Polizeigewalt in dieser Rodunssaison

Triggerwarnung! Es wird detailiert Polizeigewalt und Nacktheit geschildert.


Einige von uns sind mit dem Bild der guten Polizist*in aufgewachsen. Dem Freund und Helfer, der Kindern über die Straße hilft, uns vor den Bösewichten beschützt und generell aufpasst, dass die Welt nicht im „Chaos“ versinkt. Der vielleicht mal einen Strafzettel verteilt, aber das ja nur zu unserem Besten.

Andere, People of Colour zum Beispiel, kennen vielleicht extrem häufige und unangenehme verdachtsunabhängige Personenkontrollen, die dann auch noch rassistisch oder sexistisch ausfallen können. Wieder andere kennen knüppelnde, pfeffersprayende und falsche Versprechen machende Polizist*innen von Demonstrationen, hier bei uns z.B gegen Braunkohle z.B. bei Ende Gelände (v.a. 2015).

Gewalt ist dabei ein sehr flexibler Begriff von Sitzblockaden, über Sachbeschädigungen, über Gesetzesbrüche wird je nach Position strategisch gern mal ungewolltes als Gewalt abgetan. Die Polizei spielt ihre Rolle dabei immer gerne herunter. Selten kann sie so gut wie beim diesjährigen Vorfall bei Ende Gelände widerlegt werden. Zuerst wurde von Polizeipräsident Weinspach behauptet, eine Aktivistin hätte sich hysterisch (ein veraltetes sexistisches Wort aus der Psychoanalyse) vors Pferd fallen lassen. Was zunächst von den Medien weitergegeben wurde und dann später per Video widerlegt werden konnte und sogar von Medien richtig gestellt wurde. Und dann gibt es da noch die von Polizist*innen angerichteten „Blutbäder“, wie z.B. das in Genua oder rassistisch motivierte Morde (hier vmtl. mit Brandbeschleuniger) auf Polizeiwachen wie bei Oury Jalloh.

Auch bei uns spielt „Gewalt“ eine Rolle. Sei es als direkt Erfahrbare oder als überall Lauernde. Wie sieht eigentlich die Körperverletzung und die psychische Gewalt durch Polizist*innen im Hambacher Wald aus? Dazu würden ich euch gerne eine Übersicht über einige Vorkommnisse dieser Rodungssaison geben.

  • Tripodräumung im September: Hier hat die Polizei mehrere Aktivist*Innen durch den Wald gejagt, diese gewaltsam zu Boden geworfen und mit Kabelbindern gefesselt. Eine*r der Aktivistis hat wegen der Kabelbinder bis heute kein Gefühl mehr in einem seiner*ihrer Daumen (!). Beim Abseilen der Besetzer*in vom Tripod wurde, diese durch Fußtritte, des mit ihr abseilenden Polizisten am Kopf verletzt und am Ende des Abseilens wurde die Person durch eine Barrikade von Ästen und etwas Stacheldraht hindurchgezogen. Anschließend waren 4 Aktivistis auf der Polizeiwache.  (19.09.2017 https://hambacherforst.org/blog/2017/09/19/barrikadenraeumung-4/).
  • Während der Rodungsarbeiten (27 & 28.11 machte die Polizei u.a. Gebrauch von Pfefferspray und Schlagstöcken. Videos zum Pfeffersprayeinsatz
  • Bei der Barrikaden/Tripodräumung auf der Werkstraße wurden 2 Aktivist*innen für zwölf Stunden auf eine Polizeiwache gebracht. Auf dem Weg dorthin, schien es der Polizei angemessen, die gefesselten Aktivist*innen in Winterjacken bis zur Atemnot unter voll aufgedrehten Heizung im Polizeitransporter schwitzen zu lassen.
  • Zusätzlich gab es viele Vorfälle von Polizeigewalt bei Aktionen von verschiedenen Gruppen außerhalb des Waldes. Darunter mehrere Gleisblockaden (dazu gibt es bereits einen Artikel mit vielen Paragraphen von 2016 (http://wortkulturen.de/unmittelbarer-zwang-oder-ein-bisschen-folter/ ), Baumbesetzungen in Köln (Bonnerstraße), Haus/Dombesetzungen in Immerath und die Aktionen von Ende Gelände, Robin Wood und anderen Gruppen in und bei den Tagebauen. Dabei landeten immer wieder unzählige Personen für 4-12 Stunden auf den Polizeistationen. Auch bei einer Fahrzeugkontrolle in Düren wurden alle Mitfahrenden über Nacht auf die Polizeistation gebracht. Hinzu kommt die Gewalt, die eine Gefangenschaft von mehreren Wochen bedeutet.

