Jetzt: Rojava verteidigen! Berxwedan Jiyane!

#VölliBleibt – Baumbesetzung im Vollhöfner Wald Hamburg


Aus dem besetzten Völlhöfner Wald in Hamburg erreichen uns Grüße und Aufrufe, sich dem Widerstand gegen die heute (24.10.) begonnene Räumung anzuschließen. Morgen früh wird die Klettereinheit zurück kommen und die Räumung fortsetzen. Wenn sie denn durchkommen: Sitzblockaden sind genau wie zusätzliche kletternde Menschen oder auch als Ablösung herzlich willkommen!

Die Polizei lässt Menschen auf dem Hauptweg nicht durch, allerdings ist es möglich sich auf wenigen Trampelpfaden und quer durch Brennesseln durch den gesamten Wald zu bewegen.
Eine Mahnwache ist nahe der Straße „Vollhöfner Weiden“, von Altona und Harburg fahren Busse.

Hier einige Fotos. Es ist (zu!) wenig Presse vor Ort.
Ein Beispiel mit vielen schönen Fotos: https://stories.jannisgrosse.de/stories/waldbesetzung-pappelapapp/

Am 15. Oktober haben Aktivist*innen auf Twitter bekannt gegeben, dass der Vollhöfner Wald in Hamburg Altenwerder besetzt ist. Die Aktivist*innen haben ein Baumhaus in dem Waldstück gebaut, um gegen die geplante Rodung zu protestieren. Auch NABU, BUND und lokale Bürger*innen-Initiativen setzen sich seit einiger Zeit für den Erhalt des Waldes ein. Der Hamburger Senat hat die Fläche des Waldes als Hafenerweiterungsfläche deklariert. Momentan sind die Rodungen aber bis Februar 2020 ausgesetzt. Umweltsenator Jens Kerstan und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann haben sich auf dieses Moratorium geeinigt, schrieb Kerstan am 29. September 2019 auf Facebook. „In Zeiten des Klimawandels passt es nicht Wälder für Logistikflächen zu roden.“ Auch für die Aktivist*innen im Vollhöfner Wald ist der Kampf gegen die Klimakrise eine wichtige Motivation für die Besetzung. Sie kritisieren aber auch den Plan, dass ein natürliches Ökosystem – das sich über 50 Jahre hinweg nahezu ungestört entwickeln konnte – Logistikflächen für den Hamburger Hafen weichen soll. Für sie ist der Hamburger Hafen ein Umschlagplatz von radioaktiven Materialien, klimaschädlichen Energierohstoffen, tödlichen Rüstungsgütern und Tierprodukten. Auf Twitter schreiben sie: „Mit unserer Form des Widerstandes möchten wir uns der Hafenbehörde direkt in den Weg stellen und gemeinsam ein klares Zeichen gegen die Zerstörung und Ausbeutung von Natur und Mensch setzen. Wir kämpfen für eine solidarische, herrschaftsfreie Welt, in der nicht wirtschaftliche Interessen vorherrschen, sondern im Interesse aller Menschen sowie der Natur gehandelt wird.“

Die Polizei und HPA setzten den Aktivist*innen ein Ultimatum bis zum 23.10.2019 12 Uhr, um das Baumhaus wieder abzubauen. Die Besetzer*innen kamen der Aufforderung nicht nach, sondern bauten weiter an ihrem Baumhaus. Am 23.10.2019 um 14:10 Uhr sagte ein Polizist der Besetzer*innen, dass das Baumhaus als Versammlung gewertet wird und diese Versammlung aufgelöst ist. Die Teilnahme an einer aufgelösten Versammlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und ist – aus der Erfahrung der Besetzung im Wilden Wald – Grund genug, ein Baumhaus zu räumen. Rund 1,5 Stunden vorher schrieb Umweltsenator Kerstan auf Twitter: „Im Senat sind wir einig, dass im #Vollhöfner #Wald bis mind. 2023 alles bleibt wie es ist.“ Laut Aussage von Dirk Kienscherf (SPD) gegenüber des NDR ändert dies nichts an der bevorstehenden Räumung des Baumhauses.

Am 24.10.2019 begann die Polizei pünktlich um 8 Uhr in den Wald vorzurücken und zu räumen. Dabei nutzen sie keine technischen Geräte sondern räumten mit Kletterseilen und Leitern. Im Laufe des Tages wurden alle Aktivist*innen aus dem Baumhaus geräumt und die Polizei begann das Baumhaus abzureißen. Auch von den Traversen, auf die einige Aktivist*innen geklettert waren, wurden viele geräumt. Am Nachmittag wurde außerdem der Tripod geräumt, der in der Nacht als Vorbereitung auf die Räumung noch entstanden war. Ca sechs Aktivist*innen kletterten so hoch in die Baumkronen, dass die Polizei es nicht schaffte sie zu räumen. Am Spätnachmittag wurden Flutlichter für die Nacht gebracht, um die restlichen Besetzer*innen weiter zu beobachten und zu bewachen. Die Räumung wurde dabei vorerst abgebrochen.

Aktuelle Infos: #völlibleibt
https://twitter.com/hashtag/völlibleibt
Baumbesetzung: https://twitter.com/Pappelapp1
Klimaschutzinitiative: https://twitter.com/VollhoefnerWald

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hambi ist überall!
    Es ist unglaublich, daß man in Zeiten der Klimakrise für jeden Baum, jedes Stückchen Wald kämpfen muss. Unglaublich auch, daß geräumt werden muss, wenn dem Wald bis mindestens 2023 nichts passieren soll.

    In diesem Sinne: Völli bleibt, Völli bleibt, Völli, Völli, Völli bleibt, bleibt, bleibt!

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen