Prozessbericht 23.06. in Düren

Das Urteil des gestrigen Prozesses wegen einer Blockade der Hambachbahn am 12.12.2016 lautet fuer 2 Aktivistis 40 Sozialstunden und für 1 Person 40 Tagessaetze a 10 euro. Mit im zahlreichen Publikum vertreten war auch ein Hai, der durch die Reihen schwamm und ein Bademeister in Richtergestalt, der dies nicht so witztig fand wie die restlichen Anwesenden.
Da keinerlei Zeug_innen geladen waren ging die ganze Prozedur zuegig über die Bühne.
Im letzten Wort eine_s Angeklagt_en wurde nochmal der politische Charakter der Aktion deutlich.

Nicht alles was legal ist, ist auch legitim. RWE verheizt unsere Zukunft und ist dennoch juristisch gesehen im Recht.
Fuer jede Tonne Braunkohle die in RWEs Kraftwerken verbrannt wird, wird auch 1 Tonne CO2 in die Atmosphaere gepustet. Somit ist RWE aktiv mitverantwortlich fuer die globale Klimaerwaermung, welche vorallem Menschen trifft, die vom ueberschwelgenden Reichtum Westeuropas ohnehin nichts abbekommen. Im Gegenteil. Unser Wohlstand ist nur durch die Ausbeutung anderer moeglich. Und eben jene Ausgebeuteten bekommen als Bonus noch Ueberflutungen, Duerren, Ernteausfaelle und Trinkwasser dazu. Und auch auf lokaler Ebene hinterlaesst RWE eine Spur der Verwuestung. Radioaktive Kohlekrater, Feinstaubbelastung durch Kraftwerke und Zerstoerung von Wohn,- und Lebensrauemen saemtlicher Lebewesen, inclusive der Menschen.
Aber weil irgentwelche schlauen Politiker das irgentwann einmal als legal erklaert haben, fuehren alle rationalen Argumente nicht zu einer Veraenderung.Der Widerstand gegen den genannten Irrsinn wird kriminalisiert. Mal wieder wird vor Gericht entschieden welche Aktionsformen ok sind und welche nicht.
Doch letztlich ist der Ausgang dieses Prozesses irrelevant. Denn der Widerstand geht weiter. Ob in Form einer Blockade des Kohlehafen Amsterdams, wie sie fuer dieses Wochenende angekuendigt ist oder beim Flaechenkonzept von Ende Gelaendeim Rheinischen Revier.
Es werden andere Menschen da sein. Auf Schienen, auf Baggern und Bauemen. Der Hambacher Forst wird verteidigt werden , weil international und lokal Menschen in Bewegung sind.
Also Herr Richter, sprechen Sie ihr Urteil ueber eine Blockade der Hambachbahn im Dezember 2016. Fuer die Urteilsbegruendung allerdings werde ich den Raum verlassen. Denn diese wird ohnehin nur aus der Bibel des Gerichts, dem StGB abgeleitet sein. Darum erwarte ich schon garkeine oekologisch oder gesellschaftlich sinnvolle Argumentation. Deshalb interessiert sie mich auch nicht.
Und noch ein letzter Satz an RWE, Polizei und Justiz. Ihr koennt uns rauemen, wegsperren, unsere Gebaeude zerstoeren und uns Schmerzen zufuegen. Aber ihr koennt uns nicht brechen.
Hambacher Forst bleibt!

Der Richter hielt es fuer notwendig, immer wieder zu betonen welche Zwangsmassnahmen es theoretisch anwenden koennte, z.B. Vollstreckung der Haftbefehle wegen missachteter Meldeauflagen, Einsatz von Wachtmeistern um Person am Verlassen des Raumes zu hindern…
Umgesetzt hat er von all dem nichts, aber scheinbar brauchte er seine Drohkulisse um seine Authoritaet zu beweisen.
Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel moeglich.
Vielen Dank an alle die da oder anderweitig solidarisch waren! Solidaritaet ist eine WaffeL!

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8 Kommentare

  1. Zitat >Fuer jede Tonne Braunkohle die in RWEs Kraftwerken verbrannt wird, wird auch 1 Tonne CO2 in die Atmosphaere gepustet.

  2. Danke für die Informationen zu Werdegang und Ausgang!!!

    Auf der suche nach was gutem, möchte ich glauben der Richter hat im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Soli gezeigt.

    Gute Solidarität entwickelt sich durch und lebt von „informiert sein“, sachliche Informationen geben Menschen die Möglichkeit sich eigene Gedanken zu den Dingen zu machen und eigene Entscheidungen zu treffen.
    Ungerechtigkeit existiert oft durch Unwissenheit. In der menschlichen Geschichte finden sich viele Beispiele von Einzelnen, die ihre Position sicherten, indem sie der Bevölkerung Wissen extra vorenthielten…immer wieder scheinen Einzelne danach zu streben.

  3. so habe ich das aber nicht geschrieben.
    Meine Antwort wurde verändert.

    Edit: Dein Kommentar steht da original so, wie er hier angekommen ist. Falls du etwas anderes schreiben wolltest, vielleicht schreibst du einen neuen Kommentar?

  4. Da bei der Verbrennung von Braunkohle noch Sauerstoff in die Moleküle eingebaut wird, kommt noch mehr CO2 hinten raus, Faktor 3,25.

    Für eine Tonne braune Masse kommen also 3 1/4 Tonnen Klimagas in unsere Atmosphäre.

    Quelle:
    https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohle-und-umwelt/braunkohle-und-klima/

  5. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g20-gipfel-exzesse-von-berliner-polizisten-die-reaktionen-a-1154756.html
    Interessante Erkenntnis vor dem G20-Gipfel in Hamburg:
    Auch die anderen sind keine Engel…!

  6. Bitte Text des Bund richtig lesen:
    Brennstoff CO2-Emissionen pro verbrannter Tonne SKE
    Braunkohle 3,25 t
    Steinkohle 2,68 t
    Erdöl 2,30 t
    Erdgas 1,50 t

    Bezogen auf die Rohbraunkohle wird je verfeuerter Tonne etwa 1 t Kohlendioxid frei gesetzt.

  7. Hoffentlich kommt nach dem G20 das ganze Polizei aufgebaut in den Wald und macht Ende im Gelände!!
    Ich spende ein Monatseinkommen für die sofortige Abholzung des Waldes!!! Dort finden unsittliche Dinge statt, es wird laut getanzt zu ganz schlimmer Musik , Müll wird entsorgt und Drogen gibt es da auch !!!
    Das sollte reichen das der Wald sofort weh muss !!

  8. RWE hat richtig schöne Wege zum spazieren und Radfahren in der Buirer Natur angelegt! Direkt hinter der Autobahn!
    Sehr zu empfehlen!!!
    Weiterhin haben Sie uns ein super tolles bienenhotel spendiert !!! RWE denkt mit, den Bienen sind genauso wichtig wie Kohle !!!
    Recht herzlichen Dank dafür an RWE !!!

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