 

Damit alle Lesenden eine Vorstellung von den Zuständen auf den Polizeiwachen (auch Gesa genannt Gesa = Gefangenensammelstellen) bekommen können, möchte ich diese hier nochmal mit ein paar Bruchstücken von tatsächlichen Erfahrungen verschiedener Personen skizzieren. Unsere Aktivistin, nennen wir sie einmal Julia, wurde also bereits mit Kabelbindern gefesselt, durchsucht und in einem fensterlosen Polizeitransporter zur Polizeiwache gefahren. Spätestens ab hier sieht sie keine Mitgefangenen mehr, sondern hört höchstens deren Schmerzensschreie. Sie wird mit verdrehten Armen in die Polizeiwache hineingeführt und auf dem Weg schon mit Fragen überrumpelt: „Hast du Drogen zu Dir genommen?“, Hast du irgendwelche Krankeiten?“, „Wie heißt Du?“, …

Sie wird noch einmal durchsucht und ihr werden alle Gegenstände, Bänder, usw. abgenommen, die davor nicht gefunden wurden. Bevor sie in die Zelle darf/muss sollen ihr noch ihre Dreadlocks und Freundschaftsbändchen abgeschnitten werden, weil sie widerspricht wird ihr Kopf gegen die Wand geschlagen und dort festgehalten. Nachdem alle Dreads und Zöpfe mit Schmuck abgeschnitten wurden muss sie sich in der Zelle ausziehen. Die Polizist*innen übernehmen das Ausziehen für sie, weil sie sich nicht vor Fremden ausziehen will. Als sie dann nackt vor den Polizist*innen steht, soll sie sich noch umdrehen, nach vorne beugen und ihre Pobacken außeinanderziehen, was sie lieber gleich selbst macht. Ein paar Kommentare später „Du stinkst“, „Du bist ja total dreckig“, sitzt sie allein in der Zelle und der Kopf raucht ihr. In der nächsten Stunde erreicht sie mit einigem Radau und Sturmklingeln, dass sie aufs Klo darf und etwas Wasser bekommt. Veganes Essen wurde ihr vorenthalten.

Ein paarmal statten ihr Polizist*innen Besuche ab und fragen, ob sie Aussagen machen oder jemanden anrufen will. Noch eine Stunde später wird sie zur erkennungsdienstlichen Behandlung aus der Zelle geholt. Weil sie auf die Frage, ob sie ihre Fingerabdrücke freiwillig abgibt kurz mit „Nein“ antwortet wird sie Opfer einer „Prozedur“, in deren Rahmen ihr die schlimmsten Schmerzen ihres bisherigen Lebens angetan werden. Julia wird zu Boden gerissen. Eine Polizistin fixiert ihren Unterschenkel mit dem Fuß am Boden. Ein Polizist verdreht ihr den linken Arm hinter dem Rücken und ein weiterer zieht ihr Gesicht mit je einem Finger in ihren Nasenlöchern nach hinten in den Nacken. Eine Polizistin zieht ihre Haare nach hinten und packt ihren Hals. Julia bekommt kaum noch Luft während zwei weitere Polizisten ihren rechten Arm und die rechte Hand verdrehen und sie grob anbrüllen. „Da siehst du, was du davon hast“. Der Polizist dehnt die Gelenkkapseln ihrer Finger auf und bringt die Finger auf dem Scanner in Stellung. Auf ein „Das ist unmenschlich“, bekommt sie nur ein „Du bist ja selbst Schuld“ zu hören.

