für die Polizei, damit sie sie nicht einfach kaputt machen konnten. Kurt Classen veranstaltete ein Treffen in der Morschenicher Kneipe „Hoven“ in dem er alle einlud, sich zu dem Protestcamp zu äußern um sich ein Bild zu machen, ob es gewollt war. Es erschienen etwa 40 Leute und der Grundtenor war, man solle uns doch da lassen. Allgemein war die Unterstützung und Solidarität der lokalen Bevölkerung, aber auch von Menschen aus der entfernteren Umgebung, überwältigend. Viele kamen und brachten uns Lebensmittel und warme Kleidung und was noch so gebraucht wurde. Bevor wir für uns selbst kochen konnten gab es sogar einige unheimlich liebe Menschen die sich unter einander absprachen, wer wann für uns vegan kochen und Essen vorbei bringen würde sowie den zu erledigenden Abwasch mitnehme! Ich erinnere mich an einen Familienvater der mir begeistert erzählte, dass er ja eigentlich alles esse aber durch uns sich zum ersten Mal mit dem Thema Veganismus und dem Leid der nicht-menschlichen Tiere durch die Ausbeutung der Menschen auseinandergesetzt hätte und wirklich schockiert war. Seitdem äßen sie überwiegend vegan was ihm auch körperlich viel besser bekäme, wie er mir freudestrahlend erzählte. Es kamen auch Menschen die der Meinung waren, es wäre ja schon alles zu spät, aber die trotzdem toll fanden dass wir weiter kämpften. Sie empfanden es als gelebte Solidarität ihnen gegenüber dass wir zumindest jede Menge Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeit, die ihnen seit Jahrzehnten angetan wurde, lenkten. Einige unterstützen uns anonym. Innerhalb einer Woche hatten wir eine soweit nutzbare Küche und zwei bis drei Bau- und Wohnwägen in denen wir uns bei eisigem Wind geschützt aufhalten und dank des Ofens aufwärmen konnten.
VIELEN DANK AN ALL JENE, DIE UNS IN DIESER SCHWIERIGEN ERSTEN PHASE UNTERSTÜTZT HABEN! OHNE EUCH WÄRE ES WIRKLICH SCHWER GEWESEN ZU BLEIBEN UND NUR MIT EUCH IST DIESER ORT ZU JENEM GEWORDEN, DER ER HEUTE IST.
Der erste Winter war der bisher kälteste in den vier Jahren offensiven Widerstandes. Bei Minus 16°C harrten wenige Aktive aus, manchmal nur zu dritt oder viert, während sie sich mit ihren Erlebnissen der Räumung der ersten Waldbesetzung und den dabei erhaltenen einstweiligen Verfügungen von RWE auseinandersetzten und verdauen mussten. DANKE AN ALLE, DIE DURCHGEHALTEN HABEN UND GEBLIEBEN SIND!
Dennoch wuchs die Wiese, Infrastruktur wurde geschaffen und es entstand ein Treffpunkt für alle, die nicht einverstanden sind mit der Zerstörung durch den Braunkohleabbau. Seither gab es schon viele Versuche unterschiedlichster Behörden, diesen wichtigen Ort des Treffens und des Austauschs zunichte zu machen doch auch wenn es bereits Prozesse und Urteile gab, schafft es Kurt Classen mit seiner Super-Steuerberater-Gerichts-und-Gesetzeswissenskraft und vor allem seinem entschlossenen Durchhaltevermögen sie immer wieder aufzuhalten! Ich bin sicherlich nicht die Einzige, deren volle Hochachtung, Bewunderung und Dankbarkeit du dadurch gewonnen hast! DANKE KURT! Auf dass du ihnen weiterhin zeigst wo der Hammer hängt!

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Happy Birthday, Meadow! ♥
    Vielen Dank an Kurt und all die Unermüdlichen.
    Es ist schön, dass es Euch gibt!

  2. Die Zeit vergeht wie im Fluge.
    Respekt vor Eurer Hartnäckigkeit und auch von mir die allerbesten Wünsche!

  3. Sehr geehrte Wiesenbewohner,
    Glückwunsch und weiter so !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Stellung Halten ! Durchhalten und Bereit sein für die Schlacht !!!
    Der Kampf fürs Klima und Umwelt ! Bis zum letzten Atemzug !
    Das Foto, die Verhaftung von Kurt…… die Krönung der Schwachsinnigkeit und Pure Schikane. Um eine solch Idiotische Verhaftung Durchzuführen bedarf es der Völligen Abschaltung des CPU`s zwischen den Ohren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Pablo

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