PM: Kritik an Vorschlägen eines Schlichtungsverfahrens im Hambacher Forst

Düren/Kerpen – Bereits seit einigen Monaten häufen sich Vorschläge, ein Schlichtungsverfahren zu den Protesten im Hambacher Forst einzuleiten. Insbesondere die Grünen des Kreises Düren bemühen sich um eine „Mediation im Stile von Stuttgart 21“, an der unter Anderem Aktivist_innen und RWE teilnehmen sollen. Unter den Aktivist_innen zeigen sich dazu überwiegend kritische Stimmen.

So stünden die zentralen Forderungen der Proteste – den Braunkohletagebau und die weitere Abholzung des Hambacher Forsts zu stoppen – für RWE gar nicht zur Diskussion. Außerdem existiere keine Chancengleichheit, da beide Seiten „unterschiedliche Möglichkeiten in Bezug auf Ressourcen wie Zeit, Geld, Wahrnehmung in der Öffentlichkeit“ hätten, heißt es in einer Stellungnahme von Aktivist_innen.

Des Weiteren handele es sich bei der Waldbesetzung um eine offene Struktur, in der Menschen eigenverantwortlich agieren und ein Konsens bezüglich Aktionen daher nicht erreicht werden könne. Eine Gruppe von Aktivist_innen, die sich für eine Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren entscheiden würde, könne also nicht für die gesamte Besetzung sprechen und Absprachen, die in einem Schlichtungsverfahren getroffen werden würden, nicht umsetzen.

Seit nunmehr fast vier Jahren ist der Hambacher Forst bei Düren/Kerpen besetzt. Dieser wurde schon fast vollständig für den angrenzenden Braunkohletagebau Hambach gerodet. Durch die Besetzung soll sich sowohl gegen die weitere Abholzung, als auch gegen den Braunkohletagebau gewehrt werden.

In den vergangenen Monaten eskalierte der Konflikt zwischen RWE und Aktivist_innen immer mehr. Einen traurigen Höhepunkt fand die Eskalation in einem Mordversuch durch einen RWE-Sicherheitsdienstleistenden an einer Gruppe Aktivist_innen. Dieser fuhr am Nachmittag des 21. Januar 2016 mit einem Jeep in hoher Geschwindigkeit auf die Gruppe zu und traf dabei mehrere Personen. Ein Aktivist, der sich daraufhin nicht mehr bewegen konnte, wurde festgenommen und befand sich bis zum 19. Februar in Untersuchungshaft.
Mehr dazu: RWE-Security fährt Aktivistis mit Jeep an

Anna Schuster, Pressesprecherin der Wald- und Wiesenbesetzung im Hambacher Forst
weitere Informationen unter: hambacherforst.blogsport.de
Kontakt: hambacherforstⒶriseup.net

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5 Kommentare

  1. Ich finde eine Schlichtung auch nicht besonders Zielfuehrend eher wuerde ich sie als Verrat an den Menschen ansehen die fuer ihren Braunkohle-Widerstand ungerechtfertigt in U-Haft waren,von Polizeigewalt betroffen waren oder sonnst wie in die Muehlen des Repressionsapperates gerieten.In dem Schlichtungsvorschlag der Gruenen heisst es unter anderem das eine Friedliche Koexistens ein Ziel waere. Von wem bitte soll das das Ziel sein wenn nicht von RWE?
    Es kann meiner Meinung nach keine friedliche Koexestins geben weil ich den Tagebau verhindern will und nicht dadurch legitemieren das ich mit RWE verhandeln wuerde.
    Waere RWE wirklich verhandlungsbereit koennten sie ja aufhoeren die Natur aus Profitsucht zu zerstoeren dazu sind sie bei RWE aber noch nicht bereit obwohl es ihnen ja finanziel nicht grade gut geht (Dividendenstreichung).Also muss der Widerstand meiner Meinung nach weitergehn bis RWE einsieht das es falsch ist was sie tun auch wenn es gerichtlich vielleicht legal sein mag.
    RWE somit weiter sabotieren bis sie pleite sind oder den Irrsinn der sich Braunkohleabbau nennt beenden !

  2. Lesetipp 😉 Auf der pro braunkohle Seite gibt’s mal wieder super Kommentare und i nterressante Fotos zu sehen. Passt auf euch auf LG owl

  3. Mit Umweltverbrechern und mit Gewaltverbrechern kann es keinen Frieden geben! Wie sollte denn ein Konsenz mit diesen Faschisten aussehen, welche die Natur und somit unser Leben und unsere Gesundheit vernichten wollen, um Macht und Profit zu erlangen? Mit solchen Leuten redet Mensch nicht, sondern die bekämpft Mensch!

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