Sie schmeckt Blut aus ihrer Nase in ihrem Mund und ihr steigen Tränen vor Schmerz in die Augen, während ihre Finger der Reihe nach auf den Scanner gepresst werden. Auf ein “ Okay, okay ich kooperiere“ wird ihr nur „Jetzt ist es dafür zu spät“ entgegengebrüllt. Sie hat Angst, dass ihre Finger, die sie vor lauter Schmerz nicht mehr spürt, brechen. Nach einer gefühlten Ewigkeit voll Panik und Schmerzen wird sie zurück in die Zelle geschleift. Vor Erschöpfung schläft sie dort ein (dissoziiert). Kurze Zeit später wacht sie mit Panik auf, ihre Schultern, das Bein, das Gesicht und v.a. die Hände schmerzen unglaublich, scheinen aber nach einem Abtasten nicht gebrochen, was bei anderen schon passiert ist. Sie hat starke Angst, dass das Gleiche sich für Bilderaufnnahmen wiederholen wird … Irgendwann nach 4-12 Stunden und einer oder mehreren solcher Behandlungen kommt sie vor den Haftrichter oder frei.

Das Telefonat mit ihrer Anwältin wurde ihr möglicherweise vorenthalten „Keine Personalien, keine Rechte“. Ihre Schmerzen werden erst über die nächsten Wochen vergehen, sie fühlt sich innerlich schmutzig und die psychischen Wunden werden noch länger für eine Heilung brauchen. Zum Glück hat sie gute Freunde und solidarische Unterstützer, die sofort für sie da sind. Gemeinsam können sie traurig und wütend sein. (Gesa Erfahrungen fallen nicht immer so krass aus – manchmal aber auch deutlich krasser) Die bisherige Aufarbeitung der Polizeigewalt scheint nicht zu existieren oder zumindest nicht auf rechtlicher Ebene stattzufinden.

Das zeigt unter anderem der Fall von Todde Kemmerich. Todde hatte vor über einem Jahr drei Beamte angezeigt. Bisher gab es trotzdem noch „keine“ Ermittlungen in seinem Fall. Aktivisti, die ihre Identität verweigern, haben noch weniger zu erwarten. ( Ausführliches Interview von Todde: http://www.schattenblick.de/infopool/redaktio/report/rrgw0004.html ) Definition Folter: Folter (auch Marter oder Tortur) ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen. Die Folter wird meist als ein Mittel zu einem bestimmten Zweck eingesetzt, beispielsweise um eine Aussage, ein Geständnis, einen Widerruf oder eine Information zu erhalten oder um den Willen und den Widerstand des Folteropfers (dauerhaft) zu brechen. Im engeren Sinne ist Folter eine Tat einer bestimmten Interessengruppe (beispielsweise Teile der staatlichen Exekutive oder politisch-militärische Organisationen) an einem Individuum, etwa durch die historische Inquisition, die Polizei oder Geheimdienste. Laut der UN-Antifolterkonvention ist jede Handlung als Folter zu werten, bei der Träger staatlicher Gewalt einer Person „vorsätzlich starke körperliche oder geistig-seelische Schmerzen oder Leiden zufügen, zufügen lassen oder dulden, um beispielsweise eine Aussage zu erpressen, um einzuschüchtern oder zu bestrafen“ (gefunden auf https://de.wikipedia.org/wiki/Folter) (Gesetze dazu http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/CAT/cat_de.pdf)

