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Nach der Hütte ist vor der Hütte

Anstatt der erhofften Wirkung der gestrigen Aktion der Polizei gegen die Besetzung am Tagebau Hambach, dass der Tag der Besetzer_innen heute scheiße sein sollte, war er super.

Gestern suchte die Polizei mit einem Großaufgebot das neue Camp gegen RWE heim, um dort die mühsam aufgebaute Infrastruktur zu zerstören und mitzunehmen. Das Ziel solcher Aktionen ist offensichtlich: die Polizei leistet ihren Beitrag zu dem Versuch, Widerstand gegen RWE zu zerschlagen. Die erwartete Wirkung solcher Repressionsmaßnahmen ist, dass die entsprechenden Personen aus Angst vor weiterer Repression geschwächt werden.

Es ist leider eine Tatsache, dass Repression wirkt – wenn nicht gut mit ihr umgegangen wird. Wenn das aber der Fall ist, kann Repression in ihr Gegenteil verkehrt werden. Ein gemeinsamer und solidarischer Umgang mit Repression kann eine Bewegung stärken. Wenn Menschen auf Repression so reagieren, dass sie zusammen halten und sich im Kampf gegen die Unterdrückung gegenseitig unterstützen, dann kann das zusammenbringen und stärken. Aus dem Gefühl der Ohnmacht kann ein Gefühl der Ermächtigung entstehen.

In dieser Hinsicht kann mensch der Kerpener Polizei fast dankbar sein für ihren gestrigen Einsatz.
Heute war die Unterstützung auf dem Camp so groß wie die ganze Woche über nicht. Über den Tag verteilt kamen etwa vierzig Personen aus der Umgebung (von der Aachen über die Eifel und Kerpen bis nach Köln) und trugen ihren Teil dazu bei, die Infrastruktur des Camps wieder aufzubauen – besser als zuvor. Es wurde Baumaterial gespendet, ein Ofen, Geschirr, warme Kleidung (was super war weil echt viele vollgeregnet waren), eine Sitzgarnitur, ein Regal, ein LKW voll mit Dämmmaterial und ganz viel Essen.
Anstelle des alten abgerissenen Unterstands wurde ein neuer gebaut, der um einiges besser und solider ist als der alte, es gibt sogar einen Boden aus Paletten, was bei dem ganzen Matsch echt super ist.

Die Menschen die über den Tag zum Camp kamen beteiligten sich oft engagiert am Aufbau und daran, weiteres zu planen. Sie boten für die Zukunft ihre Unterstützung an, auch für den Fall dass unsere gemeinsamen Gegner weitere verzweifelte Versuche unternehmen, zu verhindern, dass wir sie irgendwann besiegen werden.
Anne, die aus der Eifel gekommen ist um heute mitzuhelfen:
„Ich und mein Mann haben über die Aktion der Polizei übers Internet erfahren und waren echt schockiert. Ich finde es total gut dass hier Widerstand gegen RWE geleistet wird und möchte das gerne unterstützen. Da ich unter der Woche arbeite und nicht dauerhaft hier sein kann, ist meine Art der Unterstützung halt Sachen vorbeizubringen und mitzuhelfen, dass Camp aufzubauen. Es war echt ermutigend heute zu sehen, dass so viele Menschen unabhängig voneinander hier hergekommen sind und gemeinsam weitergemacht haben.“

Natürlich wäre es falsch, seinen Unterdrücker_innen dankbar zu sein, dafür, dass mensch während ihren Unterdrückungsversuchen dazulernt und wehrhafter wird. Denn gäbe es die Unterdrückung nicht, bräuchten die unterdrückten auch nicht so wehrhaft sein. Besser könnte es sein, sich klar zu machen: Die emanzipatorische Bewegung kann stark genug werden, mit diesen Arschgeigen fertig zu werden.

In der gestrigen Stellungnahme auf dem Blog, rief die_der Autor_in dazu auf „der Polizei das nicht durchgehen zu lassen. Zeigt eure Solidarität indem ihr vorbeikommt und hundert Hütten aufbaut, und über alle Kanäle verbreitet was RWE und Polizei als ihr Handlanger gerade abziehen.“
Das gilt weiterhin. Danke an alle Menschen, die heute dabei waren. Der Gestrige Einsatz der Polizei hat, auch wenn ihr Ziel offensichtlich ein anderes war, erneut sichtbar gemacht, dass es eine Antibraunkohlebewegung gibt und dass sie wächst und stärker wird.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. hihihihahahahohoho

  2. Liebe Damen und Herren von der Polizei und vom RWE, die das hier ja bestimmt auch lesen!
    Wenn Ihre Kinder oder Enkelkinder Sie mal fragen sollten: „Was hast DU denn gemacht, als das letzte Stück Wald gefällt wurde, das die Unmassen von Feinstaub des Tagebaues etwas hätte binden können? Was hast du gemacht, als ihr den Befehl bekamt, die Menschen wegzutragen, die das verhindern wollten?“
    Feinstaub ist Lungenkrebs. Viel willentlich herbeigeführter Feinstaub ist also Massenmord. Gilt hier wieder mal: Befehl ist Befehl? Dabei ist der Feinstaub nur ein Teil des Problems. Wer da nichts tut oder sich sogar für solche Aktionen missbrauchen lässt, sollte sich mehr als schämen. Und sollte sich nicht wundern. Ich wünsche den Polizeibeamten, die bereit sind, darüber nachzudenken, schlaflose Nächte bis sie den Job gewechselt haben. Ich jedenfalls kann meinen Enkelkindern in die Augen sehen und sagen, ich hatte die Aktivisten bei dem unterstützt, was ich wegen meines Alters selbst nicht mehr kann.

  3. Lasst Euch nicht entmutigen! iele Menschen – auch wenn sie nicht bei Euch vorbeigekommen sind – stehen hinter Euch. Und immer mehr erfahren von Eurem Kampf für unsere Zukunft

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