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PM: Räumung im Hambacher Forst dauert weiter an – Aktivist im Tunnel macht Polizei schwer zu schaffen

Hambacher Forst; Buir 14.11.2012 Seit über 27 Stunden versuchen hunderte
von Polizist_innen die Waldbesetzung im Hambacher Forst zu räumen + +
+Letzte Aktivisten aus den Bäumen geräumt + + + einer weiterin in einem
Tunnel festgekettet + + + Solidaritätsaktionen in bisher sieben Städten

Es war eine kalte Nacht im Hambacher Forst, welche zwei Aktivisten hoch
oben über in den Bäumen verbrachten. „Die Polizei entschloss sich gegen
23:00 Uhr keine Bergung dieser beider mehr vorzunehmen – aus
Sicherheitsgründen. Jedoch entschlossen sie sich auch dazu, den Besetzern
keine warmen Decken zu reichen und selbst für eine Wasserversorgung musste
hart gekämpft werden. Da sieht man mal mit welcher Art Räumung man es hier
zu tun hat!“ empört sich Sven.

Auch in anderer Hinsicht hat sich die Polizei grobe Fehler vorzuwerfen:
Dies hat bereits begonnen, indem die Presse erst nach ein paar Stunden
nach Eintreffen der Polizei am vergangenen Dienstag auf das Camp gelassen
wurde. Auch hier war die Begründung der Schutz der Journalist_innen.
„Absolut fahrlässig und lebensgefährlich agierte die Polizei, indem sie
trotz mehrmaliger Hinweise auf eine Person in einem unterirdischen Tunnel
mit schwerem Gerät nah an der bestimmten Stelle fuhr und sogar versuchte
den Tunnel aufzubaggern – dabei hält ein Tunnel wegen seiner
Deckenwölbung; eine Destabilisierung kann ihn zum Einstürzen bringen und
damit das Leben des dort befindenden Aktivisten gefährden“ so Sven weiter.
Die Räumungsteams sehen sich bezüglich des Tunnels noch immer einer
ungelösten Aufgabe gegenüber. zur Zeit steigt Feuerwehr, die Amtshilfe
leistet mit Sauerstoffflaschen in den Tunnel. Sie müssten sich den Weg
„mit den Händen freischaufel“ hieß es. Die Person im Tunnel hat sich auf
mehrere Tage eingestellt und ist fest entschlossen, solange wie möglich zu
bleiben. Bei einer Soli-Aktion in Hamburg wurde dies mit den Worten „Die
Räumung soll unbezahlbar oder noch besser: unmöglich gemacht werden“
bezeichnet.

Im Laufe der letzten beiden Tage musste die Polizei immer mehr
Spezialgerät heranholen, um Menschen aus ihren Baumhäusern zu befreien,
die sich in Betonwürfel dort festgekettet hatten. Eine ähnliche
Vorrichtung fanden die Räumteams in der 3stöckigen Küche vor – 4 Personen
waren dort aneinander in einem Betonwürfel aneinander gekettet. Die
Polizei hatte über 10 Stunden damit zu tun, die Personen nach und nach zu
befreien.

Den Aktivist_innen die auf der Besetzung festgenommen wurden, werden
unverschämte Verdachtsvorwürfe gemacht. Auf dem Polizeirevier wurde ihnen
gesagt dass sie verdächtigt werden, für 70 bis 100 Straftaaten – das
einzige Indiz dabei – der Aufenthalt auf der Besetzung. „Das ist so, als
wenn Sie alle Menschen in einem Stadtviertel festnehmen und sie für alle
Straftaaten des vergangenen Jahres verdächtigen“. Selbst die Polizei
musste zugeben, dass das „ein eher schwaches Indiz ist“ – so ein
Polizeibeamter auf der Wache. „Der Polizei ist schon klar, dass sie keine
Beweise für die angeblichen Straftaaten finden wird. Ihnen geht es ja aber
auch um etwas anderes. Nämlich darum, dassin jedem Bericht über die
Räumung nun diese willkürliche Zahl (mal werden „Mitte 80, mal 100
genannt) der Straftaaten, die von dem Camp ausgegangen sein sollen, als
Rechtfertigung für die Räumung genannt werden“

Derweil begann direkt nach Bekanntwerden der Räumung eine Welle an
Solidarität und Unterstützung; sowohl in Form von Solidaritätsbriefen,
Aktionen oder durch das schnelle Anreisen und vor Ort unterstützen. „Als
ich von der Räumung gehört habe, bin ich direkt ins Rheinland gefahren. In
den letzten Monaten habe ich die Besetzung immer wieder besucht; den Wald
dabei immer wieder bestaunt. Es ist für mich unfassbar, dass ein solch
wichtiges Gut für die Abbaggerung des CO2 intensivsten Rohstoff
abgebaggert wird“, berichtet Sophia Hertel, die seit Dienstagnachmittag an
einer Mahnwache in Buir ihre Unterstützung leistet.

Um zu zeigen, dass die Besetzer_innen mit ihren Forderungen nicht allein
sind und der Widerstand keinesfalls mit der Räumung beendet sein wird,
fanden Solidaritätsaktionen in bisher sieben Städten statt. In Hamburg,
Köln, Essen, Berlin, Heidelberg, Münster und Osnabrück machten sich
jeweils mehrere Dutzend Unterstützer_innen der Waldbesetzung auf den Weg
zu Spontandemonstrationen, die in Heidelberg z.B. in einer Kletteraktion
am Rathaus und in Köln in einer Sitzblockade vor der Zentrale der RWE
Power AG mündeten. Heute findet um 15:30 eine Kundgebung vor der RWE
Kundenzentrale in Düren am Marktplatz statt, wo auch Klaus der Geiger
spielen wird. Mehr Infos und Fotos dazu unter ausgeCO2hlt.de

Aktuelle Informationen

Über das Infotelefon:
017656707282

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wer bezahlt das eigentlich alles?

    Würde mich sehr freuen, wenn ihr das wäret aber leider wird es ja wohl wieder auf den Steuerzahler abgewälzt werden

  2. Geniale Idee! Hut ab vor dem Mutigen! Glaube meine Oma würde da Todesangst ausstehen.

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