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12 Kommentare

  1. Das sind ja wirklich Zustände wie im Mittelalter.
    Absolut unverständlich insbesondere deshalb, weil Ihr das Thema Polizeigewalt jetzt auch schon oft in aller Deutlichkeit angesprochen habt. Nicht zuletzt in Gegenwart des Polizeipräsidenten sogar unter Begleitung von Fernsehkameras wie beim Waldspaziergang, an dem Herr Weinspach teilgenommen hat.
    Ich bin mir zwar auch sicher, dass die Polizist*innen Julia nicht wirklich verletzen wollten und entsprechende Handgriffe dafür draufhaben.
    Wahrscheinlich ist das Erledigen von Verwaltungskram so dringlich, dass dann dort Zeit eingespart wird, wo es leider am wenigsten sinnvoll ist.
    Gut, wenn ich sehe, wie bei der letzten Barrikadenräumung Polizeikräfte verschwendet werden, die man überall besser hätte einsetzen können, dann wundert mich nichts mehr. Das Geld, (wenn da mal einer richtig nachrechnen würde, bestimmt über 300.000 Euro), hätte man auch gleich irgendwo aus dem offenen Fenster werfen können.
    Dass dann noch Führungen für Landtagsabgeordnete veranstaltet werden, setzt der Sache noch die Krone auf.
    Würde mich sowieso mal interessieren, wer da die Idee für hatte oder generell die Einsatzleitung.
    Beim Polizeieinsatz beim Ende-Gelände-Tag war ich nämlich schon der Meinung, viel Augenmaß erkennen zu können. Auch wenn mit dem Pferdtrampeln und dem Pfefferspray zwei Sachen schiefgegangen sind. Aber es ist auch nicht alles kontrollierbar.
    Auch finde ich es durchaus sinnvoll, dass Polizeieinsätze mit vielen Kräften durchgeführt werden, damit die Machtverhältnisse auch vollklommen klar sind.

    Ist echt traurig, was ihr alles erleiden müsst, nur dafür, die Welt ein bisschen besser machen zu wollen.
    Zum Glück ist der Konflikt durch die Haftstrafen, auch wenn sie nicht weniger bedauerlich und traumatisierend sind, jetzt für mich schon eindeutig auf der politischen Ebene angekommen. Auch hat RWE ja derzeit nur noch eine Erlaubnis, bis zum 31.03. den Tagebau Hambach fortzuführen. D. h., dass die Bezirksregierung Arnsberg bis dahin entschieden haben wird, ob weiter Rodungen genehmigt werden. Und da Minister Pinkwart ja da auch bereits in die Thematik eingegriffen hat, indem er, ohne dass er das meiner Meinung nach hätte tun müssen, einen Rodungsstopp bis Oktober verkündet hat, bin ich mir auch sicher, dass die Bezirksregierung hier keine Entscheidung ohne Rücksprache treffen wird. Dann besteht immerhin deutlich mehr Klarheit, wie die Landesregierung alle bekannten Fakten würdigt.
    Also bleibt mal tapfer. Wenn die Gegenbewegung einmal richtig in Fahrt kommt, geht das so schnell wie bei der MeToo-Kampagne, dass auch keiner sich mehr die Finger mit dem Braunkohletagebau schmutzig machen will. Ich glaube nicht einmal, dass die Verantwortlichen bei RWE glauben, dass sie ihr seit ca. 50 Jahren gepflegtes Saubermann-Image noch lange aufrechterhalten werden können.

  2. Hi,

    Danke für das Teilen euer Erfahrungen! Leider kann ich diese aus eigenem Erleben bestätigen.
    Das zeigt, dass es umso wichtiger ist, dass wir gemeinsam ein Zeichen gegen die Gewalt von Polizist*innen setzen und uns daneben mit den Gefangenen Hambis solidarisch zeigen.

    Daher nun ein Aufruf zu folgender Aktion:

    Das ABC Rhineland bekannt gegeben, dass am Freitag den 02.03.2018 um 12 Uhr vor dem Amtsgericht Kerpen der Termin der Haftprüfung von UP1 fortgesetzt wird:

    https://abcrhineland.blackblogs.org/2018/02/23/ergebnis-haftpruefungen/

    Hierbei möchte ich auch mal öffentlich ein Lob an das ABC Rhineland aussprechen, was nach meinem Erachten besonders viel für die Eingesperrten macht und auch letzten Freitag für eine solidarischen Aktion vor dem Amtsgericht Kerpen gesorgt hat!

    Es werden nun immer mehr Menschen auf das Unrecht aufmerksam, was den Hambi4 geschieht! Dies zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass am Sonntag ca. 450 Menschen bei der Waldbegehung waren. Es besteht die Hoffnung, dass sich nun immer mehr Menschen solidarisch zeigen werden.

    Um dem ganzen einen größeren Rahmen zu geben und noch mehr Menschen auf das Unrecht zu machen, haben wir nun für Freitag, den 02.03.2018 eine Versammlung anmelden lassen.

    Das ganze ist als Aufzug mit mehreren Zwischenkundgebungen angemeldet.

