[Sonntag, 07.07.13] Wir machen einen Umsonstladen & VoKü beim Garagenflohmarkt in Morschenich

Am übermorgigen Sonntag ist in Morschenich großer Garagenflohmarkt.
Großartig wie wir finden! Morschenich lebt noch und so soll es auch bleiben!

Alle Bewohner_innen können Trödel in Auffahrten und/oder Garagen präsentieren und erwerben.

An einem solchen Tag wollen wir, die FREUND_INNEN DES HAMBACHER FORSTES natürlich auch dabei sein. Wir wollen gerne nachbarschaftliches Zusammensein mitgestalten und unsere und eure Gedanken, Wünsche und Utopien austauschen.

Entsprechend unseren politischen Ideen wollen wir mit unserem Stand aber keinen weiteren „Trödel“ anbieten, sondern wollen mit einer VoKü und einem Umsonstladen vor Ort sein.

Was ist ein
UMSONSTLADEN?

Ein Umsonstladen, auch Freeshop oder Schenkladen, ist
ein privates, sozial und politisch motiviertes Projekt, wo
neue oder gebrauchte Gegenstände zur kostenlosen
Mitnahme bereitgestellt sowie tauschfrei mitgenommen
werden können.
In einen Umsonstladen können Gegenstände, die für
Besucher des Gebrauchtladens nützlich sein können,
weitergegeben werden, und umgekehrt können Besucher
ausgestellte Gegenstände mitnehmen. Die Mitnahme der
Gegenstände ist nicht an eine Prüfung von Bedürftigkeit,
wie dies oft bei Tafeln und Kleiderkammern der Fall ist,
gebunden.
Im Gegensatz zu karitativen Einrichtungen sind viele
Umsonstläden mit politischen Zielen verbunden.
Es geht hierbei nicht um Warentausch, sondern um das
freie Geben und Nehmen. Das Ziel ist eine Möglichkeit
für den Erwerb, die Nutzung und die Weitergabe von
Gütern außerhalb des kapitalistischen Warensystems zu
bieten. Die Gründe für solch eine Umsonstökonomie
können verschieden sein:
– als praktische Kapitalismuskritik (Konkrete Utopie)
– als Projekt einer nachhaltigen, umweltschonenden
Abfallvermeidung
– als Ausübung einer religiös-karitativen Sozialethik

Was ist eine
VOKÜ (Volxküche)

Das sind Orte, an denen Essen (oft vegetarisch oder
vegan) nach Selbsteinschätzung oder umsonst angeboten
wird, so dass sich alle Menschen, egal wie viel sie
besitzen, etwas zu Essen leisten können.
Das bedeutet, wer viel hat, gibt vielleicht etwas mehr und
wer nichts hat, isst umsonst. Und wenn Geld über bleibt
kann nächstes mal teurer gekocht werden – wenn überhaupt
eingekauft wird, denn besser ist es natürlich, übrig
Gebliebenes geschenkt zu bekommen oder zu containern.
Denn die Idee ist, immer möglichst günstig, oder im besten
Fall umsonst zu kochen.
Vokü’s/Küfa’s finden oft in linken Projekten oder bei
verschiedenen Veranstaltungen statt.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Na prima! Endlich ein Schritt in die richtige Richtung!
    Teilnahme an einem kapitalistischen Event zwecks Steigerung der Liquidität. Das Bezahlsystem ist ja ausführlich erklärt. Im Prinzip eine gute Geschäftsidee aber wird sich auch ein Kundenkreis finden, der vor containerten und dann mit gewilderten Kräutern verfeinerten Speisen nicht zurück schreckt? So schlecht geht es der Zivilbevölkerung doch auch nicht. Aber wenn es klappt könntet ihr bald alle resozialisiert werden. Nachbarschaftliches Zusammensein? Ihr seid den meisten Anwohnern doch nur eher lästig. Ach ja, ist Mc. Donald´s weniger Kapitalist weil er Essen verkauft als Thomas Phillips?
    Mfg
    Ute

  2. liebe ute,
    scheinbar bist du schon so verkopft in deiner positionierung im kapitalistischen system, dass es dir schwer fällt zu verstehen, dass es menschen gibt die mit irgendwelchen aktionen keine liquiditätssteigerung anstreben, sondern eher etwas gegenteiliges: eine freiheit von solchen maßstäben. von kunden zu sprechen verzerrt den anspruch auch ziemlich – wird doch eben keine gegenleistung oder irgendwelcher bedürftigkeitsbeweis verlangt. wie du aus einer ankündigung verschenkten essens rauszulesen meinst, dass mc donalds angeblich weniger kapitlistisch sei, weil er essen verkauft ist mir schleierhaft. kannst du das erklären? es würde mich sehr interessieren.
    auch was du dir unter resozialisierung vorstellst ist mir schleierhaft – dieser begriff wird in der strafgefangenenlogik verwendet. hälst du menschen, die dir freiwillig etwas zu essen anbieten für sowas wie verbrecher? frei nach dem motto „mutti sagt ich soll keine süßigkeiten von fremden annehmen?“ .
    über eine reaktion würde ich mich freuen, vielleicht kann ich dann besser verstehen, was du mir oder der welt sagen möchtest. vor allem fände ich spannend wie du den tag erlebt hast (falls du dich getraut hast vorbei zu schauen)
    grüße aus hamburg

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen