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Containerprozess in Düren

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Vor zwei Jahren wurden in Düren drei aktive aus dem Umfeld der Wiesenbesetzung am Hambacher Forst festgenommen, weil sie angeblich aus den Abfalltonnen eines Rewe-Supermarkts im Stadtteil Birkesdorf Lebensmittel „gestohlen“ haben sollen. Nun steht der erste Prozesstag gegen zwei der festgenommenen Personen an. Der*die dritte war zum „Tatzeitpunkt“ minderjährig und wird alleine verurteilt.
Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet „schwerer Diebstahl“, weil der Warenwert der Lebensmittel in den vierzehn Lebensmittelkisten mehrere hundert Euro betrug – beziehungsweise, betragen hätte, wenn sie im Laden verkauft und nicht weg geschmissen worden wären.

Kann es einen „Diebstahl“ geben bei Waren, die deren „Besitzer“ weg geworfen, auf die er also den Anspruch aufgegeben hat? Können wir Menschen es uns auf einem Planeten mit knapper werdenden Ressourcen leisten, so mit Lebensmitteln umzugehen – und dann noch diejenigen zu verurteilen, die an Alternativen arbeiten? Haben „wir“ im industrialisierten Norden dazu überhaupt das Recht, wenn ein Großteil unseres wegwerf-Konsums mit Hilfe von Landvertreibung, Billiglohn-Sklaverei, Tierausbeutung und Umweltzerstörung ermöglicht wird, also auf Kosten der weniger Privilegierten?

 Um diese Fragen wird es im Hintergrund gehen beim ersten Prozesstag

am 06.04. um 10:30
im Sitzungsaal 2.29
im Amtsgericht Düren,
August-Klotz-Straße 14
Open Street Map (wird in einem neuen Tab geöffnet)
(Wegen regelmäßig stattfindender Einlasskontrollen empfiehlt es sich, frühzeitig anzukommen.)

In der juristischen Logik werden die oben gestellten Fragen voraussichtlich nicht den angemessenen Raum bekommen – um so wünschenswerter ist ein aktives Publikum.

Mehr zu diesem Thema:
Taste the Waste – über Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelretter 1. Folge, YouTube

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. In Aachen werden demnächst zwei Menschen vor Gericht gestellt. Ihnen wird „schwerer Diebstahl“ vorgeworfen – weil sie Lebensmittel vor dem Müll gerettet haben sollen. Dieser Prozess ist ein Angriff auf alle Menschen, die selber Containern oder nicht einverstanden sind damit, dass gutes Essen massenhaft vernichtet wird. Mit dieser Gruppe wollen wir uns organisieren, um dieses Problem in die Öffentlichkeit zu tragen. Unser Ziel ist es, dass der Prozess eingestellt wird, aber auch stärker für das allgemeine Problem der Lebensmittelvernichtung zu sensibilisieren.

    https://www.facebook.com/groups/505641266310691

  2. Kampagnenarbeit zu nem Containerprozess find ich super. Ich werd mir dafür aber kein scheiß facebook-profil anlegen. ich find es allgemein immer schade, wenn gruppen mit emanzipatorischem anspruch sich über diese datenkrake organisieren und damit diejenigen ausschließen, die darauf keinen bock haben.

  3. sehe ich genauso; Würde mich über infos über den Verlauf der Containerprozesse jedoch sehr freuen.
    Solidarische Grüße und viel Kraft und immer eine containerte Möhre zwischen den Zähnen wünscht
    Rübezahl

  4. Wie ist der Prozess denn ausgegangen ?

  5. Nächsten Dienstag 19.04.16 trifft sich die Soli-Gruppe im Linken Zentrum AC Augustastr. 69 um 19°° Uhr.

    Bisher ist nur Strafanzeige gestellt worden und wir wollen den verantwortlichen Filialleiter dazu bewegen, dass er die Anzeige zurücknimmt, damit es erst gar nicht zu einem Prozess kommt.
    Beim Treffen werden wir darüber diskutieren, welche Strategien dafür am ehesten zielführend sind. Von neutralen Gesprächsangeboten über Infoaktionen bis zu direkten Boykottaufrufen rund um den Supermarkt gibt es viele Möglichkeiten.
    Jede*r, der*die uns dabei unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen.

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