    Das passende Thema ist „Polizeigewalt und Justizunrecht“.

    Beginn ist ab 9:00 Uhr in Kerpen-Sindorf am S-Bahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz (bei den Bushaltestellen).
    Ich unterstelle mal, dass viele Aktivist*innen mit der Bahn anreisen werden, weswegen wir uns dort sammeln können, um die Sindorfer Bürger*innen lautstark und farbenfroh darauf Aufmerksam zu machen, das friedliche Menschen, die nichts getan haben, einfach eingesperrt werden!

    Danach geht es zu Fuß von Sindorf nach Kerpen zur Philipp-Schneider-Straße 8-10, wo eine kleine Zwischenkundgebung vor der Polizeiwache stattfinden soll.
    Der Fußweg ist nicht viel weiter, als der Weg von der S-Bahn Kerpen-Buir bis etwa zur roten Linie am Grubenrand. Das sollten also die meisten Aktivist*innen bewältigen können und wer nicht laufen kann oder möchte, nimmt eben den Bus oder begleitet uns auf dem Fahrrad.
    Unterweges werden wir natürlich möglichst viele Menschen auf das Unrecht an den Hambi4 aufmerksam machen. Bringt also genug Transparente, Fahnen und Instrumente zum Lärmen mit!

    Von der Polizeistation geht es dann zum Amtsgericht um die Ecke. Dort gibt es die nächste
    Zwischenkundgebung, die so lange dauert, bis UP1 wieder vom Knasttransporter weggefahren wird.

    Es ist als Kundgebungsmittel Transparente, Flaggen, Flyer, Anschauungsmaterialien, Unterschriftenlisten, Megaphone, Musikinstrumente, Kreide, Biertischgarnitur und Pavillon angemeldet. Also bringt mit was ihr habt.
    Es wäre schön, wenn wir auch Künstler*innen hätten, die mit Ölkreide kreativ sein könnten, damit wir einen unsere solidarischen Grüße der Straße vor dem Gericht hinterlassen können, dass es UP1 vom Knasttransporter aus sehen kann und dass es die Bürger*innen in Kerpen auch dann noch sehen, wenn wir längst wieder weg sind.

    Natürlich ist auch der Rückweg angemeldet, mit erneuter Zwischenkundgebung für die Polizeistation um die Ecke und Abschlusskundgebung vor am S-Bahnhof Kerpen-Sindorf.

    Wir würden uns freuen, wenn ihr die Versammlung zahlreich unterstützen würdet, zumal wir am Freitag alle das gleiche Ziel haben: Free Hambi4!

    Solidarische Grüße

    sunbird

  3. Wie lange noch will Herr Weinspach ignorieren, dass seine Leute klare Anweisungen zur Gewaltfreiheit bekommen müssen?

    Dass die Aachener Zeitung hier so restlos aufgeklärt hat bzw. aufklärt, ist sehr dankens- und bemerkenswert.

    Wieso dürfen Festgenommenen die Haare abgeschnitten werden?

    Wieso müssen sich Festgenommene nackt ausziehen, bücken und die Pobacken auseinanderziehen, wenn sie ja doch nur in eine Einzelzelle kommen? Welcher Gefahr soll denn damit bitteschön begegnet werden?

    Und was die Prozedur mit der Fingerabdruckabnahme betrifft sowie alle Vorgänge, wo sich Bürger passiv verhalten, wenn die Polizei ihre Ermittlungs- oder Einsatzmaßnahmen mit Gewalt durchsetzt:

    Seit wann heißt „gewaltsam durchsetzen“ auch „mit Schmerzverursachung durchsetzen“ ????

    Es gibt genügend Methoden, passive Personen mit Gewalt zu verbringen bzw. ihre Fingerabdrücke abzunehmen, ohne ihnen Schmerzen zuzufügen.

    Wann wird es dazu von der Polizeiführung eine deutliche Verhaltensanleitung geben?

    Ich will diese Verhaltensanleitung für Polizisten gegenüber Bürgern, die im passiven Widerstand sind, in jeder Tageszeitung lesen können, und zwar am besten schon heute!

    Und wieso dürfen Polizeibedienstete Festgenommene beleidigen und mit „Du“ anreden?

    Wenn ein Bürger einen Polizisten mit „Du“ anredet, dann kassiert er eine Geldstrafe wegen Beleidigung.

    Sind Festgenommene keine Bürger?

    Und sollten Polizisten sich gegenüber Bürgern nicht auch wie Bürger benehmen, Bürger mit besonderer Bindung und Verpflichtung gegenüber den Grundrechten des Einzelnen?

    Danke an die Aachener Zeitung.

    • Was sucht die Polizei im After von festgenommenen Personen?

      Diese „körperliche Untersuchung“ ist so demütigend und entwürdigend, dass es einfach nicht sein kann, dass sie ohne echten Grund angewendet wird. Das ist eigentlich ein Skandal.

      Artikel 1 Grundgesetz sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

      Wo bleibt der Respekt vor der Würde der Menschen, wenn solche Dinge mitten unter uns geschehen?

      Das fossile Zeitalter in dem wir (noch) leben (also das Zeitalter der Energieerzeugung mit fossilen Energieträgern), ist auch ein Zeitalter der Gewalt.

      Sie taucht in vielen Erscheinungsformen auf.

      Die personalisierte polizeiliche Gewalt, die dort, wo es darauf ankäme, sie zu begrenzen und zu reglementieren, damit sie nicht entwürdigend und schmerzhaft wird, tatsächlich entgrenzt ist und davon geprägt, dass sich einzelne Polizeibedienstete an ausgelieferten Menschen vergehen dürfen, ohne dafür belangt zu werden – wahrscheinlich, weil die friedlichen Kollegen der Täter in Uniform viel zu viel Angst haben, Fehlverhalten zur Anzeige zu bringen, ist eine davon. (viel zu langer Satz…)

      Und was ist mit den Omis, die im Supermarkt einkaufen? Und sich freuen, wenn die Fertigpizza im Angebot ist und es schöne Süßigkeiten für die Enkel gibt?

      Wir haben auch eine gesichtslose Gewalt, die von den Großkonzernen mitgetragen und verbreitet wird: Sie kaufen billige Produkte von Lieferanten, die selbst entweder direkt Umweltzerstörung, Mord und Vertreibung vornehmen, um an Rohstoffe oder Ackerland zu gelangen oder die ihrerseits von Lieferanten beziehen, die nur nach dem billigsten Anbieter gehen, wenn sie einkaufen.

      Die Großkonzerne fabrizieren daraus schöne bunte und scheinbar schmackhafte Produkte, die bei so harmlos wirkenden Aktivitäten wie dem Wocheneinkauf im Supermarkt von uns – der großen Mehrheit der Bürger – auf das Kassenband gelegt werden.

      In einer Tafel Milka-Schokolode stecken vielleicht Kinderarbeit, Regenwaldrodung, Tötung oder Vertreibung von Tieren … und wir kümmern uns nicht darum.

      Wenn die Omi am Wochenende mit ihren Enkeln ins beheizte Hallenschwimmbad geht, ärgert sie sich dann nicht ausschließlich über die Eintrittspreise? Und fragt sich gar nicht, womit das Schwimmbad beheizt wird?

      Fragt sie sich, ob die Beheizung schon längst mit Erneuerbaren Energien oder wenigstens Erdgas möglich wäre und ob es nicht stattdessen immer noch zuviel Heizkraft gibt, die mit Braunkohle erzeugt wird?

      Vermutlich nicht.

      Die gesichtslose Gewalt ist so furchtbar, weil sie den ganzen Planeten in Mitleidenschaft zieht, an allen Orten der Welt, weil Menschen sterben müssen, Tiere heimatlos werden und Lebensräume für lange Zeit verschwinden.

      Und sie ist allgegenwärtig, weil fast wir alle daran teilhaben, mit jeder Kaufentscheidung und manchmal auch ohne überhaupt etwas zu kaufen.

      Ein Aktionär ist potentiell gemeingefährlich: Er oder sie will eine Dividende und weiß doch nur in den seltensten Fällen, wie das Großunternehmen, an dem er oder sie beteiligt ist, den Gewinn konkret erwirtschaftet. Oder will es nicht wissen. Denn dass es ums möglichst billige Einkaufen und Produzieren geht, ist doch eigentlich klar.

      Um es den Aktionären recht zu machen, erzeugen die Großkonzerne Gewinne auf Kosten der Umwelt, der Menschlichkeit, der Tiere und der Pflanzen, der ganzen Zukunft unserer Kinder.

      Welchen Hebel könnte es geben, um die Großkonzerne zum echten umweltfreundlichen Einkaufen zu bewegen?

      Welchen Hebel könnte es geben, das lokale und kleinteilige Wirtschaften der Menschen vor Ort, die sich selbst versorgen wollen und die von ihrem angestammten Grund und Boden nicht vertrieben werden wollen, echt zu fördern, durchzusetzen?

      Welchen Hebel könnte es geben, die Polizisten dazu zu bringen, sich in jeder Situation rechtmäßig und möglichst gewaltfrei zu verhalten?

  4. oi. danke fürs zum tausendsten male öffentlich machen von polizeigewalt. wird wohl noch ein paar weitere male benötigen bis da kein mensch mehr freiwillig mitmacht…

    aber könnt ihr bitte die fehledenden textstellen einfügen? – vilelcicht liest es sich aber nur bei mir sehr lückenhaft (oft fehlt text auf der rechten bildschirmseite)

    wütende grüße

    mike

    • Der Text ist „nur“ sehr ungünstig formatiert, und lässt sich nach rechts scrollen (leider nur ganz unten)
      Also, Mikes mit Ahnung und Zugang: Fügt doch bitte die Absätze als HTML-Zeichen ein und entfernt die -tags.

      • (Repost, weil die Maschine Teile aus Sicherheitsgründen entfernt hat)
        Der Text ist „nur“ sehr ungünstig formatiert, und lässt sich nach rechts scrollen (leider nur ganz unten)
        Also, Mikes mit Ahnung und Zugang: Fügt doch bitte die Absätze als HTML-Zeichen ein und entfernt die pre-tags.

  5. brd bullenstaat wir haben dich zum kotzen satt

  6. @mike
    Die Textstellen fehlen nicht wirklich, sondern der ganze Text wurde fehlerhaft eingegeben. (Es liegt an dem pre-Tag am Anfang und am Ende des Textes, und an den Zeilenumbrüchen, die größtenteils entfernt werden müssen.) Da der Blog momentan insgesamt überarbeitet wird, hat das aber nicht die erste Priorität. Du kannst diese Zeilen aber auch jetzt schon lesen (etwas umständlich): du kopierst den Text auf deinem Computer in eine leere Seite von einem Texteditor oder Word o.ä. und liest den Text da.
    Oder du kommst in einer Weile hierher zurück.

    • Es gibt noch eine Methode (etwas diffizil…):
      Zumindestens im Mozilla Firefox kannst du mit rechtsklick-„Element untersuchen“ ein neues Fenster/einen reiter unten am Fensterrand öffnen, in dem dir der Quelltext angezeigt wird. dort suchst du nach dem „pre“ und änderst das in „p“. Enter und der Text wird dir – ohne Umbrüche – im Browser lesbar angezeigt

  7. Zwischen „im Recht sein/ Recht haben“ und „Recht bekommen“ liegen halt leider Welten…
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=937&v=U7Ewf3i15gE

    WEISSE FOLTER (Prof. Mausfeld):
    „Die geschilderten Vorgänge lassen sich nach etablierten internationalen Rechtsnormen als Verbrechen ansehen…

    Die unmittelbaren oder mittelbaren Verwicklungen in die geschilderten Menschenrechtsverletzungen bestrafen nur eine
    kleine Zahl von Psychologen, die Frage jedoch, wie wir mit diesen Verletzungen von Rechtsnormen und berufsethischen Prinzipien umgehen, betrifft uns alle.“

    http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Psychologie%20%27weisse%20Folter%27%20und%20die%20Verantwortlichkeit%20von%20Wissenschaftlern_2009.pdf

  8. „Das Telefonat mit ihrer Anwältin wurde ihr möglicherweise vorenthalten“

    ???
    möglicherweise? Was denn nun?

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